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PRESSE  2000 - 2014


Pferdefreunde aus Klossa Vier Tage auf dem Kremser nach Havelberg

Uhr | Aktualisiert 02.09.2014 15:36 Uhr

Die fünf Klossaer und ihre vierbeinigen Begleiter vor Beginn der Kremser-Tour nach Havelberg. Thomas Hensel steht in der Mitte. (BILD: S. Gückel)

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Zwei Kremser aus Klossa machen sich auf dem Weg zum größten Pferdemarkt der Region. Mit dem Kremser sind sie seit Samstag nach Havelberg im nördlichen Sachsen-Anhalt unterwegs. Die Fahrt soll vier Tage dauern.
 
Klossa/MZ

Der Pferdemarkt in Havelberg gilt als Mekka für Tierliebhaber. Tausende Menschen zieht er jedes Jahr in seinen Bann. Zu ihnen gehören auch Pferdefreunde aus Klossa, die sich am Samstag auf traditionelle Reiseart auf den Weg machten.

Thomas Hensel ist ein ausgemachter Pferdenarr. Seit Jahren schon hält er Haflinger, eine ruhige und ausgeglichene Pferderasse. Seit Jahren fährt er auch nach Havelberg im Norden von Sachsen-Anhalt, um dem historischen Pferdemarkt einen Besuch abzustatten. Hier trifft er alte Freunde und Bekannte, kann mit ihnen fachsimpeln oder ausgiebig über das Alltagsgeschehen debattieren. So auch in diesem Jahr.

Sechs Kilometer pro Stunde

Die Anreise nehmen er und vier Begleiter seit Samstag allerdings nicht mit dem Auto vor, sondern auf eine für sie traditionelle Weise - mit dem Kremser. Zwei Wagen und vier Pferde dienen als Reisemittel. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von sechs Kilometern pro Stunde bewegt sich der Tross seither durch die Brandenburger Lande, immer entlang fahrbarer Wald- und Wiesenwege. „Die Straße nehmen wir nur im Ausnahmefall in Anspruch“, erläutert Hensel kurz vor Reisebeginn. Für die etwa 180 Kilometer lange Distanz hat er vier Tage veranschlagt.

Rast wird seinen Worten zufolge dort gemacht, wo frisches Graben-wasser und etwas Grünfutter für die Pferde verfügbar sind. Die Tiere stehen dem Projekt von Beginn an entspannt gegenüber. Geduldig lassen sie sich von den Männern vor die etwa eine Tonne schweren Kremserwagen spannen. Ein Prozedere, dass die hellbraunen Vierbeiner gut kennen. Immerhin, das Älteste unter ihnen, Wallach Nerv, ist mittlerweile 18 Jahre alt. Selbst die Tour nach Havelberg ist für ihn keine neue Erfahrung. Seine drei Artgenossen, Nico, Moki und Jana, sind nur halb so alt wie er. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, sagt Hensel, wird Jana die Rückreise nicht mit antreten und in Havelberg den Besitzer wechseln.

Die Ration für den kleinen Pferdehunger zwischendurch. Vier Tage soll die Kremserfahrt nach Havelberg dauern.

Am Dienstag, jedoch spätestens heute wollte die Reisegruppe aus Klossa auf dem Pferdemarkt eintreffen. Pünktlich zur Eröffnung des Festes durch den Bürgermeister von Havelberg werde man auf jeden Fall vor Ort sein, betont Hensel. Auf das, was ihn und seine vier Begleiter Marcel „Elle“ Elstermann, Oliver Meißner, Christian Klick und Uwe Christoph auf dem Festgelände erwartet, freut sich Thomas Hensel schon seit geraumer Zeit. „Viele Menschen, aber auch gute Unterhaltung“, sagt er mit erwartungsfrohem Blick. Halt ein überdimensionales Volksfest, das keinen Aspekt auslässt.

Den Schwerpunkt der Reise soll aber dennoch das Thema Pferd bilden. Schätzungsweise 700 Tiere werden während des Pferdemarktes zu sehen sein. Ob Hensel dabei Gelegenheit findet, seine Stute „Jana“ zu verkaufen, muss sich zeigen. Er will es auf sich zukommen lassen, verspürt diesbezüglich keinen Druck. Zumal die Truppe ohnehin den Heimweg nicht wie die Hintour per Kremser, sondern via Verladung auf einen Lastwagen bestreiten will. Der Grund dafür ist eine anstehende Familienfeier am Wochenende, zu der Hensel pünktlich zurück sein möchte.

Trinkwasser aus Gräben

30 bis 40 Kilometer pro Tag, das sei eine realistische Vorgabe, betont Hensel. Bei dieser Geschwindigkeit lägen die Pferde gut im Schritt. Für deren Stärkung wurden auf einem der beiden Wagen etwas Stroh und Säcke mit Kraftfutter untergebracht. Wasser zu speichern, lohne hingegen nicht. „Viele Pferde mögen kein Leitungswasser. Sie bevorzugen stattdessen Wasser aus Gräben und Flüssen“, berichtet der Klossaer. An diesem Verhalten orientieren sich auch seine Pferde.

Bleibt für ihn nur zu hoffen, dass sich auf der Reise keines der Tiere ernsthaft verletzt oder ein Hufeisen verliert. Doch davon, so der Treckführer, gehe er nicht aus. Sagt’s, grüßt ein letztes Mal mit seinem Strohhut und verschwindet am Ortsausgang von Klossa.

Quelle: www.mz-web.de


Pferdetag in Klossa Körbe aus Elsterweiden

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Immer wieder eine Augenweide, wenn die Zweispänner (hier in der Gruppe der Großpferde) über die Klossaer Hindernisbahn jagen (BILD: Mayer)

Klossa/MZ.

Unbestritten stellte das Hindernisfahren der Zwei- und Vierspänner am Nachmittag den Höhepunkt dar. Doch der mittlerweile achte Pferdetag in Klossa hatte weit mehr zu bieten. So lockte bereits am Sonntagvormittag der Tier- und Bauernmarkt zahlreiche interessierte Besucher auf das von hohen Bäumen beschattete weitläufige Areal in der Nähe des Dorfgemeinschaftshauses.

Gleich am Eingang wurden die Gäste nach der weitesten Anreise gefragt. Rekordverdächtige durften sich in entsprechende Listen einschreiben. Das taten auch Peter Päckert und seine Familie. Der frühere Jessener lebt inzwischen 23 Jahre in Pfaffenhofen in Bayern, hatte also runde 500 Kilometer zurückgelegt, um in seine alte Heimat zu gelangen. Doch für den Siegerpreis (eine Flasche Sekt) reichte das noch nicht. Bei der Auswertung gegen 16 Uhr wurde André Hackel aus der Nähe von Stuttgart mit beachtlichen 705 Kilometern die weiteste Anreise attestiert.

Udo Eichelbaum aus Mönchenhöfe präsentierte sich beim Bauernmarkt am Sonntagvormittag als Korbflechter. (BILD: Mayer)

Ein paar Schritte weiter konnte man, betreut von David Koppatz, für einen Euro Einsatz das Gewicht zweier ausgestellter Schafe schätzen. Wem dies bis auf die erste Stelle hinterm Komma genau gelang, durfte die Tiere am Ende des Tages, nach dem offiziellen Wiegen, mit nach Hause nehmen. Mario Katze, der gemeinsam mit Ina Hobritz das Kutschenrennen moderierte, hatte mit 34,7 Kilo auf die richtige Marke gesetzt. Die Spanne der abgegebenen Schätzungen reichte übrigens von fünf bis sage und schreibe 300 Kilogramm.

Ponyreiten. (BILD: Mayer)

Ein Plätzchen, an dem ihm die Sonne nichts anhaben konnte, hatte sich Hobby-Korbflechter Udo Eichelbaum aus Mönchenhöfe gesucht, um sein Handwerk zu präsentieren. „Ich verwende Elsterweiden“, sagte er gut gelaunt und schob zur allgemeinen Aufklärung nach: „Ich nenne sie so, weil sie an der Schwarzen Elster wachsen.“ Um das Jahr 2000 herum hat Udo Eichelbaum mit dem Körbe flechten begonnen. „Damals war ich gerade arbeitslos und da habe ich mir eine Beschäftigung gesucht. Mein Vater hat das schon gemacht. Von ihm habe ich mir ein bisschen was abgeguckt.“ Der Mönchenhöfer gibt allerdings zu, dass er sich erst ziemlich spät für diese ländliche Tradition - früher haben viele Bauern stets in den Wintermonaten Körbe geflochten - begeistern konnte.

Die Elfjährige Vanessa sang drei Lieder für die Besucher. (BILD: Mayer)

In seinem Metier noch einiges neuer ist allerdings Michael Puppe. Mit seiner Bienenzucht hat er erst in diesem Jahr begonnen. Acht Völker legte er sich zu. „Zum Üben“, wie er meinte. „Aber es macht schon Spaß.“ Auf dem Bauernmarkt bot er gemeinsam mit Tochter Liane und Ehefrau Sybille „Klossaer Blütenhonig“ an. Dafür fanden sich ebenso dankbare Abnehmer wie für das Pflaumenmus, das Holunderblüten- oder das Weintraubengelee. Als kleines Bildungsprogramm stellte Familie Puppe eine Wabe aus, die halb gefüllt war - „zur Anschauung für die Kinder“.

Ergebnisse

Das Hindernisfahren mit Pferdekutschen in Klossa am Sonntagnachmittag gliederte sich in drei Abteilungen: Ponys und Kleinpferde, Großpferde (jeweils als Zweispänner) sowie die Vierspänner. Dazwischen gab es immer wieder kleine Show-Blöcke, in denen zum Beispiel die Klossaer Sportfrauen Line-Dance zeigten oder Nachwuchstalent Vanessa Henkel drei Lieder zum Besten gab.

Bei den Kleinpferden, sie gingen zuerst auf den Parcours, traten acht Gespanne an. Den Sieg bei den Ponys holte sich Lena Hermann aus Brandis mit ihren Mini Shettys (einzige Starterin in dieser Kategorie). Platz eins bei den Kleinpferden sicherte sich Matthias Buhle aus Seehausen, gefolgt von Jürgen Pohle aus Doberlug-Kirchhain und Christoph Uwe aus Herzberg (alle mit Haflingern).

Neun Gespanne beteiligten sich am Wettbewerb der Großpferde. Ganz vorn landete Manuel Olitzsch aus Kleindröben (Rasse Freiberger). Die Plätze zwei und drei erkämpften sich Dirk Neumann aus Gräfendorf und Klaus Johl vom Mellensee (beide mit Schweren Warmblütern).

Vierspänner gab es nur drei. Am besten meisterte Thomas Hensel aus Klossa mit seinen Tieren die Hindernisbahn. Auf Rang zwei beendete Manuel Olitzsch (Kleindröben) den Tag und Christoph Uwe (Herzberg) wurde Dritter dieser imposanten Konkurrenz.

Quelle: www.mz-web.de


Landgut Elbeland in Axien "Baby" holt meiste Punkte bei Fohlenschau

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Die Jury (von rechts): Antje Lembke, Karsten Jendrosek (beide Pferdezuchtverband) und Jürgen Mahl (Zuchtverein Niederlausitz) (BILD: Thomas Christel)

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Bei der Fohlenschau in Axien am vergangenen Wochenende wurden fünf Championatsteilnehmer gekürt. Insgesamt zeigten die Züchter in Axien elf junge Pferde, acht davon waren Rheinisch-Deutsche Kaltblüter.
Axien/MZ.

Das „Baby“ unter den 2014er Nachwuchspferden, die bei der Fohlenschau auf dem Landgut Elbeland in Axien vorgestellt wurden, holte mit die meisten Punkte. Bei 26 Zählern wurde das erst am 11. Mai geborene Stutfohlen aus der Hella, Vater Udo, zum Siegertier des Rings der Rheinisch-Deutschen Kaltblüter gekürt. Dieser Rasse gehörte das Gros der präsentierten Fohlen an, allein das gastgebende Landgut war mit sechs solchen Pferdchen, alle weiblich, vertreten, eines davon das besagte „Baby“ der Konkurrenz.

Es holte nicht nur einen Pokal, sondern wurde auch zum Fohlenchampionat des zuständigen Pferdezuchtverbandes Sachsen-Thüringen delegiert. Diese Veranstaltung findet für den Zuchtbezirk Sachsen am 20. Juli in Kalkreuth bei Großenhain statt. Dort ebenfalls auflaufen werden der zweite 26-Punkter der Axiener Schau, das Hengstfohlen der Rasse Deutsches Part-Bred Shetland-Pony von Werner Wagenknecht aus Annaburg (geboren am 7. April), sowie die drei 25-Punkter.

Noch klein, aber mit 26 Punkten das beste Fohlen vom Axiener Landgut (BILD: Thomas Christel)

Dies sind ein Schweres-Warmblut-Hengstfohlen von Alwin Plenz aus Gehmen (geboren am 18. April), ein Rheinisch-Deutsches Kaltblut (geboren am 11. März, männlich) von Uwe Deutschmann aus Prettin und ein weiteres Rheinisch-Deutsches Kaltblut vom Landgut Elbeland, geboren am 16. Februar aus der Hanka. Vater ist hier abermals Udo, wie bei allen Axiener Nachkömmlingen des aktuellen Jahrgangs.

24 Punkte und damit wie bei den bereits genannten Tieren eine Prämierung gab es für ein Stutfohlen Schwarzwälder Kaltblut (geboren am 20. Februar) von Karlheinz Thiele aus Klossa sowie ein Rheinisch-Deutsches Kaltblut (geboren am 16. April) von Marcel Schallmea aus Drehnow.

Die maximalen Punkte, welche die Jury - sie bestand aus Antje Lembke (Geschäftsführerin des Pferdezuchtverbands Sachsen-Thüringen), Karsten Jendrosek (ebenfalls vom Zuchtverband) und Jürgen Mahl (Vorsitzender vom Zuchtverein Niederlausitz) - theoretisch vergeben kann, sind 30. Diese Summe gliedert sich in jeweils zehn höchstmögliche Zähler für den Rassetyp (rassecharakteristische Merkmale), die Korrektheit des Gebäudes (Körperbau) und die Bewegung, weshalb stets auch eine schnelle Runde zur Präsentation der Tiere gehört.

Insgesamt zeigten die Züchter in Axien elf junge Pferde, acht davon waren Rheinisch-Deutsche Kaltblüter. Antje Lembke dankte besonders dem Landgut Elbeland: „Das Rheinisch-Deutsche Kaltblut ist eine in der Existenz bedrohte Rasse. Es ist schön, dass sie an ihrer Zucht festhalten“, sagte sie bei der abschließenden Ehrenrunde der Kaltblüter-Konkurrenz. Anschließend bekam der Pferdenachwuchs Chips eingeimpft, was heute Standard und Pflicht zugleich ist. Freiwillig hingegen läuft das Brennen der Fohlen. Aber: „Die Halter der Kaltblüter lassen fast alle brennen“, bemerkte Antje Lembke.

Quelle: www.mz-web.de


Deichschau zum Hochwasserschutz Wildschweine wühlen am Elsterdamm

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An der Schwarzen Elster sind bei den Deichschauen in den vergangenen Tagen keine akuten Probleme zu Tage getreten. Kontrolliert wurde bislang von der Landesgrenze zu Brandenburg bei Arnsnesta bis zur Elsterbrücke in Jessen.
Jessen/MZ/GRO.

Bei den Deichschauen an der Schwarzen Elster in den vergangenen Tagen sind bislang keine akuten Probleme entdeckt worden. Darüber informierte Flussbereichsingenieur Jörg Herrmann vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) auf MZ-Nachfrage.

Kontrolliert wurde bislang von der Landesgrenze zu Brandenburg bei Arnsnesta bis zur Elsterbrücke in Jessen. In großen Bereichen, so bei Klossa und Mönchenhöfe, laufen derzeit Arbeiten zur Deichsanierung. In anderen Abschnitten wurden einige Schäden durch Wildschweine registriert, die an Dämmen gewühlt hatten.

Vermerkt wurde in den Protokollen auch, dass an Deichabschnitten der Bodenerosion entgegengewirkt werden muss und, wenn es wieder zulässig ist, Holzungsarbeiten auszuführen sind. Das betreffe Areale bei Löben und am Rückstaudeich bei Mönchenhöfe, informierte Herrmann.

Die letzte Deichschau an der Schwarzen Elster erfolgt am Montag. Los geht es um 9 Uhr an der Straßenbrücke in Jessen, kontrolliert wird der Bereich bis Gorsdorf.

 

Finsterwalde

10. April 2014, 02:36 Uhr

Dreieinhalb Lehrjahre machen den Unterschied aus

Bundeswehr verabschiedet in Doberlug-Kirchhain 15 Jungfacharbeiter und reicht 14 neue Ausbildungsverträge aus

Doberlug-Kirchhain 15 junge Kfz-Mechatroniker halten nach dreieinhalbjähriger Ausbildung bei der Bundeswehr in Doberlug-Kirchhain ihre Gesellenbriefe in der Hand. Vor wenigen Tagen wurde der Ausbildungsjahrgang 2010 feierlich verabschiedet.

Oberstleutnant Fegert (r.) gratuliert den jungen Kfz-Mechatronikern Christian Klick (l.) und Maik Köhler (2.v.l.) zum Facharbeiterbrief. Maik Köhler war der Beste seines Ausbildungsjahrgangs.

Foto: Heike Lehmann

Die Lehrjahre noch vor sich haben dagegen 14 Jungen und Mädchen, die am gleichen Tag ihre Ausbildungsverträge bekamen. Ab September werden auch sie das Einmaleins eines Kfz-Mechatronikers lernen.

Die 15 verabschiedeten Jungfacharbeiter reihen sich in die erfolgreiche Statistik der Doberlug-Kirchhainer Ausbildungswerkstatt ein. Olaf Kleinpaul, Leiter der Ausbildungswerkstatt, konstatiert: "Alle, die zur Prüfung angetreten sind, haben sie bestanden. Damit haben wir 258 Facharbeiter seit 1991 erfolgreich ausgebildet."

Die Jungfacharbeiter haben in feierlicher Atmosphäre im Doberlug-Kirchhainer Werk der Heeresinstandsetzungslogistik GmbH, auf dessen Gelände auch die Ausbildungswerkstatt steht und mit dem es eine enge Kooperation gibt, ihre Zeugnisse bekommen. Mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,67 haben sie die IHK-Prüfung im Februar abgelegt. Diese Zahl kommentiert Kleinpaul so: "Die Anforderungen an die Gesellen werden mit Recht immer höher." Fachliches Wissen und Fähigkeiten haben ihnen gute Ausbilder vermittelt. Die Theorie erlernten sie am Oberstufenzentrum Elbe-Elster, Abteilung II, in Elsterwerda.

"Junge, warum hast du nichts gelernt? / Guck dir den Dieter an, der hat sogar ein Auto / Warum gehst du nicht zu Onkel Werner in die Werkstatt?" – Christin Muschter singt kraftvoll den Hit von Die Ärzte. Sie wird auf der Gitarre begleitet von Chris Poller. Es hat Tradition, dass die Kreismusikschule Gebrüder Graun die feierliche Freisprechung bei der Bundeswehr umrahmt. Zu den Ehrengästen gehören die SPD-Landtagsabgeordnete Barbara Hackenschmidt, der Doberlug-Kirchhainer Bürgermeister Bodo Broszinski (FDP) und der Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums in Doberlug-Kirchhain Peter Schenck.

Die Festansprache hält Oberstleutnant Harry Fegert, Dezernatsleiter Werbung und Beratung im Karrierecenter Berlin. 31 Ausbildungswerkstätten der Bundeswehr sorgen für qualifizierten Nachwuchs, betont er. Damit sei die Bundeswehr einer der größten Ausbildungsbetriebe in Deutschland. Den jungen Gesellen gibt er mit auf den Weg: "Seien Sie mutig und entschlossen, haben Sie Vertrauen in sich und Ihre Fähigkeiten. Sie werden gebraucht."

Fünf junge Männer glänzten mit einem guten Prüfungsergebnis. Dazu gehören Christian Klick (20) aus Klossa, einem Ortsteil von Jessen in Sachsen-Anhalt, und der Jahrgangsbeste Maik Köhler (21) aus Trebendorf bei Forst (Spree-Neiße). Beide haben ihre Arbeitsplätze gefunden. Christian arbeitet bei einer Ford-Vertragswerkstatt in Jessen und Maik bei Motobike in Cottbus.

Die 14 Ausbildungsplätze im Jahr 2014 waren längst nicht nur in der Region gefragt. Auch aus Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und sogar fast bis nach Mecklenburg-Vorpommern kamen die Bewerbungen. 239 waren es insgesamt. 153 Bewerber wurden zum schriftlichen Test eingeladen. 61 nahmen am mündlichen Gespräch teil. Unter den 14 neuen Azubis sind wieder zwei junge Frauen.

Quelle: www.lr-online.de


Klossa bei Wittenberg Seniorin stirbt bei Feuer in ihrem Haus

Uhr | Aktualisiert 05.03.2014 20:57 Uhr

Schwarzer Rauch quillt aus dem Fenster des Hauses in Klossa bei Jessen. (BILD: Thomas Christel)

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Beim Brand eines Einfamilienhauses in Klossa bei Wittenberg ist am Mittwochmorgen eine 79-jährige Frau gestorben. Die Mitarbeiterin eines Pflegedienstes hatte den Brand gegen 6 Uhr bemerkt und die Feuerwehr alarmiert.
 
Klossa/MZ.

Für die Feuerwehrleute aus Klossa, Schweinitz, Jessen, Annaburg und Holzdorf ist die Mittwochnacht um 6 Uhr zu Ende. Wer zu dieser Zeit noch nicht auf ist, wird durch Sirene und Pieper jäh geweckt und zu einem dramatischen Wohnungsbrand nach Klossa gerufen. Insgesamt 49 Einsatzkräfte eilen mit ihren Fahrzeugen in den kleinen Ort. So die Bilanz nachher. Nur wenig später ist allerdings klar, dass der Brand ein Todesopfer fand. Die 79-jährige Bewohnerin des kleinen Hauses in der Klossaer Straße wird leblos in der Wohnung gefunden und aus dem Haus geborgen.

Die herbeigeeilte Notärztin unternimmt zwar Wiederbelebungsversuche. Sie bricht sie jedoch ohne Erfolg ab und kann nur noch den Tod feststellen.

Todesursache wird ermittelt

Eine Rauchgasvergiftung ist zunächst die naheliegende Ursachenvermutung in der Runde der Einsatzkräfte. Seit dem Nachmittag ist klar, dass dies genauer untersucht wird. „Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion der Leiche angeordnet“, erfährt die MZ auf Nachfrage von Steffen Kind aus der Presseabteilung der Polizeidirektion Ost. Von dort nehmen auch Fachleute des Kommissariats 2, das sich unter anderem mit Bränden und größeren Schadensereignissen befasst, die Ermittlungen zur Brandursache auf.

Die Bewohnerin „hätte im Juni ihren 80. Geburtstag gefeiert“, berichtet ihre Nichte Ingrid Schüler aus Herzberg, noch geschockt von dem tragischen Ereignis. „Die Einladungskarten waren schon verschickt.“ Die Seniorin, die das Haus bewohnte, war noch recht mobil. Zwar galt sie als leicht dement, „aber wenn sich ihr Zustand verschlechtert hätte, wäre sie ins Pflegeheim gezogen“, so ihre Nichte, die gleichzeitig die bestellte Betreuerin war. „Ich war jeden zweiten Tag hier.“ Eine zweite Nichte der Seniorin wohnt mit im Ort und schaute ebenfalls sogar jeden Tag nach ihr, bekundet sie. „Gas war abgeklemmt, an elektrische Küchengeräte musste sie nicht heran, die waren außerdem gesichert. Dreimal am Tag kam der Pflegedienst, machte Frühstück und Abendbrot“, so eine Nichte. Auch das Mittagessen bekam die betagte Dame ins Haus geliefert. „Sie war hin und wieder in unserem Dorfkrug“, erzählt dessen Wirt Egbert Uhde, der gleichzeitig der Feuerwehrchef im Ort ist. „Selten aß sie etwas, trank eine Brause, sprach mit dem einen oder anderen und ging dann wieder nach Hause. Insofern war sie auch noch gut orientiert.“ Als das Grundstück noch zur LPG gehörte, arbeitete sie genau hier im Stall.

Hund versteckt sich im Haus

„Hat jemand den Hund gesehen?“, fragt jemand aus dem Ort Einsatzkräfte, die gerade vor dem Haus stehen, aus dessen Fenster wenig zuvor noch Flammen und dicker Qualm schlugen. „Wir gehen nochmal rein“, entscheidet Stefan Ziehe - der Schweinitzer Wehrleiter ist mit seiner Truppe als Erster am Einsatzort und trägt daher die Verantwortung als Einsatzleiter. Einige Minuten später bringt einer der Feuerwehrmänner ein kleines, schwarzes „Wollknäuel“ aus dem Haus, das am ganzen Leibe zittert. Behutsam wird Mischlingshündin Susi gestreichelt und beruhigt, bis sie erschöpft erst einmal alle Viere auf der Wiese im Hof von sich streckte. Ingrid Schüler und ihr Mann nehmen den Hund zunächst mit in ihre Obhut.

Im Klossa im Landkreis Wittenberg brannte am Mittwochmorgen ein Wohnhaus. (BILD: Thomas Christel)

Die fast 80-jährige Bewohnerin konnte nur noch tot geborgen werden. (BILD: Thomas Christel)

Die Mischlingshündin der Frau konnte im Haus gefunden und gerettet werden. (BILD: Thomas Christel)

Kameraden von fünf Feuerwehren der Umgebung waren im Einsatz. (BILD: Thomas Christel)

Die Polizei nahm die Ermittlungen zur Brandursache auf. (BILD: Thomas Christel)

Das Haus in Klossa brannte fast vollständig aus. (BILD: Thomas Christel)

Quelle: www.mz-web.de


Tradition in Klossa und Mönchenhöfe Regenbogen überm Fluss

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Auf der Mönchenhöfer Seite sorgen diese Feuerwehrleute, hier mit „Rettungshund Winni“, für den Brückenschlag mittels Wasserstrahl zum Klossaer Elsterufer. (BILD: Evelyn Jochade)

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Klossaer und Mönchenhöfer haben sich am Sonntag zum alljährlichen Brückenschlag an der Schwarzen Elster getroffen. Bei der traditionellen Veranstaltung wurden Besucher mit einem zarten Regenbogen belohnt.
 
mönchenhöfe/klossa/MZ.

„Die Brücke ist uns nicht mehr so wichtig.“ Diese Aussage in Mönchenhöfe am Tag des alljährlichen Brückenschlags verwundert. Zumal am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein die heimische Feuerwehr wie seit Jahren mit dem Wasser aus ihrem Strahlrohr einen Bogen Richtung Klossaer Ufer schlug. Und die Klossaer taten es ihnen in die entgegengesetzte Richtung gleich. Ein wunderschönes Szenario, da sich in der Gischt ein zarter Regenbogen abbildete.

Die Klossaer hatten es sich im strahlenden Sonnenschein bei Bratwurst, Bier und sogar frisch geräucherter Forelle gemütlich gemacht. (BILD: Evelyn Jochade)

Eine Regenbogenbrücke also, über die jedoch niemand, auch nicht der achtjährige Leon, gehen mochte. Dieser hatte dafür aber eine plausible Erklärung: „Ich kann nicht auf dem Strahl balancieren, weil ich nicht so leicht bin, wie ich aussehe. Ich esse nämlich ganz viel.“ Wenn dem so ist, müsste doch umso dringlicher eine feste Brücke her oder sind die Mönchenhöfer es vielleicht leid, nur immer mit dieser Brückenschlag-Aktion an den alten Übergang zu erinnern? Ist ihnen die Hoffnung auf eine Lösung des leidigen Verbindungsproblems abhanden gekommen?

Sonnenbad und Forellenduft

Ihre Klossaer Nachbarn am anderen Ufer der Schwarzen Elster indes feierten ahnungslos von diesen Mönchenhöfer Überlegungen ihr Brückenschlagfest. An die 60 Personen hatten es sich in der Nähe des Wasserbogens an zahlreichen Tischen bequem gemacht und genossen nicht nur die warme Frühlingssonne. Es gab, wie in Mönchenhöfe auch, zünftige Bratwurst und natürlich Bier. Jedoch war am Rand des Geschehens ein kleines Räucheröfchen aufgestellt, aus dem die darin aufgehängten Forellen verführerisch dufteten. Gern hätten die spendierwilligen Klossaer den Königskindern auf der anderen Seite davon welche zukommen lassen, aber die Fische hatten partout keine Lust, rüber zu schwimmen. Und auf dem Strahl balancieren, wollte auch von den Klossaern niemand. Dabei war die Elster an diesem Tag richtig friedlich. Ganz anders als in den Junitagen des vergangenen Jahres.

Brücke noch immer auf dem Plan

Doch daran mochte sich am Sonntag weder auf der Klossaer noch auf der Mönchenhöfer Seite jemand erinnern. Obwohl, so recht hatten die Klossaer dem Wetter-Frieden nicht getraut und einen kleinen Regenschutz aufgestellt. Oder sollte das Dach gegen zu starke Sonne schützen? Es stand jedenfalls an der Einfahrt zum Damm-Verteidigungsweg, der in Klossa bereits mit widerstandsfähigem Pflaster versehen ist. Nicht so in Mönchenhöfe. Hier dauern die Arbeiten am Damm und Umgebung noch an, doch alle sind froh, dass endlich ernst gemacht wird mit dem Hochwasserschutz. Die Brücke zu ihren Klossaer Nachbarn wollen sie selbstverständlich noch. Anderslautende Aussagen am Sonntag waren wohl dem bevorstehenden Rosenmontag geschuldet. Aber es sind neue, nicht weniger berechtigte Forderungen unter der Regenbogenbrücke laut geworden.

Quelle: www.mz-web.de


Brauchtum Bunter Marsch durch Klossa

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Erste Zemperstation war das Grundstück von Thomas Hensel, der als Schäfer mit langem Stock und in Begleitung seines Harzer Fuchs-Rüden Manni selbstverständlich auch an dem Zug teilnahm. (BILD: Kunze)

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Eine 75-jährige Oma und ein zehn Monate junges Kind gehören zur Zemperschar. Wie lange so eine Zempertour durch Klossa dauert, weiß niemand vorher.
 
Klossa/MZ.

Das wollte sich diesmal kaum jemand entgehen lassen – Zempern in Klossa! Das lustige Treiben schwächelte in den letzten Jahren etwas. Und das musste sich ändern! Kurzerhand wurde David Koppatz zum Zemperchef ernannt. Er hielt die Fäden in der Hand und motivierte die Leute zum Mitmachen. Alles, was laufen konnte, war dabei; Altersbeschränkungen gab es keine. Jüngster Teilnehmer war mit zehn Monaten Oskar. Er kam mit seiner Mutter Xenia, die in Klossa aufgewachsen ist, aus Leipzig. Auch, um die Verwandtschaft zu treffen. Oskar staunte regelrecht Bauklötze, als er im Buggy, als Marienkäfer verkleidet, inmitten der lustigen Schar chauffiert wurde. Sehr gut drauf war auch Ingrid Herrmann. Sie war als Nonne gewandet, ist 75 Jahre, lebt in der Nähe von Bayreuth und freute sich auf ein Wiedersehen mit ihrer Tochter Marion in Klossa. Deren Schwester Ulrike aus Bethau war ebenfalls dabei, als süßes „Erdbeerfrüchtchen“ zog sie mit der Schar.

„Keine Sprechstunde“

Da war beinahe alles vertreten, ein bierdurstiger Eisbär in weißem Pelz, eine Brockenhexe, Marienkäfer, Clowns, Mönch, Musketier und diverse Tiere. Vorsorglich war auch ein Arzt dabei. Der machte aber mit einem Pappschild unmissverständlich darauf aufmerksam, dass er privat hier sei. „Heute keine Sprechstunde“, stand da deutlich geschrieben. Denn die Zemperleute waren ohnehin alle kerngesund und gut drauf. Chef David Koppatz war in ein schwarzes Krähenkostüm geschlüpft. „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“, lautete seine Devise. Aber wer sollte sich in einer so lustigen Runde schon streiten.

Alt und Jung beieinander: die 75-jährige Ingrid Herrmann aus Bayreuth und Oskar (zehn Monate) aus Leipzig. (BILD: Kunze)

Zum Sammeln wurde ins Dorfgemeinschaftshaus an der Rühlicke geblasen. Dort ging es von Beginn an hoch her. Mit Bier und diversen Schnapssorten wurde erst einmal „vorgeglüht“, bevor man sich auf den langen Marsch begab. Die Äußerung eines Anwesenden wurde sofort niederdiskutiert: „Wir bleiben hier und die Leute bringen uns alles vorbei.“ Er solle bloß nicht so faul sein, war die einhellige Gegenmeinung.

Ohne Zeitplan

Wie lange so eine Zempertour durch Klossa dauert, weiß niemand vorher. Es gibt keinen detaillierten „Fahrplan“. Da, wo es schön ist und gut schmeckt, bleibt man eben etwas länger. David Koppatz hatte dennoch eine salomonische Antwort auf die Frage parat: „So ein Umzug durch Klossa dauert eine Bierlänge.“ Basta!

Das Traumpaar schlechthin: Artur Klassen und seine Partnerin Nadine Müller aus Klossa. (BILD: Kunze)

Kaum 100 Meter gelaufen, war schon die erste Rast. Thomas Hensel wohnt hier. Er zog als Schäfer mit langem Mantel, Hut und Stock mit seinem Harzer Fuchs-Rüden Manni mit. Schafsdelikatessen gab es bei ihm zwar keine, dafür belegte Brötchen und Gurkenhäppchen. Eine gute Grundlage für eventuelle Reizungen durch „härtere Drogen“. Sein großer Karpfen im Teich vor dem Haus war angesichts des Trubels vorsorglich auf Tauchstation gegangen. Laut singend zog die Schar weiter. Immer wieder klapperte die Sammelbüchse, die sich langsam füllte. Und die Naturalien wurden in einem Kinderwagen verstaut. Das nächste Ziel wurde gezielt angesteuert.

In einer lauen Sommernacht...

„Zempern, das ist nicht nur was für uns Akteure. Viele Leute freuen sich, dass sie so viel Besuch bekommen und ausgiebig erzählt werden kann“, erläuterte David Koppatz die Philosophie der Klossaer Fastnacht. Das eingesammelte Geld wird gut verwahrt. In einer lauen Sommernacht soll es für eine weitere Fete eingesetzt werden. Dann gibt es garantiert noch immer viel vom Zempern zu erzählen.

Quelle: www.mz-web.de


Naturschutzbund Waches Gespür für Natur

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Den Nabu-Kalender, den sich hier Karin Blankenfeldt und Sabine Hirsch anschauen, können MZ-Leser gewinnen. (BILD: G. Zahn)

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Die Jessener Gebietsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) will Wasserbaumaßnahmen beobachten. Schon am nächsten Sonntag und ebenfalls im Februar und März sind die Mitglieder zudem mit der Wasservogelzählung beschäftigt.
Jessen/MZ.

Wer sich im neuen Jahr etwas intensiver mit den Befindlichkeiten der heimatlichen Natur beschäftigen möchte, hat in der Region beste Möglichkeiten hierzu. Der neue Arbeitsplan der Jessener Gebietsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) weist allein zwölf öffentliche Veranstaltungen aus, wovon die erste, die Neujahrswanderung , schon mit einer sehr guten Beteiligung abgehakt werden kann.

Hoffnung geschöpft

Bernd Simon, Vorsitzender der Nabu-Gebietsgruppe, bekundet zu Beginn der Jahreshauptversammlung im Jessener „Schützenhaus“: „Ich habe in der 35-köpfigen Gruppe auch neue Gesichter gesehen, die bisher noch nie dabei waren. So ein Auftakt macht Hoffnung für das neue Jahr, und vielleicht interessiert sich ja der eine oder andere Teilnehmer noch etwas mehr für unsere Arbeit. Wir sind immer offen für neue Mitglieder.“

Insgesamt 106 Mitglieder, inklusive der 20 langjährigen Stammmitglieder, zählt die Gruppe derzeit. Allerdings sind nur etwa zehn Aktivisten darunter, die nahezu alle Aktionen mitgestalten. „Diese Mengenverhältnisse sind aber bundesweit üblich. Alle anderen Naturfreunde unterstützen unsere Arbeit über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Immerhin sind Beitragsrückläufe aus dem Landesverband unsere Haupteinnahmequelle.“ Bedauerlich sei es deshalb, dass es im Vorjahr 13 Abgänge gab – durch Todesfälle, Umzug oder Austritte.

Mit Hinweis auf bevorstehende Aufgaben kündigen die Naturschützer an, weiterhin im „Diskussionsprozess Schwarze Elster“ mitzuwirken. „Wir werden die wasserbaulichen Maßnahmen genau beobachten. Bei allen Projekten müssen die Belange von Natur und Umwelt berücksichtigt werden, sonst wendet sich die Natur gegen uns“, lässt er wissen. Gegenüber der MZ wird Simon deutlicher: „Es kommt nicht immer darauf an, Schutzanlagen höher zu bauen. Die Rückverlegung von Dämmen bringt oft mehr Erfolg. Bestes Beispiel dafür ist der Notdamm, der während des Hochwassers im Vorjahr zwischen Schweinitz und Klossa errichtet wurde. Im Prinzip realisierten die Verantwortlichen das, was frühere Vorschläge beinhalteten: Polder zu schaffen. Die Praxis zeigt also, dass es funktioniert. Die Landwirte hatten dadurch Schaden, wofür es aber Entschädigung gibt. Durch diese Maßnahme wurde jedoch deutlich weniger Wasser weitergeleitet.“ Egal wie hoch der Pegel auch ist, die Naturschützer haben das ganze Jahr über einen Blick auf die hiesigen Gewässer.

Schon am nächsten Sonntag und ebenfalls im Februar und März sind die Mitglieder mit der Wasservogelzählung beschäftigt. Am 16. Februar wird diese verbunden mit einer öffentlichen Führung, die um 9 Uhr an der alten Fähre in Klöden beginnt.

Frühmorgens auf Achse

Für den April ist eine öffentliche Baumpflanzaktion angekündigt, und für den Monat Mai werden interessierte Bürger gleich zu mehreren Veranstaltungen eingeladen: Die Frühjahrsexkursion am 1. Mai führt zur „Graboer Elster und Neugrabenmündung“, vogelkundliche Morgenwanderungen gibt es am 4. in Jessen, am 11. in Gorsdorf, am 18. in Prettin und am 25. Mai in Annaburg. Dazu wird zeitnah genauer informiert. Höhepunkt im Juni dürfte die Storchenberingung sein. Allerdings müssen sich interessierte Teilnehmer aufgrund des hohen organisatorischen Aufwandes unbedingt vorher anmelden.

Weil die Obstsortenbestimmung im Rahmen des Hoffestes im Obsthof Zwicker eine riesige Resonanz fand, wird der Nabu im September ebenfalls wieder mit einem Pomologen vor Ort sein. Für den November ist ein öffentlicher Vortragsabend vorgesehen, dessen Thema aktuell festgelegt wird. Hervorragend angekommen sei auch die Nistkasten-Ausstellung im Rahmen der Präsentation der Annaburger Rassegeflügelzüchter im Herbst 2013: „Das war eine gute Sache, die gern wiederholt werden kann“, lässt Simon wissen.

Nabu-Arbeit beruht zum großen Teil auf einem guten Gespür für die Natur, setzt andererseits aber auch fundierte Kenntnisse über die Flora und Fauna voraus. Deshalb stehen mehrere Fachgruppenabende im Bereich Ornithologie im Arbeitsplan, ebenso eine Schulungsfahrt, deren konkretes Ziel noch zu bestimmen ist.

Quelle:- www.mz-web.de


Durch Natur und Historie

 

FEUERWEHR Klossaer Kameraden sind zu Gast in Domsdorf und Wahrenbrück.

