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Holzdorfer Angler Es fehlt an Information im Verband

Von  Evelyn Jochade

Dietmar Schmiel (rechts) konnte sich in Klossa über den Vereinsmeistertitel freuen.

Foto: E. Jochade

Holzdorf/Klossa -

Es blieben in der Jahreshauptversammlung der Holzdorfer Angler im Klossaer „Dorfkrug“ einige Stühle frei. Jedoch hatte das eher berufliche Gründe bzw. waren einige Mitglieder auch durch Krankheit verhindert. Selbst den rührigen Vereinsvorsitzenden, Joachim Fuchs, hatte es getroffen. So war es an seinem Stellvertreter, Bernd Richter, Schriftführer Hilmar Pabst sowie Tobias Gulla, der an diesem Tag seinen