 

Durch Natur und Historie

 

VON EVELYN JOCHADE

 

KLOSSA/MZ - Was ist unter Feuerwehrkameraden am wichtigsten? Natürlich das gegenseitige Verstehen, die Kommunikation und der Zusammenhalt der Truppe. All das pflegen die Klossaer einmal im Jahr in ganz besonderer Weise. Sie suchen sich ein Ziel in der näheren oder weiteren Umgebung, welches sie besuchen wollen. Diese Gemeinschaftserlebnisse schweißen zusammen, sei es die Besichtigung des Flughafens Leipzig-Halle oder der Ausflug nach Stralsund. Diesmal hatten die Klossaer, um ihren Wehrleiter Egbert Uhde, sich ein Reiseziel ganz um die Ecke ausgesucht. Per Bus sollte es in den kleinen Spreewald gehen.

 

Ausgefeilte Technik

 

Bevor jedoch in Wahrenbrück der Kahn bestiegen werden konnte, machten die Elf erst einmal einen Abstecher nach Domsdorf in die älteste Brikettfabrik Europas. Helmut Schorm führte durch die "Louise", die mit lautem Rollen und Stampfen ihre über 100-jährige Geschichte nachwies. Beeindruckend, so die Teilnehmer, wie ausgefeilt die Technik bereits in diesen Zeiten war. Wuchtig drehten sich die Schwungräder und die Feuerwehrleute glaubten Schorm sofort, als er sagte:" Hier erkannte man niemanden. Alle waren schwarz und hatten einen gelben Helm auf."

 

Diese Aussage konnte Elke Globig nur bestätigen, die in Schwarze Pumpe gelernt hatte. Sie erzählte, dass sie als Lehrling auf die Schräge hoch musste, um von der Rohkohle Proben zu nehmen. "Damals war nichts gemauert, nur Metallstreben, und man konnte genau sehen, wie hoch man über dem Boden war".

 

Kesselgulasch zur Stärkung

 

Mit einer großen Portion Hochachtung vor der Arbeit der Altvorderen verließen die Klossaer das heutige Technische Denkmal, jedoch nicht, ohne sich dort noch mit einem zünftigen Kesselgulasch zu stärken. Das Wetter, welches bislang mitgespielt hatte, trübte sich derweil zusehends ein und einige Regentropfen ließen Schlimmeres erahnen. Doch Petrus schien ein Herz für die Kameraden zu haben und drehte den Hahn wieder zu. So konnten die Klossaer ihre Bootsausfahrt bei Kaffee und Kuchen genießen. Doch nicht alle.

 

Für Gisela Wiese beispielsweise schwankte der Kahn doch bedenklich und selbst die Versicherung ihrer männlichen Kameraden, sie zu retten, falls sie ins Wasser fiele, beruhigte sie nicht sonderlich. Erst der Spruch von Helga Gronewold, wer hier ersäuft, ist nur zu faul zum Aufstehen, und dessen Bestätigung durch den Fährmann Eckhard Wagner zeigten ein wenig Wirkung. Letzterer hatte viel zu berichten. Über die Natur und die Landschaft ringsherum. Dabei sahen die Kahnfahrer eines selbst: Fast jeder Baum am Ufer der Kleinen Elster war angenagt, einige bereits abgestorben, andere hatten noch einmal ausgetrieben. Aber ohne ihre schützende Rinde werden sie, so Wagner, den nächsten Winter nicht überstehen.

 

Die Tiere, deren Werk das ist, machten sich an diesem Tag ausgesprochen rar. Nur ihre Rutschen ins Wasser waren vom Boot aus zu bewundern. Zu viele Biber hätten sich hier niedergelassen, konstatierte der Fährmann. Aber was solle man machen, meinte er achselzuckend. Der Naturschutz...

 

Familie bewahrt Erbe

 

Nach dem Ausbooten, das Gisela Wiese wieder die Schweißperlen auf die Stirn trieb, spazierten die Klossaer durch den sehr gepflegten Park zur alten Mühle. Während einer kurzen Führung erzählte Marleen Mirbach, Tochter von Heinz Ludwig, dem letzten Müller, die Geschichte der einstigen Wassermühle und deren Arbeitsweise. Die Familie erhält diese Anlagen aus eigener Kraft, was den Besuchern aus Sachsen-Anhalt alle Achtung abnötigte.

 

"Man konnte genau sehen, wie hoch man überm Boden war."

 

Elke Globig

 

einst Schwarze-Pumpe-Lehrling

 

SEHENSWÜRDIGKEITEN

Historische Technik war noch bis in die 1990er Jahre in Betrieb

Die Brikettfabrik Louise war von 1882 bis 1991 in Betrieb. Angetrieben zunächst mit Dampfkraft, später elektrifiziert. 60 Prozent Feuchtigkeit hatte die dort geförderte Kohle, die bis 1908 sogar auf 400 Hektar im Tiefbau gefördert wurde. Hohlräume von damals sind immer noch vorhanden. 2012 brach ein Pilzsucher fast in einen solchen ein. Acht Meter war das entstandene Loch. 17 bis 50 Millionen Jahre alt war die Kohle, die bis nach der Wende hier im Tagebau gewonnen wurde. Die komplett erhaltene Brikettfabrik Louise mit ihren elf Kesseln, vier Röhrentrocknern und unzähligen anderen Maschinen und Geräten stand 16 Jahre still. Erst dann begann eine schrittweise Sanierung zum Technischen Denkmal, dessen 68 Meter hoher Schornstein weithin sichtbar von deren Erfolg kündet.

Eine Mühle gab es schon im 13. Jahrhundert am Flusslauf der Kleinen Elster in Wahrenbrück. Bis ins Jahr 1920 hinein wurde sie ausschließlich als Wassermühle betrieben. Dann wurden 25-kW-Aggregate eingebaut. Um effektiv produzieren zu können, musste der Müller mindestens 20 Zentner Korn einfüllen können. Die Mühle, durch die Marleen Mirbach jetzt Besucher führt, ist eine Sechs-Gang-Mühle. Ihr Vater Heinz Ludwig war der letzter Müller in Wahrenbrück. Er nahm es auch mit der Sauberkeit sehr genau. Deshalb ist eine Sack-ausklopf-Maschine in der Mühle zu bewundern. Noch bis Mitte der 90er Jahre setzte Heinz Ludwig das Mahlwerk an Wochenenden in Gang und schrotete. Dann hörte man des Öfteren auch den alten Müllergruß: Glück zu! EJO

 

Viel gelernt und noch mehr gesehen: auf dem fröhlichen Ausflugskahn mit Fährmann.FOTO: E. JOCHADE

Quelle: MZ 2013


Treffen Magische Anziehungskraft

27.08.2013 19:45 Uhr

Matthias Plath aus Holzdorf mit seinem Chopper, daneben der Chevrolet Camara von Sohn Stefan. (BILD: Kunze)

Von Hans-Dieter Kunze
36 Oldie-Liebhaber kommen mit Zwei- und Vierrädern nach Mönchenhöfe. Höhepunkt sind die Ausfahrten der Gefährte am Samstagnachmittag. Die große Tour führt über Schweinitz, Jessen, Löben und Klossa zurück nach Mönchenhöfe.
 
Mönchenhöfe/MZ.

Historische Fahrzeuge haben nach wie vor eine scheinbar magische Anziehungskraft. Zum einen auf die stolzen Besitzer, die sie mit viel Liebe zum Detail, ungezählten Freizeitstunden und nicht unerheblichem finanziellen Aufwand „aufmöbeln“ sowie hegen und pflegen, zum anderen auf die Besucher, die sie fasziniert begutachten und umkreisen. Trotz eines scheinbaren Überangebots – es gab in diesem Jahr unter anderem schon das Treffen der Simson-Fahrer und der IFA-Freunde Jessen in Mügeln, das Hoffest in Rade mit Fahrzeugschau, das Lanz-Bulldog- und Traktortreffen in Axien sowie den traditionellen „Eagle Summer“ der Zweiradfreaks in Mügeln - ist das Interesse groß. Immerhin kamen 36 Lenker mit zwei- und vierrädrigen Gefährten zum Dorffest nach Mönchenhöfe.

„Wir wollten es einfach versuchen und hatten Erfolg“, erklärte Torsten Kösterke vom Heimatverein Mönchenhöfe. Fein herausgeputzt, chrom- und lackglänzend, blubbernd oder in höchsten Tönen tourend fuhren sie auf das Freizeitgelände, wurden in einer großen, offenen Halle oder unter freiem Himmel abgestellt. Bei der Parade konnten sie, fachgemäß erläutert, begutachtet werden.

Höhepunkt waren Ausfahrten am Samstagnachmittag. Die große Tour führte über Schweinitz, Jessen, Löben und Klossa zurück nach Mönchenhöfe. Pkw, Mopeds und Motorräder nahmen daran teil. Eine kürzere Strecke war für Traktoren und andere langsamere Fahrzeuge konzipiert. Es ging bis nach Holzdorf und über Löben zurück auf den Festplatz nahe der Schwarzen Elster. Fast alle Fahrzeuge waren dabei. Allerdings, so Torsten Kösterke, sie mussten eine gültige Zulassung haben. Denn auf eine Polizeieskorte der beiden Kolonnen wurde verzichtet.

Aus Annaburg war ein „Dreigestirn“ auf jeweils zwei Rädern angereist. Sie treffen sich öfter zu gemeinsamen Ausflügen. Hans-Jörg Griesa fährt eine tschechische Jawa, Baujahr 1962. Die zweizylindrige Maschine mit 350 Kubikzentimetern Hubraum, 26 PS stark und bis zu 130 Stundenkilometer schnell, hatte zu DDR-Zeiten Kultstatus und war – für viele unerfüllbar – der Traum zahlreicher Motorradfreunde. „Da, eine Dreifünfer“, leuchteten so manche Augen, wenn die schnittige und schnelle Maschine mit ihrem unverwechselbaren Sound vorbei gedüst kam. Hans-Jörg Griesa konnte sich damals, in jungen Jahren, seinen Jugendtraum verwirklichen und spulte so manche Strecke ab. 1991 legte er die Jawa still. Jahrelang stand sie in einem Schuppen, bis er kürzlich wieder auf den Geschmack kam und die Maschine noch mal flott machte. Viel zu schrauben gab es dank guter Pflege nicht. Beinahe alles ist noch im Originalzustand. Nur die Zündung wurde auf eine elektronische umgerüstet. Kein Problem, Hans-Jörg Griesa ist Meister des Elektro-Faches.

Der Zweite im Bunde ist Horst Albrecht. Er schwört auf seine AwO 425/T. Sie wurde 1960 in Eisenach produziert und bringt es auf zwölf PS. Das auch Touren-Awo genannte Zweirad hatte als einziger DDR-Motorradtyp einen Viertaktmotor. Parallel dazu wurde die so genannte Sport-Awo montiert, die Produktion wurde jedoch eingestellt und durch MZ-Motorräder mit Zweitakter ersetzt.

Auf den Awo-Geschmack kam Horst Albrecht durch seinen Beruf. Er war Elektromonteur und arbeitete beim ehemaligen VEB Energieversorgung Falkenberg. Als „Dienstwagen“ fuhr er eine Awo mit Seitenwagen, in dem Werkzeug und Material verstaut wurden. „Jetzt habe ich meinen Traum wahr gemacht“, erzählt er schmunzelnd. Auch die Touren-Awo ist im Originalzustand.

Heinz Uhlitzsch, ebenfalls ein Anaburger, kann sich auch im fortgeschrittenen Alter nicht von seiner MZ TS 150, Baujahr 1978, trennen. Er hält die Maschine in Schuss und sie war bisher immer zuverlässig, wie er stolz sagte.

Wesentlich älter als ihr 20-jähriger Besitzer Christian Klick aus Klossa ist sein Motorrad, eine DKW RT aus dem Jahre 1952. Er ist fasziniert von dieser Technik, obwohl der 125-Kubikzentimeter-Motor gerade mal fünf PS ans Hinterrad bringt. Immerhin ist alles noch original und der TÜV schaut regelmäßig nach der Verkehrs- und Betriebssicherheit.

Eine echte Rarität besitzt Matthias Plath aus Holzdorf. Es ist eine AME K 6, der erste in Deutschland von 1977 bis 1980 produzierte Chopper. Das Zweirad hat seinen Ursprung in einer Kawasaki. Sein Sohn Stefan ist ebenfalls ein Oldtimer-Freak, fährt aber lieber auf vier Rädern. Ein Chevrolet Camara, Baujahr 1978, ist sein ganzer Stolz.

Der Ami-Schlitten mit unendlich langer Schnauze hat einen weiten Weg hinter sich. Über den „großen Teich“ geschifft, landete er zunächst in Bayern, dann dank Internet in Holzdorf. Allerdings ist der Camara nicht nur ein Produkt aus Zeiten des „Kalten Krieges“, sondern rollender Beweis dafür, dass Sprit im Ami-Land einmal spottbillig war. Denn der V-8-Motor mit 5,7 Litern Hubraum ist äußerst durstig, 26 Liter Sprit auf 100 Kilometer schluckt er locker weg. Egal, was zählt, ist der Spaß und bis Mönchenhöfe ist es ja nur ein Katzensprung. Das sagten sich wohl alle Oldie-Liebhaber. Wären sie sonst so zahlreich erschienen?

Quelle: www.mz-web.de


Strasse

Sperrung bleibt noch

15.07.2013 22:21 Uhr
Bis die Deichbruchstelle endgültig wieder verschlossen ist, wird, wie Jessens Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU) bereits öfter informierte, der Notdamm entlang der Landstraße bis zum Abzweig Klossa erhalten bleiben. Erst wenn die Gefahr gebannt ist, dass ein neuerliches Hochwasser diesen Bereich belasten könnte, werde der knapp 50 Zentimeter hohe Damm aus Sand und Folie abgebaut. Erst dann könne auch die Straße von der Elsterbrücke in Richtung Annaburg wieder freigegeben werden. Am Vormittag des 6. Juni, es war ein Donnerstag, hatte der Deich gegenüber dem früheren Altenheim im Schweinitzer Dörfchen dem Wasserdruck nachgegeben (Wasserstand damals 2,96 Meter am Pegel Löben).
 

Faule Zwerge suchen Arbeit

Klossaer feiern Dorffest Sieg über das Hochwasser

08.07.2013 20:26 Uhr

Die Bernhardinerhündin Lotte, ausgeliehen von der Familie Mehlis, war der Star der Landarztszene während des Heimatabends in Klossa. (BILD: Evelyn Jochade)

Von Evelyn Jochade
Die Klossaer feierten am Freitag ein ausgelassenes Dorffest und den Sieg über das Hochwasser der Schwarzen Elster. Ganz Klossa schien an diesem Abend auf den Beinen zu sein.
Klossa/MZ.

Irgendwie war die Atmosphäre am Freitagabend eine besondere. Zwar sind die Klossaer nicht dafür bekannt, Trübsal zu blasen, aber die Menschen schienen noch gelöster als sonst. Kein Wunder, ist es doch erst ein paar Tage her, dass sie gemeinsam mit über 200 Helfern durch die Errichtung eines Notdamms gegen das anstürmende Hochwasser einen erneuten Untergang ihrer Dorfgemeinschaft verhindern konnten.

Da ist es verständlich, dass die Einwohner des zu Jessen gehörenden Dorfes, das direkt an die Schwarze Elster grenzt, endlich mal ausgelassen feiern wollten. Dass sie das können, haben sie ja schon öfter bewiesen.

Es schien an diesem Abend ganz Klossa auf den Beinen zu sein. Die, die sich noch nicht in den Umzug durch das Dorf eingereiht hatten, standen vor ihren Hoftoren und warteten. Klossa ist nicht sonderlich groß. Es besteht im Wesentlichen aus der Hauptstraße. So konnten alle vernehmen, als der Umzug losmarschierte. Hauptsächlich lag das an den kräftigen Rhythmen des Spielmannszuges aus Schweinitz, der mit seinen Cheerleadern vornweg perfekte grün-weiße Stimmung machte.

Vorfreude auf neues Programm

Im Festzelt angekommen, dauerte es nicht lange, bis draußen auf dem Festplatz seltsame Gestalten sich zu schaffen machten. Doch die Klossaer sind solcherlei Machenschaften zum Heimatabend gewöhnt. Ja, sie sind sogar ein wenig verwöhnt, denn jedes Jahr kommt ein neues Programm zur Aufführung. So auch am Freitag. Zuallererst und das schon traditionell rief Ina Hensel, die professionell und locker durch das Programm führte, alle anwesenden Kinder nach vorn auf die Bühne. Beim Lied „Von Kopf bis Fuß“ hüpften und tanzten sie voller Lebenslust und steckten damit das Publikum an. Als dann der Landarzt Bodo (Weber) und seine Krankenschwester Helga (Gronewold) wieder auftauchten, bebte das gut besuchte Zelt. Beide hatten bereits während des Heimatabends 2012 mit ihren Behandlungen dafür gesorgt, dass sich die Klossaer seither dreimal überlegen, ob sie ihr Leben einem Arzt anvertrauen. 

„Bei Schmerzen im Genick missen sie zum Genickologen.“ Frau Pospischil half mit ihren Ratschlägen Frau Havlichek bei der Arztsuche. (BILD: Evelyn Jochade)

Doch diesmal war alles anders. Ein Notfall kam in die Praxis. Der Mann mit dem blutüberströmten Arm lief zwar noch auf seinen eigenen Beinen herein, aber es dauerte nicht lange, da stellte der zum Professor avancierte Kurpfuscher den Tod des Patienten fest. Zuvor hatte er allerlei Therapien anwenden wollen, die seine Assistentin Helga zum Glück verhindern konnte. Beide waren sich allerdings einig, dass bei dieser Krankheit nur Schwester Lotte helfen könne. Diese trottete dann auch prompt herein und es stellte sich heraus, es war ein Bernhardiner mit einem Fässchen um den Hals. Leider war die Dosis für den Armverletzten etwas zu hoch und so verschied er. Wahrscheinlich an Alkoholvergiftung. Was den Professor nicht reute. Der meinte nur: „Na, da kann ich ja den Rest Schnaps selber trinken“. Woran es wohl lag, dass das tödliche Duo an diesem Abend keinen neuen Patienten fand? Die Sportfrauen tanzten anschließend die „schrecklichen“ Erlebnisse im Line-Dance-Stil gleichsam weg und das Programm nahm seinen Lauf. Mit Medizin hatten aber fast alle folgenden Programmpunkte etwas zu tun. Sowohl bei dem Zwiegespräch zweier Frauen (Frau Pospischil alias Jenny Katze und Frau Havlichek alias Ute Klick) über ihre Gebrechen als auch beim Auftritt der Klossaer Elstersänger unter Leitung von Bernd Scheibe. Diese sangen neben dem Klossaer Heimatlied die Herz-Schmerz-Polka.

Rotkäppchen wird ausgeliefert

So gar nicht krank waren die Herren (Thomas, Christian, Marcus, Ronny, Sven, Mario und Stefan), die dann das Festzelt betraten. Nur eben ein wenig faul, obwohl als „Sieben Zwerge auf Arbeitssuche“ angekündigt. Aber was war das? Kaum kam ein Zwerg einer Arbeit zu nahe, da flüchtete er zurück zu den anderen. So ließen sie Frau Holle auf ihren Kissen sitzen, die Hexe von Hänsel und Gretel im Stich, deren Backofen nicht funktionierte, die Großmutter von Rotkäppchen lieferten sie dem Wolf aus und sogar die schöne Rapunzel befreiten sie nicht aus ihrem Turm. Diesem Zwerg war das Hochklettern zu viel. Erst in der Kneipe, da „arbeiteten“ sich alle Sieben beim Bier trinken warm.

Ein Hoch auf alle Helfer

Zu später Stunde kam es dann doch noch mal zur Sprache, das Hochwasser. Die so genannten „Klatschweiber von Klossa“ (Ina Hobritz, Edith Trojandt und Karin Putensen), die sich gern über dieses und jenes Ereignis ihres Heimatdorfes auslassen und dabei das ein oder andere Fläschchen leeren, ließen alle die hoch leben, die Klossa bei der Flut beigestanden hatten. Zuerst prosteten sie auf alle Fluthelfer und dann noch einmal auf jeden einzelnen, so dass sich die Flaschen zusehends leerten und die Damen bei Klatsch und Tratsch so richtig in Fahrt kamen.

Quelle: www.mz-web.de


Landwirtschaft

Auftakt in der Kornkammer

08.07.2013 20:09 Uhr

In der Agrargenossenschaft Holzdorf wurde am Montag der Erntestart vollzogen. Zuerst kommt die Wintergerste vom Halm. (BILD: Frank Grommisch)

Von Frank Grommisch und Detlef Mayer
 
Holzdorfs Bauern ernten Getreide, andere stehen kurz davor. Wenn alles gut läuft, dann wollen die Holzdorfer bereits in zwei bis drei Tagen die Ernte der Wintergerste gemeistert haben.
Holzdorf/Mügeln/MZ.

Der Start ist vollzogen. Am Montag gegen 11 Uhr hat in der Agrargenossenschaft Holzdorf die Getreideernte begonnen. Zuerst kommt die Wintergerste unter die Mähwerke. Es sei zunächst langsam angelaufen, sagt Vorstandsvorsitzender Karlheinz Thiele. Es müsse sich halt erst alles einspielen. Aber am Nachmittag geht es in der „Kornkammer der Agrargenossenschaft“, wie Thiele die Felder zwischen Schweinitz und Kleinkorga bezeichnet, rund. Drei Mähdrescher ziehen auf einem etwa 100 Hektar großen Schlag ihre Bahnen. Traktoren mit Anhängern zum Abfahren des Getreides stehen bereit. Und eine Zugmaschine mit Scheibenegge bricht ab und an Stoppelreihen um, aus Sicherheitsgründen. An diesen Streifen sollen bei einem eventuellen Brand die Flammen gestoppt werden.

Wenn alles gut läuft, dann wollen die Holzdorfer bereits in zwei bis drei Tagen die Ernte der Wintergerste gemeistert haben. „145 Hektar haben wir.“ Die Nachbarn der Holzdorfer Agrargenossenschaft warten noch etwas ab.

Beregnung im Einsatz

Eine regionale Besonderheit hat die Glücksburg Agrar e.G. Dixförda/Mügeln zu bieten: Ihre Wintergerste ist komplett unter Beregnung herangewachsen. Aber nicht nur deshalb erwarte man einen sehr ordentlichen Ertrag - beim Korn wie beim Stroh, sagt Thomas Rothe, auch sonst seien die Bedingungen fürs Getreide bislang recht gut gewesen. Der Feldbauverantwortliche der Genossenschaft, er ist auch Vorstandsmitglied, rechnet damit, dass die Ernte Mitte bis Ende nächster Woche beginnen werde. Bei der Glücksburg Agrar e.G. gedeihen auf 209 Hektar Gerste und auf 608 Hektar Winterroggen. Letzterer könne sicher nicht vor dem 25. Juli gedroschen werden. Vom Roggen habe man übrigens ebenfalls ein Drittel unter Beregnung heranwachsen lassen, zwei Drittel jedoch ohne. Grundsätzlich meint Thomas Rothe aus seinen Erfahrungen heraus: „Wenn eine gute Ernte ins Haus steht, wird es meist auch eine etwas spätere Ernte.“ So habe sein Unternehmen in nicht so fetten Jahren manchmal schon Ende Juni/Anfang Juli mit dem Dreschen der Gerste angefangen. Und der Roggen, der diesmal erst Anfang August richtig reif sein dürfte, sei in Jahren der Notreife schon mal um den 20. Juli vom Halm geholt worden. Natürlich hänge der konkrete Ernteverlauf stets von der Witterung ab, das bleibe auch in diesem Jahr die ausschlaggebende Komponente. Eingebracht wird das Getreide bei der Glücksburg Agra e.G. mit einem firmeneigenen Mähdrescher und einem gemieteten, den man aber mit eigenem Personal besetzt.

Sorge um Verkaufserlöse

„Das Getreide steht gut“, da stimmt Jens Fromm, Geschäftsführer der Seydaland Vereinigte Agrarbetriebe GmbH & Co. KG, mit seinem Kollegen in Dixförda überein. „Wir erwarten eine ansprechende Menge.“ Er macht allerdings sofort auf die Kehrseite der Medaille aufmerksam: „Eine gute Ernte hat natürlich den Nachteil, dass die Getreidepreise in den Keller fallen.“

Gerste hat das Seydaer Landwirtschaftsunternehmen auf 560 Hektar zu stehen. Auf etwa 60 Hektar davon ist sie verloren, das ist der jüngsten Flut, konkret dem Deichbruch an der Schwarzen Elster bei Gorsdorf/Ruhlsdorf zuzuschreiben. Die erste Gerste will man Mittwoch oder Donnerstag dreschen, übrigens ausschließlich mit eigener Technik. Insgesamt kann Jens Fromm bei Seydaland - einschließlich Raps - auf eine Druschfläche von 3 500 Hektar verweisen. Nach der ersten Wintergerste gebe es sicher noch mal eine Lücke von einer Woche, blickt der Geschäftsführer auf die Ernteabfolge voraus. „Anfang August geht’s dann richtig los.“ Er hofft nun, dass das Wetter mitspielt und die Ernte sauber vom Halm kommt.

In Nachbarschaft der Gerste prüft Karlheinz Thiele die Erntereife des Roggens. 14 Tage muss hier wohl noch gewartet werden. (BILD: Frank Grommisch)

In viel stärkerem Maß vom jüngsten Hochwasser überschattet als bei den Seydaern wird das Erntegeschehen bei der Aue Agrar e.G. Prettin. „In der Elbaue haben wir jede Menge Schaden genommen durch die Flut“, fasst Vorstandsvorsitzender Thomas Frodl zusammen. „200 Hektar haben über 14 Tage unter Wasser gestanden. Die Pflanzen sterben ab und es stinkt wie die Pest.“ Betroffen sind davon Gerste-Bestände, Weizen und Raps.

850 Hektar hat die Prettiner Landwirtschaftsgenossenschaft insgesamt mit Getreide bestellt, darunter gibt es nur 100 Hektar, von denen demnächst Wintergerste eingefahren werden soll. „Anfang nächster Woche werden wir loslegen“, sagt Thomas Frodl. „Alles andere ist noch nicht reif, da haben wir noch eine Weile Ruhe.“

Schaden größer als geschätzt

Das denkt auch Karlheinz Thiele beim Roggen. Da werde es noch etwa 14 Tage dauern. Ein Problem ist das nicht. Zwischendurch sind wahrscheinlich die Erbsen zu ernten. Und zwischendrin soll der zweite Grünlandschnitt eingebracht werden. „Wir wollen ihn als Grundfutter für unsere Tiere sichern.“ Auch das Stroh wird von den Feldern hereingeholt. Sicher ist sicher, man wisse nicht, wie sich die Futtersituation entwickele. Bislang konnten etliche Wiesen wegen des Hochwassers nicht befahren werden. Überhaupt, so hat sich herausgestellt, die Schäden auf Äckern durch Wasser sind größer als in ersten Schätzungen angenommen, vor allem natürlich in der Nähe des Dammbruchs bei Schweinitz. Hier ist der Raps zu 95 und der Roggen zu 60 Prozent verloren.

Auf anderen Flächen, etwa mit Mais, wird bereits wieder Wasser gebraucht. So kurios sei das, merkt Thiele an. Spätestens heute müssen Beregnungsanlagen in Gang gesetzt werden.

Quelle: www.mz-web.de


Familienfest

Neuerstadt speckt ab

12.06.2013 10:04 Uhr

Es sind mehr als sieben Zwerge, die in Neuerstadt leben. Alle wollten am Kinderprogramm teilnehmen. (BILD: Jochade)

Von Evelyn Jochade
Die Kinder geben beim Familienfest in Neuerstadt den Ton an und sorgen für Unterhaltung. Aufgrund des Hochwassers fand das Fest in einem kleineren Rahmen statt.
Neuerstadt/MZ.

Nicht dass die Neuerstädter das Abspecken nötig hätten. Aber, so sagten sie sich vor ihrem Dorffest, wenn alle ringsum gegen das Hochwasser kämpfen, können wir hier nicht unbeschwert feiern. Voller Mitgefühl blickten sie auf die betroffenen Regionen und Menschen. Dabei bekamen sie manche Information aus erster Hand, denn die örtliche Feuerwehr war als Fluthelfer im Einsatz. So entschlossen sich die Neuerstädter, ihr Dorffest in ein kleines Familienfest umzuwandeln.

Vom Einsatz zur Radtour

Ausfallen lassen wollten sie es nicht. Die Kinder hatten sich so sehr darauf gefreut und sogar ein Programm vorbereitet. Auch die obligatorische Radtour am Freitagabend fand statt. Wie Henry Fritzsche berichtete, waren die Feuerwehrleute am Morgen gegen neun alarmiert worden und erst 15.30 Uhr zurück. Da reichte die Zeit gerade mal für Kaffee und eine Dusche, dann ging es 18 Uhr auf die Räder. Das war Ehrensache. Da zählte nicht, dass die Einsätze der letzten Tage in Löben, Klossa und Mönchenhöfe ziemlich an den Kräften gezehrt hatten. Über Stolzenhain und Schönewalde ging es nach Ahlsdorf, wo eine Rast eingelegt wurde, und dann zurück. Der Samstag startete am Nachmittag, so hieß, es mit dem Rentner-Kaffeetrinken. Doch davon konnte eigentlich keine Rede sein. Reichlich junge Leute mit Kind und Kegel wollten sich die süßen Leckereien nicht entgehen lassen. So Jens Lehmann, derzeit in einer Umschulung zum Technischen Produktdesigner in Staßfurt: „Gut, dass das Heimatfest nicht ganz ins Wasser gefallen ist. Das ist doch Tradition und ich treffe hier Leute, die ich lange nicht gesehen habe“, freute sich der 26-Jährige. Der Kuchen ging indes weg, wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln und die Frauen hinter den Verkaufstischen konnten gar nicht so schnell herausgeben, wie verlangt wurde. Selten, dass nur ein Stück auf dem Teller landete. Und während draußen noch Spiele Marke Eigenbau für die Größeren aufgebaut wurden, entfaltete sich auf der Wiese am Teich eine Riesenkuh als Hüpfburg für die Kleineren.

Doch die hatten jetzt noch keine Zeit, in dem bunten Rindvieh herumzuspringen. Auf sie wartete ihr Auftritt vor Mama, Papa, Oma und Opa. Händchen angefasst und als Zwerglein verkleidet, trippelten sie, angeführt von Lehrerin Kathrin Obenhaus, ins Zelt und zur Bühne. Die schon etwas Älteren, die nicht mehr ganz ins Zwergenbild passten, übten sich dabei im Kniegang. Ein buntes Programm hatte Mike Schulze vordem angekündigt und er behielt recht. Felix und Florian spielten gekonnt ihre Playback-Gitarren und der jüngste Handwerker-Nachwuchs präsentierte sich beim Lied „Wer will fleißige Handwerker seh’n?“

Helene Fischer trotzt Flut

Ein Puppenspiel der etwas anderen Art begeisterte in zwei Akten genauso, wie Helene Fischer (Laura Kuhse, neun Jahre), die den Fluten zum Trotz, den Weg nach Neuerstadt gefunden hatte. Professionell schmetterte sie einige ihrer bekannten Songs und kam selber dabei so in Fahrt, dass sie plötzlich auf der langen Tafel durch das Zelt tanzte. Da waren „Zugabe!“-Rufe selbstverständlich.

Einen gehörigen Schreck aber bekamen die Neuerstädter, als plötzlich ein ungebetener wie unerwarteter Gast auf der Bühne auftauchte. Ein großer weißer Hai bedrohte da die kleinen Fische, die sich nach ihrem Heimatteich sehnten. Nun kann man glauben, was man will, aber ein Hai mit der Flut angespült? Möglich, dass die Kameraden der Feuerwehr schon Maßnahmen ergreifen wollten. Doch dann stellte sich heraus, die Rückenflosse war aus Wellpappe und der Raubfisch wollte nur spielen. Den Kindern machte die Hai-Nummer allerdings gewaltig Spaß, so dass sie die am liebsten noch einmal aufgeführt hätten. Allein der Hai, der die Knirpse haschen musste, war bei den Temperaturen froh, als er sich wieder in Bianca Preuß verwandeln durfte.

Quelle: www.mz-web.de


Jugendweihe

Schüler aus dem Jessener Land feiern in Prettin

27.05.2013 10:55 Uhr

Nicht nur für Selina Weber aus Klossa und Marc Böttcher aus Gerbisbach wird der Tag der Jugendweihe in besonderer Erinnerung bleiben. (BILD: Sven Gückel)

Von Sven Gückel
147 Mädchen und Jungen aus dem Altkreis Jessen haben am Samstag am Samstag im Gemeinschaftshaus in Prettin ihre Jugendweihe gefeiert. Sie wird vom 1992 gegründeten regionalen Interessenverein für humanistische Jugendarbeit und Jugendweihe organisiert. 2013 feiern insgesamt 694 junge Erwachsene aus dem Kreis Wittenberg Jugendweihe.
Prettin/MZ.

Die Jugend, so der Jessener Klaus-Dieter Richter, ist die größte Revolution des eigenen Lebens. Der frühere Schulleiter war am Samstag in Prettins Gemeinschaftshaus einer von drei Festrednern anlässlich der Jugendweihen von Schulen des Altkreises Jessen, an denen insgesamt 147 Mädchen und Jungen teilnahmen.

Frisch, frech, belebend. Das Musikprogramm der Feierstunde präsentierte sich erfreulich neu. Statt der „Jugendliebe“ und Pausenhofgeschichten gab es Swing und Jazz, dargeboten von der Musikgruppe Hausmann, umrahmt von einer Tanzeinlage des Wittenberger Tanzstudios Porwol.

16 Jugendweiheveranstaltungen haben die 31 Mitglieder der 1992 gegründeten regionalen Interessenvereinigung für humanistische Jugendarbeit und Jugendweihe diesmal im Landkreis Wittenberg organisiert. Den Auftakt gab es am 13. April, das Finale am Samstag in Prettin. „Insgesamt“, so dessen Vorsitzende Gudrun Runschke, „feierten in diesem Jahr 694 junge Erwachsene ihre Jugendweihe“.

Neben Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) und Gudrun Runschke gab Klaus-Dieter Richter den Jugendlichen als Festredner einige Ratschläge mit auf den Weg. „Dieser Lebensabschnitt, der nun vor euch liegt, gehört zweifelsfrei zu den spannendsten“, sagte er an die Schüler der Sekundarschule Jessen-Nord und einer Klasse des Gymnasiums gewandt. Und fügte an, dass die kommenden zehn Jahre so voll gepackt seien mit Ereignissen, dass einem durchaus schwindlig werden könne. Deshalb sei es für die Jugendlichen gut zu wissen, dass sie auch künftig in bewährter Weise auf die Ratschläge ihrer Eltern und Großeltern zählen können. Gleichwohl obliegt es den Jugendlichen selbst, künftig mehr Eigenverantwortung zu übernehmen. Dazu bedarf es jedoch viel Fantasie und Kraft sowie einer gehörigen Portion Mut, um auch neue Wege auszuprobieren. Ohne Konflikte mit der älteren Generation, die es sich bereits ein Stück weit bequem gemacht hat, so Richter, gehe dies aber nicht vonstatten.

Angesichts steter Kritik an der Jugend wisse er nicht so recht, ob er die Jungen und Mädchen zum Eintritt in das Erwachsenenalter wirklich beglückwünschen solle, bemerkte Klaus-Dieter Richter mit einem Lächeln. Doch harscher Worte musste sich die Jugend schon vor 2 500 Jahren erwehren, so Richter weiter und zitierte einen bekannten Spruch des Philosophen Sokrates. Dieser warf der Jugend unter anderem Respektlosigkeit gegenüber Erwachsenen und Lehrern vor. Dabei hätten die Pädagogen heute mitunter mehr Probleme mit Eltern als mit deren Kindern, nahm der einstige Schulleiter die jüngere Generation in Schutz.

Amüsant, sachlich und ohne Flut an Zitaten begleitete Richter die Jugendlichen und deren Eltern ein Stück des Weges. Wenn er doch einmal in die Spruchkiste griff, dann mit gut gemeinten Tipps. „Wenn es einen Glauben gibt, der wirklich Berge versetzen kann, dann ist es der Glaube an die eigene Kraft“, mahnte er. Zugleich forderte er von den Teilnehmern, sich selbst das Versprechen zu geben, sinnvoll zu leben. „Genau das ist es, was wir ab heute von euch erwarten.“ Dieses Versprechen verlangt vor allem das Mühen um bestmögliche Leistungen. Sie werden in Zukunft eine noch größere Rolle spielen als bisher, so Richter.

Mut zuzusprechen für die Zukunft, aber auch der Hinweis, sich die Vergangenheit zu bewahren, waren die Kerngedanken seiner Rede. „Ihr steht erst am Anfang eures Erwachsenenlebens. Genießt das Kommende, aber erhaltet stets auch ein Stück Kindheit in euch.“ Denn so, schloss Richter, werde die Jugend zu dem, was sie sein soll: die schönste Zeit des Lebens.

Quelle: www.mz-web.de


Pferdetag in Klossa

Mit zwei PS um die Ecken

22.05.2013 21:23 Uhr

Rasant geht es um die Kurven beim siebenten Hindernisfahren der Kutschen in Klossa. Nicht nur die Männer auf dem Kutschbock müssen ihre Pferde im Griff haben, auch die Bremser müssen schnell reagieren können. (BILD: Klaus Adam)

Von Klaus Adam
Bei herrlichstem Sonnenschein gab es beim siebenten Pferdetag in Klossa Landluft zu schnuppern. Neben Galoppsport gab es auch auf dem Tier- und Bauernmarkt allerhand zu sehen.
Klossa/MZ.

„Vierspännig fahren, das ist wie eine Sucht. Wer es einmal getan hat, der macht es immer wieder.“ Sagt Thomas Hensel und geht damit von sich selber aus. Mit Sechsspännern sei das nicht anders, schiebt er hinterher. Jetzt, nachdem sich Festplatz und Parkplatz weitgehend geleert haben, die Besucher wieder auf dem Heimweg sind, hat auch der Hauptorganisator des siebenten Klossaer Pferdetages, eingebettet in einen Tier- und Bauernmarkt, etwas Ruhe, ein Fazit zu ziehen. Noch am Nachmittag war er Hans-Dampf-in-allen-Gassen und auf dem Gelände kaum zu finden. Zumal er nicht nur der Mitorganisator des Pferdetages ist, sondern an zwei Ausscheiden mit seinen Gespannen selber teilnahm.

Pferdetag-Hauptorganisator Thomas Hensel stellte einen Vierspänner vor, bei dem die vorderen Pferde hintereinander angeschirrt sind. (BILD: Klaus Adam)

Und in der Königsklasse, mit den Vierspännern sogar den Pokal holte. „Ich bin ja immer froh, wenn er wieder da ist“, bekundet seine Partnerin Heike Rühlicke. Die sich im übrigen „um den gesamten Schriftkram kümmert“, wie Hensel lobt. Sie sorgt sich stets, wenn er mit den Pferden unterwegs ist. Weil sie eben groß und kräftig sind und auch mal etwas passieren kann. „Er experimentiert viel“, erzählt sie. Ein Beispiel zeigte er quasi als Show zwischen zwei Wettkämpfen, während die Punkte ausgezählt wurden. Da drehte er mit einem Vierspänner Runden, deren vordere Pferde hintereinander eingespannt waren. Seine Begründung für das ungewöhnliche Bild: keine Deichsel für diese Kutsche, um auch die vorderen Pferde nebeneinander einzuschirren. Das Führungspferd werde dabei fast ausschließlich mit Rufen gelenkt, erläuterte Moderator Mario Katze während der Vorführung.

Kommen und Gehen

Am Abend bestätigt Hensel, dass der Umgang mit Pferden hohe Konzentration und auch Kraft erfordert, aber eben viel Spaß macht. Spaß hat der gesamte Tag nicht nur den Teilnehmern an den Hindernisfahrten per Kutsche gemacht, sondern auch den zahlreichen Besuchern. Zahlen könne er gar nicht nennen, so sagt Hensel nun. Eintritt war nicht erhoben worden, „und es war ein ständiges Kommen und Gehen“.

Gut gefüllt war das Areal rings um den Festplatz allemal. Obschon es der siebente Pferdetag in Folge war, den der Heimatverein federführend organisierte, so fand er zum ersten Mal direkt auf dem Festplatz statt, vorher auf einer Wiese, die nun als Parkplatz herhält. Für die Besucher, so schätzt Hensel ein, war sicher schön, dass sie gegenüber vorher vom erhöhten Rand des Platzes das Geschehen beobachten und zugleich den Schatten der großen Bäume genießen konnten. Denn, nachdem noch am Vortag Regenschauer über die Region zogen, zeigte sich dieser Pfingstsonntag im wahrsten Sinne des Wortes von seiner echt sonnigen Seite.

Straußenfleisch auf dem Bauernmarkt

Wer zum Festplatz wollte, der schlenderte an den Buden und Ständen der Händler des Tier- und Bauernmarktes vorbei. Für den hatte Marcel Elstermann, Heimatvereinsmitglied und Ortsbeirat, den Hut auf. Von Straußenfleisch über Wurst und Käse gab es viele Produkte aus der näheren und etwas weiteren Region. „Eigentlich wollen wird einen traditionellen Handwerksmarkt“ erläutert Hensel. Diesbezüglich können sich bis zum nächsten Pferdetag noch viele Anbieter melden.

Quelle: www.mz-web.de


Wettbewerbe

Starter aus Brehna holt sich den ersten Sieg des Tages

22.05.2013 21:17 Uhr

Siegerehrung bei den "Kleinen" (BILD: Klaus Adam)

In vier Wertungskategorien traten die pferdesportbegeisterten Teilnehmer am Kutschen-Hindernisfahren in Klossa an. Seine Ponys lenkte Daniel Schlüter aus Brehna am schnellsten und sichersten durch die Hindernisse ans Ziel. Er hatte mit Jens Schliebe nur einen Konkurrenten. Mit seinen nur wenig größeren Kleinpferden war der Gräfendorfer Helmut Neumann am erfolgreichsten, gefolgt von Erhard Pieper aus Züllsdorf.

Den Wettbewerb der von den Großpferden gezogenen Kutschen entschied Axel Rohde aus Brehna für sich. Manuel Olitzsch aus Kleindröben holte sich hier den zweiten Platz, gefolgt von Thomas Schemmel aus der Nachbarkreisstadt Herzberg.

Die Vierspänner beschlossen den rasanten Wettkampf auf der Festwiese. Hier gelang es dem Lokalmatadoren und Pferdetag-Cheforganisator Thomas Hensel, seine zwei Verfolger hinter sich zu lassen. Wenngleich mit einem knappen Ergebnis. Er war nur zehn Sekunden schneller als der Zweite, Hardi Bauer. Und er wiederum kam nur drei Sekunden eher ins Ziel, als der Dritte im Ausscheid, erneut Manuel Olitzsch aus Kleindröben.

Viele Helfer sicherten den reibungslosen Ablauf. Ina Hobritz und Mario Katze moderierten das Geschehen auf dem Platz.

Quelle: www.mz-web.de


Zugvögel Störche lassen auf sich warten

04.04.2013 19:45 Uhr

Störche sind derzeit eine Seltenheit in der Region. (BILD: Archiv/TC)

Von Detlef Mayer

Die aus dem Süden kommenden Zugvögel kämpfen derzeit in der Elbe-Elster-Region mit Frost und Nahrungsknappheit. Die Tiere suchen deshalb verstärkt die Nähe zum Menschen, um etwas Fressbares zu ergattern.
Jessen/MZ.

„Der Schnee ist noch da, aber dafür kaum Störche.“ So bringt Peter Raschig die derzeitige, durch den ausdauernden Winter verursachte Situation um den wohl beliebtesten Zugvogel der Elbe-Elster-Region auf den Punkt. Der Jessener Ornithologe mit langjähriger Storchenerfahrung spricht von bislang nur einer sicheren Brutpaar-Feststellung, und zwar in Klossa. Das Duo dort ist seit dem 30. März komplett.

Sichtung in Plossig

Der Mitte des Vormonats in Klöden gesichtete Adebar sei hingegen nicht sesshaft geworden. Auch Sichtungsmeldungen aus dem Raum Elster könne er nicht bestätigen. Allerdings wartet Bernd Simon, Vorsitzender der Jessener Naturschutzbund-Gruppe, ganz aktuell mit der Information auf, dass sein Heimatort Plossig seit Mittwoch einen Storch habe. Gleiches war am Donnerstag aus der Hundeschule Wolf in Gerbismühle zu hören.

„Die Tiere, die Anfang März hier ankamen, waren bestimmt ein bisschen verunsichert“, meint Bernd Simon rückblickend. Die Gewässer seien teilweise mit Eis bedeckt gewesen, Schnecken und Frösche fehlten noch und an Würmer habe der Storch wegen des gefrorenen Bodens nicht rankommen können.

Dasselbe Dilemma treffe übrigens die Singvögel, zum Beispiel die Singdrossel, die auf Weichnahrung angewiesen sei und mit harten Körnern nichts anzufangen wisse. In der Folge suchten die Tiere verstärkt die Nähe zum Menschen, um etwas Fressbares zu ergattern. Als Episode, die ihm zugetragen wurde, erzählt Bernd Simon, wie Vögel - alle Scheu aufgebend - neben einem Mann Position bezogen, der gerade Holz spaltete. Sie hatten es, wie sich herausstellte, auf Würmer abgesehen, die aus den Scheiten fielen.

Eher beruhigende Töne schlägt Christoph Kaatz, Vorsitzender des Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg e.V., an. „Wettermäßig ist der Storch ein sehr resistenter Vogel“, sagt er. „Schnee und Eis kennt er von seinen Zugwegen, die machen ihm nicht so viel aus.“ Der Fachmann erinnert in dem Zusammenhang an die Gebirge, die Adebar bei seiner Reise aus dem Süden überwinden muss. „Die führen ihn über 3 000 Meter hoch in Eis und Schnee, und dabei kommt der Storch gerade aus Afrika, wo Temperaturen um die 40 Grad Celsius herrschen.“ Das alles, so Christoph Kaatz scherzend, meistere dieser Vogel mit einem einzigen Kleid. Wie viel Aufwand müsse hingegen der Mensch treiben, wenn er derart unterschiedliche Klimazonen durchquere.

Zudem trete der Storch seinen Zug ins Sommerquartier nicht an, ohne sich eine Reserve angefressen zu haben. Natürlich hoffe das Tier, wie der Mann aus Loburg erklärt, nach den beachtlichen Flugstrapazen auf einen reich gedeckten Tisch in seinem Brutgebiet. Adebar könne sich jedoch selbst bei extremen Wetterlagen noch eine Zeit lang draußen ernähren. Und er habe in den zurückliegenden Wochen auch von keinem tot aufgefundenen Storch gehört. Vielmehr seien die etwas zeitigeren Ankömmlinge über die Westroute beziehungsweise aus Spanien, wo inzwischen ebenfalls ein Teil überwintert, bereits zum Brutgeschäft übergegangen. Die Biologie funktioniere eben zuverlässig, lautet der Kommentar von Christoph Kaatz dazu.

Greifvögel bereiten Sorgen

Hart getroffen habe der lange Winter hierzulande seiner Einschätzung nach beispielsweise die Kibitze. Und bei Rotkehlchen und Bachstelze sei so etwas wie ein Zugstau zu beobachten, sie seien bislang noch etwas weiter südlich geblieben. Richtiggehend Sorgen macht sich der Fachmann um die Greif- und Rabenvögel. „Es kommen kaum Mäuse unter der Schneedecke hervor.“ Da würden die hungrigen Tiere leichtsinnig und stürzten sich auch in den Straßenverkehr, um sich von Autos überfahrene Nager zu holen.

Doch der Fall sei nicht hoffnungslos für die Vögel. „Inzwischen gibt es schon viele schneefreie Flächen“, macht Christoph Kaatz Mut. Und „das große Paket der Störche von der weiteren Ostroute trifft erst jetzt ein“.

Quelle: www.mz-web.de


Ostern Astgabel in Klossa kurzzeitig geschmückt

01.04.2013 19:07 Uhr | Aktualisiert 01.04.2013 19:08 Uhr

Innerhalb kurzer Zeit waren in Klossa alle Körbchen entdeckt. (BILD: E. Jochade)

Kleine und große Klossaer haben Spaß an einer unterhaltsamen Suchaktion auf dem Festplatz. Im Dorfgemeinschaftshaus werden Ostereier bemalt. Trotz zahlreicher Süßigkeiten hat der Zahnteufel keine Chance.

Klossa/MZ/EJO.

Eigentlich sollten Erwachsene mit dem Osterhasen mal ein ernstes Wörtchen reden. Zumindest mit dem Klossaer. Der nämlich war zwar fleißig und hatte bereits am Sonnabend die Osternester für die Kinder versteckt, aber was war da drin? Alles voller Zemper-Süßigkeiten. Während normale Ostereier keinem Schmelz schaden, klatschte bei diesem Anblick der Zahnteufel wohl glatt in die Hände. Aber die Klossaer sind eben Süßmäulchen.

Renate Laurig und Ellen Hensel, die als Helfer des Langohres, die Körbchen auf dem Festplatz verschwinden ließen, hätten ganz gern das eine oder andere Bonbon stibitzt. Doch machten sie ihre eigentliche Sache gut und so bekam manche Astgabel, mancher verwunschene Baumstumpf oder sogar das Schuppendach einen Osterschmuck. Allerdings nur für wenige Minuten. Dann stürzten die Kinder und Enkel der Klossaer los und laut hallte aus den Kehlen der Ruf: „Ich hab eins.“ Beim anschließenden Pressefoto dann, gab es schon kein Halten mehr und kaum jemand, ob groß, ob klein, der dabei nicht genüsslich eine Leckerei im Mund zergehen ließ.

Währenddessen hatte der Raum im Dorfgemeinschaftshaus „Betriebstemperatur“ erreicht und war die lange Tafel mit alten Zeitungen abgedeckt worden. Es ging ans Bemalen der letzten Ostereier. Mit viel Geschick verzauberten die Kinder und Erwachsenen die weißen Plastik-Eier in echten Osterschmuck. Renate Ehrenberg brachte mit Enkeltöchterchen Emilia hübsche Aufkleber auf die Eier. Die Zweijährige könnte, so ihre Oma, am liebsten den ganzen Osterkorb voller Süßigkeiten hintereinander aufessen und dann Bauchweh bekommen. Dass das ihrem kleinen Besuch aus Leipzig nicht passiert, da passte Oma auf. Nicht ohne Stolz berichtete sie: „Emilia putzt aber schon allein die Zähne, damit der Zahnteufel keine Chance hat.“

Klar, dass beim Bemalen und Bekleben der Eier der Spaß nicht zu kurz kam. Irmgard Hensel war gerade wegen des Trubels gekommen. Das Zusehen machte ihr Freude, auch wenn sie nicht selbst mit Hand anlegte. Das brauchte sie auch nicht, schließlich ist sie 80 Jahre. Auf die Osterbräuche in ihrer Jugend angesprochen, erzählte Irmgard Hensel: „Da haben wir Mädels Osterwasser geholt. Und damit es beim Waschen auch wirkt, durften wir dabei ja nicht sprechen. Aber die Jungens haben sich immer versteckt und versucht, uns zu erschrecken.“

Ob dieser alte Brauch in Klossa wieder eingeführt wird? Die Kinder waren inzwischen draußen um eine Feuerschale versammelt, denn hier sollte Knüppelkuchen gebacken werden. Nur einige Bengel fehlten. Die nutzten das Winterwetter für eine hoffentlich letzte Schneeballschlacht.

Quelle: www.mz-web.de


Landwirtschaft Agrarunternehmen lassen Felder aus der Luft düngen

29.03.2013 19:15 Uhr

Pilot Udo Ramm hat Felder der Agrarbetriebe Purzien und Holzdorf aus der Luft gedüngt (BILD: S. Gückel)

Von Frank Grommisch

In Holzdorf und Purzien ist auf rund 220 Hektar Dünger verteilt worden, per Hubschrauber. 1,2 Tonnen Düngemittel wurden dabei verteilt. Dabei war am Anfang noch nicht klar, ob der Hubschrauber überhaupt zum Einsatz kommen kann.
Holzdorf/Purzien.

Jetzt kann Ostern kommen. Karlheinz Thiele, Vorstandsvorsitzender der Holzdorfer Agrargenossenschaft, war am Donnerstagnachmittag erleichtert. Gegen 13.45 Uhr konnte er unter die erste Düngergabe für die landwirtschaftlichen Kulturen einen Schlussstrich ziehen. Möglich war das aber nur, weil man in den Stunden zuvor Kalkammon per Hubschrauber ausgebracht hatte. Auf rund 220 Hektar wurde der Dünger im Laufe des Tages gestreut. Mittwoch war das Team im Einsatz für das Purziener Landgut „Heideck“. In dessen Auftrag wurde Harnstoff ausgebracht.

Pilot Udo Ramm sorgte dafür, dass die 1,2 Tonnen des Nährstoffs, die er bei jedem nur wenige Minuten dauernden Flug mit dem unten angehängten Streubehälter transportierte, an den vorgesehenen Stellen niedergingen. Vor allem, weil der Dünger endlich auf den Rapsflächen ausgebracht werden musste, entschlossen sich die Holzdorfer dazu, den Hubschrauber zu ordern. Denn befahrbar sind die Äcker noch nicht, sollte es aber wärmer werden, setzt die Vegetation ein. Ab fünf Grad wächst der Raps. „Auf einen guten Start kommt es an“, sagte Karlheinz Thiele. Dafür nimmt die Agrargenossenschaft auch in Kauf, dass die Kosten für den Hubschraubereinsatz etwas höher ausfallen als mit der herkömmlichen Technik des Unternehmens. Auch auf Schlägen mit Wintergetreide wurde gedüngt.

"Spannend bis zur letzten Minute"

„Das war spannend bis zur letzten Minute“, sagte Karlheinz Thiele. Als er am Donnerstagmorgen aus dem Fenster schaute, war er gar nicht so überzeugt, ob denn der Hubschrauber zum Einsatz kommen wird. „Wir haben viel telefoniert.“ Aber dann fiel dem erfahrenen Landwirt doch ein Stein vom Herzen, als die Arbeiten beginnen konnten und Pilot Uwe Ramm mit der Maschine aus französischer Eurocopter-Produktion (AS 350 B 3) die ersten Runden drehte. Von drei Punkten aus wurde zur Düngung aus der Luft gestartet. Genutzt wurden Flächen zwischen Klossa und Purzien, bei Schweinitz und bei Reicho, jeweils in optimaler Nähe zu den Feldflächen. Je Flugstunde werden etwa 70 bis 80 Hektar mit Dünger versorgt. Per GPS (Global Positioning System) kann der Pilot genau erkennen, welche Bereiche bereits überflogen wurden und welche noch ausstehen.

Peter Bussinger: „Fliegen findet nicht vor der Haus-tür statt.“ (BILD: F. Grommisch)

Gemanagt werden die Hubschraubereinsätze von Peter Bussinger, der die Firma Helikopterservice in Bad Liebenstein in Thüringen betreibt. Er kümmert sich vor allem um die Aufträge und die Logistik. Dem Agrarflug ist er seit 1971 verbunden. Viele Jahre war er als Mechaniker tätig. 1991 entschloss er sich zum Schritt in die Selbstständigkeit. Das sei eine schwierige Entscheidung gewesen. Bereut habe er sie aber nie. Und so ziehen er und seine Partner durch die neuen Bundesländer. „Im Osten sind wir zu Hause.“ Die nächsten Stationen nach Holzdorf sollten Meinsdorf und Welsickendorf sein. „Zu Ostern sind wir in der Heimat.“ Danach stehen Blönsdorf und Felgentreu an, so der Schnee im Fläming getaut ist. „Fliegen findet nun mal nicht vor der Haustür statt“, sagte Peter Bussinger.

Dankbar sind die Holzdorfer auch dem Agrarpiloten Lutz Haferkorn. Bei ihm hatten sie zunächst angefragt, aber er hatte keine Termine mehr frei und gab die Kontaktdaten der Thüringer weiter. „Dieses Angebot werden wir vielleicht in Zukunft öfter nutzen“, merkte Karlheinz Thiele noch an.

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Landwirtschaft Schnee bremst Bauern

Der Frost zwingt in die Werkstatt: Reinhard Gräbitz und Uwe Sommer (r.) reparieren eine Kurzscheibenegge der Seydaland Agrarbetriebe. (BILD: Thomas Christel)

Von Detlef Mayer
Die Frühjahrsbestellung in der Landwirtschaft wird durch die Winter-Rückkehr verzögert. Schnee und nächtlicher Frost durchkreuzen die Pläne der hiesigen Landwirte. Bislang noch keine gravierenden Verzögerungen konstatiert man in Kleindröben.
Jessen/MZ.

„Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt ...“ besagt romantisierend ein altes Volkslied und nennt damit den traditionellen Termin für die Frühjahrsbestellung. Mal davon abgesehen, dass die Arbeit auf den Äckern und Wiesen statt der Rösslein aus den Tagen der Entstehung des Textes inzwischen mit modernen Traktoren verrichtet wird, durchkreuzt gerade die Rückkehr des Winters alle Pläne hiesiger Landwirte.

„Es heißt warten. Wir müssen im Frühjahrsaufbruch noch einmal innehalten“, beschreibt Jens Fromm, Geschäftsführer der Seydaland Agrarbetriebe, die Situation angesichts neuerlichen Flockenwirbels und zumindest nächtlicher Minusgrade. „Dabei sind wir diesmal eh schon zwei Wochen später dran als 2012 mit dem Streuen des mineralischen Düngers“, bemerkt der Feldbauspezialist. Im vergangenen Jahr wurde bereits am 16. Februar begonnen. „In der vorigen Woche (als der Frühling noch nah schien - die Red.) konnten wir zwar ein bisschen was erledigen, aber längst nicht soviel wie wir wollten. Was bedeutet, dass sich jede Menge Arbeit aufstaut für die Zeit nach der Schneeschmelze.“

„Wenn der Winter noch bis Ostern dauert, wird es eng“, schätzt Thomas Rothe ein. Der Feldbauverantwortliche der Glücksburg Agrar e.G. sieht es mit Blick auf die jüngere Vergangenheit als eher selten an, dass der Winter mit Minusgraden, zum Teil tagsüber, soweit im März noch einmal zurückkehrt. Grundsätzlich, so Rothe, müsse es für den Jahreslauf in der Landwirtschaft nicht unbedingt von Nachteil sein, wenn der Winter eine Woche länger dauere. „Bei einem zeitigen Frühjahr gibt es meist etwas später noch mal ein, zwei Wochen, in denen nicht viel geht.“

Bislang noch keine gravierenden Verzögerungen durch die Winterkapriolen konstatiert man bei der Agrargenossenschaft Elbaue in Kleindröben. Allerdings wurde in Anbetracht nahender Fröste bereits am Freitag zurückliegender Woche der Winterschnitt auf dem Weinberg Katzenzehe eingestellt. Das Düngerstreuen ist wenigstens zum Teil schon erfolgt und als nächste Kulturen sollen Weizen und Zuckerrüben in die Erde, letztere wahrscheinlich wie meist über Ostern.

„Der Winter war nicht zu hart, aber lang“, lautet das Resümee von Karlheinz Thiele. Der Chef der Agrargenossenschaft Holzdorf kann auf der Haben-Seite verbuchen, dass das Getreide gut durch den Winter gekommen ist und in der vorigen Woche, bevor es wieder kalt wurde, noch Erbsen auf 150 Hektar gesät werden konnten. „Der Winter macht uns nur in den Elster-Niederungen Probleme“, sagt er. „Wir kriegen wegen der Nässe den Dünger nicht auf die Flächen.“ Bleibt nur, ihn aus der Luft auszubringen. Da der in der Region aktive Agrarflieger Lutz Haferkorn momentan ausgebucht ist, plant Thiele, einen Hubschrauber aus dem Raum Dresden anzufordern. „Den hatten wir vor Jahren schon mal.“

Ebenfalls Sorgen bereiten dem Vorsitzenden die nassen Grasflächen von Schweinitz in Richtung Klossa und Löben, was er auf ein unzulängliches Regime des Pumpwerks zurückführt. „Ich bezweifle, dass wir überhaupt etwas ernten können von dem Grünland. Wahrscheinlich müssen wir für unser Milchvieh unter Beregnung extra Futterroggen anbauen.“

Quelle: www.mz-web.de


Quelle: Mitteilungsblatt der Stadt Jessen/E. vom 14.03.2013


Klossa und MönchenhöfeZwei Orte haben einen Traum

03.03.2013 20:15 Uhr

Auch Klossas Nachwuchs übt sich bereits im Brückenschlag an der Schwarzen Elster. Angeleitet von Wilfried Globig (links) und Michael Putensen öffnet Melina die Schleusen für den Wasserbogen über den Fluss. (BILD: Sven Gückel)

Von Sven Gückel

Mit dem Brückenschlag wird an einen großen Wunsch erinnert. Es soll dabei mit einem Wasserbogen an die ehemalige Elsterbrücke zwischen Klossa und Mönchenhöfe erinnert werden.
Klossa/Mönchenhöfe/MZ.

Zeitgleich, als Mönchenhöfe im Jahre als Stadtteil nach Jessen eingemeindet wurde, hob man die Idee des Brückenschlags aus der Taufe. Das Ansinnen, mit einem Wasserbogen an die ehemalige Elsterbrücke zwischen Klossa und Mönchenhöfe zu erinnern, vielleicht sogar ihren Neubau zu forcieren, ist seither Leitgedanke der jährlichen Veranstaltung.

Hoffnung bleibt bestehen

Gerade einmal 15 Jahre wurde sie alt. In diesem auch für Brücken noch jugendlichen Stadium fiel das Verbindungsbauwerk zwischen Klossa und Mönchenhöfe 1969 bereits wieder dem Abriss zum Opfer (mehr dazu unter „Strapazen nicht überstanden“). Seither trauern die Einwohner beider Orte der einstigen Überführung nach. Übrig geblieben von ihr sind lediglich drei Pfeiler, die mit scheinbar letzter Kraft den Neubau fordernd aus dem Wasser ragen. Nützen wird es ihnen nichts. Im Zuge der anstehenden Sanierung der Schwarzen Elster sollen auch sie in den kommenden Monaten entfernt werden. „Irgendwie passt das zum Gesamtbild der Brücke“, bedauert Egbert Uhde von der Feuerwehr Klossa. Die Hoffnung darauf, dass eines Tages doch einmal eine kleine Fußgängerbrücke an dieser Stelle ihren Bogen über die Schwarze Elster spannt, bleibt jedoch erhalten. Gestützt ist dieser Glaube auf drei Elemente - dass zunehmend mehr Radtouristen, die entlang des Elsterdamms Entspannung und Erholung suchen, das Projekt beflügeln helfen, sowie auf das Holzmodell der alten Brücke, das seit Jahren in Klossa steht. Zudem versuchen beide Dörfer mit der Veranstaltung das nötige Startkapital für eine Renaissance der Brücke zusammenzutragen. „Alle Einnahmen des heutigen Tages fließen auf ein Sperrkonto der Stadt. Vielleicht kommt der Tag ja noch, an dem wir es zweckgebunden einsetzen können“, so Uhdes Hoffnung.

Symbolischer Brückenschlag

Angesichts des tristen Graus von einem kleinen Lagerfeuer gewärmt, blickte man auch von Mönchenhöfe aus sehnsüchtig auf das andere Ufer. „Ob die Brücke noch kommt, wissen wir natürlich nicht. Ich halte es für eher unrealistisch“, sagt Torsten Kösterke, Vorsitzender des Heimatvereins Mönchenhöfe. Dennoch möchte man auch hier am symbolischen Brückenschlag festhalten, selbst wenn im kommenden Jahr die letzten Hinweise auf das einstige Bauwerk dauerhaft verschwunden sind. „Nach der langen Winterzeit ist der Brückenschlag ein guter Anlass, dass sich die Einwohner der Dorfes wieder einmal unter freiem Himmel treffen“, betont er. Abgesehen vom angestrebten Unterhaltungswert wird die Veranstaltung von den Feuerwehren beider Seiten zum Anlass genommen, Ausbildungsstunden zu absolvieren. Wohl auch deshalb möchte man auf diesen Termin nicht verzichten.

Freude über Dachsanierung

Hoch erfreut sind unterdessen die Einwohner beider Dörfer über das Ergebnis der Deichsanierung. „Was hier bisher geleistet wurde, ist grundsolide Arbeit“, sagt Mario Katze aus Klossa. Seither, so fährt er mit einem Hinweis auf das Hochwasser 2010/11 fort, könne man deutlich ruhiger schlafen. Träumen wird man sowohl links als auch rechts des Flusses dabei wohl von einer kleinen Brücke, die sich im Bogen über das Gewässer spannt, zwei Dörfer verbindet, Freundschaften formt und erhält.

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg «Räuberbande» macht Klossa unsicher

VON EVELYN JOCHADE, 04.02.13, 10:19h, aktualisiert 04.02.13, 10:38h

Ihrer Fantasie hatten die Klossaer Zemperer wieder einmal freien Lauf gelassen und sich hübsch verkleidet. (FOTO: E. JOCHADE)

KLOSSA/MZ. Was war denn in Klossa los? Nicht nur, dass ahnungslose Autofahrer, die weiß Gott schon genug zur Kasse gebeten werden, Wegezoll entrichten mussten und allein schon deshalb anhielten, weil sie ihren Augen nicht trauten. Nein, in Klossa war es an diesem Samstag auf der Straße richtiggehend gefährlich. Eine bunt zusammengewürfelte "Räuberbande" klingelte an den Eingängen der Häuser unbescholtener Bürger und forderte einen Obolus.

Gut ausgerüstet waren sie ja, das musste man ihnen lassen. Sie führten mehrere Gefährte mit sich, vom Kinderwagen bis hin zum Fahrradanhänger, wohinein sie ihre Zemperbeute verstauten. Den erstaunt Öffnenden erzählten sie etwas vom Zempern und machten dabei ziemlichen Radau.

Ansammlung "gefährlicher" Tiere

Weshalb da die Klossaer Einwohner auch noch vergnügt lachen konnten? Und wo waren die Polizei und der Tierschutz? Wo kommen wir denn hin, wenn Bären, Wölfe und Riesenkakerlaken so einfach durch die Straßen ziehen? Das ist doch gefährlich. Sogar für einzelne Mitglieder der Truppe. Eine Großmutter war in dem Tross zu beobachten, die mit ihrer Enkeltochter, die ein hübsches rotes Käppchen trug, umherlief. Gut bewacht von einem riesigen Wolf mit scharfen Zähnen. Nicht auszudenken, was mit dem Rotkäppchen und der Oma hätte alles passieren können, zumal der Isegrim sich immer mal wieder dem unschuldigen Mädchen näherte.

Kein Jäger in Sicht

Aber weder die Großmutter noch die Klossaer hatten anscheinend in letzter Zeit die Presse verfolgt und ahnten daher nicht, dass so etwas mächtig ins Auge gehen kann. Möglicherweise wollte der Wolf nämlich seinen Hunger stillen. Dann bestand sogar akute Lebensgefahr für Oma und Enkelin. Noch dazu, wo weit und breit kein Jäger in Sicht war.

Der keinesfalls medienscheue Graue erklärte, er sei aus Düsseldorf gekommen, weil es doch dort kaum Wald gebe. Also ein Asylbewerber. Gut, fressen und gefressen werden, hat er dort schon mit der Muttermilch aufgesogen. Dennoch scheint er das kleinste Problem für die Klossaer Bürger zu sein. Und selbst der Braunbär war ein Teddy gegenüber der Riesenschabe, die sich zwar im Hintergrund hielt, aber immer zulangte, wenn flüssiges Brot gereicht wurde.

Sie gab sich als Tausendfüßler aus, wurde aber sofort erkannt und es machte ein Gerücht die Runde: Auf der Deponie neben dem Dorf gebe es viele davon. Riesige Mutanten lebten dort. Tatsächlich sah diese hier schon etwas anders aus als ihre Artgenossen in den Abflusskanälen. Aber flink war sie immer noch, und das trotz ihrer Größe von rund zwei Metern. Möglich machten das immerhin acht Beine. Und zwischen die diversen langen Fühler und Fresswerkzeuge mochte man nicht kommen. Also Science Fiction in Klossa oder doch Realität? Wie man der Brotkäfer, wie die Kakerlaken in südlichen Ländern gern genannt werden, Herr werden kann, war ebenfalls zu sehen: Das Klossaer Exemplar lief nämlich treu und brav immer hinter dem Fahrradanhänger mit dem köstlichen Gerstensaft her.

Auch auf das Grundstück von Margot Bolze. Schwiegersohn Steffen Görgens zeigte sich großzügig, wie die meisten Dorfbewohner und verteilte an die Zemperer zu essen und zu trinken. "Früher", so verriet Margot Bolze, "bin ich auch immer mit den Kindern mitgelaufen. Natürlich auch verkleidet." Aha, da waren der Teufel, Superman, die braune Biotonne, auch der Engel und all die anderen Gestalten also gar nicht echt? Ein Glück, denn mir standen schon die Haare zu Berge, als ich sah, wie der Engel den ein oder anderen Klopfer-Inhalt runterkippte. Ob das seinem Chef so gefallen würde?

Im Bademantel auf die Straße

Apropos Haare. Eine Dame hatte offensichtlich zum Färben fälschlicherweise lichtblauen Toilettenreiniger genommen und war vor Entsetzen über das Ergebnis gleich im Bademantel auf die Straße gerannt. Dort geriet sie zwischen die Zemperer und konnte sich da wenigstens etwas "Beruhigungssaft" einflößen.

Für Margot Bolze jedenfalls gehört das Zempern unbedingt zum Dorfleben dazu. "Ich fühle mich hier sehr wohl und geborgen", erzählte die 82-jährige Witwe, die fünf Jahre ihren Mann gepflegt hat und nach dessen Tod "in ein tiefes Loch" fiel. "Ich hatte plötzlich keine Aufgabe mehr und war richtig depressiv". Heraus geholt habe sie ihre Familie aber auch die Nachbarn. Inzwischen reist Margot Bolze wieder gern. Demnächst geht es mit ihrer Freundin Gisela Elstermann an die polnische Ostseeküste nach Kolberg zur Kur.

Demnächst Frauen-Zempern

Dort sind sicher die Temperaturen etwas moderater als sie beim Kinder-Zempern vor einer Woche waren. Lausig kalt sei es gewesen, berichteten die Mütter und Väter. Außerdem wären mangels Kinderschar mehr Erwachsene mitgelaufen. So habe man den Entschluss gefasst, im nächsten Jahr ein Frauen-Zempern einzuführen. Frauen zempern für die Kinder, die natürlich auch mit dabei sind. Aber bevor das spruchreif wird, freuen sich alle erst einmal auf den Jubiläumsbrückenschlag zwischen Mönchenhöfe und Klossa am 3. März.

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg Ehemalige Handelsgenossenschaftler blicken zurück

VON EVELYN JOCHADE, 21.12.12, 20:05h, aktualisiert 21.12.12, 20:26h

Sport frei! - mit der gleichen Vorturnerin wie vor über 20 Jahren. Gabi Witzschorke macht eine gute Figur und (fast) alle bewegen sich nach ihren Vorgaben mit und haben ihren Spaß dabei. (FOTO: E. JOCHADE)

KLOSSA/MZ. 150 Einladungen hatte Ilona Thiele verschickt. 150 Grüße an die ehemaligen Kollegen der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG), die bis 1990 in Holzdorf ihren Arbeitsplatz hatten. Man wolle sich wieder einmal treffen. Die Idee entsprang einer Geburtstagsfeier. Eckhard Fritzsche, heute "EF-Transporte" und damaliger Einsatzleiter bei den Holzdorfern, brachte sie ins Gespräch. Ilona Thiele, die selbst ab 1972 als Lehrling bei der BHG gelernt hatte, griff den Gedanken auf und gemeinsam mit anderen "Ehemaligen" organisierte sie das erste offizielle Wiedersehen nach 22 Jahren. Nie hätten sie aber gedacht, dass 90 Zusagen kommen.

Einst fast 200 Beschäftigte

Die Bäuerliche Handelsgenossenschaft Jessen, Sitz Holzdorf, hatte zu ihren besten Zeiten 180 bis 200 Mitarbeiter und neben der Verkaufsstelle in Holzdorf noch elf in anderen Orten, darunter Jessen, Prettin, Elster, Annaburg und sogar Schönewalde. "Trotzdem war der Zusammenhalt groß", erinnerte sich Ilona Thiele, die 34 Jahre im Betrieb gearbeitet hat.

Der Saal im Klossaer Dorfkrug füllte sich schnell, man hatte sich einiges zu erzählen: von der jüngeren Vergangenheit, die 1990 begann, als es mit der Gründung der Raiffeisen BHG Herzberg nach der Wende weiter ging, bis 2006 die Insolvenz kam. Die Schließung der Märkte in Holzdorf, Annaburg, Schlieben, des Baustoffhandels in Herzberg und des Lebensmittelmarktes in Elster waren Tiefpunkte. Doch nach Klossa waren die BHG-ler keineswegs zum Trübsal blasen gekommen. Sie wollten sich der schönen Seiten ihres Arbeitslebens erinnern.

Gabi Lehmann aus der Verwaltung in Holzdorf hatte drei Brigadetagebücher gerettet. Die gingen nun von Hand zu Hand. Ilona Thiele hatte sich Stichpunkte heraus gegriffen und meinte: "Ohne die Tagebücher hätte ich mich an viele Dinge nicht mehr erinnert." So aber konnte sie zu dem Geschrieben noch eigenes Erleben hinzu fügen. Zum Beispiel, dass die Ferienobjekte, ob in Rangsdorf, Oranienburg, Schönheide oder Hinternah immer sehr gefragt waren. Ihre Pflege war Mitarbeitersache und so fuhr man vor Saisonbeginn dorthin, um alles zu reinigen.

Patenbrigade des Kindergartens

Die langjährige Bereichs- und Verkaufsstellenleiterin erinnerte auch an die Patenbrigade für den Kindergarten, dessen Steppkes zu Weihnachten stets ein kleines Geschenk erhielten und wenn möglich eine Apfelsine. Jedes Jahr fuhr man zur Obst- und Gemüseernte und half der LPG "Hermann Matern". Das war Teil des Programms zur Verteidigung des Staatstitels "Kollektiv der sozialistischen Arbeit". Noch vieles menr ließ sich aus den Brigadetagebüchern heraus lesen. Vor allem aber, dass trotz mancher Widrigkeiten die Menschen das Beste aus den Umständen machten. Die Brigadefahrten waren dafür beredter Ausdruck. Mal ging es nach Prag, mal nach Eisenach, Thale oder Dresden. Einige hatten das Glück per Auszeichnungsreise noch ein Stück mehr von der Welt kennen zu lernen. Da fuhr der Freundschaftszug bis in die Sowjetunion oder das Urlauberschiff "Arkona" sogar nach Kuba. Auch die Feiern zum Internationalen Frauentag und die Brigadeveranstaltungen waren beliebt. Sport als Ausgleich zum Arbeitsalltag - diesen Gedanken griff schon 1981 die Transportbrigade auf und organisierte ein Sportfest an der Premsendorfer "Rieke" und die Verwaltungsbrigade tummelte sich ab 1983 regelmäßig auf der neuen Holzdorfer Kegelbahn. Gabi Witzschorke hatte 1988 die Idee, jeden Morgen mit der Verwaltung Frühsport durchzuführen - sie selbst als Vorturnerin.


Kreis Wittenberg Klossaer Senioren feiern in trauter Runde

erstellt 14.12.12, 09:51h, aktualisiert 14.12.12, 10:12h

Der Nachwuchs bot Klossas Senioren ein kleines Programm. (FOTO: E. JOCHADE)

KLOSSA/MZ/EJO. Seit über zehn Jahren gibt es sie schon, die Rentnerweihnachtsfeier im Dorf an der Schwarzen Elster. Nun konnten die Senioren wieder unter einem schön geschmückten Weihnachtsbaum an einer festlich gedeckten Tafel im Gemeinschaftshaus Platz nehmen. Es duftete nach frisch gebrühtem Kaffee und selbst Gebackenem. "Üblicherweise bringt jeder eine Kostprobe der eigenen Weihnachtsbäckerei von zu Hause mit und diese wird dann probiert", erzählte Helga Gronewold. Aber nicht nur das. So manches Rezept findet auf diese Weise auch den Weg zu den Nachbarn.

Wie überall könnte diese Veranstaltung ohne Sponsoren nicht stattfinden, betonte der Vorsitzende des Klossaer Heimatvereins, Wilfried Globig , der sich für deren Treue bedankte. Noch etwas Erfreuliches konnte er vermelden: Der Heimatkalenders für 2013, der nun schon zum vierten Mal herausgegeben wird, ist fertig. Natürlich konnten die Senioren die ersten Exemplare in Augenschein und mit nach Hause nehmen.

Als alle bei wohliger Wärme am Kaffeetisch saßen, wisperte und kicherte es hinter der Tür. Die ging auf und herein kamen die Enkel und Urenkel der Senioren. Verkleidet als Wichtel brachten sie den 25 Omas und Opas, wie im vergangenen Jahr, ein Ständchen. Neben verschiedenen Weihnachtsliedern hatten einige Kinder kleine Gedichte gelernt, die sie nun aufsagten. Manche ganz selbstständig, die Jüngsten, aber nicht weniger Mutigen, wie Matti Hobritz, mit ein klein wenig Hilfestellung. Annerose Putensen, Dieter Fischer, Gerda Hensel, Maria Sturm und all den anderen Rentnern gefiel das Programm sehr und sie belohnten die Kinder, die keineswegs alle in Klossa wohnen, mit viel Beifall.

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg Nervenkitzel im Narrensaal

VON FRANK GROMMISCH, 18.11.12, 11:15h, aktualisiert 18.11.12, 20:42h

Jessens Bürgermeister Dietmar Brettschneider händigt dem Prinzenpaar den großen Schlüssel aus. (FOTO: F. GROMMISCH)

HOLZDORF/MZ. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Im Gegensatz zu den Berlinern haben die Holzdorfer nämlich einen funktionierenden Flughafen. Da dort aber in der Regel stets nur Militärmaschinen starten und landen, weckte Enrico Wienick bereits Vorfreude auf die Inbetriebnahme des zivilen Skandal-Airports womöglich im Jahre 2028. Zumindest verkaufte er schon mal Tickets für die vielleicht in 16 Jahren dort abhebenden Ferienflieger. Natürlich alles ohne Garantie, aber mit viel Humor.

Den brachte natürlich auch der Präsident des Holzdorfer Karnevalsclubs (HKC), Uwe Gäbelein, auf, als er auf die zuweilen doch recht düster erscheinende Lage der Nation blickte. Geldmangel ist derzeit das fast alles bestimmende Thema. Verglichen mit den finanziellen Lasten, die für Griechenland zu tragen sind, sei die DDR doch ein richtiges Schnäppchen gewesen, meinte er. Überhaupt, dieses rund dreistündige Programm der Holzdorfer Narrenschar, durch das Torsten vom Schloß und Steffen "Krümel" Linke führten, war nichts für Leute mit schwachen Nerven.

Zu Selbstanzeigen aufgefordert

Plötzlich tauchte in dem mit mehreren hundert Leuten gut gefüllten Saal ein Steuerfahnder (Thomas Riedel) auf und verteilte Selbstanzeigen und hielt ein Plädoyer auf die Leute, die rauchen und saufen, schließlich trügen sie nicht unerheblich zur Finanzierung des Staates bei. Auf ganz andere Art teilte "der Prensdorfer" Thoralf Pabst aus. Er lief nämlich in den Ring (die Bütt) als Boxer, der seine ersten Erfahrungen in Klossa gesammelt haben will. Allerdings, viel mitbekommen hat er davon wohl nicht, es war ihm nämlich schwarz vor Augen. Auch wenn er ab und an mal gerne zuschlägt, ein Menschenfreund ist er dennoch. So habe er seinen Hund auf zwei alte Damen gehetzt, aber nur, "damit sie den Bus noch schaffen".

Für Nervenkitzel sorgte auch Daniela Kösterke von den Karnevalistischen Hofsängern. Sie hatte Michael Jackson, der schließlich von der Funkengarde und der Frauenshowtanzgruppe umringt war, für kurze Zeit mit seinem Titel "Thriller" zum Leben erweckt. Die Sängerschar selbst schwelgte übrigens mehrfach in Erinnerungen, so bei einem Ostrock-Medley, und auch die größten Hits von Roland Kaiser erfüllten die Mehrzweckhalle. Durch sie wogten auch La-Ola-Wellen, und es wurde vom Moderatoren-Duo so manche Stimmungsrakete gezündet. Gäste fühlten sich gut unterhalten, hätten sich allerdings statt langer Wortbeiträge etwas mehr Schwung und Leichtigkeit wie in der vorhergehenden Saison gewünscht. Doch da war die Latte des Erfolgs ohnehin sehr hoch gelegt worden.

Brilliert haben ohne Zweifel die Tänzerinnen und Tänzer, die vor ihrem Start in die fünfte Jahreszeit ein immenses Übungsprogramm absolvieren und zu den Glanzlichtern des Programms gehören. Und so wurde erneut die Spannung bis zum Schluss aufgebaut. Kurz vor dem Finale begeisterten die Frauen als orientalische Schönheiten und anschließend die Männer, die den Wandel von der klassischen Balletteuse zu irischen Stepptänzern vollzogen.

Auf Vielfalt wird gesetzt

Ganz bunt wird es übrigens beim großen Faschingsball am 9. Februar an gleicher Stelle. Das ist jetzt schon klar. Denn mit der Elster (Wappentier des HKC) "geht es dann durch die vier Jahreszeiten". Dieses Motto hatte das neue Holzdorfer Prinzenpaar Anja I. und Hagen I. verkündet. So kann das Publikum schon jetzt übers passende Kostüm nachdenken.

Quelle: www.mz-web.de


Jessen Unbeliebte Stromtrasse

VON KLAUS ADAM, 16.10.12, 19:39h, aktualisiert 16.10.12, 22:17h

Solche Masten, wie hier im Aufbau bei Klossa, würden auch auf den Arnsdorfer Bergen stehen. (FOTO: THOMAS CHRISTEL)

JESSEN/MZ. Drei Argumente kristallisierten sich am Ende heraus: Sorgen vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch elektromagnetische Strahlung, Wertverlust der Grundstücke und die Kritik am Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet auf den Jessener Bergen. Gegen Pläne des Energieversorgers Envia-M, die Trasse seiner 110-Kilovolt-Leitung vom Jessener Umspannwerk in Richtung Elster umzuverlegen, regt sich Bürgerwiderstand. Deshalb rückte das Unternehmen am Montagabend mit großer Besetzung im Jessener Bergschlösschen an, um den Anwohnern ihre Ängste zu nehmen und das Vorhaben öffentlich vorzustellen. Gelungen ist wohl zunächst nur letzteres.

Wunsch der Stadt

Hintergrund sei der Wunsch der Stadt Jessen, im Zuge des erforderlichen Netzausbaus die vorhandene Trasse der Freileitung aus dem Jessener Neubaugebiet herauszunehmen und darum herum zu legen. So erläuterte es Maik Sawitzki, der Projektleiter für den Trassenneubau seitens des Energieversorgers. Anlass wiederum sei die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende, weg von fossilen und nuklearen Brennstoffen und hin zu regenerativen Energien zu kommen. "Bis 2050", erinnerte Sawitzki, "sollen 80 Prozent des Stromes aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt werden." Bezogen auf das gesamte Netzgebiet von Envia-M, das große Teile Sachsen-Anhalts, Sachsens, Brandenburgs und einen kleinen Teil Thüringens umfasst, sieht sich der mitteldeutsche Energieversorger inzwischen als Region mit der dritthöchsten Stromeinspeisung aus regenerativen Energien bundesweit. Da die installierte Leistung bereits bei 6 000 Megawatt liege, könnte sich die Region rechnerisch schon vollständig aus erneuerbaren Energien versorgen, trug Sawitzki vor. Die registrierte Maximallast läge mit 3 800 Megawatt nämlich deutlich darunter. "Es geht beim Netzausbau also nicht darum, zur Versorgungssicherheit beizutragen, sondern den erzeugten Strom wegzutransportieren", dorthin, wo er gebraucht wird, so der Envia-M-Mann.

Großer Mast im Garten?

Gegen dieses Ansinnen hatte auch niemand in der anwesenden Bürgerschaft etwas einzuwenden. Wohl aber dagegen, dass sich die Trasse gegenüber der jetzigen verändern würde. Ein Anwohner der Arnsdorfer Reihe erkannte auf der Karte einen Maststandort "genau auf der Ecke meines Gartens. Damit bin ich nicht einverstanden", erklärte er unmissverständlich.

Dort, wo Masten auf Privatgrundstücken errichtet würden, gäbe es eine Entschädigung, erläuterte Sawitzki. Das Wort Zwangsenteignung machte die Runde. Worauf ein Kollege Sawitzkis einwarf, "es würden Leitungsrechte ins Grundbuch eingetragen. Das Grundstück bleibt im Eigentum des bisherigen Besitzers". Eine Bemerkung, auf die einige mit sarkastischem Kichern antworteten. Die Verfügungsgewalt über das Areal sei dennoch perdu, sollte das wohl heißen. Nicht zuletzt hatte Sawitzkis Kollege Hagen Jungnickel wenig zuvor informiert, dass die Grundplatten der neuen zwischen 32 und 39 Meter hohen Masten mindestens sieben mal sieben Meter messen, andere sogar elf mal elf Meter, je nach Art des Mastes, und der Bodenbeschaffenheit. Errichtet würden so genannte Tannenbaummasten mit drei Traversen. Sie müssten zwei Leitungssysteme (also jeweils drei Phasen) und an der Spitze den Blitzableiter als siebentes Leitungsseil tragen. Noch befinde man sich in der Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens, so die Envia-M-Vertreter. Bevor das Genehmigungsverfahren formell beantragt wird, wolle das Unternehmen die Meinung der Anwohner hören, erklärte Pressesprecher Stefan Buscher, der die Moderation der Versammlung übernommen hatte.

Empfehlung kontra Gesetz

"Wer gibt den Menschen ihre Gesundheit wieder?", spitzte Ines Carius ihre Sorgen angesichts der von der Energieleitung ausgehenden Strahlung zu. "Da wohnen kleine Kinder ganz in der Nähe. Ich bitte sie nachzudenken, ob sie mit ihren eigenen Kindern so umgehen würden", sprach sie die Vertreter des Energieversorgers direkt an. Die Strahlenschutzkommission des Bundesumweltministeriums würde deutlich größere Entfernungen solcher Leitungen von der Besiedlung empfehlen, als sie derzeit gesetzlich festgeschrieben sind. Das Gesetz sei für sie aber nun mal bindend, konterten die Planer der Trasse auf den Vorwurf.

Zweifel am guten Willen der Energieversorger äußerte auch Maik Pohling. Er ist ebenfalls Anwohner des Areals, das die künftige Leitungstrasse überspannen soll. "Wem sollen wir noch glauben?", fragte er eher rhetorisch. "Kaum einer hat noch Kohle, aber am Ende wird das doch alles der Bürger bezahlen."

In diesem Punkt gab ihm Matthias Plass, der Leiter der Netzregion Brandenburg, zu der das hiesige Gebiet gehört, völlig Recht. Er bezog das jedoch insbesondere auf die mehrfach geäußerten Wünsche der Anwesenden, zumindest den ersten Abschnitt der Leitung bis hinter die letzte Wohnbebauung in die Erde zu verlegen. Das würde aber über acht Millionen Euro mehr kosten als die bis dato vorgesehene Freileitung, deren Kosten auf 2,1 Millionen Euro veranschlagt wurden. Und für eine 110-Kilovolt-Trasse bestünden zudem spezielle Anforderungen, erklärte Sawitzki. Die beiden Leitungen müssten aus thermischen Gründen mindestens zwei Meter auseinander liegen, plus jeweils einen Meter Randstreifen. Auch eine Erdverkabelung würde also einer vier Meter breiten Trasse bedürfen, die nie überbaut oder bepflanzt werden könne. Andere Medien dürften nicht mit darin liegen, sondern höchstens gekreuzt werden, nannte er einige der technischen Notwendigkeiten. "RWE ist doch ein starker Mutterkonzern", plädierte Ines Carius für die Erdverlegung, "das Geld muss da sein, da RWE ja gerade heute verkündet hat, die Umlagenerhöhung nach Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht auf die Bürger umzulegen."

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg Feuerwehr tankt Kultur

VON EVELYN JOCHADE, 30.09.12, 18:35h, aktualisiert 30.09.12, 19:19h

Mitten unter die Klossaer Potsdam-Fahrer hatte sich nahe der Windmühle ganz volksnah und urplötzlich Friedrich der Große gemischt. (FOTO: E. JOCHADE)

KLOSSA/MZ. Was tun, wenn man schon mal nach Potsdam fährt? Vor diese Frage sah sich die Klossaer Feuerwehr gestellt. Die Entscheidung für die brandenburgische Hauptstadt war gefallen, nachdem sich die Männer und Frauen bereits in der näheren und weiteren Umgebung umgesehen haben. Einmal im Jahr gehen sie auf große Fahrt. Stralsund, Leipzig und viele andere lohnenswerte Ziele waren bereits abgehakt. Im letzten Jahr in Halle sahen sie sich die größte Hallorenkugel der Welt und als Kontrastprogramm die Himmelsscheibe im Museum für Vorgeschichte an. Nun wollten sie kompakt Kultur tanken.

So steuerten sie zunächst zum Schloss Sanssouci und buchten eine Führung. Jedoch war die Enttäuschung groß als jeder für zwölf Euro Eintritt lediglich einen Führer im Handyformat in die Hand gedrückt bekam. Nach 25 Minuten war dann bereits der Besuch bei den Hohenzollern vorbei. Kultur, das folgerten die Klossaer, kann ganz schön ins Geld gehen. Dabei waren sie noch nicht einmal in die Gruft vorgedrungen, wohin nach der Wende Friedrich der Große umgebettet worden war. Selbst diejenigen, die nicht unbedingt auf den Pomp von einst standen und es vorgezogen hatten, im tatsächlich wunderschön angelegten und von 30 Gärtnern perfekt gepflegten Park spazieren zu gehen, konnten das nicht so recht genießen. Verständlicherweise hatten diese Idee an dem sonnigen Tag offensichtlich sämtliche Touristen. Und so musste man ständig ausweichen, um nicht mit Japaner, Amerikanern oder Russen zusammenzustoßen. Der Programmpunkt aber, auf den sich die Kameraden am meisten freuten, war die Schiffspartie auf der Havel und ihren Seen. Kein Wunder, sind doch die Feuerwehrleute stets mit Wasser sehr verbunden. Mit dem Flaggschiff "Sanssouci" der Potsdamer Weißen Flotte ging es vorbei am Schloss Cecilienhof, dort das Hans-Otto-Theater, da eine Brücke, eine mit spannender Geschichte. Über die Glienicker Brücke verlief die Grenze zwischen Ost und West. Am Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengt, 1950 repariert, war sie Schauplatz von Agentenaustausch und Freikauf. Was für ein Gefühl, hier so ungehindert und fröhlich durchschippern zu können.

Der Tag hielt für die Klossaer noch eine Überraschung bereit: Auf dem Rückweg wurde im "Rasthaus zum tiefen Brunnen" zwischen Treuenbrietzen und Jüterbog zu Abend gegessen. Dort trafen die Klossaer Kameraden auf die aus dem brandenburgischen Frankenhain bei Schlieben. Die waren ebenfalls in Potsdam und hatten das gleiche Programm absolviert. Das Ergebnis des Treffens und der guten Laune war eine Verabredung zu einem Wettkampf in Klossa. Allerdings rechnen sich die Sachsen-Anhalter kaum Chancen aus. Wie sagte Egbert Uhde, Klossas Ortswehrleiter: "Die haben 148 Einwohner und 66 sind davon bei der Feuerwehr." Doch die Klossaer sind nicht dumm, wird doch die Aufgabe heißen, eine Brücke nach Mönchenhöfe zu bauen. Und wenn die Gäste aus Frankenhain das nicht fertig bringen, dann nehmen die Gastgeber ihre B-Strahlrohre und simulieren den Brückenschlag.

Quelle: www.mz-web.de


Gaststätte Seit zwei Jahrzehnten im eigenen Krug

VON EVELYN JOCHADE, 20.09.12, 19:35h, aktualisiert 20.09.12, 21:49h

Familie Uhde - Ilse, Sohn Egbert und mit Melina schon die nächste Generation - bittet in den Dorfkrug. (FOTO: E. JOCHADE)

KLOSSA/MZ. "Das war'n Zeiten!" Ilse Uhde stemmt die Hände in die Seiten. "Da waren wir noch jung." Dabei lacht sie und ihre dunklen Augen funkeln beim Exkurs in die Vergangenheit lebenslustig unter dem weißen Bubikopf.

Nein, auf den Mund gefallen ist die 68-Jährige nicht. Das hat schon der Beruf mit sich gebracht. 1965 lernte sie bei Götzes im Herzberger Stadtcafé, was in der Gastronomie wichtig ist. Später war sie 25 Jahre, bis kurz nach der Wende, Köchin im Gasthof Weintraube in Schweinitz.

Die in Schmielsdorf bei Schönewalde Geborene kam der Liebe wegen nach Klossa, heiratete 1967 in die Landwirtschaft der Familie Uhde ein. Das Anpacken war sie von zu Hause gewöhnt, denn sie hatte vier Geschwister. Glückliche Jahre folgten, zwei Söhne wurden geboren, bevor das Schicksal ihr den Mann entriss.

Die folgende schwere Zeit überstand sie vor allem durch ihre Söhne, die ihr stets eine Stütze waren. Das Gastgewerbe aber ließ sie nicht los und so fasste sie mit der Familie, zu der auch Günter Maronna als neuer Mann an ihrer Seite zählte, den Entschluss, auf dem eigenen Hof eine Gastwirtschaft einzurichten. Gesagt, getan. Der ehemalige Kuhstall mit seiner sehenswerten Preußischen Kappendecke wurde zum Gastraum umgebaut.

Die Futterküche behielt ihre Funktion, nur waren es nach gründlicher Renovierung Zweibeiner, für die hier Essen zubereitet wurde. Am 1. September 1992 empfing der Klossaer Dorfkrug zum ersten Mal Gäste und traf, da im Ort kein Lokal existierte, voll ins Schwarze. Der "Krug" wurde angenommen. Es zeigte sich bald, dass die kleine Gaststube dem Ansturm auf Dauer nicht gerecht werden konnte.

Versammlungen, Familienfeiern, Hochzeiten, Rentner-Stammtisch. Es musste dringend eine Lösung gefunden werden. Ein Wanddurchbruch zum dahinter liegenden Maschinenraum und dessen Ausbau zu einem attraktiven Saal erschloss 1994 ganz neue Möglichkeiten. "Bis 1997 hatten wir hier rollende Woche von Montag bis Montag", so Ilse Uhde, die als Chefin die Fäden in der Hand hält. Inzwischen sei es schon ein wenig ruhiger geworden, wie Egbert Uhde, ihr Sohn, meint. Der in Holzdorf als Feuerwehrmann im Fliegerhorst Arbeitende hilft gern in der Gastwirtschaft und hat anscheinend das Interesse dafür von der Mutter geerbt.

Ilse Uhde kann sich ein Leben ohne Gästebewirtung nicht vorstellen. "Ich war immer glücklich in der Gastronomie", sagt sie, "auch wenn die Sonnabend- und Sonntagsarbeit nicht ohne weiteres mit den Familienpflichten zu vereinbaren war."

Dass es sich im Klossaer Dorfkrug drinnen wie draußen gemütlich sitzen lässt und dass die Küche eine schmackhafte Kost bietet, hat sich herumgesprochen. Nicht nur Einheimische kehren ein. Zunehmend finden Gäste aus Jessen, dem Umland und von weiter her den Weg in das beschauliche Dörfchen an der Schwarzen Elster.

Kremser machen hier halt oder Radler, sogar eine Gruppe Reiter aus dem Brandenburgischen fühlte sich hier samt ihrer vielen Pferde gut betreut und verköstigt. Nach Anmeldung versuchen die Uhdes jedem Wunsch zu entsprechen. "Wir wollen, dass unsere Gäste sich wohl fühlen und möglichst wieder kommen", das ist ihre Philosophie - auch fürs nächste Jahrzehnt.

Quelle: www.mz-web.de


16. Pferde- und Bauernmarkt Handel auf der Waldlichtung bei Linda

VON HANS-DIETER KUNZE, 18.09.12, 20:09h, aktualisiert 18.09.12, 21:04h

Roland Engel aus Blönsdorf war mit seinen Pferden «Vasko» und «Zera» auf die Waldlichtung gekommen. (FOTO: KUNZE)

LINDA/MZ. Fast unglaublich, was an der im Volksmund Keilersuhle genannten Waldlichtung bei Linda los war. Pferde- und Bauernmarkt nennt sich das Spektakel. Es fand statt in der 16. Auflage, Cheforganisator ist Helmut Schmidt aus Linda. "Es sind sogar Leute gekommen, die mich nicht leiden können", meinte er verschmitzt.

Nur mit der Familie und vielen ehrenamtlichen Helfern war dieses Event zu stemmen. Das fing an bei den Einweisern in gelben Sicherheits-Westen und ging hin bis zu den Platzbetreuern. Parkplätze wurden zunehmend rar, so viele Besucher und Anbieter strömten mit ihren Fahrzeugen in Richtung Markt. Die Kennzeichen sprachen Bände, von Dresden über Leipzig bis nördlich von Berlin war beinahe jeder Landkreis vertreten.

Auf der Lichtung erwartete die Besucher ein wahres Gewusel von Händlern und Tieren. Aus etlichen Winkeln duftete es verführerisch, viele der Angereisten gönnten sich nach all dem Stress erst mal eine Original-Thüringer-Wurst, Wildgerichte oder zischten ein kühles Blondes. Ab ging es ins Getümmel. Wie wäre es mit Laufenten? Kein Problem, am Stand der Familie Thinius aus Großkorga warteten sie ungeduldig auf den lang ersehnten Marsch in eine neue Heimat.

Fred Leetz aus Schlalach bei Treuenbrietzen bot Brief- und Kingtauben feil. "Bauernmarkt in Linda, das ist für mich seit Jahren eine Top-Adresse. Hier ist wirklich richtig was los", schilderte er seine Erfahrungen. Heiko Antonin aus Wurzen hatte Mini-Schweine mitgebracht. Dazu den Bully, prall gefüllt mit trockenen Semmeln. Die fressen nicht nur seine Tiere gern. Wer wollte, konnte das Gebäck säckeweise mitnehmen.

Manfred Jackisch aus Ruhland hatte Gänse, Hühner und Kaninchen in Käfigen dabei. Lieblingstiere besonders für die Kinder waren eine porzellanfarbene Zwerghenne und die von ihr bewachten, erst vor wenigen Tagen geschlüpften Küken im kleinen Gehege des Händlers. Roland Engel hatte eine relativ kurze und vor allem spritsparende Anfahrt. Von Blönsdorf im Brandenburgischen kam er mit einer Kutsche nach Linda, gezogen von seinem Wallach "Vasko" und der Stute "Zera". Wer wollte, konnte sich damit durch die Umgebung fahren lassen.

Dirk Flach und René Reichert aus Weißenfels hatten neben Shetland- und Minipferden auch einen Esel im Angebot. Ob sein "Ia" jemand gehört hat? Die zwei Sachsen-Anhalter waren im vergangenen Jahr zum ersten Mal auf dem Bauernmarkt in Linda. Durch Bekannte hatten sie von dem Spektakel erfahren. Marion Seiffarth ist in Berlin zu Hause. Die Hobby-Töpferin war einfach begeistert: "Nächstes Jahr komme ich auf jeden Fall wieder her."

Enrico Wesner aus Freital bei Dresden ist schon Stammhändler auf der Lichtung. Er vertreibt Lederwaren. Genau wusste er es nicht, aber "so an die 500 Stücke habe ich schon eingepackt."

Karsten Liesche aus Sandersdorf hatte am Tiroler Bauernstandl das Messer gewetzt und bot Käse, Wurst und Kräuterliköre zur Verkostung an. Allerdings nicht ohne Eigennutz. "Leute, ich brauche euer Geld", verkündete er lauthals.

Echte Raritäten waren auf dem Markt bei Linda zu erhaschen. Wer nach Universal-Schnellkochtopfringen aus DDR-Zeiten suchte, wurde hier fündig. Marcel Elstermann aus Klossa stapfte mit zwei Heuharken über den Platz. "Ich gehe nicht eher weg, bis ich fünf der guten Stücke habe. Ist aber bestimmt kein Problem", schmunzelte er. Wer sich für die kalte Jahreszeit rüsten wollte, war bei Renate Thiede aus Brandenburg an der Havel an der richtigen Adresse. Sie hatte Mützen, Hüte und Schals im Angebot. Und Ahmed Ghania, ein Algerier, der in Wittenberg lebt, verlieh dem Markt einen internationalen Touch. Tischdecken und andere Artikel, alle in Handarbeit gefertigt, hatte er im Angebot.

Helmut Schmidt war zufrieden. Immer wieder drehte er seine Runden. Einladungen zu einem Bierchen schlug er kategorische aus. "Vielleicht am Abend, wenn der Stress vorbei ist."

Quelle: www.mz-web.de


Kreis WittenbergSperrung der L113 wegen Arbeiten an Brücke

erstellt 15.08.12, 10:47h, aktualisiert 15.08.12, 10:55h

Zwischen Klossa und Purzien kann die Straße Schweinitz-Annaburg derzeit nicht passiert werden. (FOTO: CHRISTEL)
 
KLOSSA/MZ. Ein Teilbereich der Straße zwischen Schweinitz und Annaburg ist voll gesperrt. Der Abschnitt zwischen den Abzweigen Klossa und Purzien kann nicht passiert werden.

Grund für die Behinderungen auf der Landesstraße sind Brückenbauarbeiten. Die alte, desolate Querung soll durch eine neue ersetzt werden. Zudem wird ein Stück der Straße erneuert. Die Arbeiten nehmen nach Auskunft der Landesstraßenbaubehörde mehrere Monate in Anspruch. Ab Ende Oktober, so ist in Aussicht gestellt, soll die Straße wieder durchgängig passierbar sein.

Quelle: www.mz-web.de


Bauarbeiten

Alte Brücke wird durch eine neue ersetzt

erstellt 22.07.12, 19:27h, aktualisiert 22.07.12, 19:44h

Die Tage dieser Brücke bei Purzien sind gezählt. (FOTO: GROMMISCH)

PURZIEN/MZ/GRO. Mit Verkehrsbehinderungen muss ab Montag auf der Straße zwischen Schweinitz und Annaburg gerechnet werden. Denn im Bereich zwischen den Einmündungen nach Klossa und Purzien stehen länger währende Brückenbauarbeiten an.

Die sind dringend erforderlich, sagt Christiane Müller vom Regionalbereich Ost der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt. Das alte Bauwerk über dem Fischgraben müsse ausgetauscht werden, da es mehrere Probleme aufweise. Die Tragfähigkeit sei mangelhaft, die Brüstung an dem Mauerwerk zu niedrig, Metallteile verrostet, nennt sie als Beispiele. Zum Einsatz kommen Betonfertigteile, erläutert die Regionalbereichsleiterin. Das verkürze im Gegensatz zu einem gemauerten Bauwerk die Zeit der Vollsperrung um etwa die Hälfte. Zudem wird die Straße auf einer Länge von etwa 250 Metern erneuert.

Am Montag wird mit den vorbereitenden Arbeiten begonnen. Im Gegensatz zu früheren Veröffentlichungen zu diesem Vorhaben gelte die Vollsperrung nicht ab sofort, sondern ab dem 6. August, sagte Müller zur MZ. Die Umleitungen führen über Annaburg und Jessen bzw. über Klossa und Löben. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis zum 26. Oktober andauern.

Quelle: www.mz-web.de


Fest

Groß und Klein auf dem Fitness-Parcours

VON EVELYN JOCHADE, 03.07.12, 19:55h, aktualisiert 03.07.12, 20:05h

Zu viel gewollt beim Stechen und nicht auf die Gefahr geachtet: Mario Katze bezahlt das mit einem nassen Hemd und der Erfahrung, dass schnell sein nicht alles ist. (FOTO: E. JOCHADE)

KLOSSA/MZ. Es ist heiß. Doch die Organisatoren vom Heimatverein Klossa hatten noch das nass-kalte Wochenende des Vorjahres im Gedächtnis, als sie sich gegen das traditionelle Brühtrog-Rennen zum Dorffest entschieden. Ein wenig Erfrischung gab es dennoch, zur Gaudi der zahlreichen Zuschauer.

Auch Jenny Katze war dabei und konnte schon wieder strahlend weiß lächeln. Dabei waren ihre Zähne am Abend zuvor tiefschwarz. Alles nur Schau, denn sie spielte mit ebenso ungepflegtem Haar die Mutter in einer etwas sonderbaren Familie. Deren Sohn konnte die Rechenaufgabe 28 geteilt durch sieben nicht lösen. Genau wie seine Eltern, die zur Erbauung des Publikums allerlei obskure Vorschläge machten, um ihrem Jungen zu helfen. So wollten sie sieben Geißlein durch 28 Wölfe teilen. Das Ganze endete damit, dass die Frau Mama befahl, 28 Torten zu kaufen, um die dann " in sieben Teile zu teilen. Was der Staat mit seiner Bildungspolitik nicht bringt, das muss eben die Familie leisten", meinte sie.

Malheure vorprogrammiert

Einen Tag später wartete Jenny Katze wie alle anderen auf die kleinen Malheure der Starter. Und die konnten vielgestaltig sein. Die leichten Bälle, von denen jeder so viele mit auf den Weg nehmen konnte wie er wollte, und die je eine Sekunde zählten, waren sehr glatt. Sie wollten erst einmal über die Wippe gebracht werden. Als größtes Hindernis aber stellte sich das Durchschlüpfen durch eine Konstruktion mit Balken und drohend darüber hängender Rinne. Die war gut gefüllt mit Wasser. Es bedurfte lediglich eines kleinen Anstoßes und schon war man klatschnass. Die Frauen waren nicht nur fix, sondern an dieser Stelle sehr besonnen und elegant. Diana Ehrenberg sogar unter erschwerten Bedingungen. Sie trug nicht nur einen Ball über den Parcours, sondern hatte auch noch ihre kleine Tochter auf dem Arm. Dennoch bekam sie keine Dusche ab. Ganz anders die Männer, ihnen ging es um Schnelligkeit. Frank Steffen sprang durch das Wassertor. Jürgen Ehrenberg kam nicht dazu. Der Boden war an dieser Stelle aufgeweicht und er rutschte aus.

Am Ende standen drei Stechen. Bei den Männern belegten Jürgen Lehmann und Egbert Uhde die Plätze eins und zwei. Beim Stechen blieb Mario Katze, trotz des Daumenrückens seiner Frau Jenny, an der Wasserrinne hängen und sah danach eben aus wie eine gebadete Katze. Peter Urban hatte mehr Glück und holte sich den Bronzerang. Bei den Frauen erreichten Susann Thomas und Kerstin Schmidt auch nach dem zweiten Stechen dieselbe Punktzahl. Die Jury entschied, die Siegerin wird beim Baumstamm-Werfen gekürt. Susann Thomas schleuderte das Holz weiter als Kerstin Schmidt. Ines Bässler wurde Dritte. Auch bei den Kinder lief es aufs Baumstamm-Werfen hinaus. Mit 2,60 Metern entschied Tom das Duell für sich. Robert kam auf 2,25 Meter. Die Plätze drei und vier belegten Christina und Jolina.

Marcel Elstermann siegt

Das Stammwerfen bei den Erwachsenen sah bei den weiblichen Teilnehmern Carmen Eichelbaum vorn. Zweite und dritte Siegerin wurden Birgit Elstermann und Susann Thomas. Die stärksten Männer von Klossa heißen in der Reihenfolge eins bis drei: Marcel Elstermann, Thomas Hensel und Frank Steffen.

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Kurzzeitig einen Arzt im Ort

VON EVELYN JOCHADE, 01.07.12, 17:57h, aktualisiert 01.07.12, 18:18h

Dr. Türkisch und seine Sprechstundenhilfe verarzten Patienten. (FOTO:EVELYN JOCHADE)

KLOSSA/MZ. Die Politik der Landesregierung hat offensichtlich Früchte getragen. In Klossa eröffnete am Samstag eine neue Landarztpraxis. Der Allgemeinmediziner Dr. Türkisch (dargestellt von Bodo Weber) praktizierte in einem Zelt und unter den Augen zahlreicher Einheimischer und extra angereister Gäste. Er tat das sicher auch, um der Öffentlichkeit zu beweisen, dass er als Dr. Türkisch sehr wohl in der Lage ist, deutsche Wehwehchen zu verarzten. Das ist wohl gelungene Integration. Doch ganz ohne deutsches Personal ging es doch nicht. Helga Gronewold, die ursprünglich, wie zu erfahren war, demnächst in Rente gehen wollte, fungierte bei dem Mediziner als Schwester. Ein perfektes Team, zumal sie ihre Schäfchen bestens kennt. Woher sie jedoch plötzlich das medizinische Wissen hernimmt? Vielleicht hat sie einen Kurs an der Senioren-Akademie belegt, wurde gemutmaßt.

Gesund in den Festtrubel

Kleine Zipperlein wurden zur Verwunderung der Zuschauer sofort mit Pillen und Spritzen geheilt und die Gesundeten wieder zurück ins Dorffest-Geschehen geschickt. Denn leider waren Arzt und Schwester nur Teil eines außerordentlich unterhaltsamen Programms, welches die Klossaer sich zu ihrem Dorffest ausgedacht hatten. Vielleicht auch in dem Bewusstsein, dass es in letzter Zeit im Dorf viele Verunfallte gab. So saßen einige mit Gipsarm bzw. -bein im Publikum. Aber deswegen das Dorffest verpassen? Kein Stück!

Es wäre auch zu schade gewesen, schließlich gab es so viele schöne Programmpunkte. Beispielsweise der fröhliche Beginn mit den Kindern, die ausgelassen auf der Bühne tanzten und mit "Komm lasst uns tanzen" zum Mitmachen aufforderten. Da ließen sich die Klossaer Sportfrauen nicht lange bitten und schwenkten in Line Dance Art zur Melodie von "The Wanderer" ihre rot-schwarzen Kleider, den obligatorischen Trapper-Hut immer aufbehaltend. Auch später zeigten sie sich etwas weniger behütet und im Stil der 60er Jahre, dass sie Rhythmusgefühl haben.

Dass in Klossa etliche ein Instrument spielen, bewiesen Selina Weber (14) mit ihrem Saxophon und Robert Mehlis (10) auf seinem Keyboard, die beide herzlichen Applaus bekamen. Klatschweiber gibt es überall auf den Dörfern. So auch in Klossa. Hier hießen sie am Samstag Sylvia Schlobach, Edith Trojandt und Ina Hobritz. Letztere führte ebenfalls als perfekte Moderatorin durchs Programm. Am Tisch sitzend und nach jedem durchgehechelten Thema gab es einen (echten) Schnaps, der nicht ohne Wirkung blieb, was wiederum die Anwesenden doppelt amüsierte. Die "Klossaer Elstersänger" erfreuten anschließend mit einem Volkslieder-Medley, und auch das Klossaer Pferdelied durfte nicht fehlen. Äußerst nett sahen sie aber aus mit ihren Betthäubchen und Bettmützen. Alles natürlich passend zu ihrem letzten Lied "Im Bett".

Sänger und Gäste gemeinsam

Doch damit war noch nicht das allerletzte Lied gesungen. Das stimmten Sänger und Gäste gemeinsam an: "So ein Tag, so wunderschön wie heute", dem eigentlich nichts hinzuzufügen wäre. Oder vielleicht doch: Nachdem Schwester Hildegard alias Helga Gronewold festgestellt hatte: "Oh, Doktor, das Wartezimmer sieht aber voll aus" und etwaige Patienten mit Bemerkungen wie "Hamse zehn Euro mit? Unn de Chipkarte?" abzuschrecken versuchte, hatte Dr. Türkisch seinen großen, aber offensichtlich zu kurzen Auftritt. Die Klossaer Heimatfestgäste hätten, so war zu vernehmen, dem Treiben der zwei Gesundheitsapostel gern noch länger zugeschaut. Vielleicht ein Tipp für 2013. Bis dahin wird sicher kein echter Landarzt in Klossa praktizieren.

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Rösser vorm Marathonwagen

VON HANS-DIETER KUNZE, 28.05.12, 19:51h, aktualisiert 28.05.12, 21:50h

Vom Start weg gaben die Männer auf den Kutschböcken mit ihren zwei Pferdestärken ordentlich «Gas» auf dem Klossaer Parcours. (FOTO: KUNZE)

KLOSSA/MZ. Es war ein Kampf um Sekunden. Auf dem Parcours in Klossa gaben Kutscher, Bremser und Vierbeiner alles. Nicht nur, um einen der begehrten Pokale sowie Geld- und Sachpreise zu erkämpfen, sondern vor allem um Spaß zu haben. Zum sechsten Mal wurde der Tag des Pferdes organisiert.

Silvia und Klaus Johl aus Kummersdorf-Alexanderdorf in der Nähe von Zossen fuhren mit ihrer Kutsche Baujahr 1900 vor. (FOTO: KUNZE)

Besucher und Pferdenarren wissen um die Spannung und den Kick, der sie in Klossa erwartet. Etwa 1 300 Zuschauer waren es nach Angabe der Veranstalter, die sich dieses Spektakel auf keinen Fall entgehen lassen wollten. Die organisatorischen Fäden in den Händen hielten Thomas Hensel aus Klossa und Manuel Olitzsch aus Kleindröben. "Ohne die Hilfe vieler anderer hätten wir das aber nie geschafft, ein solches Großereignis zu stemmen", sagte anerkennend Thomas Hensel.

Elf schwierige Hindernisse

Viele Bewohner von Klossa und Helfer aus anderen Orten waren gemeinsam am Werk. Im Vorfeld wurde ein ansprechender Parcours hergerichtet. Elf zum Teil recht schwierig zu meisternde Hindernisse hatte man aufgebaut, die im Galopp oder im Trab in möglichst kurzer Zeit durchfahren werden mussten. Für an- oder umgefahrene Schikanen gab es Strafpunkte.

Der Kutschenlenker musste die Zügel fest in der Hand halten, der Bremser auf dem Stand am Heckteil leistete wahre Schwerstarbeit, verlagerte immer wieder das Körpergewicht auf die jeweils kritische Seite, ruckte auch mal am Marathonwagen, um das Gespann durch die zum Teil recht eng gestellten Hindernisse zu bringen. Balken waren im Karree ausgelegt worden, Strohballen, eine Gasse aus Birken und leere Tonnen waren zu meistern. Die Fässer hatten Klossaer Kinder bunt bemalt. Symbolisch war der Griff des Bremsers nach der Bierflasche auf einem Pfahl, brachte aber Punkte. Der Durst wurde erst nach den Rennen gelöscht.

Mario Katze moderierte fachlich versiert die Veranstaltung, stellte die Gespanne vor und gab sofort Zeit und Anzahl der Fehlerpunkte bekannt. Die wurden ihm von den Streckenhelfer an den Hindernissen signalisiert, mit Stoppuhren die Zeit maßen Ute Klick und Edeltraud "Helmi" Helminiak sicherheitshalber gleich zweimal, als Chefkampfrichter agierte Michael Klick. Die Rennen mit den Marathonwagen liefen in drei Klassen, Ponys, Klein- und Großpferde, alle im Zweiergespann. Als Vierergespann gingen zwei Wagen mit ihren Besatzungen an den Start. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl gab es jeweils nur einen alles entscheidenden Wertungslauf. Qualität und gute Organisation des Klossaer Pferdetages haben sich weit über die Region hinaus herumgesprochen. Auf der Siegerliste sind längst nicht alle Orte genannt, aus denen die Gespanne kamen.

Als Auftakt und Showeinlage gab es zu Beginn der Rennen eine eindrucksvolle Parade. Thomas Hensel und Manuel Olitzsch saßen in Frack und Zylinder gewandet auf dem Kutschbock einer schwarzen Nobelkarosse, die von sechs Pferden gezogen wurde. Das Gefährt stammt aus dem Jahr 1826. Die beiden Pferdenarren erwarben es im vergangenen Jahr von einem Besitzer aus Eschborn in der Nähe von Frankfurt / Main. Den Kaufpreis wollten sie nicht verraten, sondern meinten nur cool: "Dafür kann man sich auch locker einen Mercedes kaufen. Wir haben uns eben für dieses Teil entschieden."

Seit Jahren Stammgäste

Eine zweite, etwas kleinere Kutsche, aber ebenfalls ein Prachtstück, fuhr danach vor. Sie gehört Silvia und Klaus Johl aus Kummersdorf-Alexanderdorf bei Zossen. Sprecher Mario Katze begrüßte sie: "Sie sind schon seit Jahren unsere Stammgäste, herzlich willkommen." Das Geschehen in Klossa wurde umrahmt von einem ansprechenden Tier- und Bauernmarkt. Den organisierte Marcel Elstermann mit zahlreichen Helfern. Für die Kinder gab es etliche Möglichkeiten, sich auszutoben. Auch die Erwachsenen kamen nicht zu kurz. Ein Anziehungspunkt für sie waren die ausgestellten historischen landwirtschaftlichen Geräte.

Gäste wie Gastgeber zeigten sich zufrieden mit diesem erlebnisreichen Tag in Klossa. Für Thomas Hensel und sein Team ist das aber kein Grund, sich lange auszuruhen. "Nach dem Pferdetag ist vor dem Pferdetag", lautet seine Devise. Man kann sich also auch 2013 auf ein Großereignis in dem kleinen Jessener Stadtteil freuen.

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Kreis Wittenberg

Präzise unterm Fluss durch

VON FRANK GROMMISCH, 24.05.12, 19:45h, aktualisiert 24.05.12, 20:49h

Ein modernes und leistungsfähiges Horizontal-Spülgerät ist derzeit am Elsterdeich bei Klossa im Einsatz. Tätig sind hier neben anderen die Servicetechniker Max Wötzel (links) und André Günther. (FOTO: FRANK GROMMISCH)

KLOSSA/MZ. Zwischen Mönchenhöfe und Klossa wird eine neue Wasserleitung gezogen. An und für sich sind solche Bauarbeiten zwischen zwei Orten nichts Besonderes, wenn nicht zwischen den beiden Jessener Ortsteilen die Schwarze Elster hindurch fließen würde. Aus diesem Grund kommt hier Spezialtechnik zum Einsatz.

"Das ist ein Horizontal-Spülbohrgerät", sagt Servicetechniker André Günther von der Vermeer Deutschland GmbH aus Nürnberg, während er den Bohrprozess zum anderen Elsterufer überwacht. Unablässig schiebt sich das Metallgestänge präzise ins Erdreich und schafft die Voraussetzungen, damit die Trinkwasserleitung und das Schutzrohr drumherum eingebracht werden können. "Die Rohre liegen dann drei Meter unter der Flusssohle", informiert Thomas Riedel, der als Baubetreuer des Wasser- und Abwasserzweckverbandes "Elbe-Elster-Jessen" hier tätig ist.

Dass die Arbeiten gerade jetzt erfolgen, hat seine Ursache in der laufenden Deichsanierung links und rechts des Flusses. Die Hochwasserschutzanlagen werden breiter. Aus diesem Grund wäre es ohnehin erforderlich gewesen die alte Leitung mit einem längeren Schutzrohr zu versehen, das im Fall eines Defekts den Deich vor dem Wegspülen schützen soll bzw. Reparaturarbeiten ermöglicht, ohne dass im Bereich der Dämme geschachtet werden muss. Das neue Schutzrohr liegt auf Mönchenhöfer Seite bereit und wird dann eingezogen.

Der alte Trinkwasserstrang von Mönchenhöfe nach Klossa, über diese Leitung wird auch die Ritterburg in Schweinitz versorgt, wurde zu DDR-Zeiten gebaut. Das Gelände, durch das die alte Leitung führt, ist zugewachsen und sumpfig. Darum wurde die neue Trasse um etwa 50 Meter verlegt. Hier sei es einfacher, die erforderlichen Arbeiten auszuführen, Probleme mit dem Anbinden der Trinkwasserleitungen beidseits der Schwarzen Elster werden nicht erwartet. Bis das Wasser durch den neuen Düker fließen kann, werden aber noch einige Wochen vergehen, rechnet Thomas Riedel vor. Es muss eine Druckprüfung erfolgen, es ist zu spülen und zu kontrollieren und schließlich die Hygienefreigabe einzuholen, benennt Riedel einige der folgenden Arbeitsschritte. Der Anschluss des Klossaer Trinkwassernetzes könne nur wenige Meter von dem jetzigen Standpunkt des Horizontal-Spülgerätes erfolgen, das sich nach einer Testphase nun übrigens in der Serienproduktion befindet, wie André Günther noch anmerkt.

Immerhin ist mit dem Düker eine Distanz von 170 Metern zu überwinden. Dafür wird schon Spezialtechnik benötigt, vermittelt wurde sie über die Kontakte zu einem Baubetrieb in Hohenstein-Ernstthal. Und Thomas Riedel räumt ein, dass dieses anspruchsvolle Projekt schon für schlaflose Nächte gesorgt hat. Aber nun dreht es sich, im wahrsten Sinne des Wortes. Meter für Meter verschwinden Metallrohre im Erdreich.

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Kreis Wittenberg

Traum von der Brücke

VON SVEN GÜCKEL, 15.05.12, 20:37h, aktualisiert 15.05.12, 20:59h

Willi Globig und Helga Gronewold studieren bereits eifrig die alten Unterlagen zur Elsterbrücke. (FOTO: SVEN GÜCKEL)

KLOSSA/MZ. Ein ganzes Dorf träumt einen Traum. Eines Tages, so glaubt man in Klossa, verbindet eine Brücke den Ort wieder mit seinem Nachbarn Mönchenhöfe. In ihrem Glauben bestärkt werden die Einwohner nun durch ein Geschenk aus München.

Dort wo sie einst stand, thront heute ein schiefer Pfeiler. Schmeichelnd umspült durch die Schwarze Elster, ist das Gestein ein Relikt vergangener Zeiten. Als am 8. Mai 1954 die hölzerne Brücke, die Klossa mit seinem Nachbarn Mönchenhöfe verband, glorreich, zünftig und umhüllt von einem Meer aus roten Fahnen eingeweiht wurde, war auch Friedrich Herfort unter den geladenen Gästen. Der heute 78-Jährige war Teil des Montageteams, leistete als Lehrling der bauausführenden Firma viele Arbeitsstunden auf dem Bauwerk ab. Es sei ihm ans Herz gewachsen, betonte er später.

Einsturz durch Panzer

Wohl auch deshalb freut er sich, dass man in Klossa der Brücke bis heute nachtrauert und die Schmach ihres Abrisses schnellstmöglich tilgen will. Zum Einsturz brachten sie 1969 russische Panzer. Durch Überlastung und Hochwasser geschwächt, bestand Gefahr für die Allgemeinheit, weshalb das Ende kaum zu vermeiden war. Dennoch, der Verlust raubte dem Dorf ein Stück seines Selbstwertgefühls. Unablässig wirbt man deshalb seit Jahren für den Neubau, wenn nötig auch in kleinerem Maßstab als das Original.

Der symbolische Brückenschlag, vollzogen jedes Jahr im März durch die Feuerwehren der Nachbarorte mit kräftigen Wasserstrahlen von den beiden gegenüber liegenden Ufern, soll der Sehnsucht Ausdruck verleihen und, so die Hoffnung, Spenden in die noch leere Baukasse spülen. Friedrich Herfort, der heute in München lebt, seiner Heimat aber nach wie vor eng verbunden ist, will helfen, den Brückentraum Wirklichkeit werden zu lassen. Aus diesem Anlass übergab er an Willi Globig, Vorsitzender des Heimatvereins Klossa, und Ortschronistin Helga Gronewold einen prall gefüllten Ordner. In ihm befinden sich Fotos und Kartenmaterial, vor allem aber die alten Baupläne für das Brückenwerk.

Modell gibt es bereits

Anhand derer hatte Herfort vor Jahren ein maßstabsgetreues Modell angefertigt. Dieses, sowie ein Modell der einstigen Mühle des Dorfes, die heute ihre Flügel in Werder kreisen lässt, hatte er Klossa bereits als Geschenk überlassen. Zu besichtigen sind sie im Dorfgemeinschaftshaus.

Jetzt gilt es, die Unterlagen aufmerksam zu lesen und auszuwerten. Vielleicht, so die Hoffnung der Klossaer, bekommen sie ihre Brücke über die Schwarze Elster ja doch noch einmal zurück, neu und standhaft für etliche Jahre.

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Jessen

Pflege kann Kraftakt werden

VON GABI ZAHN, 11.05.12, 19:31h, aktualisiert 11.05.12, 22:19h

Nach der Theorie zeigt Schwester Ulrike Rohnke, wie die Körperpflege einer Patientin im Bett erfolgt. Zur Verfügung stellt sich dafür Praktikantin Mandy Neubauer. (FOTO: GABI ZAHN)

JESSEN/MZ. Werden Angehörige zum Pflegefall, ändert diese Situation das Leben der gesamten Familie und bringt vor allem denjenigen, der sich der häuslichen Pflege widmet, oft an die Grenzen seiner Kraft. Selbst dann, wenn Pflegedienste integriert sind. Diese Erfahrung machen zum größten Teil die etwa 30 Frauen und Männer, die der Einladung des DRK und der AOK gefolgt sind, "Pflegekurse für pflegende Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen" zu besuchen. Seminarort ist die Tagespflegeeinrichtung im Jessener Gewerbepark. Vier Kurse werden angeboten. Kostenlos. Das erste Thema beinhaltete das Einmaleins der Pflege zu Hause.

Mehr Teilnehmer als erwartet

"Die Resonanz ist weitaus höher als erwartet", sagt Birgit Leipziger. "Wir sind froh, dass so viele gekommen sind. Es zeigt, dass so ein Angebot dringend gebraucht wird." Als Bereichsleiterin für häusliche Pflege des DRK hat sie den Kurs gemeinsam mit Hans-Jürgen Schulz, zuständiger Regionalleiter der AOK Sachsen-Anhalt, organisiert. Er ergänzt: "Pflege ist ein harter und stressiger Job", und verdeutlicht: "Die Angehörigen leisten dieselbe Arbeit wie die Schwestern im Pflegedienst. Nicht selten 24 Stunden lang. Deshalb liegt uns viel daran, dass wir ihnen sowohl mit Wissen, aber vor allem mit praktischen Hinweisen Hilfestellung geben." Schwester Ulrike Rohnke erläutert Grundregeln der häuslichen Pflege zunächst per Lichtbilder-Vortrag. Sie hat als Praxisanleiterin eine spezielle Ausbildung absolviert. Allen ist klar: Nicht nur die Pflege an sich, sondern auch die Notwendigkeit, all diese Dinge, die Kontakte zu Ärzten, Schwestern, Therapeuten und Behörden im Überblick zu behalten und zu managen, füllen den Alltag einer Pflegenden häufig bis zur letzten Minute aus.

Der zweite Teil des Seminars findet direkt am Pflegebett statt. Praktikantin Mandy Neubauer stellt sich als Patientin zur Verfügung. "Achten sie darauf, dass das Bett für sie die richtige Arbeitshöhe hat", rät Ulrike Rohnke. Sie zeigt unter anderem, wie das Waschen mittels mobilen Haarwaschbeckens funktioniert, wie die Mundhygiene erfolgt, und sie erläutert: "Wir haben in der Ausbildung gelernt, jedes Körperteil zweimal zu waschen." Oft ist es schwer, das richtige Maß an Pflege zu finden. Als "gute Tochter" oder "guter Sohn" möchte man die kranken Eltern freilich hingebungsvoll bemuttern. Schuldgefühle, das eventuell nicht zu können, kennen einige. Eine Pflegeperson, die nicht zur Familie gehört, hat es an dieser Stelle einfacher, Grenzen zu ziehen und auch kleine Forderungen an den Patienten zu stellen. "Bei aller Fürsorge: Machen sie nicht zuviel, sondern nur das, was ihr Angehöriger nicht mehr kann. Alles, was er noch selbst tut, fördert seine geistigen und körperlichen Aktivitäten", verdeutlicht Ulrike Rohnke. Generell gelte das Prinzip: "So, wie ich selbst gepflegt werden will, so möchte ich auch pflegen." Das findet Resonanz: "Die DRK-Schwestern geben sich sehr viel Mühe", lobt Elke Metzker, die sich um ihre Mutter kümmert. Und sie kritisiert: "Die vorgesehenen Zeiten laut Punktekatalog sind viel zu kurz. Diejenigen, die das alles festgelegt haben, sollten selbst eine Weile die Umsetzung am eigenen Körper erleben." Es bleibt Zeit für sehr persönliche Gespräche. Für Elke Globig aus Klossa, die ihren Schwiegervater pflegt, ist das der Moment, vor allem den DRK-Schwestern in der ambulanten und in der Jessener Tagespflege zu danken: "Es ist nicht einfach, doch ihr macht wirklich oft mehr als bezahlt wird."

Ein schwerer Anfang

Auch Thomas Weinigel aus Jessen hat das Seminar interessiert verfolgt. Er pflegt seinen Vater: "Gut, dass so etwas angeboten wird. Jeder, der plötzlich mit einem Pflegefall konfrontiert wird, sollte die Möglichkeit zu so einem Kurs haben." Das kann Gudrun Meilick aus Axien nur bestätigen. "Viele Dinge, die ich heute erfuhr, haben mich bestätigt, dass ich es richtig mache. Doch damals, als meine Mutter im Oktober 2010 aus dem Krankenhaus kam und bettlägerig war, brach erst mal eine Welt zusammen. Einige Handgriffe haben mir Schwestern dann vor Ort erläutert. Anderes hat die Erfahrung mit sich gebracht. Doch schwer ist es dennoch, zumal ich selbst gesundheitlich angeschlagen bin. Da gehen manche Tage an die Substanz." Großen Rückhalt bietet die Familie. "Wenn die nicht wäre und mein Mann mir helfen würde, könnte ich das nicht bewältigen."

Doch bei aller Schwere, die solche Situationen mit sich bringen, kennen die Betroffenen auch andere, sehr schöne Momente: das zufriedene Lächeln der Mutter oder des Vaters, das leise Dankeschön in jener Stimme, die die erwachsen gewordenen Kinder schon Zeit ihres Lebens kennen.

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Kreis Wittenberg

Mit kritischen Blicken

VON HANS-DIETER KUNZE, 06.04.12, 18:33h, aktualisiert 06.04.12, 18:47h

Eckhard Kase, Ronny Hanl, Kerstin Neumann und Jochen Krüger (v.l.n.r.) überprüfen das Seydaer Fließ und das Umfeld. (FOTO: KUNZE)

JESSEN/MZ. Während der Gewässerschau im Unterhaltungsverband "Schwarze Elster" wurden die Grabensysteme zweiter Ordnung überprüft. Das Netz, hauptsächlich auf dem Gebiet des Altkreises Jessen gelegen, hat eine Gesamtlänge von rund 640 Kilometer. Begutachtet wurden auch Gewässer im Raum Leetza, Raßdorf, Klebitz, Zahna, Mühlanger und Dietrichsdorf. Sie gehören zum Zuständigkeitsbereich des Unterhaltungsverbandes, der seinen Sitz im Jessener Stadtteil Kleinkorga hat.

Sieben Schaukommissionen wurden gebildet, die Auswertung fand anschließend in Jessen statt. Einzeln trugen die Schauführer die Ergebnisse ihrer Begehungen vor. Es gab keine größeren Beanstandungen, die Gewässer seien zum größten Teil in einem sehr guten und guten Zustand wurde unisono festgestellt. Der Kommentar vom Axiener Gerhard Böhme lautete: "Der Unterhaltungsverband leistet seit Jahren schon eine gute Arbeit." Böhme, Vorstandsvorsitzender vom Landgut "Elbeland" Axien, war Schauführer im Bereich VI im Raum zwischen Prettin, Plossig, Axien und Gerbisbach.

Reinhard Zeidler, Schauführer im Bereich V im Raum Grabo, Klöden, Kleindröben und Gorsdorf-Hemsendorf konnte das ebenfalls bestätigen: "Wir haben überall saubere Grabenbilder vorgefunden." Beanstandungen in den insgesamt sieben Schaubereichen wurden dennoch benannt. Die sind allerdings nicht auf eine Vernachlässigungen des Verbandes zurückzuführen, sondern habe andere Ursachen. Hauptsächlich waren es Schäden an den Grabenböschungen, die durch Wild, vor allem Schweine, verursacht werden. Dadurch kommt es zu teilweisen Abrutschungen und in der Folge zu Überschwemmungen angrenzender Felder. Der Vorstandsvorsitzende des Unterhaltungsverbandes, Dietmar Brettschneider, brachte den Vorschlag ein, diese Stellen, wo es scheinbar reichlich Nahrung für Wild gibt, mit Schotter aufzuschütten, um so den Schwarzkitteln den Appetit zu verderben. Allerdings, alle Maßnahmen seien eine Kostenfrage. Dafür gäbe es keinen Euro mehr an Zuwendungen.

Ein Problem, das offensichtlich größere Ausmaße annimmt, sind Bisamratten, die Schäden verursachen, ebenso Nutrias. "Nutrias dürfen und werden bejagt, Bisamratten allerdings sind noch nicht freigegeben", so Brettschneider. Dass Biberpopulationen seit Jahren schon ein Problem sind, ist hinlänglich bekannt. Allerdings unterliegen sie strengsten Arten- und Naturschutzbedingungen. Dazu äußerte sich Martina Wystyrk, Mitarbeiterin bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Wittenberg und zuständig für den Artenschutz. Sie könne sich zu diesem Thema kurz fassen und verwies auf einen 140 Seiten umfassenden Beitrag auf einer Internetseite des Landkreises. "Da ist alles über so genannte Biberkonfliktstellen und dem Umgang damit zu erfahren", sagte sie.

Dämme, durch Biber angelegt, wurden an zahlreichen Stellen registriert. So auch am Fließ zwischen Seyda und Gadegast. Dieses recht gewaltige Bauwerk ist bekannt und hat Bestandsschutz. Die Truppe von Schauführer Jochen Krüger aus Gentha vermerkte sie im Schaubericht im Bereich III. Der reicht von Arnsdorf über Ruhlsdorf, Listerfehrda und Seyda bis nach Mark Zwuschen. Insgesamt 60 Graben-Systeme umfasst dieser Bereich. "Natürlich können wir in der Verfügung stehenden Zeit nur Stichproben an Schwerpunkten machen", erklärte Krüger. Mit ihm waren Eckhard Kase von den Vereinigten Agrarbetrieben Seydaland, Ronny Hanl aus Listerfehrda sowie Kerstin Neumann von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Wittenberg unterwegs.

Karlheinz Thiele von der Agrargenossenschaft Holzdorf begutachtete mit Harald Zaremba als Schauführer sowie Heinz Müller aus Schweinitz die Gewässer im Bereich II zwischen Schweinitz, Holzdorf und Buschkuhnsdorf. Thiele kritisierte, dass nach dem Hochwasser der Schwarzen Elster im Herbst 2010 der asphaltierte Weg von Klossa nach Jessen in der Nähe von Schweinitz noch immer an einer Stelle aufgebrochen sei und über ein Feld gefahren werden müsse. Der Durchbruch war beim Hochwasser als Abflussmöglichkeit geschaffen worden. Auch hier konnte Brettschneider nur mit den Achseln zucken: "Kein Geld."

Das System der Gewässer zweiter Ordnung im Betreuungsbereich des Unterhaltungsverbandes sei insgesamt zu überprüfen und eventuell zu ändern, lautete eine weitere Meinung bei der Auswertung der Schau. "Wir setzen auch da all unsere Hoffnungen auf das vom Land initiierte Pilotprojekt zur Verbesserung des Wassermanagements in der Region", meinte Geschäftsführerin Elke Sebastian.

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Wind kontra Wasserstrahlen

VON EVELYN JOCHADE, 05.03.12, 19:29h, aktualisiert 05.03.12, 20:34h

Der Klossaer Pilot Peter Urban hatte bestimmt einen prima Ausblick auf die beiden Ufer der Schwarzen Elster und den versuchten Brückenschlag. (FOTO: EVELYN JOCHADE)

KLOSSA/MÖNCHENHÖFE/MZ. Es war wieder einmal lausig kalt zum so genannten Brückenschlag über die Elster. Aber das sind die Klossaer und auch die Mönchenhöfer inzwischen gewöhnt. Genau für dieses Szenario hatten sie sich mit alten Paletten und Holzscheiten vorgesorgt. Doch zunächst vertrauten die Klossaer dem Wetterbericht. Der sagte ausgerechnet dem Landkreis Wittenberg Sonnenschein voraus. Was von solchen Versprechungen zu halten ist, erfuhren die Brückenschließer aus erster Hand. Blasius pfiff eiskalt und ungehindert die Elster entlang. Sogar der Mitteldeutsche Rundfunk hatte von der Sache Wind bekommen und am Sonntagmorgen den weiten Weg zum Brückenschlag nicht gescheut. Lange hielten es dessen Vertreter allerdings nicht aus und verabschiedeten sich nach erfolgter Befragung zu der Aktion ins wärmende Auto.

Die gestählten Dorfbewohner hielten durch und konnten dem Ganzen tatsächlich noch etwas abgewinnen. Fröhlich wurde geschnattert, allen voran die Kameraden und Kameradinnen beider Feuerwehren, die letztlich jedes Jahr aufs Neue den Brückenschlag anschieben. Die Feuerwehren von Klossa und Mönchenhöfe halten dabei ihre Strahlrohre über die Schwarze Elster und erinnern mit den Wasserstrahlen an die Brücke, die sich einst hier befand. Es war, wie ein Herbeirufen des Frühlings. Selbstverständlich floss der Glühwein, dem hauptsächlich Damen zusprachen, reichlich. Auch durch ihn wurden die Wangen rot. Die Herren hielten sich tapfer an Bierflaschen fest. Ab und zu warf man auch einen prüfenden Blick auf die kräftigen Bögen der Wasserstrahlen, die immer mal wieder versuchten, in der Mitte des Flusses einander zu treffen. Doch leider vergeblich. Genau wie den Königskindern an beiden Ufern war es ihnen auch an diesem Märztag des Jahres 2012 nicht vergönnt.

Doch falls jemand die Sehnsucht übermannen sollte, die Klossaer Wehr hatte vorgesorgt. Egbert Uhde präsentierte nagelneue, noch originalverpackte Schwimmwesten. Doch was, wenn sie zum Einsatz kommen müssten? Gerd Walter, gebürtiger Klossaer und heute in Arnsnesta ansässig, hatte dazu seine eigene Meinung: "Das Anlegen geht bei den Feuerwehrleuten ganz schnell. Das ist so als wenn eine Frau Büstenhalter und Nylonstrümpfe anzieht. Ruck, zuck. Wir Männer bräuchten dazu einen halben Tag." Dem war nichts hinzuzusetzen. Apropos setzen. Die weißen Metallstühle, die die Organisatoren in Klossa extra aus dem Dorfgemeinschaftshaus an die Elster geschleppt hatten, blieben weitgehend ungenutzt. Nur hin und wieder ließ sich ein erschöpfter "Brückenschläger" mal für einen Moment erschöpft darauf fallen. Doch die fehlende Sonne verhinderte die erhoffte Bräunung. Dagegen konnte man durchaus schwarz werden, als die Klossaer endlich ihr Feuer angeworfen hatten und es fast wie in Pompeji Asche regnete.

Allerdings nicht genug, um den Frevel zu bedecken, welcher da entlang des alten Dammes begangen worden war. Alte Bäume hatte man dort abgesägt. Angeblich, um einen neuen Damm zu errichten und die Menschen künftig vor der übermütigen Elster zu schützen. Alles Lüge! Die wahre Antwort lag wortwörtlich in der Luft und einige Klossaer gaben es auch noch zu: "Die mussten weg, sonst hätte doch der Flieger uns nicht gesehen." Ja und da kam Peter Urban auch schon angeschnurrt mit seinem Kleinflugzeug. In respektabler Höhe überflog er die Feiernden. Die hätten gern gesehen, dass er mit seinem Flieger durch die Fontänen stechen würde und so den Bogen schließe, doch der erfahrene Pilot hielt gebührenden Abstand. Trotz aller Widrigkeiten am Sonntag, an dem Mönchenhöfer und Klossaer weder eine feste noch eine flüssige Brücke über den Fluss spannen konnten, gab es eine, die dennoch verband: Ein ganz lautes und herzliches "Happy Birthday" stimmten alle für das Mönchenhöfer Geburtstagskind Henry Sachse an. Und es schallte von Ufer zu Ufer.

Quelle: www.mz-web.de


Ein Kälteopfer mehr in Europa (248)

 vonpichelstein@08.02.2012 – 18:30:01

 04. Februar 2012, Klossa/Dorfkrug

 Bereits am frühen Nachmittag parkt der Bus am Dorfkrug zu Klossa. Ein nahezu heiliger Ort unter Bewohnern und Radfahrern der Gemarkung Jessen/Elster, nahe Wittenberg. Mit dem Rad kommt heute allerdings niemand durch; weiterhin bewegen sich die Kältegrade knapp unter der Diesel-Ausflockgrenze. „Bald werden sie wieder vom Jahrhundertwinter reden“, sagt ein Doktor dem anderen. „Wie wahr, dabei ist’s doch jedes Jahr winters dasselbe Spiel.“ „Und erst die Klimakatastrophe…“ Da ist er schon, Marcus, heutiges Geburtstagskind, somit Veranstalter eines späterhin mindestens als großartig zu bezeichnenden Abends. Doktoren werden in den Krugsaal hineingeführt, staunen über die großangelegte Licht- und Tonanlage zur Beglückung des Publikums. Auch an den Skatpokalurkunden der letzten drei Jahre verharren sie anerkennend. Inge hat Kaffee und Bockwürstchen fertig.

Nun befällt einen nicht jeden Tag ein Déjà-vu. Inge, Senior-Chefköchin im Dorfkrug (ehedem Messe-Häppchen-Profiteuse in Leipzig, GDR, brachte somit vielleicht erstmals Kaviar und Aal nach Klossa) mag zwar 10 Jahre mehr auf dem Buckel haben, als das gestrige Velten-Körnchen. Doch Inge hat’s ebenso faustdick hinter den Ohren, flirtet mit Doktor Makarios, als gäb’s kein Morgen. „Ich kann das auch noch mit der Stange, wie diese jungen, nackschen Dinger heutzutage. Nur würd ich mindestens 500 € nehmen!“ Verblüfft sieht man sich an, bekommt dafür Klapse auf den Po geschenkt, nun denn. Schnell zu den Bockwürsten, dann ins Sky-Bundesligazentrum. Gastfreundschaft kennt keine Grenzen, herrlich.

Ende der 2. Halbzeit steckt Grand Seigneur KuK den Kopf durch die Tür, immer wieder schön und Hallo, Russ and the Velvets haben’s Tagesziel dito erreicht. Es wird sechs und sieben, gefühlt könnte es bereits Mitternacht sein. Doch dafür stehen, bzw. sitzen sie alle noch, die Gäste im Dorfkrug. Marcus wird von allerlei Händen bedrückt; die Geschenkecke quillt über. Am Katzentisch, vorne an der Schnapsbar, sitzen auch welche, tippen wir mal auf Nachbarn. „Die trauen sich nicht rein“, sagt ein Doktor dem anderen, auf dem Weg zur Feuerschale, der heutigen Rauchstätte, immer bestens besucht. Möglichst mit der Flasche oder dem Schnapsglas in der dafür vorgesehenen Hand. Jene Feuerstelle wird gewiss Mitschuld daran tragen, dass Doktor Pichelstein zwei Tage nach Klossa fiebrig hinüber ist. Nun gut, wer nach einem durchaus kräftezehrenden Konzert mit schweißnassen Haaren durch Sibirien stakst, sollte sich darüber nicht wundern. Erst als die ersten, vereisten Haarbüschel beim Wuseln abbrechen, wird an leichte Kopfbedeckung gedacht. Zu spät, ein Kälteopfer mehr in Europa: Doktor Pichelstein.

Die Doctors spielen heute Sandwich. Zwischen Hamburger Blumfeld-Verehrern und jenem Cottbus-Kommando, das es nur einmal geben kann: Russ and the Velvets. Diese Kombi gab es schon einmal: 2005 in Großenhain, Open Air. Einst wurden die Velvets, je näher sie sich an den Zugabeblock heran kämpften, immer nackiger. Heute kleiden Big Boss Russ Rockerstrapse nebst Heldenröckchen. Alles in allem: Voyeure des Dramas, Adieu Tristesse!

Das alles erst später; Pratajevs Erben spielen auf und es macht großen Spaß. Der Dorfkrug sitzt bereits nach wenigen Minuten Kopf. Makarios jongliert mit delikaten Zutaten des pratajevschen Wörterbuches, Pichelsteins Gitarre wird mit reichlich Bühnenwodka angetrieben; der Lichtmann am Pult zaubert wie einst Arthur Penn es tat. Dann reicht’s. Raus an die Schnapsbar, respektive Kälteopfer werden an der Feuerschale. So vergeht sie, die Nacht zu Klossa an der Schwarzen Elster. Die letzte Band sorgt filigran dafür, dass alles im Fluss bleibt. Noch zwei bis vier Pfefferminzgetränke in Grün an der Bar, Doktoren werden hernach mit den Velvets nach Schweinitz, ins „Haus am Wald“ aufbrechen, um am nächsten Frühstückstag gemeinsam ordentlich Schimpfe zu bekommen.

"Sie haben geraucht!“
"Wir haben sogar geatmet.“
"Generalreinigung!“
"Wasserleitungen abgestellt.“
"Oder eingefroren."
"Kann sein."
"Warst Du auch noch auf dem Klo?“
"Wie sollte ich das mit den Wasserleitungen denn wissen?“
"Zimmermädchen möchte ich jetzt nicht sein.“
"Nee.“
"Wo ist Schlüssel zwei?“
"Oh, hier, nee, das die Vier“.
"Dann steckt die Zwei in der Vier.“

So geht das eine kurze Weile hin und her. Am Ende sind die Autoscheiben freigekratzt, der Rücktransfair gen Klossa darf starten. Vielen Dank, lieber Marcus, großer Abend, großes Fest.

The Russian Doctors

Quelle: http://pichelstein.blog.de/2012/02/08/kaelteopfer-mehr-europa-12714870/


Kreis Wittenberg

Fünf Bands als Geschenk zum 40. Geburtstag

VON HANS-DIETER KUNZE, 05.02.12, 20:25h, aktualisiert 05.02.12, 21:17h
Zum Auftakt der Geburtstagsparty von Marcus Mehlis spielte die Indie-Band «Pillbox Tales» aus Hamburg (FOTO: KUNZE)
 
KLOSSA/MZ. Er weiß nicht, was ihn geritten hat. Runde Geburtstage hat er bisher stets ignoriert. "Das war nie mein Ding", meinte Markus Mehlis achselzuckend. Doch dieses Angebot konnte er einfach nicht ausschlagen: Fünf ganz unterschiedliche Musik-Formationen hatten Wind bekommen von seinem 40. Geburtstag und ihr Kommen unwiderruflich angekündigt: "Marcus, für dich, die Familie und deine Freunde spielen wir nur zum Spaß und ohne Gage. Also, lass dir was einfallen in Klossa." Bei Egbert Uhde, Wirt der Gaststätte "Zum Dorfkrug", stieß er sofort auf offene Ohren.
Geburtstagskind Marcus Mehlis. (FOTO: KUNZE)

"Pillbox Tales" ist eine Hamburger Band. Indie-Rock bildet den Hauptteil des Repertoires. Sie machten den Auftakt bei der Geburtstagsparty, stimmten ein auf einen langes, schönes Musikerlebnis. Aus Leipzig mit Gitarre und Gesang dabei die "Russian Doctors" . "Russ and the Velvets" sind Cottbuser Musiker, ihr Angebot reich gemixt, manchmal nicht ganz klar zu definieren, Trash eben. "The Antikaroshi" kamen aus Potsdam nach Klossa. Hardcore ist ihre bevorzugte Stilrichtung.

Jüterboger Band zum Schluss

Zum Abschluss, gegen Mitternacht, trat "Hahnenschrei" aus Jüterbog auf. Ein systemübergreifendes Urgestein der Musikgeschichte. 1984 zu DDR-Zeiten gegründet, dann alsbald verboten, tingeln die Musiker heute noch immer durch die Lande. "Wir lassen uns nicht unterkriegen", unterstrich Bandleader und Gitarrist Willi Scherz. Titel zu covern, davon haben sie noch nie etwas gehalten. "Hahnenschrei" spielt grundsätzlich nur eigene Songs, kritisch, dem ehemaligen Ostrock treu geblieben.

Wieso kamen so viele Musikgrößen zur Gratulation nach Klossa? Marcus Mehlis klärte auf: "Ich war nie eine bekannte Musiker-Persönlichkeit, kenne mich aber in der Szene bestens aus." Er meint damit vor allem die Zeit, als er die noch heute bestehende Gruppe "Sandow" aus Cottbus managte und andere Formationen über eine Agentur vermittelte. Kai-Uwe Kohlschmidt, der Sänger von "Sandow", kam ohne Band zum Gratulieren nach Klossa. Kurze Zeit hat Marcus Mehlis mal in der Band "Polytoxomanic" getrommelt.

"Ich finde es ganz toll von den Jungs, dass sie an mich gedacht haben und zu meiner Party gekommen sind", sagte er beeindruckt. Die Zeit als aktiver Musiker und Manager ist für ihn passé. Seit Jahren arbeitet Marcus Mehlis im Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt in Jüterbog als Altenpfleger. "Das ist mein Traumberuf, ich bin mit Leib und Seele dabei", erklärte der gelernte Koch. Ein Kollege von ihm ist dort Wilhelm Scherz, eben der Gitarrist von "Hahnenschrei". Marcus Mehlis wuchs in Schönewalde im heutigen Elbe-Elster-Kreis auf. Bis er seine Frau Uta kennenlernte, die ihn nach Klossa "holte". Zwei gemeinsame Kinder haben sie. Robert, neun Jahre war mächtig stolz an diesem Abend. Es war das erstes Live-Konzert in seinem Leben. Und das quasi vor der Haustür. Gemeinsam mit seinem Bruder Lennart (sieben) wollte er möglichst lange durchhalten. Schließlich sind ja Winterferien.

Marcus Mehlis' Eltern gehörten zu den Gratulanten, Karin und Hans-Jürgen aus Schönewalde freuten sich über die große Party. Ebenso Christiane, die Schwester von Marcus. Sie ist in Potsdam zu Hause. Dani begab sich von Augsburg aus auf den Weg an den Elsterstrand. Sie stammt aus Falkenberg. Markus hat sie ab und an bei "Sandow"-Konzerten getroffen. "13 Jahre habe ich Markus nicht mehr gesehen. Um so mehr freue ich mich über die tolle Party."

Viele alte Bekannte

Ebenfalls aus Falkenberg stammt Udo Graßmann, jetzt lebt er in Nürnberg. Zu DDR-Zeiten sei er mal in Klossa gewesen. 17 Jahre ist es her, dass er Marcus das letzte Mal gesehen hatte. 20 Jahre sind es bei René. Er ist wieder nach Berlin zurückgekehrt. Markus hat er in der Schule in Schönewalde kennen gelernt, als er mit seiner Familie von Berlin hierher gezogen war.

Für die Fete hatte Marcus Mehlis ein Hausschwein geschlachtet. "Es ist naturnah aufgewachsen. Denn nach wie vor bin ich strikt gegen Schweinemastfabriken, so wie eine in Gerbisbach entstehen soll."

Quelle: www.mz-web.de


Quelle MZ vom 31.01.2012




Kreis Wittenberg

Kleckern ist hier ausdrücklich erlaubt

erstellt 18.12.11, 20:19h, aktualisiert 18.12.11, 21:12h

Eike Geißler (vorn, li.) geht den Kindern mit den Formen zur Hand. (FOTO: JOCHADE)

Schweinitz/Klossa/MZ/ejo. Da hatten die Erwachsenen mal eine super Idee, fanden die Kinder aus Klossa. Schon tagelang vorher freuten sie sich auf die Kinderweihnachtsfeier im Ort. Aber vorher sollte es in die Kerzenmanufaktur nach Schweinitz gehen. Was sie da erwartete, wussten selbst nicht alle Eltern, denn wie bei so vielen Autofahrern, deren Weg sie tagtäglich dort vorbei führt, lag auch bei ihnen die Betonung auf "vorbei".

Umso überraschter waren vor allem die Muttis in der Manufaktur über deren Ausgestaltung und den Ideenreichtum der Inhaberinnen Silke Unger und Eike Geißler. Mit dem Öffnen der Tür befanden sich die Klossaer in einer filigranen Welt, passend zum Thema Weihnachten. Vieles aus Wachs gefertigt und bunt verziert. Voller Spannung ließen sich Kinder und Erwachsene gleichermaßen in die bevorstehenden Arbeitsschritte einweisen, denn die kleinen Kerzenmacher wollten nach eineinhalb Stunden bereits ein fertiges Windlicht mit nach Hause nehmen.

Dafür hatten die Fachfrauen schon einige Vorbereitungen getroffen und Formen bereitgestellt. Oben im Raum, auf einem Brett, konnten fertige Windlichter bewundert werden. Und zwar in allen wählbaren Farben, von gelb über hellblau und orange bis hin zu rot und grün. Die Entscheidung für eine der tollen Farben fiel allen sehr schwer, hatte aber noch etwas Zeit. Zuerst wurden die Formen, die an einem kleinen, hölzernen Gestell hingen, mehrmals in weißes flüssiges Wachs getaucht. In der notwendigen Trockenzeit dazwischen wurde noch immer über die Farbwahl diskutiert.

Letztendlich aber waren es die Kinder, welche die letzte Entscheidung trafen. Die fünfjährige Charlotte Matthias, die sich zu Beginn auf eine rote Kerze festgelegt hatte, favorisierte nun doch eine orangefarbene. Und so ging es einigen Kindern, gleich ob sie drei oder dreizehn Jahre alt waren. Schön waren die Windlichter in allen Farben. Endlich waren die Tauchvorgänge vorbei und die Kerzen hatten inzwischen ihre Grundfarbe angenommen. Vorsichtig auf eine Art Blumentöpfe gestülpt, erwarteten sie nach kurzer Trocknung den letzten Arbeitsschritt der 14 Kerzenkünstler. Jetzt konnten sich die Klossaer so richtig auslassen. Hier sagte niemand, bitte nicht kleckern. Ganz im Gegenteil. Hier war kleckern Pflicht. Zumeist hielten die Muttis die zylinderförmige Kerze fest und drehten sie langsam, während mit Hilfe eines Löffels die Mädchen und Jungen auf die Außenseite des Windlichts Farben ihrer Wahl rinnen ließen. Heraus kamen farbenfrohe Unikate, Hohlkörper, die eine verbreitet. Stolz und ganz besonders vorsichtig transportierten Johann, Melina, Robert, Matti, Thorben, Alischa und all die anderen Kinder ihr zerbrechliches Werk nach Hause.

Am Nachmittag konnten dann alle dem Weihnachtsmann von ihren Erlebnissen berichten, denn der kam zu ihnen in den Dorfkrug. Da hatte er auch seinen großen Sack mit den Geschenken dabei, nachdem er ihn zunächst doch tatsächlich im Wald vergessen hatte. Das wird sicher Thomas Hensel, äh, dem Weihnachtsmann bestimmt nicht noch einmal passieren, oder?

Quelle: www.mz-web.de


Jessen

Nach 15 Jahren noch voller Ideen

VON EVELYN JOCHADE, 14.09.11, 19:48h, aktualisiert 14.09.11, 20:25h

Die Line Dancer aus Klossa kamen ebenfalls zum Gratulieren zum "Wir" e.V. in Jessen und zeigten ein paar Tänze. (FOTO: MZ)

JESSEN/MZ. Einige Vereine, die in den Jahren des Wandels gegründet wurden, hat der Strudel der Zeit mit sich gerissen. Nicht so den "Wir" e.V. Dafür gibt es Gründe. Einer ist sicher die Ausrichtung des Vereins. Hier hatten sich in Holzdorf sieben Frauen zusammengefunden, die ihrem Schicksal trotzen wollten, die sich weder zu alt noch für das neue Leben nicht gerüstet fühlten und dennoch in dieser neuen Welt noch nicht angekommen waren. Mit ihrer Arbeits- und teilweise Perspektivlosigkeit wollten sie sich nicht abfinden. Der Zusammenschluss gab Mut. Diese Wurzeln sind nicht vergessen.

Täglich viele Besucher

Auch deshalb hat der Verein bis heute eine starke soziale Ausrichtung. Mit Kleider- und Möbelbörse und Nähstube, um nur einige Angebote zu nennen, halfen die Landfrauen inzwischen nicht nur sich selbst, wie der Beiname des "Wir"-Vereins sagt, sondern vielen hundert Menschen. 60 bis 70 Besucher nehmen täglich verschiedenste Angebote wahr. Allerdings ist die Entwicklung des Vereins, derzeit hat er 54 Mitglieder, nicht stehen geblieben. Es dauerte nicht lange, da wurde der Standort in Holzdorf zu eng. Nach einigen Stationen in Jessen befindet sich der Hauptsitz des Vereins seit 2008 in der alten Poliklinik in der Robert-Koch-Straße. Neue Aufgabengebiete sind hinzu gekommen. Vereinsvorsitzende Margit Mehr konnte im Kräutergarten des Vereins, im Jessener Kirschweg, anlässlich des Gründungsjubiläums einiges berichten. Beispielsweise, dass der Verein seit 2004 selbständiger Träger von Beschäftigungsmaßnahmen ist, 2005 die Jessener Tafel gründete und seither ein soziales Reisebüro betreibt. Die Angebote des Vereins aber nutzen schon längst nicht mehr nur Bedürftige. Es hat sich herumgesprochen, dass im Zuge des Sparens und der Nachhaltigkeit, hier auch neuwertiges und gut erhaltenes Spielzeug zu haben ist und nicht nur Kinder hier spielen können. Kreatives Gestalten, Handarbeitsnachmittage, Sport, Gymnastik sowie Computerkurse stehen ständig auf dem Programm und mit dem Kräutergarten ist eine kleine grüne Oase entstanden.

Engagement anerkannt

In diese kamen zum Jubiläum reichlich Gratulanten. Zu ihnen zählte auch Stadtoberhaupt Dietmar Brettschneider (CDU). Neben lobenden Worten hatte er eine für den Verein sehr erfreuliche Botschaft mitgebracht: Der Bürgermeister wird, in Anerkennung des großen Engagements, die Patenschaft über den Verein und dessen Wirken übernehmen. Diese Wertschätzung der Arbeit des Vereins wird sicher den Frauen und Männern helfen, auch ihre über 25 Projekte, die sie betreiben, weiter zu führen. Eines davon ist das Haus in der Robert-Koch-Straße, welches sich als ein so genanntes Sozial-kultur-touristisches Generationshaus darstellen soll, ein anderes die "Ehrenamtsbörse".

Ihr Jubiläum hatten sie gut vorbereitet und sorgten mit einem bunten Programm mit Musik vom Jessener Herzbuben Klaus Lauterbach und Tanz der Klossaer Line Dancer für Stimmung. Die Mitglieder selbst ließen in kleinen Sketchen ihre Vereinsgeschichte aufleben. Ein Trödelmarkt, eine Tombola und natürlich Kräuter aus dem Kräutergarten in jedweder Form gegen allerlei Leiden rundeten den Tag ab. Diejenige, die sich mit den hilfreichen Gewächsen am besten auskennt, ist Adelheid Minkwitz. Sie wurde am Sonnabend von Margit Mehr mit allen Ehren offiziell als Kräuterfrau des Vereins eingesetzt. Die Ideen gehen dem Verein und seiner rührigen Chefin offensichtlich nicht aus. Am 27. September hat sie 20 Betriebe der Region zum Erfahrungsaustausch eingeladen. "Warum", so fragte sie, "sollen wir nicht eine engere Verbindung pflegen? Auf gegenseitiger Basis natürlich, denn auch wir haben einiges zu bieten." So könnte sie sich vorstellen, die Kinderbetreuung oder auch das Gelände des Kräutergartens den Unternehmen für Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Unterstützung des Vereins heiße nicht zwangsläufig, dass Geld fließen müsse. Auch das Bereitstellen von Technik, wie sie zum Bearbeiten von größeren Flächen benötigt wird, wäre interessant. Schließlich bewirtschaftet der Verein rund acht Hektar Fläche.

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Modenschau mit Wiederverwertetem

VON EVELYN JOCHADE, 03.07.11, 20:08h, aktualisiert 03.07.11, 22:01h

Einen Hauch von Pariser Nachtleben brachten diese Damen mit ihrem Can-Can ins Festzelt, wo sie Stürme der Begeisterung auslösten. (FOTO: JOCHADE)

KLOSSA/MZ. Alle zermarterten sich die Köpfe darüber, wann es denn zum Klossaer Dorffest so ein "Schiet-Wetter" gegeben hatte? Es konnte sich niemand erinnern. Eine Husche schon, aber Dauerregen und kalt? Niemals!

Da musste doch was mit der Kommunikation zum obersten Wettermann, nein nicht Kachelmann, sondern Petrus, nicht funktioniert haben. Möglicherweise hatte Wilfried Globig als Chef des Heimatvereins, seinen Teller nicht abgegessen? Der Spekulationen waren einige, indes die Klossaer ließen sich ihren lang herbei gesehnten Heimatabend nicht vermiesen. Auch wenn sie die Jacken überziehen mussten, der Heimatabend als Auftakt des Festes fand statt. Und was die Zuschauer zu sehen bekamen, erwärmte sowieso ihre Herzen.

Beim Anblick der acht Sprösslinge, die den Programmreigen eröffneten, brauchte es keinen heißen Tee oder Schnaps. Sie erzählten die Geschichte vom kleinen Frosch, der unbedingt große und fette Fliegen haben wollte. Nachdem er einige Tiere ohne Ergebnis nach solchen gefragt hatte, hopste er doch fast einem Storch vor den Schnabel und vor Schreck gleich in die Rühlicken zurück. Seither soll er, so ist es überliefert, mit den kleinen Fliegen zufrieden sein, die ihm auch sehr gut schmecken.

Drinnen im Zelt erfreuten nun die Elstersänger ihr Klossa mit extra für diesen Auftritt gedichteten und komponierten Liedern. Mit "Halli, hallo das Wasser, das hatte uns im Griff. Es wurde immer nasser um unser Klossa-Schiff" und "Drei Meter vierunddreißig stand das Wasser bis zum Hals ." erinnerten die Männer an die Fluten im Herbst und im Frühjahr. Noch immer ist ja die Straße nach Löben gesperrt und das gerade neu gebaute Dorfgemeinschaftshaus stark in Mitleidenschaft gezogen.

Auch in Klossa gibt es Tratschweiber. Drei von ihnen unterhielten mit Sprüchen wie "Die Klossaer brauchen dieses Jahr kein Wassergeld zu zahlen, weil jeder seinen Vorrat im Keller hatte" vorzüglich. Doch nicht nur über das Hochwasser wussten sie etwas zu berichten. Auch soll im Dorfe ein Swinger-Club eröffnet werden. Mit dem Wissen in dieser Sache schien es bei den Damen allerdings nicht weit her zu sein, so meinte eine: "Aber man sperrt doch einen Hund in'n Zwinger." Doch dass Jenny Katze mit einem Laufenten-Erpel im Pool schwimmt und der Zuwachs in Klossa, der kleine Jacob, vier Beine hat, das musste noch gesagt werden. Gottlob, dabei handelte es sich um Jacob den neuen Esel.

Beim Durchkauen des gesamten Ortes vergaßen die Weibsen nicht, eine um die andere Flasche zu leeren, so dass Versprecher wie "Wir Klossaer stecken nicht den Sand in den Kopf" nicht verwunderten. Ähnliche Begeisterung bei den Auftritten der sieben Tanzgirls der Frauensportgruppe. Die "Hupfdohlen" rissen die gemütlich bei Bier und Wein Sitzenden regelrecht hoch, es wurde mitgesteppt und geklatscht. "Das hätten wir den Frauen gar nicht zugetraut, dass die die Beine noch so schmeißen können", scherzte ein Herr.

Höhepunkt der Veranstaltung war eine Modenschau besonderer Art. Hatten sich doch hinterm Festzeltsaal eigenartige Gestalten getummelt, kam nun ins Scheinwerferlicht, was sich da draußen zusammengebraut hatte. Zwei Müllmänner rollten je eine graue Tonne herein und siehe da, Christin und Renate steckten drin. Forthin führten sie Regie auf dem "Laufsteg".

Das Thema der Modenschau war offenbar die Wiederverwertung und so wurden tolle Ideen präsentiert. Ein Teebeuteloutfit oder eines aus Zeitungspapier. Original-Kommentar: "Wenn mal wieder nichts Gescheites in der Zeitung steht, als Kleidung taugt sie allemal." Auch ein Dress aus Milchpäckchen war zu bewundern. Selbst ein Vorschlag für das Hochzeitskleid der neuen Fürstin in Monaco ganz aus durchsichtiger Plastefolie war zu bestaunen. Eindeutig den Vogel abgeschossen aber hatte Thomas Hensel als Joghurt-Mann, der versicherte, all die Plaste-Becher und Alu-Deckel eigenhändig angebracht zu haben. Mit Abstand gewann er die Abstimmung, die über die Beifalllänge erfolgte. Da war das Zelt völlig aus dem Häuschen.

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Mann und Ross das Letzte abverlangt

VON H.-DIETER KUNZE, 14.06.11, 19:35h, aktualisiert 14.06.11, 19:38h

Beim Pferdetag in Klossa ging es um Sekunden und fehlerfreies Durchfahren des Parcours. (FOTO: KUNZE)

KLOSSA/MZ. Klossa war am Pfingstsonntag Publikumsmagnet. Der Tag des Pferdes hat sich längst als eine niveauvolle sportliche Veranstaltung herumgesprochen. So strömten die Besucher in Scharen herbei, mehr als 1 000 waren es nach den Angaben des Veranstalters. Das Gelände um den Turnierplatz war restlos zugeparkt.

Platz für Fahrer und Kutschen

Diese Probleme hatten die Kutschenlenker mit ihren Pferden und Karossen nicht. Im Fahrerlager war genügend Platz für Mann und Ross. Immerhin 28 Zweispänner, Einspänner und Vierspänner nahmen an dem Turnier teil, bei dem es um Sekunden, fehlerfreies Fahren und vor allem Geschicklichkeit ging. Organisiert hatten die Veranstaltung Thomas Hensel und Marcel Elstermann. Ohne die Mithilfe vieler Klossaer hätten sie es aber nicht in den Griff bekommen. Denn der Aufwand zum Präparieren des Parcours und der Erledigung zahlreicher Kleinigkeiten war enorm.

Es war der fünfte Tag des Pferdes in Folge. Da hatte man sich zur Eröffnung etwas ganz Besonderes ausgedacht. Ein DiscJockey hatte eine Eröffnungshymne zusammengestellt, eine Victoria-Kutsche der Familie Johl aus Klossa drehte imposant ihre Runden und schließlich stiegen Brieftauben gen Himmel. Aber dann wurde es ernst. Ein recht komplizierter Parcours war zu bewältigen. Der bestand aus elf Hindernissen, die es fehlerfrei zu durchfahren galt. Da waren Strohballen im Zickzack zu passieren, winklige Hindernisse aus Balken, wo die Kutschen im 90-Grad-Winkel hindurchgesteuert werden mussten.

Neu in diesem Jahr war eine Passage, bestehend aus Sandsäcken, Relikten des Elster-Hochwassers im vergangenen Herbst und Winter, Verkehrsleitkegeln mit Bällen auf der Spitze und einer Fahrt durch sechs Benzintonnen, leer natürlich. Kinder aus Klossa hatten sie beim traditionellen Osterfeuer fantasievoll mit Motiven versehen. Das Strohballenhindernis war mit Sperrholztieren verziert. Vorbild war der Minizoo in Klossa, der Heike und Thomas Rühlicke gehört. Sie gestalteten auch die Figuren. Es gab Sprintstrecken, bei denen die Pferde vom Kutscher auf Höchstgeschwindigkeit gebracht wurden. Der Bremser auf dem hinteren Trittbrett dagegen konnte eine kurze Verschnaufpause einlegen, um dann in der nächsten Kurve mit seiner Gewichtsverlagerung, Hinauslehnen nach rechts oder links und Rucken, die Kutsche auf dem richtigen Kurs zu halten. Das Durchfahren der Hindernisse erforderte viel Können. Rechts und links waren nur jeweils fünf Zentimeter Platz. "Das ist vergleichbar mit dem Einfädeln des Garns in eine Nadel", erklärte Mario Katze. Im Wechsel mit Ina Hensel moderierte er die Rennen und gab die aktuellen Zeitwerte und die Fehler durch. Jedes an- oder umgefahrene Hindernis kostete fünf Strafsekunden.

"Ein bisschen verrückt"

Mario Katze verkündete dem Publikum: "Um eine Kutsche zu lenken und zu unterhalten, da muss man schon ein bisschen verrückt sein." Für die drei Erstplatzierten gab es eine Fleischplatte mit jeweils einem Zweier- und Vierergespannmotiv. Angefertigt wurden sie in der Annaburg Porzellan Manufaktur. Außerdem wurden Geldpreise ausgeschüttet. In der Pause trabten neben den Pferdekutschen auch ein Esel- und ein Ziegengespann zum Gaudi der Besucher gemächlich über den Parcours. Etwas in Geduld mussten sich die kostümierten Frauen der Sportgruppe Klossa üben. So hatten sie Zeit für ein Gruppenfoto mit der Ponystute Fanny. Sie stand für Reitrunden zur Verfügung und wurde von Heike Ackermann aus Purzien am Zügel gehalten. "Eigentlich gehört sie aber meiner Tochter Elisa", klärte sie lachend auf

Quelle: www.mz-web.de


Kopfüber im Wasserkübel der Pferdetränke getauft

Jessen 21 Reiter der „Interessengemeinschaft Herzberger Wanderreiter“ waren am vergangenen Wochenende im benachbarten Sachsen-Anhalt unterwegs. Das Tagesziel hieß Lindwerder.

Die Herzberger Wanderreiter wurden in Klossa von den Einwohnern herzlich begrüßt. Foto: Evelyn Jochade / eja1

Bei der Rast im „Dorfkrug“ Klossa war man auch auf die vierbeinigen Gäste gut vorbereitet. Auf der Wiese hinter der Scheune stand genug saftiges Grün. Und große Wasserbehälter warteten auf durstige Pferdekehlen.

Einige der Wanderreitertruppe, die insgesamt rund 50 Mitglieder zählt und seit mittlerweile elf Jahren besteht, kamen von weiter her, so auch Eckehard Schaar aus Striesa, neben Monika Fritze Mitorganisator der Tour, dessen Pferd bis Klossa bereits 40 Kilometer gelaufen war. Die Ausritte der Gruppe, so berichtete Monika Fritze, gingen zumeist in Richtung Sachsen-Anhalt. Hier gebe es mit anderen Pferdefreunden viele freundschaftliche Kontakte. Klöden und Steinsdorf kenne man, nun gehe es nach Lindwerder. Doch zunächst ließen die Wanderreiter sich beim gemütlichen Ritt durch Klossa bestaunen. Dass diese Gangart manchem Gaul nicht immer recht sei, wussten Sarah (14) und Angelina (16) zu berichten. Deren Pino (11) und Whisky (4) sprinteten gern mal eine Strecke. Um das Gemüt der flotten Ponys abzukühlen, badeten sie unterwegs kurz in einem Gewässer. Ebenfalls Bekanntschaft mit Wasser machten auf der Wiese vom Klossaer Dorfkrug Emil (7) und Edwin (6). Die beiden jüngsten Wanderreiter wurden, wie das üblich ist, auf ihrem ersten selbstständigen Ausritt kopfüber im Wasserkübel der Pferdetränke getauft.

In Klossa aber werden sie bald wieder zu sehen sein. Allerdings anders als gedacht, denn die Wanderreiter aus Herzberg haben auch noch eine interessante Passion. Sie sind Schauspieler zu Pferde. Zu erleben waren sie schon beim Herzberger Tierparkfest mit dem Stück: „Der Weg nach Westen“. Dieses Stück werden sie auch zum Klossaer Pferdemarkt im Juni aufführen.

Quelle: www.lr-online.de


Kreis Wittenberg

Eine Taufzeremonie für junge Wanderreiter

VON EVELYN JOCHADE, 16.05.11, 19:36h, aktualisiert 16.05.11, 20:03h

Die Wanderreiter ziehen hoch zu Ross in Klossa ein. (FOTO: E. JOCHADE)

KLOSSA/MZ. So muss es damals, als die Kavallerie noch fester Bestandteil in Armeen war, ausgesehen haben: Berittene tauchen aus dem Wald auf. Heutzutage ist dieser Anblick, der sich am Annaburger Forst bot, selten geworden. Da steuerten 21 Reiter Löben an, überquerten die Kreuzung und setzten ihren Weg Richtung Klossa fort. Allen voran wehte eine kleine Fahne mit einem großen "A" drauf, was früher, wie erklärt wurde, das Zeichen für Kavallerie bedeutete.

Obwohl sie mit ihren Cowboyhüten teilweise wild und gefährlich aussahen, hatten die Männer, Frauen und Kinder aus dem Brandenburgischen in ganz friedlicher Absicht die Landesgrenze überschritten. Es waren Mitglieder der "Interessengemeinschaft Herzberger Wanderreiter", die auf dem Weg zu ihrem Tagesziel Lindwerder im "Dorfkrug" Klossa Rast machen wollten. Auf der Wiese hinter der Scheune stand genug saftiges Grün, große Wasserbehälter warteten auf durstige Pferdekehlen.

Einige der Wanderreitertruppe, die rund 50 Mitglieder zählt und seit elf Jahren besteht, kamen von weiter her. So Eckehard Schaar, neben Monika Fritze Mitorganisator der Tour, dessen Pferd mit ihm aus Striesa kommend bereits in Klossa 40 Kilometer unter die Hufe genommen hatte.

Zumeist führen die Ausritte, so berichtete Monika Fritze, in Richtung Sachsen-Anhalt. Hier gebe es zu anderen Pferdefreunden viele Kontakte. Klöden und Steinsdorf kenne man, nun gehe es nach Lindwerder. Dort wolle man in den Pensionen Jungnickel und Quandt übernachten und die Trakehner, Warmblüter und Reitponys gut unterstellen. Zunächst aber ließ man sich beim gemütlichen Ritt durch Klossa bestaunen.

Dass diese Gangart manchem Gaul nicht immer recht sei, wussten Sarah (14) und Angelina (16) zu berichten. Deren "Pino" und "Whisky" sprinteten gern mal eine Strecke. Um das Gemüt der flotten Ponys abzukühlen, badeten sie unterwegs mal kurz in einem Gewässer. Ebenfalls Bekanntschaft mit Wasser machten auf der Wiese vom "Dorfkrug" Emil (7) und Edwin (6). Die beiden jüngsten Wanderreiter wurden, wie es üblich ist, auf ihrem ersten selbständigen Ausritt getauft, einfach kopfüber im Wasserkübel der Pferdetränke, was ihnen großen Spaß bereitete.

Nach ausführlicher Erholungspause brachen sie auf nach Lindwerder. In Klossa aber werden sie bald wieder zu sehen sein. Allerdings anders als gedacht, denn die Wanderreiter aus Herzberg haben auch noch eine interessante Passion. Sie sind Schauspieler zu Pferde. Beim Tierparkfest zeigten sie das Stück "Der Weg nach Westen". Und wer nicht die Gelegenheit hatte, dies in Herzberg zu sehen, der bekommt zum Klossaer Pferdemarkt im Juni eine zweite Chance.

Quelle: www.mz-web.de


Ostern 2011

Suche nach den Osternestern der Kinder in Klossa zieht sich ungewollt in die Länge.

Robert beweist die beste Spürnase

KLOSSA/MZ/EJO -

Wie lenkt man die erwartungsvollen Kinder ab und versteckt, ohne dass sie es merken, die Ostergeschenke? Vor dieser ganz wesentlichen Aufgabe standen am Samstagnachmittag die Klossaer.
Die Lösung war denkbar einfach: Man lässt sie wettbewerbsmäßig Eier kullern. Und wenn man da noch einen solchen Berg hat wie die Klossaer, der etwas entfernt von dem Gelände liegt, auf dem die Helferinnen des Osterhasen mit den prall gefüllten Beuteln zugange waren, ist das einfach perfekt. Die Kinder jedenfalls merkten nicht, was da 150 Meter weiter vorging. Sie waren damit beschäftigt, die bunten Osterutensilien heil den Berg runter und schnellstens wieder rauf zu bringen. Doch damit nicht genug. Die Organisatoren, die im Übrigen aus allen Vereinen des Ortes kamen, machten den Parcours noch ein wenig schwieriger. Es war Slalom-Kullern angesagt.
Und damit auch alle Kinder verstanden, was sie machen sollten, griffen sich die Erwachsenen je ein Ei und führten es ihnen vor. Dabei kam es immer wieder zu dem berühmt-berüchtigten Vorführeffekt und die Eier rollten selbstverständlich nicht dahin, wo sie hin sollten. Von der teils fehlenden Standsicherheit auf dem ziemlich abschüssigen Hang ganz zu schweigen. Die Zuschauer hatten ihre Gaudi und amüsierten sich prächtig.
Mittlerweile hatte sich die Frage von Charlotte (3), wann denn nun das Feuer komme, auch geklärt. Gleich neben dem Kullerberg qualmte es ordentlich und hüllte den Sportplatz in Schwaden, was wiederum den Versteckern die Chance gab, ihr Areal auszudehnen, ohne gesehen zu werden. Sie hatten ihre Arbeit kaum beendet, da hielt es die großen und kleinen Eier-Jäger nicht mehr auf dem Berg. Sie strebten zurück zur Festwiese, wo der eigentliche Höhepunkt des Tages stattfinden sollte.
Nach einigen Erläuterungen, stürzten die Kinder los und manche hatten schnell eine Tüte gefunden. Bastian (4) sah seine in einer Astgabel verborgene sofort und verkündete laut: "Die Tüte da wächst zwischen den zwei Bäumen." Einige waren sehr offensichtlich angebracht, andere schwerer zu finden. Eine ganz besondere Spürnase bewies Robert (5). Der kam gleich mit zwei Überraschungen an. Die eine gab er natürlich ab. Und als am Ende nicht alle Verstecke aufgespürt waren, hieß es: "Robert, du musst noch mal ran!" Tatsächlich fand er noch einen Beutel. Etwas ratlos blickten die Erwachsenen, als immer noch Nester ausstanden und sich keiner erinnerte, wo sie sein könnten. Als das letzte Versteck ausgehoben war, stand dem Kaffeenachmittag mit Kindermalen und Spielen nichts mehr im Wege. Die Großen freuten sich auf einen gemütlichen Abend an der Feuerschale.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung


Kreis Wittenberg

Kakao-Bohnen dienen als Zahlungsmittel

VON EVELYN JOCHADE, 20.04.11, 20:00h, aktualisiert 20.04.11, 20:09h

200 Kilogramm wiegt die größte Hallorenkugel der Welt. Die hätte für alle Klossaer Floriansjünger gereicht. (FOTO: E. JOCHADE)

KLOSSA/MZ. Die Idee war einfach: Klossaer Feuerwehrleute, die vor nicht allzu langer Zeit einen erbitterten Kampf gegen die Wassermassen der Elster führten, wollten sich einen schönen Tag in Halle gestalten. Mit zwei Kleintransportern starteten sie frühmorgens und erreichten nach rund 120 Kilometern die sachsen-anhaltische Kulturhauptstadt. Geplant war kein normaler Besuch von Sehenswürdigkeiten. Vielmehr sollten die 14 Frauen und Männer etwas Süßes, etwas Schönes und etwas Himmlisches geboten bekommen.

Und da das Osterfest nah ist, steuerten sie zunächst einmal ein riesiges Fabrikgebäude an. Hier in der Halloren Schokoladenfabrik AG, der ältesten noch produzierenden in ganz Deutschland, erfuhren die Klossaer bei einer Betriebs- und Museumsbesichtigung, dass die Kakao-Pflanze bereits von den Olmeken, einem vor 3 500 Jahren lebenden amerikanischen Volk, genutzt wurde.

Die in der Kakao-Schote enthaltenen 30 bis 50 Bohnen wurden später nicht nur als Genussmittel der Herrscher, sondern auch als Zahlungsmittel verwandt. Noch im 13. Jahrhundert bekam man für 100 von ihnen einen männlichen Sklaven. Eine Frau, so erklärte Gero Sievers, Historiker und Museumsführer, den amüsierten Besuchern, kostete lediglich 50 Kakaobohnen. Die Deutschen, die pro Kopf rund 60 Kilogramm Fleisch im Jahr verspeisen, halten sich bei Kakao-Produkten zurück. Lediglich knapp elf Kilo werden konsumiert. Modern wurde die Schokolade an den europäischen Höfen um 1700. Allerdings als Getränk. In silbernen Kannen wurde sie serviert und weder Goethe noch Casanova reisten ohne ihr Kakaokännchen. In Halle bekam man das fürstliche Getränk bereits 1870 im Café David serviert und noch vor 1890 kreierten die Davids die "Mignon-Praline", die im In- und Ausland sehr gefragt war. 1896 begann die industrielle Produktion am heutigen Standort, in der Blütezeit mit 2 500 Mitarbeitern. Nach dem Krieg wurde der Betrieb unter dem Namen "Halloren" weitergeführt. Die Hallorenkugel, wie sie auch heute auf vielen Zungen zergeht, ist den Knöpfen der Festtracht der halleschen Saline-Arbeiter nachempfunden. Das weltweit größte Exemplar versuchten die Klossaer im Museum im wahrsten Sinne zu erfassen, besser: zu umfassen. Sieben von ihnen waren nötig. Immerhin hat diese süße Verführung ein Gewicht von 200 Kilogramm. 160 davon sind Sahne-Cacao-Creme, der Rest ist Zucker. Auf die Frage von Sievers, wie es denn heute mit dem Schoko-Hunger aussehe, kam prompt von allen Seiten die Antwort: "Heute ist es ganz schlimm!"

Dass Schokolade glücklich, schön und fruchtbar macht, wusste schon Montezuma. Nachdem die Klossaer einen Blick auf die "Gläserne Produktion" geworfen hatten und erläutert bekamen, hier würde eine 15 Meter lange Nougatstange produziert, war es mit der Beherrschung der Naschkatzen vorbei. Erst recht als Gero Sievers hinzufügte, dass die Mitarbeiter angehalten seien zu probieren. "Ich könnte hier nicht arbeiten", meinte Sylvia Schlobach, "ich wär' hier so was von glücklich ." Doch die Probierpralinen konnten beim nächsten Programmpunkt, dem Aufstieg auf die Burg Giebichenstein, wieder abtrainiert werden. Ein wunderschöner Blick ins romantische Saaletal, gepaart mit den Attraktionen eines Ritterfestes, entschädigte für die Anstrengung. Süßes und Schönes waren nun geschafft.

Anschließend nahmen die Floriansjünger mit dem Landesmuseum für Vorgeschichte das Himmlische ins Visier. Während eines professionell begleiteten Rundganges konnten sie sich die berühmte Nebraer Himmelsscheibe ansehen, die wie alle ausgestellten Stücke des Museums den Besuchern im Original gezeigt wird.

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Noch einiges nachzuholen

VON KLAUS ADAM, 01.04.11, 19:46h, aktualisiert 01.04.11, 20:43h
 
JESSEN/MZ. Ein sehr differenziertes Bild ergab die diesjährige Grabenschau des Unterhaltungsverbandes Schwarze Elster. Sieben Schaugruppen waren zwischen Klebitz und Prettin unterwegs, um die Zustände am Gewässersystem zweiter Ordnung zu erkunden. Unter anderem Ortsbürgermeister, Vertreter der Stadtteilbeiräte, Chefs und Mitglieder von Agrarbetrieben sowie Mitarbeiter von unterer Wasser- und Naturschutzbehörde registrierten mit wachen Augen Umstände, die womöglich das Funktionieren des Grabensystems behindern könnten. Danach trafen sie sich zur Auswertung mit dem Vorsitzenden des Unterhaltungsverbandes, dem Jessener Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU), im Jessener Schützenhaus.

Deutlich wurde, so fasste er es auch in seinem Vier-Punkte-Fazit zusammen, dass es derzeit im Gegensatz zu früheren Jahren enormen Nachholbedarf gibt. Bedingt allerdings durch die Umstände. Wegen der immensen Niederschläge seit dem Sommer und dem ausgesprochen feuchten Herbst konnte der Unterhaltungsverband lange nichts an den Gräben tun, erinnerte Brettschneider. "Wir müssen sehen, das, was seinerzeit nicht geschafft wurde, nun zu erledigen."

Wenn allerdings die Niederschlagssituation so bleibe, wie in den zurückliegenden Wochen, "dann haben wir bald dieses Jahr ganz andere Sorgen", sprach der Vorsitzende des Verbandes die seither in der Region fehlenden Niederschläge an.

Im Moment allerdings, so hatten einige Schaukommissionen resümiert, steht das Grundwasser noch so hoch, dass Keller davon betroffen sind. Ein Aspekt, der in Bezug auf die erlebte Hochwasser- und hohe Grundwassersituation bei der Grabenschau besonders betrachtet wurde, sind die Stauanlagen und Verrohrungen, die noch aus Zeiten der umfassenden Melioration unter einigen landwirtschaftlichen Flächen liegen. Darauf machten einige in der Auswertung aufmerksam. Brettschneider schlug vor, abzuklopfen, ob die Wasserrahmenrichtlinie Möglichkeiten birgt, Verrohrungen "rauszureißen, die wir nicht mehr brauchen". Da dies "etwas mit Geld zu tun" habe, sollte es auf diese Art versucht werden, "erst mal ohne Erhöhung von Beiträgen". "Denn wir wissen, dass sich das Land aus seiner Verantwortung rausgestohlen hat", interpretierte er den Umstand, dass die Unterhaltungsverbände weniger Finanzausstattung erhalten. "Wenn wir im Moment etwas tun wollen, können wir das nur selber bezahlen", so der Verbandschef. Er appellierte allerdings auch an die Landwirte. Wenn sie Gräben graben, um das Problemwasser von den Flächen zu bekommen, "das ist in Ordnung, aber sie müssen dann, wenn die Gräben nicht mehr gebraucht werden, die Schäden auch wieder beseitigen". Und dies nicht dem Unterhaltungsverband zuschustern wollen, fügte er an.

Die Sprecher der sieben Schaukommissionen hatten zuvor zahlreiche Details aufgelistet, wo etwa an Gräben noch Kraut gezogen oder schon gezogenes beseitigt werden muss. Verbands-Geschäftsführerin Elke Sebastian sicherte zu, dass die Mitarbeiter jetzt zugange sind, die prekären Stellen systematisch abzuarbeiten. Karlheinz Thiele von der Holzdorfer Agrargenossenschaft machte auf Verrohrungen zum Schweinitzer Fließ aufmerksam, die nicht abzuschiebern sind. "Erschüttert" zeigte er sich vom Wartungszustand der Kremitz. Die Genossenschaft wolle Wiesen bei Klossa wieder nutzbar machen und in diesem Zusammenhang machte er Vorschläge zur Wasserregulierung.

Einen Erfolg ihrer Bemühungen verkündete Elke Sebastian. Aufgrund der erlebten Hoch- und Grundwassersituation seien weitere Agrargenossenschaften bereit, sich um Stauanlagen auf ihren Flächen zu kümmern. So zum Beispiel im Lebiener Bereich. Auch der Axiener Genossenschaftschef Gerhard Böhme hatte dies angemerkt: "Wenn wir unsere Staue nicht selber in Ordnung halten - jemand anders kommt nicht."

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Verband begibt sich auf die Grabenschau

erstellt 21.03.11, 20:48h, aktualisiert 21.03.11, 21:06h
 
KLEINKORGA/MZ. In sieben Schaugruppen sind Mitglieder des Unterhaltungsverbandes "Schwarze Elster" mit Sitz in Kleinkorga am Mittwoch, 30. März, ab 8 Uhr unterwegs zur diesjährigen Grabenschau. Alle Gewässer zweiter Ordnung werden in den einzelnen Bereichen unter die Lupe genommen.

Für den Bereich Dixförda bis Neuerstadt ist Treff an der Verwaltung der Glücksburg Agrar e.G. in Zwuschen. Für den Bereich um Holzdorf, einschließlich Schweinitz und Klossa ist Treff an der Verwaltung der Genossenschaft Holzdorf in Mönchenhöfe. Der Seydaer Bereich von Arnsdorf bis Mark Zwuschen trifft sich in Seyda bei den Seydaland-Betrieben. Für Purzien, Annaburg, Groß Naundorf und Bethau ist Treff am Landgut Heideck in Purzien. Die Kommission für den Elbauebereich von Grabo bis Schützberg startet an der Agrargenossenschaft "Elstermündung" in Schützberg. Das System im Prettiner Bereich, einschließlich Schöneicho und Gerbisbach, wird ab Verwaltung Landgut "Elbeland" in Axien begutachtet. Naundorf, Elster und Iserbegka gehören zu dem Part, für den Treff an der Agrargenossenschaft in Leetza ist.

Für die einzelnen Bereiche sind drei Schaubeauftragte festgelegt, erfuhr die MZ aus dem Unterhaltungsverband. Interessierte Anwohner können teilnehmen.

Nähere Informationen zu den Schaubereichen erteilt die Geschäftsstelle des Unterhaltungsverbandes Schwarze Elster unter Tel. 035384 / 2 04 10.

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Bandwurm bei Fuchs festgestellt

erstellt 08.03.11, 18:59h, aktualisiert 08.03.11, 19:46h

Ein Fuchs hat einem Hasen geschlagen. (FOTO: ARCHIV/DPA)

JESSEN/MZ/GZN. Bei einem Fuchs, der Ende Januar nahe Klossa erlegt wurde, ist bei der routinemäßigen Untersuchung der Veterinärbehörde ein Fuchsbandwurm-Befall festgestellt worden. Das bestätigte jetzt Amtstierarzt Dr. Harald Kasan. Werden Fuchsbandwurm-Eier verschluckt, können sie auch beim Menschen die lebensbedrohliche Krankheit Alveolare Echinokokkose, kurz AE, hervorrufen.

Zwei Tiere eingeschickt

"Zwei Füchse wurden von einem Jäger aus Schweinitz eingeschickt, aber nur bei einem konnte der Parasit nachgewiesen werden", informierte Kasan. Im Raum Jessen soll das zum ersten Mal seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2000 der Fall gewesen sein. Wie er weiter mitteilte, sei der Erreger aber unter anderem in Bad Schmiedeberg, Straach, Rotta, Apollensdorf und im Fläming nachgewiesen worden. Ein erhöhter Befall sei aus der Region um Sangerhausen bekannt.

Die Larven entwickelten sich in der Leber. Die fortschreitende Organschädigung führe unbehandelt zum Tod. Die Inkubationszeit werde mit zehn bis 15 Jahren angegeben. "Auch Hunde und Katzen, die in Wäldern umher strolchen, gelten als mögliche Überträger, weil sich die Erreger in deren Fell festsetzen können und so direkten Kontakt mit Menschen bekommen", erklärte der Amtstierarzt. Die Jessener Jägerschaft sei darüber informiert, dass beim Erlegen von Füchsen besondere Vorsicht geboten ist, wie ihr Vorsitzender Dietmar Brettschneider wissen ließ. So müssen beim Abbalgen von erlegten Füchsen Handschuhe und Mundschutz getragen werden.

Mehr infizierte Füchse

Bedenklich stimmt, dass - wie auf der Internetseite des Landesamtes für Verbraucherschutz zu erfahren ist - der Anteil infizierter Füchse im Landesdurchschnitt von Sachsen-Anhalt über die vergangenen zehn Jahr um zehn auf etwa 25 Prozent angewachsen sei. Allerdings soll, so das Landesamt, nicht jede Aufnahme von Parasiteneiern auch zur Infektion führen. Aufgrund der langen Inkubationszeit bleibe die Krankheit lange unentdeckt. Meist würden Schmerzen im Oberbauch auftreten, die auch andere Ursachen haben könnten. Seit der Meldepflicht sei bisher in Sachsen-Anhalt noch kein Erkrankungsfall bekannt geworden.

Quelle: www.mz-web.de


«Geschäftsidee» auf Zempertour

erstellt 02.03.11, 20:37h, aktualisiert 02.03.11, 20:47h

Eine bunte Truppe hatte sich zum Klossaer Kinder-Zempern eingefunden. Am Ende war der Kinderwagen reichlich mit Süßigkeiten gefüllt. (FOTO: JOCHADE)

KLOSSA/MZ/EJO. Dass die Einwohner von Klossa kinderfreundlich sind, hat sich schon herumgesprochen. Aber so sehr? Da kamen doch tatsächlich die elf Zemperkinder mit einem prall beladenen großen Kinderwagen von ihrer "Betteltour" zurück. Gefüllt mit allerlei Süßigkeiten. Von Gummibärchen über verschiedenste Kekssorten bis hin zu Schokolade in jeglicher Form. Ein Schlaraffenland für jedes Leckermäulchen.

Doch wenn auch die Augen der Kinder beim Anblick des überfüllten Wagens verräterisch blitzten, Anfassen war nicht. Gucken und Staunen ob der Freizügigkeit der Nachbarn schon. Blumenfrau Sabine schob das Gefährt demonstrativ in die Ecke des Dorfkrug-Saales und erklärte: "Das ist alles für die kommenden Veranstaltungen. Für den Kindertag beispielsweise." Ohnehin brauchten die Kinder nach dem langen und anstrengenden Weg durch das Dorf eine richtige Stärkung. Die brachte Egbert Uhde in einem großen dampfenden Kessel. Buchstabensuppe und dazu noch ein heißer Tee. Da tauten nicht nur kalte Zehen auf, sondern auch die Münder.

Und wer etwas fußlahm geworden war, hatte jetzt Gelegenheit, sich zu erholen. Doch das waren weniger die Kinder. Vielmehr betraf es die Erwachsenen, die die Zempertour begleiteten und die nicht minder toll kostümiert daherkamen. Neben der schon genannten Blumenfrau waren ein Schotte darunter und auch allerlei Getier. Ein süßes Häschen hoppelte immer hinter den Löwen Claudia und Yvonne her, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit ihrer neuesten Beschäftigung nachgingen: Dem "Synchron-Schwanz-Schwingen". So auch während des Besuchs bei Sieglinde und Gerald Schlobach, die wie die meisten Klossaer schon auf die Zemperkinder gewartet hatten. Da gab es etwas für den Kinderwagen und was zur Stärkung. Aber erst nachdem die Gabenheischer einen schönen Reigen getanzt hatten.

An dem beteiligten sich sogar zwei ausgebrochene Sträflinge, die bisher offensichtlich durch die überschwemmungsbedingte, zeitweilige Insellage von Klossa noch niemand entdeckt hatte. Die passten mit dem jungen Jack Sparrow zusammen, bekannt aus dem Streifen "Fluch der Karibik" und auch mit diversen Hexen.

Erik Müller, Jüngster in der bunten Schar ließ sich mit seinen knapp über zwei Jahren nicht vom martialischen Aussehen seiner Mitläufer schrecken. Ihm, aber auch allen anderen machte die Zemperei sichtlich Spaß, was bei strahlendem Sonnenschein auch nicht verwunderte.

Lediglich "Klofrau" Uta, die den Rundgang durch den Ort gleich als Werbefahrt für ihren "Mobilen Toiletten Reinigungsservice" nutzte, war mit dem Ergebnis des Tages - mangels Kundenzulauf - nicht ganz zufrieden. Dabei hatte sie alle notwendigen Utensilien an und in der Kittelschürze. Wer also die clevere Geschäftsidee nutzen möchte, kann sich bei ihr melden.

Quelle: www.mz-web.de


Tierische Therapiestunde mit Streicheleinheiten

VON GABI ZAHN, 01.03.11, 21:01h, aktualisiert 01.03.11, 21:21h

Elli Becker, Ursula Hamann und Martha Knittler (von links) freuen sich über die kuschligen Gäste, die Andreas Sturm aus Klossa mit ins Feierabendheim gebracht hat. (FOTO: G. ZAHN)

JESSEN/MZ. Mit seinen sieben Schäferhundwelpen hat Andreas Sturm aus Klossa am Sonntag etwas Besonderes vor. Sorgsam hebt er deshalb auf dem heimischen Hof einen nach dem anderen in die geräumige Transportbox. Ein bisschen fiepen die vier Wochen alten Welpen zunächst ohne ihre Mutter. Doch die vertraut ihrem Herrchen und zieht sich zurück, sobald das Auto außer Sichtweite ist. Das ungewohnte Motorengeräusch wirkt eher beruhigend auf die Kleinen. Allzu lang dauert die Fahrt nach Jessen ohnehin nicht, wo Andreas Sturm vor dem Feierabendheim hält. Dort werden er und die Welpen von vielen Senioren im großen Saal erwartet.

Mit jedem Hundebaby mehr, das Sturm aus der Box holt, wächst die Begeisterung in der Runde. Das "Mini-Rudel" mutet zu putzig an. Sieben mal vier winzige Beine wagen sich etwas tapsig übers Parkett. Ein Welpe ist besonders mutig, bleibt an zwei großen Beinen stehen und schnuppert. Die gehören Christa Nitzsche, die einladend auf ihren Schoß klopft. "Madam" möchte hoch, schafft es aber noch nicht. "Ein paar Wochen später würde sie schon springen", sagt Andreas Sturm und hilft nach.

"Eine Sie?", fragt Christa Nitzsche. Der Züchter erklärt: "In diesem Wurf ist sie das einzige Hunde-Mädchen. Man erkennt sie an ihrem Langhaar. Ihre Geschwister haben das nicht." Bald haben auch die "Jungs" Tuchfühlung mit den Senioren aufgenommen. Pflegerin Karin Schiepe nimmt sich mit Erlaubnis von "Hundevater" Sturm einen der Kleinen und besucht mit ihm Heimbewohner, die ihr Bett nicht verlassen können. Die freuten sich über den außergewöhnlichen Kuschelgast sehr, berichtet sie anschließend. Die anderen Senioren lauschen aufmerksam, was Andreas Sturm berichtet.

Für ihn und seine Familie sei Zucht nur ein gelegentliches Hobby. "Das letzte Mal gab es vor acht Jahren Hundenachwuchs. Auch damals war ich hier im Feierabendheim und habe mit Staunen beobachtet, was schon ein so kurzes Miteinander zwischen Heimbewohnern und Welpen ausmacht. Es ist ein Geben und Nehmen. Für die Tiere ist der gute Kontakt zu Menschen in den ersten Lebenswochen sehr wichtig. Wenn dieser nicht gelingt, kann es schlimme Folgen haben. Schreckliche Dinge passieren durch aggressive Hunde, auch durch solche, die keine direkten Kampfhunde sind. Letztendlich ist aber meist menschliches Versagen der Hundehalter daran schuld", erklärt Sturm seinen Standpunkt. Etwa mit der 16. Lebenswoche sei die Prägung der Welpen abgeschlossen und die Erfahrungen, die sie bis dahin mit Menschen machten, ausschlaggebend für Charakter und Verhalten des heranwachsenden Tieres.

"Die Welpen erkunden die ungewohnte Umgebung. Und natürlich genießen sie die Streicheleinheiten", sagt der Klossaer schmunzelnd und zeigt auf Ursula Hamann, die mit einem Mal gleich zwei Hundebabys auf dem Schoß hat. "Wir hatten selbst früher einen Hund. Ich weiß mit so einem kleinen Kerl umzugehen", berichtet sie froh. "Der Kontakt zu den Tieren ermuntert unsere Heimbewohner zum Reden. Sie verspüren Verantwortung für das Tier, das gerade in ihrem Arm kuschelt", sagt Karin Schiepe und blickt reihum in frohe Gesichter.

Viel zu schnell ist allen die Zeit vergangen, als die Uhr schließlich die Mittagsstunde ankündigt. Mit guten Wünschen für ihn und die Welpen verlässt Andreas Sturm das Feierabendheim. In der Box ist es auf der Heimfahrt etwas ruhiger. Die Kleinen schlummern im Schaukelrhythmus des Wagens zufrieden bis vors heimische Hoftor.

Quelle: www.mz-web.de


Quelle: MZ vom 22.12.2010


Kreis Wittenberg

Verliebt in scheue Tauben-Schönheiten

VON EVELYN JOCHADE, 20.10.10, 18:03h, aktualisiert 20.10.10, 19:10h
 

Der Holzdorfer Taubenzüchter Wolfgang Sommerfeld inmitten seiner aufgeregten geflügelten Schönheiten (FOTO: JOCHADE)

HOLZDORF/ANNABURG/MZ. "Einmal Taubenzüchter - immer Taubenzüchter!" Wolfgang Sommerfeld, der bekannte Steinmetz aus Holzdorf lacht. Was er damit meint ist klar. Immerhin ist das von Kindesbeinen an, sein Hobby.

"Und ich habe schon immer die hier gezüchtet, das waren und sind meine Lieblinge." Spricht es und greift vorsichtig eine Silberschuppen-Startaube, hält sie fachmännisch in der Hand und zeigt auf deren besondere Zeichnung. "So müssen die aussehen. Mit weißen Punkten auf den Flügelspitzen." Täglich mindestens eineinhalb Stunden investiert er in die Haltung und Pflege seiner Tiere.

Die Rasse der Startauben, die ihren Ursprung im Schwarzwald hat und von denen er ebenfalls schwarze und blaue züchtet, ist sehr scheu. Aufgeregt flattern die Täubchen, die zu den so genannten Farbentauben gehören, in der Voliere hin und her und beäugen ihren Ziehvater.

Der muss alsbald eine Entscheidung treffen, welche der Tauben er mitnehmen wird nach Annaburg zur Schau des Landkreises Wittenberg. Doch noch stecken einige Vögel in der Mauser. Erst wenn diese abgeschlossen ist, sieht der Züchter, ob sich die Taube zur Ausstellung und zur Zucht eignet.

In Annaburg wird der Kreismeistertitel vergeben, den das Vorstandsmitglied des ausrichtenden Annaburger Vereins im Jahr 2005 schon einmal erringen konnte. Aber auch der Bürgermeisterpokal der Stadt Annaburg lockt.

Wolfgang Sommerfeld stammt aus Mönchenhöfe. In Klossa, die alte Brücke existierte damals noch, ging er die ersten Jahre zur Schule. Im Jahr 1967 war es, da nahm ein alter Geflügelzüchter aus Klossa mehrere Jungs mit, zeigte ihnen seine Tauben, erklärte ihnen alles und weckte ihre Neugier sowie ihr Interesse. Im gleichen Jahr noch traten sie dem damaligen Geflügelverein Annaburg bei.

"Es kamen die ersten Ausstellungen, die ersten Erfolge und Preise. Die meisten", erzählt Wolfgang Sommerfeld, "sind heute noch, wie ich auch, dabei. Die Gemeinschaft im Verein ist einfach toll. Es ist nur schade, dass sich so wenig junge Leute für unser Hobby begeistern." Möglicherweise wird sich das am Wochenende schon ändern, wenn 420 geflügelte Schönheiten in der Schlossstadt ihren Charme versprühen.

Die Kreistaubenausstellung mit angeschlossener Ortsschau hat am 23. Oktober von 9.30 bis 17 Uhr und am 24. Oktober von 9.30 bis 16 Uhr offen. Ausstellungsort ist die Turnhalle am Kellerberg in Annaburg.

Quelle: www.mz-web.de


Blick auf Kartoffeln lässt nichts Gutes ahnen

VON FRANK GROMMISCH, 19.08.10, 17:48h, aktualisiert 19.08.10, 19:43h

Heiko Thomaschewski (Mitte) von der Landesanstalt erläutert in Gadegast die Ergebnisse im Kartoffelanbau. (FOTO: TH. CHRISTEL)

GADEGAST/MZ. Vor mehreren Kisten mit frisch geernteten Kartoffeln steht Edith Trojandt aus Klossa und macht sich Notizen. Sie nutzt die Zeit bis zur offiziellen Eröffnung des Feldtags der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, auf Parzellen zwischen Gadegast und Naundorf, um sich Empfehlungen der Fachleute aufzuschreiben. Dabei haben sie und ihr Mann bereits einige Unterschiede ausgemacht.
Das Ehepaar, das den Ruhestand genießt, beschäftigt sich in seiner Freizeit auch mit dem Kartoffelanbau. Sechs verschiedene Sorten gedeihen auf dem Grundstück in Klossa. Der Renner ist bei den Trojandts "Baccara". Von einer Staude der Frühkartoffelsorte haben die Trojandts 45 ordentliche Knollen geerntet. Umstehende Landwirte und Hobbygärtner staunen über dieses herausragende Ergebnis. "Unsere sind größer als die hier" sagt Edith Trojandt und weist auf die Kiste mit den Knollen vom Versuchsacker. Bei anderen Sorten ist es andersherum. "Die wachsen hier besser als bei uns." Die "Baccara"-Knollen sehen nicht allein ansprechend aus, "sie schmecken auch hervorragend", lobt Erich Trojandt. Auch als Pellkartoffeln seien sie gut geeignet.
In Kartoffel-Anbaubetrieben würde man sich solche Ergebnisse wie in Klossa wünschen. Doch auf den großen Flächen ist die Situation eine andere. Der Regen nach der 50 Tage währenden Trockenzeit im Juni und Juli brachte keinen Segen, sagt Eckhard Koch, Leiter der Versuchsstation Gadegast. Und der Anblick der Pflanzen auf den Feldern lasse nichts Gutes ahnen.
Zu den Ursachen gehört, dass es in der Trockenperiode gerade einmal 15 Millimeter Niederschlag gab und an 15 Tagen die Temperaturen über 30 Grad Celsius lagen und sogar Spitzenwerte von 38 Grad erreichten. Da mussten sogar Feldarbeiten in praller Sonne eingestellt werden, um nicht die Gesundheit des Personals zu gefährden, wie Eckhard Koch anmerkt. Die Hitze hat nicht allein den Menschen, sondern auch den Kartoffeln zugesetzt. Im Gegensatz zum Mais, der sich nach den kräftigen Niederschlägen ab der zweiten Juli-Hälfte auf etlichen Feldern sichtbar erholte, erfüllten sich ähnliche Hoffnungen bei den Kartoffeln nicht.
Und beim Getreide? Auch da sieht es in einigen Agrarbetrieben nicht rosig aus. Noch immer sind Roggen- und Weizenfelder nicht abgeerntet, weil die niederschlagsreiche Witterung in den vergangenen Monaten das einfach nicht zugelassen hat. "Wir stehen seit Wochen im Regen. Das hat uns Landwirten das Genick gebrochen", spitzt Dr. Gerhard Hartmann von der Landesanstalt zu. Jeder Tag der verstreicht, erhöht die Verluste. Die Produktion von Qualitätsgetreide werde zunehmend in Frage gestellt, so Hartmann. Auch das Gewinnen von Saatgut leide unter diesen Bedingungen. Der Leiter regionale Feldversuche und Sortenprüfung empfiehlt Landwirten, die Schuld nicht allein in den Witterungsbedingungen zu sehen. Bei ausgewogenerer Fruchtfolge hätten sich Agrarbetriebe einigen Ärger ersparen können. So habe die Wintergerste gute Erträge gebracht, immerhin 86,9 Dezitonnen je Hektar auf den Versuchsflächen nach 72 Dezitonnen im vergangenen Jahr und 66 Dezitonnen 2008. Beim Raps wurde das Vorjahresergebnis leicht unterschritten, 55 Dezitonnen je Hektar seien eingebracht worden. Für Roggen, Triticale und Weizen liegen wegen der noch laufenden Ernte keine aktuellen Zahlen vor.
Als die Schar der Feldtag-Gäste in Interessengruppen für Mais bzw. Hackfrüchte aufgeteilt wird, folgen Edith und Erich Trojandt natürlich jenem Personenkreis, der sich über die Versuche zum Kartoffelanbau informiert. "Bei jedem Feldtag gibt es interessante Informationen", loben sie diese Form des Erfahrungsaustauschs.

Quelle: www.mz-web.de


Pferdetag

Rasante Kutschen-Rennen auf Parcours an der Rülicke

VON H.-DIETER KUNZE, 25.05.10, 18:30h, aktualisiert 25.05.10, 20:01h

Derartig packende Rennszenen bekam das Publikum am Pfingstsonntag in Klossa immer wieder zu sehen. (FOTO: KUNZE)
 
KLOSSA/MZ. Wiehern, Hufeklappern, Kutschen in rasanter Fahrt, tollkühne Männer auf dem Trittbrett und peitschenknallende Wagenlenker, die Zügel fest in der Hand, immer wieder zentimetergenau aufs nächste Hindernis zusteuernd. All das war hautnah beim vierten Tag des Pferdes in Klossa an der Rülicke zu erleben.

Organisator und Mitlenker im Zwei- und Vierradgespann Thomas Hensel aus Klossa hatte sich alle Mühe gegeben, um annähernd 1 000 Zuschauer, so viele wie nie zuvor, nicht zu enttäuschen. Dabei konnte er auf die Unterstützung der Klossaer rechnen, die Mitglieder des Heimatvereins brachten sich in die Organisation ein. Der Parcours war anspruchsvoll, elf Hindernisse galt es möglichst fehlerfrei zu meistern. Seien es eng gestellte Leitkegel mit Ball darauf, Tonnen, Strohballen, ein Birkenwäldchen oder rechtwinklige Kurven mit Balken ausgelegt, all das forderte Pferden und Kutschern so einiges ab. Denn jedes gestreifte oder überrollte Hindernis bescherte Strafsekunden. So um die zwei Minuten dauerte jede Fahrt. Unter dem Beifall der etwa 1 000 Besucher gab Moderator Ekkehard Schaar aus Striesa bei Herzberg jedes Mal die Resultate bekannt. Es war ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen bei den 16 Zweispännern, die an den Start gingen. Sieger nach zwei Durchgängen wurde Mike Baer aus Jeßnitz, gefolgt von Rainer Lehmann, Uthausen, und dem Brehnaer Daniel Schlüter.

Die Königsklasse, nämlich die Vierspänner, war mit vier Kutschen belegt. Für diese spannenden Rennen wurden die Kurvenradien erweitert, die Schikanen aus rot-weißen Balken etwas entschärft. Für den Initiator des Kutschenrennens, Thomas Hensel, war es ein innerer Vorbeimarsch. Er errang mit seinen Rossen den Sieg vor Manuel Olitzsch aus Kleindröben, Hardy Bauer aus Züllsdorf und Steffen Richter aus Beilrode bei Torgau. Nicht nur über seinen Sieg freute sich Thomas Hensel. Noch viel mehr darüber, dass dieser Pferdetag so gut angenommen wird. "Solche Kutschenrennen sind eher die Ausnahme in der Region. Der Aufwand dafür ist enorm, aber es macht einfach Spaß", meinte er sichtlich erleichtert nach den Durchgängen. Klar, dass es im nächsten Jahr eine weitere Auflage geben werde, versicherte er.

Der Klossaer Pferdetag hat sich mittlerweile herumgesprochen. Das war auch an den Autokennzeichen ersichtlich. Der Jessener Ortsteil zeigte sich ziemlich zugeparkt. Aus den Nachbarländern, ja sogar aus Berlin waren Besucher angereist. Der Pferdetag hatte Volksfestcharakter. Mit Tierschau, Esel im Gatter, Geflügel und Pony-Reiten für die Kinder. In der Rennpause wurden Pferde gezeigt und ihre rassetypischen Merkmale erläutert. Eine Schau historischer und moderner PS-starker "Pferde" aus Metall rundete das Geschehen ab. Die Kinder konnten sich zwischen Strohballen im Heu austoben und herumbalgen. Also ein rundum gelungenes Vergnügen für die gesamte Familie an diesem Pfingstwochenende in Klossa.

Quelle: www.mz-web.de


Quelle: MZ vom 09.03.2010


Herzberg 12.04.2010

Postkutschenanspannung als Königsdisziplin

Gräfendorf Gewienerte Marathonwagen, fliegende Pferdemähnen und edle Rösser haben das Herz von Pferdeliebhabern bei der fünften Veranstaltung auf dem Pferdehof Neumann am Samstag höherschlagen lassen.

Hardy Bauer zeigte eine rasante Fahrt mit dem Vierspänner. Foto: sn
 

Den Auftakt in der großen Bewegungshalle bildete wie immer zu Kleine Ostern ein Fahrsportwettbewerb der Zweispänner. Den Vortritt erhielten die Kleinpferde. Sieben verschiedene Hindernisse mussten die acht Gespanne im Parcours meistern. Die Liste der Teilnehmer führte Gastgeber Helmut Neumann mit Sohn Dirk an. Aber auch andere Pferdenarren zeigten, wie viel Geschick notwendig war. Seinen Heimvorteil nutzte der Hausherr aus und punktete mit seinen Haflingern ohne Fehler und in einer Zeit von 57 Sekunden. Platz zwei belegte Thomas Hensel aus Klossa, gefolgt von Dirk Neumann.Als anschließend die Großpferde Einzug hielten, bekamen die Besucher einen ebenso rasanten Wettbewerb zu sehen. Thomas Schemmel aus Herzberg setzte sich an die Spitze, Helmut Neumann und Volker Rabe aus Last/Dautzschen folgten. Außer der Wertung präsentierte sich Sven Freiwald aus Wiederau, der bewies, dass er auch mit seinen Kaltblütern als Einspänner vor dem Marathonwagen einen solchen Wettbewerb meistern kann. Als Augenweide bezeichnete man vor Ort die Königsdisziplin im Marathonwagen. Sechs Herren meisterten diese mit dem Vierspänner, der typischen Postkutschenanspannung. Hardy Bauer vom Reit- und Fahrverein Züllsdorf setzte sich mit 48 Sekunden und zwei Fehlern gegenüber den anderen Teilnehmern durch. Jüngste in seinem Beifahrerteam war die neunjährige Michelle Bloßfeld, die Mitglied der Züllsdorfer Voltigiergruppe ist.Farbenprächtig ging es weiter. Erstmals stellten sich 13 Damen und Herren der Torgauer Geharnischten, gekleidet in Paradeuniformen und hoch zu Ross, vor. Ein Kranzreiten, eine Kleintierschau, Kinderschminken und das Ponyreiten rundeten den Nachmittag ab. Die Moderation der Veranstaltung hatte wieder einmal Ralf Richter aus Lindwerder übernommen.


Serena Nittmann


Quelle: MZ vom 29.06.09


Modell ist im Schloss zu sehen «Brücke der Freundschaft» - Exponat vier Wochen zu sehen

Henry Sachse (links) und Wilfried Globig bringen das Modell von der Brücke im Jessener Schloss in Position. (MZ-Foto: Grommisch)

 
 
 
 
 
 
 

Jessen/MZ/gro. Das Schloss in Jessen ist zwischenzeitlich um ein Ausstellungsstück reicher. Dabei handelt es sich um ein ziemlich großes Exponat, immerhin über zwei Meter lang, und zudem eins, das Ausdruck eines großen Wunsches ist. Henry Sachse vom Stadtteilbeirat Mönchenhöfe und Wilfried Globig vom Stadtteilbeirat Klossa trugen Gründonnerstag eine Brücke in das obere Foyer des Verwaltungssitzes. Dabei handelte es sich um das Modell der einstigen Elster-Querung zwischen Klossa und Mönchenhöfe. Doch diesem Bauwerk, am 8. Mai 1954 eingeweiht, war aufgrund eines verheerenden Hochwassers kein langes Leben beschieden. Mehrere Jahre war sie wegen Baufälligkeit gesperrt und 1969 wurde sie abgerissen. Nun wird der Wunsch immer stärker, dass an die Stelle der einstigen Elsterbrücke wieder eine Querung kommt. Derzeit ist die Stadt, wie bei der Übergabe an Bürgermeister Dietmar Brettschneider zu hören war, auf der Suche nach den Bauunterlagen. Vermutet werden sie jetzt im Landeshauptarchiv in Merseburg. Mindestens vier Wochen kann das Modell, geschaffen vom Münchner Fritz Herfort (er war am Aufbau der "Brücke der Freundschaft" beteiligt, konnte an der Übergabe am Donnerstag aber nicht teilnehmen) im Schloss betrachtet werden. Seit Juli vergangenen Jahres stand das Modell bei der Feuerwehr in Klossa. Nun soll es einem größeren Personenkreis gezeigt werden. Die Gelegenheit dafür ist günstig, unter anderem weil sich im oberen Foyer des Schlosses am Sonntag ein Wahllokal befinden wird.

Quelle
www.mz-web.de

„Brücke der Hoffnung" 02.03.08 über Schwarzer Elster

Feuerwehren von Klossa und Mönchenhöfe vollzogen zum fünften Mal das Ritual

Von unserem Mitarbeiter H.-Dieter Kunze

Klossa/Mönchenhöfe/MZ. Zwei Wasserstrahlen trafen am Sonntag über der Schwarzen Elster aufeinander. Zum fünften Mal in Folge wurde dieses Ritual von den Kameraden der freiwilligen Feuerwehren Klossa und Mönchenhöfe initiiert. Von zwei Tragkraftspritzen am jeweiligen Ufer mit Elsterwasser gespeist und über Schläuche sowie zwei B-Rohre komprimiert, trafen zwei Stunden lang jeweils 800 Liter Wasser pro Minute über der Flussmitte aufeinander.Eine „Brücke der Hoffnung" sollte sie sein, eine Hoffnung darauf, dass bald wieder eine „richtige" Brücke die beiden Jessener Ortsteile verbinden möge. Widerlager an beiden Ufern so wie ein Klinkerpfeiler mit Schlagseite im Fluss erinnern immer noch daran, dass es hier einst eine Verbindung gab. Als „Brücke der Freundschaft" wurde sie am 8. Mai 1954, dem Tag der Befreiung, der damals noch ein Feiertag war, eingeweiht. Noch im gleichen Jahr wurde sie durch ein Hochwasser schwer beschädigt und gesperrt. Das interessierte die Klossaer und Mönchenhöfer aber herzlich wenig. Sie nutzten weiterhin die rund 150 Meter lange Querung als kürzesten Weg zum jeweiligen Nachbarort. 1969 wurde die Brücke aus Sicherheitsgründen mit Hilfe sowjetischer Panzer endgültig abgerissen. Damit verlängerte sich der Weg zwischen beiden Ortschaften auf rund sechs Kilometer, wenn man in Schweinitz oder Löben die nächstgelegenen Elsterquerungen benutzt.Das gestrige Spektakel war wieder von zahlreichen Gästen besucht. Auch wenn man sich nicht die Hände schütteln konnte, Rufe über den Fluss taten es auch. Lagerfeuer loderten, für Deftiges vom Grill war bestens gesorgt, auch für Getränke, inklusive Glühwein.Eine Flussquerung per Ruderboot wie letztes Jahr war diesmal leider nicht möglich. „Angesichts des hohen Wasserstandes und der starken Strömung haben wir aus Sicherheitsgründen darauf verzichtet", erklärte Klossas Wehrleiter Egbert Uhde. Er habe jetzt wesentlich mehr Hoffnung, dass der Traum von einer Brücke eines Tages doch in Erfüllung gehen wird. Vor allem im Hinblick auf den Radwanderweg entlang der Schwarzen Elster von Lauchhammer über Herzberg bis zur Elstermündung. Außerdem habe sich der Verein für eigenständige Regionalentwicklung im Jessener Land der Problematik angenommen und unterstütze sie, so Uhde.Sein Amtskollege auf der anderen Seite, Wehrleiter Arno Jantz, konnte dem nur beipflichten: „Klar muss wieder eine Brücke her, die Einwohner beider Orte gehören einfach zusammen." Versammlungen beider Ortswehren und Ausbildungen könnten dann problemlos gemeinsam durchgeführt werden. Ein enger Kontakt bestünde ja ohnehin. Jantz nannte als Beispiel die Aufstellung einer gemeinsamen Mannschaft, die vergangenes Jahr am „Löschangriff nass" in Jessen teilnahm.Die Erlöse aus Speisen und Getränken der gestrigen zwei kleinen Volksfesten werden wie immer auf ein extra angelegtes „Brückensperrkonto" überwiesen, als symbolische Anzahlung sozusagen. Denn für einen Brückenbau reicht es längst nicht.Trotzdem gingen die Menschen gestern doch mit ziemlichem Optimismus auseinander und viele sagten sich: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Zitat: „Wir haben aus Sicherheitsgründen diesmal auf Bootsüberfahrten verzichtet." Egbert Uhde, Wehrleiter Klossa.

Quelle: www.mz-web.de


Eine Brücke für Klossa und Mönchenhöfe 08.07.07

Fritz Herfort aus München löste Versprechen ein und übergab Modell

Von unserem Mitarbeiter H.-Dieter Kunze

Klossa/MZ. Große Freude und Erstaunen löste am Samstag ein Ereignis der besonderen Art aus. In der Gaststätte „Zum Dorfkrug" in Klossa übergab Fritz Herfort ein bis ins letzte Detail stimmendes hölzernes Modell der „Freundschaftsbrücke" im Maßstab 1:40. Sie verband einst die Orte Klossa und Mönchenhöfe und wurde am 8. Mai 1954 eingeweiht. Aufgrund eines verheerenden Hochwassers der Schwarzen Elster wurde sie wegen Einsturzgefahr nur wenige Monate später gesperrt und 1969 abgerissen.Schon seit Jahren vollziehen die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren beider Jessener Ortsteile einen symbolischen Brückenschlag. Über der Flussmitte treffen sich die Wasserstrahlen. Denn die Klossaer und Mönchenhöfer wollen „ihre" Brücke sehr gern wieder haben. Beim letzten Brückenschlag im März dieses Jahres war auch Fritz Herfort dabei und dafür eigens aus seiner Heimatstadt München angereist. Er war von dieser Zeremonie so fasziniert, dass er spontan versprach: „Ich baue euch eine neue Brücke, natürlich nur als Modell." Gemeinsam mit seinem Sohn Ralf brachte er nun das Schmuckstück an die Schwarze Elster.Rund 30 interessierte Bürger waren gekommen, um sich das filigrane Modell anzuschauen und zu bewundern. Die Stunden, die er für das Miniaturbauwerk brauchte, hat Fritz Herfort nicht gezählt, es waren unheimlich viele. Schönster Lohn für sein Geschenk war der herzliche Beifall, den er erhielt. Symbolisch stellten sich Klossas Ortsteilbeiratsvorsitzender und gleichzeitig Vorsitzender des Heimatvereins, Wilfried Globig, und aus Mönchenhöfe Henry Sachse als Vertreter des Heimatvereins ans jeweilige „Ufer", um Fritz Herford, der in der Mitte stand, ganz herzlich zu danken. Obendrein hatte der Münchener noch zwei großformatige Fotos für den jeweiligen Ortsteil vom Wasserstrahl-Brückenschlag im März mit einem herrlichen Regenbogen darüber mitgebracht. Aufgenommen hatte sie sein Sohn Ralf. Wilfried Globig übergab als kleines Gegengeschenk eine DVD vom jüngsten Dorffest in Klossa.Das Brückenmodell hat vorerst seinen Ehrenplatz im „Dorfkrug", natürlich soll es auch einmal in Mönchenhöfe und eventuell im Jessener Schloss ausgestellt werden. So schnell wie das Modell wird allerdings eine Elsterbrücke in Natura nicht entstehen. Dafür fehlt einfach das Geld. Die Bürger von Klossa und Mönchenhöfe sammeln zwar eifrig Spendengelder und zahlen es auf ein Sperrkonto bei der Stadt, aber mehr als ein „Tropfen auf den heißen Stein" ist es bei allem guten Willen nicht.Fritz Herfort, heute 69 Jahre alt, war als Zimmermannslehrling bei der Jessener Firma Kuhrmann am Bau der Originalfachwerkbrücke beteiligt und von dieser interessanten Aufgabe fasziniert. Später kehrte er der DDR den Rücken, wurde Bauingenieur und war weltweit an verschiedensten Großbauwerken beteiligt.Über die Geschichte vom Brückenbau und dem späteren Abriss mit Hilfe sowjetischer Panzer waren am Samstag interessante Fotos und Textbeiträge aus der Chronik ausgelegt. Stolz verließen die Bürger schließlich die Zusammenkunft und freuten sich über dieses kleine Meisterwerk aus München. Vielleicht ist es ja mit ein Ansporn, dass irgendwann doch wieder eine Elsterquerung entsteht. „Ich wünsche es euch allen jedenfalls von ganzem Herzen", meinte Fritz Herfort zum Abschied aus Klossa.

Das Modell im Maßstab 1:40 der „Freundschaftsbrücke" hat seit Sonnabend einen würdigen Platz in der Klossaer Gaststätte „Zum Dorfkrug" gefunden und kann dort besichtigt werden. Von links: Wilfried Globig, Klossa, Fritz Herfort, München und Henry Sachse aus Mönchenhöfe. MZ-Foto: Kunze

Quelle: www.mz-web.de


Herzberg 27.10.2005

3562 Tage Warten auf den Kaufvertrag

Züllsdorf. «Wir haben es endlich geschafft, die Reithalle, der Stall und das angrenzende Gelände gehören uns.
 

Sabine Pieper mit ihrem Haflinger Stern und Vereinsvorsitzender Kurt Richter vor der großen Reithalle.

Foto: sn

Das ist ein guter Anlass, befreundeten Reitvereinen, Sponsoren und Helfern, die uns immer unterstützen, mit einer Feier für ihren Einsatz Danke zu sagen» , begründete der Vorsitzende des Züllsdorfer Reit- und Fahrvereins, Kurt Richter, die Einladung zum gemütlichen Beisammensein. Sieben Jahre und neun Monate dauerten die Verhandlungen, drei Mal bemühten sich die Züllsdorfer um einen Kaufvertrag. Beim vierten Versuch wurde nun alles amtlich besiegelt. Obwohl man immer optimistisch nach vorn geschaut habe, hätten sich zwischenzeitlich Gedanken breit gemacht, das Objekt zu verlassen, gesteht der Vereinsvorsitzende ein.
Gemeinsam den Erfolg zu feiern und ins Gespräch zu kommen – dies war das Anliegen des gemütlichen Treffens, welches nun in der ausgeschmückten Halle stattfand. Pferdefreunde aus Gräfendorf, Kölsa, Klossa, Lindwerda, Dautzschen und Herzberg sowie Mitglieder der Jagdgenossenschaft waren gekommen. Sie staunten über den guten Zustand der 19x14 Meter großen Reithalle. In den zurückliegenden Tagen hatten die Züllsdorfer ordentlich Hand angelegt, ihr Objekt wieder auf Vordermann gebracht. Der Verein möchte in nächster Zeit auf der Tribüne die vorhandenen Stehplätze mit Sitzmöglichkeiten versehen. Da die Reithalle täglich genutzt werden kann, soll der Pferdesport wieder viel mehr in den Vordergrund rücken. Sabine Pieper, die gerade ihre Ausbildung als Pferdewirtin erfolgreich beendet hat und auf Jobsuche ist, wird mit den Kindern eine Voltigiergruppe aufbauen. Sie saß schon als Zweijährige auf dem Pferderücken, fährt heute Sulky, Marathonwagen und für Hochzeiten sogar Vier- und Zweispänner.
Mehr von der Arbeit der rund 25 Mitglieder des Züllsdorfer Reit- und Fahrvereins wird es übrigens am zweiten Weihnachtsfeiertag zu sehen geben. An diesem Tag werden Jung und Alt zum Springturnier eingeladen. (sn)

Quelle: www.lr-online.de


Herzberg 31.08.2005

Rasante Pferdegespanne im Parcours unterwegs

Züllsdorf. Am Sonntag hatte der Reit- und Fahrverein Züllsdorf zum Kutschengeschicklichkeitsfahren eingeladen. 19 Gespannführer aus dem Verein, aus Klossa, Gräfendorf, Löhsten, Beyern, Großrössen sowie Groswig (Torgau) traten an.

Sie beherrschen die Kutsche und fegten über den Platz: Siegerin Doreen Bauer und ihr Vater, der drittplatzierte Harti Bauer.

Foto: sn

Ralf Richter aus Lindwerda, der sich selbst seit vielen Jahren mit der Pferdezucht beschäftigt, moderierte. Er gab den Besuchern viele Infos zu Themen wie Wagen und Gespann. Er unterstrich, dass zum 6. Hindernisfahren Freizeitsportler antraten. Oft seien diese mit der ganzen Familie vor Ort.
Das Geschehen im Parcours mit 15 Hindernissen auf einer Wiese konnten die rund 300 Gäste gemütlich von Stühlen und Bänken aus verfolgen. Shetlandponys, Haflinger, und Trakehner drehten ihre Runden unter bewundernden Blicken. Auch Pferderassen wie Edles und Schweres Warmblut waren zu sehen. Die Gespannfahrer bewiesen zum Teil großes Geschick beim Durchfahren der Hindernisse. Für eine Schrecksekunde sorgte eine junge Fahrerin, deren Pferde das Holzhaus streiften. Sie konnte abspringen, die Pferde kamen am Maschendraht zum Halten. Für den Showteil sorgte Hansgeorg Löwe, Vorsitzender der Agrargenossenschaft Gräfendorf. Er drehte mit seinem Kuhgespann eine Runde auf der Wiese. Für die Besucher gab es ein Preisrätsel. Gesucht war das Gewicht vom Haflingergespann, dem Marathonwagen sowie den Fahrern Karl-Heinz Thiele und Bernd Roigk aus Klossa. Werner Schladewitz aus Oschatz landete mit seinen geschätzten 1600 Kilo den Volltreffer. Als nach der kurzen Pause auch die restlichen Starter den P arcour durchfahren hatten, die Zeitnehmer Eckhard Schmidt und Roland Bertel der Jury die Daten übermittelt hatten, standen ohne ein Stechen zu fahren die Sieger fest. Den Pokal des Geschicklichkeitsfahrens nahm Doreen Bauer mit nach Hause. Sie zeigte mit ihrem Vater Harti Bauer, der den dritten Platz einfuhr, dem Publikum eine 1:42-minütige rasante Hindernisfahrt. Auf Rang zwei landete Mirko Thiele. Als Preise für alle Teilnehmer gab es Grünpflanzen für den Vorgarten sowie Schleifen für die Pferde. Kurt Richter, Vereinsvorsitzender des Züllsdorfer Reit- und Fahrvereins, übergab jedem Starter einen Sack Möhren. Er machte auf das nächste Großereignis aufmerksam: Die Fuchsjagdsaison in Gräfendorf wird Ende September eröffnet.
Serena Nittmann

 

Quelle: www.lr-online.de


Herzberg 26.07.2005

Schweres Warmblut auf losem Sand

Gräfendorf. Sportlich ging es am Sonnabend auf dem Platz beim Gräfendorfer Reit- und Fahrverein zu. Denn die Mitglieder hatten zum Kutschengeschicklichkeitswettbewerb eingeladen.
 

Mirko und Karl-Heinz Thiele treten seit Jahren in Gräfendorf an. Sechs Gespanne mit Kleinpferden und zwölf Gespanne mit Großpferden nahmen en dem Kutschengeschicklichkeitswettbewerb teil.

Foto: sn

Neben den Gastgebern gingen Fahrer aus Klossa, Züllsdorf, Großrössen, Dautzschen, Last, Beyern und Herzberg an den Start.
Die zahlreichen Gäste konnten sechs Gespanne mit Kleinferden und zwölf Gespanne mit Großpferden verfolgen. Nachdem die Teilnehmer den Parcours mit zehn Hindernissen wie den Sandberg oder die Brücke abgenommen hatten, wurde der Wettbewerb eröffnet.

Aufmerksame Zuschauer
Hansgeorg Löwe kommentierte diesen für alle Interessierten und gab auch die jeweiligen Zeiten bekannt. Nicht nur unter den Besuchern, sondern auch bei den Reitern gab es aufmerksame Zuschauer. Da wurde gerätselt, ob die Kleinpferde ähnliche Zeiten zurücklegten, wie die Großen. „Es gibt kaum Unterschiede, die einen sind sehr wendig und geschickt, die anderen mit den langen Beinen sehr schnell“, verriet Karl-Heinz Thiele aus Klossa, der mit seinem Sohn Mirko gern nach Gräfendorf kommt. „Die Verbundenheit zum Pferdesport und das gute Miteinander lassen uns immer wieder hier antreten“, so der Pferdenarr.
„Dass wir hier sind, ist für uns keine Pflicht, sondern unser Hobby“, meinte der Züllsdorfer Erhard Pieper. Er lobte, dass Helmut Neumann mit seinen Vereinsmitgliedern alles wieder sehr gut vorbereitet hatte. Die Teilnehmer mussten nicht einmal Startgelder bezahlen, dennoch blieben die Preise klein. Und dieses Mal gab es sogar für jeden Starter einen Sack Hafer.
Der sandige Platz mit den Spurrinnen bedeutete allerdings für manche Fahrer und die Gespanne harte Arbeit. Diejenigen, die mit schmaler Vollgummibereifung fuhren, sanken zum Teil sehr tief ein. Andere Gefährte, wie etwa die Marathonwagen, die mit breiterer Luftbereifung ausgestattet sind, rollten schneller über den losen Sand.

Mirko Thiele hat Nase vorn
Nach den beiden Durchgängen ermittelte die Jury die Sieger. Bei den Kleinpferden hatte Mirko Thiele aus Klossa mit einer Zeit von 1,22 Minuten die Nase vorn. Vater Karl-Heinz Thiele folgte ihm mit nur drei Minuten Rückstand. Auf Platz drei kam Dirk Neumann aus Gräfendorf.
Thomas Schemmel fuhr in der Kategorie „Großpferde“ an die Spitze und nahm den Pokal mit nach Hause. Matthias Jauch aus Großrössen landete auf Rang zwei. Für Dirk Neumann gab es dann zwei Mal Bronze. Mit einer Ehrenrunde verabschiedeten sich alle aus dem Wettbewerb.
Serena Nittmann

 

Quelle: www.lr-online.de


Erinnerungen an strenge Lehrer, 31.05.05

Backpfeifen und Mäuseplage

Ehemalige Schüler trafen sich in Klossa wieder

Von unserem Mitarbeiter H.-Dieter Kunze

Klossa/MZ. Am Wochenende trafen sich 40 ehemalige Schüler unterschiedlicher Geburtsjahrgänge in der Gaststätte „Zum Dorfkrug" in Klossa. Was sie verband, war der Besuch der einstigen Dorfschule. Erbaut wurde sie Anfang der dreißiger Jahre – heute ist es ein Wohnhaus -, wusste Ortschronistin Helga Gronewold zu berichten, die das „Ehemaligentreffen" mit eingefädelt hatte.Die einstigen Schüler kamen aus Klossa, der näheren Umgebung sowie aus Berlin, Cottbus und Malente in Schleswig-Holstein. Der älteste Teilnehmer war Reinhard Schlobach aus Klossa, 67 Jahre alt, die jüngste mit 48 Jahren Birgit Elstermann aus Cottbus. An der gemeinsamen Kaffeetafel gab es viel zu erzählen. Liebevoll waren die Tische vom Gastwirtspaar Uhde gedeckt worden, Blumen, Servietten und sogar kleine Zuckertüten lagen darauf.Viele der ehemaligen Schüler konnten sich noch gut an ihren Lehrer Artur Lehmann erinnern. Er kam aus Dubro nach Klossa und unterrichte zeitweise gleichzeitig die Klassenstufen eins bis acht in einem Raum. Dabei halfen ihm die älteren Schüler, die die jüngeren Jahrgänge mit betreuten. Lehrer Lehmann war vielseitig begabt. Er machte Musik, studierte mit den Kindern Theaterstücke ein und organisierte Zuckertütenfeste. Nach dem Unterricht unternahm er Spaziergänge durch den Ort und traf dabei so manche Eltern. „Da gab es beim Abendbrot manchmal so richtig Ärger, als Lehmann brühwarm von unseren Ungezogenheiten im Unterricht berichtete", erinnerte sich schmunzelnd ein ehemaliger Schüler.Gerd Walter, heute in Arnsnesta zu Hause, denkt noch immer an eine Backpfeife zurück, die er von Lehrer Lehmann erhielt. Da flogen sogar meine Strohschuhe durch den Klassenraum. „Nur weil ich die Geschichtszahlen nicht gelernt hatte. Das gab mir zu denken und ich büffelte emsig. Noch heute weiß ich beispielsweise, in welcher Zeit der Dreißigjährige Krieg war", meinte er lachend.Der Arnsnestaer wusste auch von einer Mäuseplage in Klossa zu berichten, nur das Jahr weiß er nicht mehr so genau: „117 Mäuse hatten wir Schüler gefangen und trugen die toten Tiere aufgereiht an einer Girlande stolz durch das Dorf."Eine andere Plage waren manchmal die Kartoffelkäfer. Auch dabei kamen die Klossaer Schüler zum Einsatz, um sie einzusammeln. Alles in allem, so die Meinung der Teilnehmer, war es doch eine schöne und interessante Zeit in der Dorfschule. Und sie hätten viel gelernt.Bei einem Spaziergang konnten alle sehen, wie schön Klossa geworden ist. Helga Gronewold wusste bestens Bescheid. „128 Einwohner hat der Ort, es gibt 62 Autos, darunter zwei „Trabis" und es bellen hier 32 Hunde", sagte sie unter dem Lachen der Gäste. Mit einem gemeinsamen Abendessen klang das Schultreffen aus. Zitat: „Eine Backpfeife, nur weil ich die Geschichtszahlen nicht wusste." Gerd Walter, Arnsnesta.

Quelle: www.mz-web.de


Elsterwerda 07.04.2005

Rothsteiner legten perfekten Start hin

Gräfendorf. Schönes Wetter und jede Menge Gäste – das war der Wunsch des Gräfendorfer Reit- und Fahrvereins für den Auftakt der Pferdesportsaison 2005, der in Erfüllung ging. Vorbereitet wurde neben der Vorstellung verschiedener Pferderassen ein E- und ein A-Springen sowie ein Kutschengeschicklichkeitsfahren.

Stefanie Fischer (r.) und Sylvia Johnke (m.) vom Reitverein Rothstein räumten beim Saisonstart des Gräfendorfer Reitvereins im E-Springen den ersten und zweiten Platz ab. Dritte wurde die jüngste Reiterin des Turniers, Marie Mahlo aus Herzberg. Auch beim A-Springen dominierten die Rothsteiner. Anne-Christin Heller und Cindy Lehmann freuten sich über Platz zwei und drei.

Foto: Foto: sn

Hunderte Besucher strömten am Samstag nach Gräfendorf. Extra für diesen Tag hatte Helmut Neumann vom Gastgeberverein jede Menge Pferderassen im Umkreis ausfindig gemacht. Er selbst stellte eine Warmblutstute, ein Kleinpferd und ein Pony vor. Große Begeisterung bei den Gästen riefen in der großen Runde Helmut Kiepisch mit seiner Stute (Schweres Warmblut) und dem 14 Tage alten Fohlen Komtessa sowie Karl-Heinz Thiele aus Klossa mit seinem Schwarzwälder Fuchs Laura und dem Fohlenhengst Rudi hervor. Die Bandbreite der präsentierten Pferderassen reichte vom Mini Shety über Haflinger bis hin zum stattlichen Appalusa. Ralf Richter aus Lindwerda übernahm neben der Vorstellung der Rassen auch die Kommentierung der einzelnen Wettbewerbe.
An den Start zum E-Springen gingen 15 Teilnehmer. Den ersten und zweiten Platz belegten Stefanie Fischer und Sylvia Johnke vom Reitverein Rothstein. Über den dritten Rang freute sich die mit neun Jahren jüngste Starterin, Marie Mahlo aus Herzberg, die für Schlaubetal ritt. Alexandra Leonhardt aus Kölsa setzte sich beim Stechen im A-Springen an die Spitze. Die Plätze zwei und drei gingen erneut nach Rothstein. Anne-Christin Heller und Cindy Lehmann waren erfolgreich.
Im Kutschengeschicklichkeitsfahren ging es in den Kategorien Klein und Groß an den Start. Schon in der Übungsphase wurde den Besuchern klar, mit wie viel Fingerspitzengefühl die Gespannführer die Zügel in der Hand halten müssen. Hier bekamen die Zuschauer nicht nur edle Rösser zu Gesicht, sondern auch Marathonwagen der Spitzenklasse. Nach spannenden Wettbewerben siegte im ersten Durchgang Helmut Neumann mit seinem Haflingergespann Hajo und Simon. Im zweiten Teil hatte Sandro Hauß mit seinen Schweren Warmblütern Eido und Esprit die Nase vorn.

Serena Nittmann

 

Quelle: www.lr-online.de


Herzberg 04.04.2005

Perfekter Saisonstart in Gräfendorf

Gräfendorf. Schönes Wetter und jede Menge Gäste – das war der Wunsch des Gräfendorfer Reit- und Fahrvereins für den Auftakt der Pferdesportsaison 2005, der auch in Erfüllung ging.

04.04.2005
Traditionell „Zur kleinen Ostern“ lädt der Verein in die große Bewegungshalle ein. Vorbereitet wurde neben der Vorstellung verschiedener Pferderassen ein E- und A-Springen sowie ein Kutschengeschicklichkeitsfahren.

Viele Rassen zu sehen
Hunderte Besucher strömten am Samstagnachmittag aus allen Richtungen nach Gräfendorf. Es waren Pferdenarren und Interessierte, die sich die verschiedenen Wettbewerbe anschauen wollten. Für die 16 Aktiven des Reitvereins bedeutete dies jede Menge Arbeit, doch die Vorbereitungen hatten sie mit Bravour gemeistert. Vier Starter aus den eigenen Reihen saßen hoch zu Ross und mischten in den Wettbewerben mit.
Extra für diesen Tag hatte Helmut Neumann jede Menge Pferderassen aus dem Umkreis ausfindig gemacht. Er selbst stellte eine Warmblutstute, ein Kleinpferd und ein Pony vor. Große Begeisterung bei den Gästen riefen in der großen Runde Helmut Kiepisch mit seiner Stute (Schweres Warmblut) und dem 14 Tage alten Fohlen Komtessa sowie Karl-Heinz Thiele aus Klossa mit seinem Schwarzwälder Fuchs Laura und dem Fohlenhengst Rudi hervor. Die Bandbreite der präsentierten Pferderassen reichte vom Mini Shety, mit einer Höhe von nur 74 Zentimetern, über Haflinger bis hin zum Appalusa, auch Leopardenchecke genannt, den Sandro Hauß für Harald Kunde aus Falkenberg am Zügel hielt.
Andreas Quednau war aus Torgau angereist, um seine aus Irland stammende Irish Tinker mit den Fransen an den Füßen, zu zeigen, und Manfred Schmidt war aus Schlieben gekommen, um die Runde mit der Rasse Schweres Kaltblut aufzufüllen.
Ralf Richter aus Lindwerda übernahm nicht nur die Vorstellung der Rassen, sondern kommentierte auch die Wettbewerbe.
An den Start zum E-Springen, das für Einsteiger gedacht ist, gingen 15 Teilnehmer. Sechs von ihnen strebten eine Bewertung an. „An der Aufregung ist schon zu spüren, dass viele nach dem langen Winter erst wieder ein paar Wochen üben müssen. Nicht alle haben eine Reithalle zur Verfügung“, betonte Ralf Richter. Den ersten und zweiten Platz beim E-Springen nahmen dann Stefanie Fischer und Sylvia Johnke vom Reitverein Rothstein mit nach Hause. Über den dritten Rang freute sich die mit neun Jahren jüngste Starterin Marie Mahlo aus Herzberg, die für Schlaubetal ritt. Die anderen nutzten diese Chance zum Training.
Dann es folgte das A-Springen, ein Anfängerspringen mit den gleichen sieben, aber etwas höheren Hindernissen. Die elf Starter kamen aus Kölsa, Lebusa, Gräfendorf, Rothstein, Schlaubethal und Liebersee. Im ersten Durchgang schafften es vier Reiter, den Parcours fehlerfrei zu absolvieren. Unabhängig von der Zeit erfolgte ein Stechen. Dabei setzte sich Alexandra Leonhardt aus Kölsa an die Spitze. Die Plätze zwei und drei gingen erneut nach Rothstein. Anne-Christin Heller und Cindy Lehmann waren freuten sich über den Erfolg. Für die Sieger gab es Pokale und Preise.

Geschicklichkeit gefragt
Während der Umbauphase kam Janine Neumann groß raus. Als Osterhase verkleidet, verteilte sie an die Kinder Süßigkeiten, als draußen auf der großen Wiese schon die Gespanne auffuhren. In den zwei Kategorien Klein, bis 1,48 Meter Widerrist (erhöhter Teil des Rückens bei Vierfüßern), und Groß ging es an den Start. Schon in der Übungsphase wurde den Besuchern klar, mit wie viel Fingerspitzengefühl die Gespannführer die Zügel in der Hand halten müssen. Hier bekamen die Zuschauer nicht nur edle Rösser zu Gesicht, sondern auch Marathonwagen der Spitzenklasse. Nach einem jeweils spannenden Wettbewerb siegte im ersten Durchgang mit null Fehlern Helmut Neumann mit seinem Haflingergespann Hajo und Simon in einer Zeit von 42 Sekunden. Im zweiten Teil hatte Sandro Hauß mit seinen Schweren Warmblütern Eido und Esprit die Nase vor. Auch er bew&a uml;ltigte den aus zehn Hindernissen bestehenden Parcours in 46 Sekunden mit null Fehlern.

Serena Nittmann
 
 

Brückenschlag der besonderen Art 27.02.05

Wasserstrahl-Treffen über der Elster bei Mönchenhöfe und Klossa

Von unserem Mitarbeiter H.-Dieter Kunze

Mönchenhöfe/Klossa/MZ. Die Hoffnung auf eine erneute Brückenverbindung über die Schwarze Elster zwischen Mönchenhöfe und Klossa haben die Bewohner der beiden Orte noch längst nicht aufgegeben. Gestern vormittag vollführten sie zum zweiten Mal einen Brückenschlag der speziellen Art: Zwei Wasserstrahle, aus Motorpumpen von beiden Uferseiten aus „abgefeuert", trafen sich über der Flussmitte.Das Spektakel glich hüben und drüben einem wahren Volksfest. Holzfeuer waren entfacht, Bratwürste brutzelten auf Grillrosten, Glühwein und andere wärmende Getränke wurden ausgeschenkt. Ein unbedingtes Muss bei diesen eisigen Temperaturen. Erst schien die Sonne, dann gingen Schneeschauer nieder und eine ziemlich starker Ostwind blies. Der traf vor allem den Strahl aus Richtung Klossa, die Mönchenhöfer Spritze dagegen arbeitete mit „Rückenwind". Rund 400 Liter Wasser aus der Schwarzen Elster wurden pro Minute und fast zwei Stunden lang beiderseits über B-Schläuche und B-Strahlrohre über das Gewässer geschickt.Die Initiative zur „Wasserbrücke" ging im vergangenen Jahr von Mönchenhöfe aus. Die Bewohner und auch die von Klossa wünschen sich sehnlichst eine Brücke zwischen ihren Orten. Dass es einmal eine gegeben hat, daran erinnern noch Fundamente. Die „Brücke der Freundschaft", wie sie hieß, wurde offiziell am 8. Mai 1954, dem Tag der Befreiung, eingeweiht. Ein langes Leben war ihr allerdings nicht beschieden. Durch ein Hochwasser im August 1954 senkte sich ein Pfeiler und die Brücke musste aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. 1969 erfolgte der Abriss mit Hilfe sowjetischer Panzer.Trotz allem, die Menschen der zwei Jessener Stadtteile haben die Hoffnung nicht aufgegeben, sich wieder näher zu kommen. Das unterstrich auch Regina Sachse, Inhaberin der Mönchenhöfer Gaststätte „Zur Glocke". Und der gemischte Chor des Ortes hatte vergangenen Freitag spontan ein Lied getextet und komponiert, das gestern am Elsterufer gesungen wurde.Für die Feuerwehrleute war die „Wasserbrücke" auch ein Teil des Ausbildungsprogrammes. Das unterstrich Arno Jantz, Wehrleiter der 34 Mitglieder zählenden Stadtteilfeuerwehr von Mönchenhöfe.Klossas Wehrleiter Egbert Uhde, 19 Mitglieder leisten in der Wehr Ehrendienst, sprach von einer realitätsnahen Übung unter dem Motto „Gefahren am Wasser im Winter". Ihm und allen anderen Kameraden machten die eisigen Temperaturen jedenfalls ganz schön zu schaffen.Eine Überraschung für die Gäste war eine nagelneue „Fähre", die Passagiere von einem Ufer ans andere beförderte. Gebaut wurde das Spreewaldkahn ähnliche Boot von drei Männern aus Mönchenhöfe und Kremitz.Der „Wasserbrückenschlag" soll auch im nächsten Jahr wieder stattfinden. Darin waren sich alle einig. „Und das wird so lange fortgesetzt, bis wir endlich wieder eine richtige Brücke haben", meinte resolut eine Mönchenhöferin. Zitat:- „Eine realitätsnahe winterliche Feuerwehrübung." Egbert Uhde, Wehrleiter in Klossa.

Quelle: www.mz-web.de


Herzberg 23.08.2004

Kulisse wie bei einer Großveranstaltung

Arnsnesta. Wieder einmal rollten die Kutschen über das Kopfsteinpflaster der Arnsnestaer Straße. Sie reihten sich ein in eine lange Schlange, um anlässlich des Dorffestes am Samstag Nachmittag zum 2. Kutschenkorso durch den Ort zu fahren. Die Organisatoren hatten erneut Ralf Richter aus Lindwerda dafür gewonnen, den vielen Besuchern, die am Ortseingang den Straßenrand säumten, jeweils die Gespannführer samt Kutsche und Besatzung vorzustellen.

Erhard und Sabine Pieper aus Züllsdorf bei der Parade durchs Dorf. Erhard Pieper gewann anschließend den Wettbewerb.Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Spektakel am Samstag in Arnsnesta und hatten ihren Spaß.

 

Eine leichte Aufgabe für den Pferdenarr, der selbst seit dem 12. Lebensjahr reitet und heute Trakehner sowie Deutsche Reitpferde züchtet und auch im Turniersport mitmischt.
Wenn man bedenkt, dass Arnsnesta Jahrzehnte pferdelos blieb, ist es beachtlich, solch eine Veranstaltung zu organisieren. Mittlerweile gibt es aber wieder sechs Pferde im Ort.
Dank der vielen Reiter, die aus Züllsdorf, Holzdorf, Klossa, Gräfendorf, Herzberg und Beyern kamen, wurde schon im Dorf eine interessante und bunte Mischung sichtbar. Doch das war längst nicht alles, denn auf Wienicks Koppel startete anschließend der spannende Wettkampf.
Gemütlich bei Kaffee, Kuchen, Sekt oder Bier genossen die Gäste den Nachmittag und verfolgten die Starter auf der Wiese. Es gab auch die Möglichkeit, im Wettbüro auf den Favoriten zu setzen, um am Ende die «dicke» Siegprämie zu kassieren. Nachdem die Herren Gespannführer noch einmal von Ralf Richter vorgestellt wurden, startete Sabine Pieper aus Züllsdorf, die übrigens eine Lehre als Pferdewirtin absolviert, als Erste und Jüngste in den Parcours.
Wie alle anderen hatte sie 13 Hindernisse zu durchfahren, schaffte dies mit einem Fehler und in einer Fahrzeit von 2:56 Minuten. Karl-Heinz Thiele aus Klossa legte ohne Fehler in 2:22 Minuten nach. Helmut Neumann vom Reit- und Fahrverein Gräfendorf fuhr 16 Sekunden schneller. Zu den weiteren Startern gehörten Erhard Pieper, Manfred Plath, Ingo Graßmann, Mirco Thiele, Helmut Kiepisch, Thomas Schemmel, Katja Lehmann und Siegmund Quick. Sie zeigten sich begeistert von der Gestaltung des Parcours, der mit 480 Metern zwar sehr lang war, aber dafür einen sehr gut zu befahrenen Rasenplatz vorwies.
Und auch die Gäste genossen den Wettkampf, verfolgten genau, wie sehr sich die Fahrer und Beifahrer bemühten, so wenig Fehler wie möglich zu machen und am Ende auch noch die schnellste Zeit heraus zu fahren.
Enrico Wie-nick, der in Frack und Zylinder als «Pausenfüller» auftrat, meinte: «Die Gespannführer bekommen hier eine Traumkulisse von Zuschauern fast wie in Hoppegarten geboten.» Am Ende des spannenden Wettkampfes siegte Erhard Pieper vom Reit- und Fahrverein Züllsdorf, der für seine Runde 1.54 Minuten benötigte, dem allerdings auch ein Fehler unterlief. Den zweiten Preis holte sich Helmut Neumann und den dritten Rang erfuhr Ingo Graßmann, beide Reit- und Fahrverein Gräfendorf. Dank der vielen Helfer, die den Parcours aufbauten, Zeiten stoppten und auch dafür sorgten, dass die Hindernisse immer wieder zurecht gerückt wurden, war auch der reibungslose Ablauf gesichert. Die Zuschauer staunten immer wieder, mit welchem Geschick die Gespannführer die Pferde durch die Hindernisse lenkten. Für diese besondere Art der Unterhaltung dankten sie mit kräftigem Beifall.
Von Serena Nittmann

 

Quelle: www.lr-online.de


Herzberg 26.07.2004

«Perle» und «Puppe» holten sich Platz Eins

Gräfendorf. Zum dritten Reitsportfest hatten der Gräfendorfer Reit- und Fahrverein zum Wochenende eingeladen. Nicht nur Reiter, sondern auch viele Pferdeliebhaber waren erschienen. Sie wollten sich auf keinen Fall den interessanten Kutschen-Fahrwettbewerb entgehen lassen. Ausgetragen wurde dieser in zwei Durchläufen. Wertungen erfolgten dabei getrennt für Klein- und Großpferde.

Auch Reinfried Hauß und Sohn Sandro schlugen sich wacker – wie hier beim Greifen der Bierflasche während der Fahrt.Jüngste Starterin war Janine Neumann, die Enkelin vom Chef des Gräfendorfer Reit- und Fahrvereins Helmut Neumann. Sie hielt die Zügel vom Schimmelgespann fest in der Hand.

Foto: Foto: Serena Nittmann

Insgesamt starteten 18 Gespanne, die aus Züllsdorf, Großrössen, Klossa, Beyern und Gräfendorf angereist waren. Moderator Hans-Georg Löwe wusste nicht nur Interessantes zum Wettbewerb, sondern brachte auch viele Angaben zu Pferd, Kutsche und dessen Besatzung ins Spiel. Franco Blech, Janine Kiepisch und Ines Scholz gehörten zur Jury, die Zeiten und Fehler der Gespanne notierte.

Gleich die Bestzeit vorgelegt
Den Start bei den Kleinpferden wagte der Chef des Gastgebervereins, Helmut Neumann, der seinen Sohn Dirk und Enkeltochter Janine mit dabei hatte. Mit dem Haflingergespann «Perle und Puppe» legte er eine Bestzeit von 1:25 Minuten vor, die ihm später den Sieg einbrachte. Übrigens waren dies drei Generationen, die hier in Gräfendorf auch jeder für sich den Parcours bestritten. Dirk schaffte die Runde in 1:30 und zehn Strafsekunden, Janine mit einer Gesamtzeit von 1:53 Minuten. So zeigten Pferde und Kutscher ihr Temperament auf dem äußerst schwer zu befahrenen Sandboden, meisterten ganz verschieden die einzelnen Hindernisse wie Flatterband, Slalom, den Hügel oder die Wende im U. Der kleine Berg hatte es in sich, Mirco Thieles Pferd stürzte. Alle atmeten auf, als der Kutscher wieder das O.k. für die Pferde gab. Später wagte er einen Neustart und meisterte diesen mit Bravour. Die Zuschauer honorierten mit kräftigem Applaus die Leistungen. Bei fortlaufendem Wettbewerb war schnell zu erkennen, dass die Pferde durchtrainiert sein mussten, um diesen schweren Sandboden zu bewältigen.
Tiefe Spuren im Sand zeugten zudem vom Gewicht der Kutschen. «Dieser Fahrsport wird zum Teil mit einem sehr hohem Aufwand betrieben. Wenn Kutsche und Gespann über den Parcours jagen, ist dies ohne weiteres mit dem Lenken eines Mittelklassewagens zu vergleichen» , so Hans-Georg Löwe. Er betonte, dass man vor diesem Engagement der Sportfreunde sehr wohl den Hut ziehen könne.
Die Gäste erkannten auch, welche große Achtung sie den Beisitzern einzuräumen hatten. Denn sie mussten bei der Fahrt das Gewicht ausbalancieren. Hin und wieder landeten sie dabei sogar im Sand. Bei den Großpferden war schon zu sehen, dass die Kutscher, um die Hindernisse zu meistern, größere Schleifen einplanen mussten. Das kostete natürlich auch Zeit. Kathrin Bauer schaffte dies zum Beispiel mit ihrem Wallachgespann in 2:09 Minuten. Reinfried Hauß zeigte mit seinem Schweren Warmblut, dem Gespann Jenny und Eido mit 1:22 Minuten die schnellste Zeit, Sohn Sandro kam auf den zweiten Platz. Auch Freundin Yvonne saß nicht nur daneben auf dem Kutschbock, sondern nahm selbst die Zügel in die Hand. Auch sie betonten, dass der Boden sehr schwer zu meistern war, fanden diese Erfahrung aber sehr gut. Bei den Kleinpferden fuhr nach dem Sieger Helmut Neumann der Sportfreund Erhard Pieper mit 1:35 Minuten auf den zweiten Rang.

Gutes Futter für alle Pferde
Nur fünf Minuten mehr benötigte Dirk Neumann. Die Erstplatzierten erhielten Pokale und Gutscheine, alle anderen Starter gingen auch nicht leer aus, sondern fuhren mit einem Sack Futter für die Pferde nach Hause. Um die Bandbreite auch in diesem Sport zu präsentieren, zeigten die Gräfendorfer mit ihren Gästen sowohl Fahr- als auch Reitsport. Am Sonntag erfolgte dann das Springreiten der Kategorie E und das traditionelle Kranzreiten.
Von Serena Nittmann

 

Quelle: www.lr-online.de


Herzberg 26.08.2003

Nur «Superstars» traten in Mönchenhöfe auf

Mönchenhöfe. Das salomonische Urteil der Jury bei «Mönchenhöfe sucht den Superstar» am Sonnabend wurde mit Beifall aufgenommen. «Alle sind Superstars» , verkündete David von der Jury, auch wenn es nach den einzelnen Auftritten zum Teil bissige Kommentare gegeben hatte.


Und die Organisatoren vom Heimatverein hatten alles aufgeboten, was Rang und Namen hatte, von den Wildecker Herzbuben (Frank Sander und Robert Schiepe) über Heino (Christian Schnürpel) bis zu den Doofen (Verena Sachse und Daniela Kösterke) und Roy Black mit Anita (Dieter Sander und Gunter Schwenk). Mit Volksmusik beteiligten sich Heidi und Peter (Rüdiger Bockelmann und Marian Wosnitza), die sogar ein Schäfchen (Tom Kösterke) dabei hatten. Doch es nutzte alles nicht, das vernichtende Urteil der Jury: «Euer Jodeln reicht für die Berge, nicht aber für unsere Show.»
Bei «Wahnsinn» mit Wolfgang Petry (Christian Zander) wurde die erste Zugabe gefordert. «Wolle» absolvierte sie mit Bravour, obwohl ihm unter seiner Lockenpracht etwas die Orientierung fehlte. Auch die Jugendausgabe von Modern Talking (Thomas Sachse und Marcel Lehmann) kam um einen zusätzlichen Auftritt ebenso wenig umhin wie «Die drei Besoffskis» (Sven Bockelmann, Andy Hauß und Michael Lutzmann). Doch in der Gunst des Publikums in der Scheune ganz vorn lagen «Die Glocken von Rom» , dargeboten von Henry Sachse und seinen Background-Glöcknern Frank Riethdorf, Torsten Kösterke, Ingo Globig und Jürgen Lehmann, die ihr Glockenspiel (Pfannen) unter den Mänteln verbargen.
Die Moderatoren Michelle Hunziker und Karsten Spengemann (Nadin Bühner und Stefanie Thäle) zogen das wohl wichtigste Fazit des etwas mehr als einstündigen Programms: «Man merkt es vielleicht, wir sind zu einer richtig duften Truppe zusammengewachsen.» Das bestätigte auch Heimatvereinsvorsitzender Torsten Kösterke. Seine Befürchtung, von den jugendlichen Darstellern würden einige abspringen, hatte sich nicht bestätigt. Im Gegenteil, alle waren mit Feuereifer dabei. Und das nicht nur, weil es vor dem Programmbeginn für jeden ein probates Mittel gegen zu große Aufregung gab.
Obwohl die Schwarze Elster zwischen Mönchenhöfe und Klossa kaum noch Wasser hat, wurde wieder eine provisorische Brücke gebaut. Und so hatten die Gäste aus dem Nachbardorf am Freitag auch keinen langen Anfahrtsweg zum Volleyballvergleich. Diesen gewann Klossa 3 : 1. Auch beim Tanz sorgten die Bewohner des Nachbardorfes mit für eine volle Scheune.
Im Strohballenrollen am Sonntag waren ebenfalls die Klossaer Männer von den übrigen drei Teams nicht zu schlagen. 16 Sekunden benötigten sie für Hin- und Rückweg im zweiten Versuch. Sie lagen schon nach der ersten Runde ganz vorn (16,52), doch dann kamen die Bad Boys auf 16,47 im zweiten Anlauf. Kurzerhand gingen die Klossaer erneut an die Startlinie und verbesserten sich, vor allem durch die bessere Technik an der Wende. (miz)
 
 

Herzberg 18.08.2003

Kutschen-Premiere in Arnsnesta

Arnsnesta. Als die Pferde in Arnsnesta einzogen, stürmten die Leute vom Festplatz zum Straßenrand, um sich einen guten Platz zu sichern. Denn die Kutschenparade durch den Ort wollten sie sich nicht entgehen lassen.

Das Hindernisrennen bot Spannung, auch für die Zuschauer.

Foto: Foto: sn

Zum ersten Mal organisierten die Arnsnestaer diese Art von Veranstaltung, die schon Wochen im voraus viel Arbeit kostete. Aus Annaburg, Großnaundorf, Herzberg, Züllsdorf, Klossa und Dautschen-Last waren die Pferdeliebhaber angereist, um mit ihren Kutschen in der Parade mitzuwirken. Einer von ihnen war Erhard Pieper vom Reitverein in Züllsdorf, der die alte Postkutsche vom Baujahr 1928 mit einem Vierergespann Haflinger präsentierte. Neben ihm auf dem Kutschbock saß Ortsbürgermeisterin Regina Köhler als «Christel von der Post» . Der Züllsdorfer ist dabei, einen alten Brauereiwagen aufzubauen, nur sucht er noch verzweifelt alte hölzerne Fässer.
Die Pferdefreunde aus Klos-sa fuhren im Marathonwagen vor. Den Zug komplettierten Einzelreiter André Bär und Michaela Linke aus Arnsnesta sowie drei Jeßnigker Reiter. Alles in allem eine Augenweide für die Zuschauer. Unter den großen schattenspendenden Eichen nahmen die Gäste vor der großen Koppel Platz. Andere wieder wählten einen Sonnenplatz, um das Geschehen beim Kutschengeschicklichkeitsfahren mitzuverfolgen.
Schmunzeln, als Moderator Ralf Richter aus Lindwerda, seit 12 Jahren selbst Pferde züchter, meinte: «Pferd gesund, Wagen ganz, auf den Mann kann gesetzt werden.» In diesem Moment öffnete das Wettbüro.
Interessant wurde es dann, als die ersten Kutschen den Parcours durchfuhren. Verschiedene Hindernisse mussten gemeistert werden. Getestet wurde hier vor allem die Geschicklichkeit von Kutscher, Beifahrer und Pferden. Der Sieger, Thomas Hensel aus Klossa, stand schnell fest. Um die nachfolgenden Plätze mussten Karl Heinz Thiele, Volker Rabe und Daniel Hissung dann noch einmal ins Stechen gehen. Sogar ein zweites Stechen war erforderlich. Mit Pokalen und Sekt gingen die Sieger vom Platz, für alle Teilnehmer gab es Tankgutscheine und natürlich Futter für die Pferde.
S. Nittmann

 

Quelle: www.lr-online.de


Herzberg 28.07.2003

Wenn Höhe oder auch Zeit entscheiden

Gräfendorf. Reitsport kann nur zum Erfolg führen, wenn Mensch und Tier gut harmonieren. Immer und immer wieder verwies Hans-Georg Löwe am Wochenende auf diese Maxime. Als Sprecher des Reitturniers in Gräfendorf war das Ehrenmitglied des Reit- und Fahrvereins Gräfendorf darauf bedacht, den Zuschauern die Tücken und Besonderheiten des Pferdesports näher zubringen. Doch dem aufmerksamen Betrachter dürfte auch so nicht entgangen sein, dass nur viel Fleiß und Übung auf dem Parcours zum gewünschten Ergebnis führen.

Heimvorteil allein reicht nicht. Helmut Neumann musste sich mit seinen Haflingern und dem Team geschlagen geben. Er schaffte es aber auf den dritten Platz.

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28. Juli 2003 01:09:28

Pferde, die vor einem Hindernis scheuen, Reiterinnen, die abgeworfen wurden oder Gespanne, die andere Wege suchten als die vom Kutscher anvisierten, gehörten daher ebenso in den Programmablauf wie glückliche Sieger. Zu letzteren durften sich Doreen Bauer auf «Falke» aus Züllsdorf und Jennifer Taege auf «Agatha» aus Brandis zählen. Die beiden Reiterinnen gewannen die Konkurrenz im so genannten E- sowie im A-Springen. Den Unterschied zwischen den Wettbewerben machte nicht die Anzahl der insgesamt neun Hindernisse aus, sondern deren eingestellte Höhe. Während das A-Springen für fortgeschrittenere Pferde und Reiter angedacht war, konnten sich im E-Springen unerfahrene Teilnehmer erproben.
«Sowohl Pferd als auch Reiter müssen sich langsam an die Höhen herantasten» , verdeutlichte Löwe gegenüber der RUNDSCHAU. Ein so genannter Doppelsprung ist nach seinen Worten für die Tiere leichter zu bewältigen als der Steilsprung. Dass die Aussagen des Fachmanns ins Schwarze trafen, war unschwer zu erkennen. Nahezu jedes Pferd riss an diesem Hindernis eine der aufgelegten Stangen einmal.
Weniger auf Höhe, als vielmehr auf die gefahrene Zeit kam es beim zweiten Höhepunkt des Samstags, dem Hindernisfahren, an. Elf Gespanne aus Gräfendorf, Klossa, Züllsdorf, Herzberg und Dautzschen/Last hatten sich dazu zur zweiten Auflage des Turniers in Gräfendorf eingefunden. Unterteilt in Klein- und Großpferde, unterschieden sie sich nur durch die eigene Körpergröße. Das angesetzte Stockmaß für Kleinpferde reichte dabei bis zu 1,47 Meter. Vierbeiner die größer waren, fielen in die zweite Konkurrenz.
Der abgesteckte Parcours aber war für alle gleich. Derweil half offensichtlich auch der Heimvorteil nichts, den Gräfendorfs Vereinsvorsitzender Helmut Neumann mit seinen Haflingern hatte. In beiden Kategorien am Start, reichte es für ihn statt zum Sieg «nur» zu Rang drei. Siegerlorbeeren ließen sich zum Ende der Veranstaltung vielmehr Mirko Thiele aus Klossa bei den Kleinpferden und Daniel Hissung bei den Großen anheften. Neben einem Pokal gab es zudem noch etwas Futter für die eigentlichen Arbeiter dieses Tages.
Mit der Veranstaltung glauben die Organisatoren aus Gräfendorf einen guten Mix getroffen zu haben. Denn mit dem Kranzreiten am Sonntag Nachmittag konnte das gesamte Spektrum des Pferdesports aufgezeigt werden. An einer erfolgreichen Fortführung des Turniers besteht daher kaum ein Zweifel.

von Sven Gückel

Quelle: www.lr-online.de


Herzberg 05.07.2003

Pferdesport bei den Nachbarn

Klossa. Um den Pokal der Elbe-Elster RUNDSCHAU geht es heute wieder ab 14 Uhr beim traditionellen Kutschenhindernisrennen in Klossa (Altkreis Jessen). Mehr als 20 Starter haben ihr Kommen zugesichert, so dass rassiger Pferdesport zu erleben sein wird.

05.07.2003
Im Rahmenprogramm sind Vol tigiervorführungen, ein Springturnier und die Abschlussparade zu erleben. (red)

Quelle: www.lr-online.de


Herzberg 04.07.2003

Hinderniszeitfahren in Klossa

Klossa. In Klossa im Nachbaraltkreis Jessen steigt am Wochenende das diesjährige Dorffest. Im Mittelpunkt stehen wie immer die Pferde, und der Höhepunkt ist am Sonnabend das 4. Große Hinderniszeitfahren um den Pokal der Elbe-Elster RUNDSCHAU.

04.07.2003

Heute Abend beginnt das Fest um 19 Uhr mit einer Ballonfahrt ab Ortsausgang in Richtung Schweinitz. Der Auszug zum Festplatz mit dem Schweinitzer Spielmannszug schließt sich dem an.
Am Sonnabend beginnt die große Pferdeveranstaltung um 14 Uhr mit dem zweiten kleinen Springturnier um den Pokal der Agrargenossenschaft Holzdorf und 16 Uhr mit dem Hinderniszeitfahren. Zu sehen sind im Rahmenprogramm auch eine Fohlenschau mit zehn verschiedenen Rassen, einen Vierergespannzug aus Züllsdorf mit Postkutsche und Voltigieren einmal anders. Die Ehrung der Sieger und die Abschlussparade erfolgen um 18 Uhr. Ab 20 Uhr ist dann Tanz im Zelt mit der Pat-Beat Coverband, und um 22.15 Uhr tritt die Tanzgruppe «Estelle» des Jessener SV 53 auf.
Der Sonntag wird um 10 Uhr mit einem Frühschoppen und dem Luftgewehrpreisschießen eingeläutet. Um 11 Uhr gibt es «Spaß und Satire aus den Alltag in Klossa.» Ab 13 Uhr wird alles versteigert, was der Mensch so braucht oder auch nicht braucht.
An allen drei Tagen ist für die gastronomische Versorgung im Festzelt und auf dem Platz der Pferdeveranstaltung gesorgt. Der Klossaer Heimatverein freut sich auf zahlreiche Besucher. (red/ru)
 
 

Elsterwerda 06.05.2003

Kutschenparade: Da schlägt das Herz

Herzberg. Hufgetrappel in wirkungsvollster Form – das gab es am Sonntag beim Tierparkfest zu erleben.

06.05.2003
20 Kutschenführer und mehrere Reiter waren bei der 2. Auflage der Kutschenparade zu sehen. Der Korso durch die Innenstadt am Rathaus vorbei faszinierte auch in diesem Jahr wieder die vielen Gäste an den Straßenrändern und anschließend im Park. Ingo Graßmann vom Reit- und Fahrverein Gräfendorf hatte dafür gesorgt, dass gleich an zwei Stellen – vorm Rathaus und im Park – die Kutschen, Gespannführer und Pferde näher vorgestellt werden konnten. Bei hochsommerlichem Wetter erfreuten die prächtig rekonstruierten Kutschen viele Herzen. Unter den Modellen waren Gefährte, die bereits 100 Jahre alt sind oder unmittelbar vor diesem historischen Jubiläum stehen.
Zu einer schönen Tradition ist es auch geworden, dass selbst Gäste aus den Altkreisen Jessen und Finsterwalde den Weg in die Kreisstadt finden. Der Tröbitzer Fritz Socher begeisterte mit seinem Jagdwagen genauso wie etwa Erhard Pieper aus Züllsdorf mit der Postkutsche oder Mirco Thiele aus Klossa mit dem Einkaufs- und Ausfahrwagen. Mit viel Liebe zum Detail waren die Landauer und Marathonwagen hergerichtet worden und bestachen wie Victoria und Vi sa Vis genauso. Da sah man Hochzeitskutschen, edle englische Kumts und auch Arbeitskumts.
Stolz hatte der Friesenhengst «Wietze» von Susanne Mahlo den Umzug angeführt, gefolgt von jungen Reiterinnen des Reitclubs «Am Schappin» .
Ihnen allen zollten die Besucher viel Beifall für die Pflege der alten Traditionen und ihren liebevollen Umgang mit den edlen Rössern. Der Landhandel Höhne und das Deuka-Kraftfuttermischwerk hatten in diesem Jahr die Kutschenparade wieder unterstützt, in dem sie was zu «Futtern» für Tier und Mensch sponserten. Die Organisatoren sagen allen Teilnehmern herzlich Danke.
Von Frank Claus

Quelle: www.lr-online.de


05.05.2003

Tierparkfest – was für eine Sause!

Herzberg. Ehrlich, so etwas haben selbst alte Tierparkfest-Hasen noch nicht erlebt: An allen fünf Tagen – und erstmals dauerte das große Spektakel der Herzberger so lange – war der Besucherstrom riesig.

05.05.2003
Auch das schlechte Wetter am Samstag trübte die Stimmung nicht. Alle Veranstaltungen im Festzelt und auch auf der Wiese waren überaus stark besucht.
Schausteller-Chef Alfons Sperlich sagte gestern Abend zwar etwas müde, aber mit nicht zu übersehenden Lachfältchen im Gesicht: «So voll war der Park noch nie, so wahr ich Alfons heiße!»
Die Kutschenparade am Nachmittag lockte hunderte Besucher ins Stadtzentrum. Zwanzig Gefährte aus der Region Herzberg und aus Klossa im Nachbarkreis Wittenberg waren gekommen und boten ein sehenswertes Schauspiel.
Pferde und Kutschen waren herrlich anzusehen – und wer mag des denjenigen verdenken, die oben auf dem «Bock» saßen, dass sie ganz einfach nur stolz darauf waren, mitmachen zu können.
Moderiert von RUNDSCHAU-Lokalchef Frank Claus erfuhr das Publikum zu jedem einzelnen Gefährt viel Interessantes. Schließlich war von allen Eigentümern und Pferdefreunden viel Mühe dafür aufgewendet worden, diesen schmucken Anblick bieten zu können. An dieser Stelle also auch ein Dankeschön an alle!
Zu einem Massenandrang führte gestern am späten Nachmittag auch das Entenrennen auf dem Grochwitzer Teich.
Etwas langsamer als im Vorjahr setzten sich die Kunststoff-Tierchen, angetrieben durch mächtige «Feuerwehr-Sprudel» , in Bewegung. Doch dann gab es am Ende nur eine Gewinnerin – Katarina Nittmann aus Herzberg. Sie erhält den Hauptpreis – ein Jahr lang kostenlos Renault Clio fahren.
Die komplette Gewinnerliste erscheint in der morgigen RUNDSCHAU-Ausgabe
Von Frank Claus
und Gabi Zahn

Quelle: www.lr-online.de


Herzberg 19.02.2003

Im Herzen immer noch jung geblieben

Margarete und Paul Lehmann freuen sich, dass nicht nur die Familie, sondern so viele Freunde und Bekannte zur Diamantene Hochzeit gratulierten.Schmielsdorf.

Im Herzen immer noch jung geblieben
Foto: Foto: sn
19. Februar 2003 01:06:30

Vor 60 Jahren, es lag übrigens ein wenig Schnee und der eisige Wind fegte mit fast 20 Grad minus über das Land, schritten Margarete und Paul in Kurzig (heute Polen) zum Standesamt. Nach dem Ja-Wort trugen beide den Familiennamen Lehmann. «Da es eine Kriegstrauung war, standen die Soldaten, als wir aus der Kirche kamen, Spalier und schossen Salut» , erinnerte sich der Jubilar. Dies bedeutete auch, dass Paul Lehmann in Uniform heiratete. Seine junge Braut trug damals ein weißes Kleid, welches ihre Mutter selbst nähte, und als Strauß gab es Tulpen. Kennengelernt hatten sich beide in der Wirtschaft, in der seine Frau damals in Stellung war und für die Soldaten, die dort stationiert waren, Brot austeilte.

Nur durch seine Verletzungen gelang es Paul Lehmann, wenigstens in die Nähe der Heimat zu kommen. Daraufhin wurde er dann in Jüterbog aus dem Kriegsdienst entlassen und konnte nach Hause, wo er auch schon im Sommer nach der Hochzeit seine Frau hinterherholte. Dort arbeiteten beide in der eigenen Wirtschaft, versorgten Kühe, Schweine und alles, was dazugehörte.

Die Zeit des Krieges brachte auch für das junge Paar Leid und Kummer. Als dann aber die Kinder Ilse, Edeltraud, Lothar und Christel Jahr für Jahr die Familie vergrößerten, gab es kaum noch einen Moment der Ruhe. Sie sorgten fortan für Leben und Stimmung. Heute ist das Diamantene Paar, welches übrigens zusammen 174 Lebensjahre auf die Waage bringt, ganz besonders stolz auf die zehn Enkel sowie die vier Urenkel. Gemeinsam mit der Familie und vielen Freunden feierten sie gestern in Klossa bei Tochter Ilse und Enkel Eckbert.


Serena Nittmann

Quelle: www.lr-online.de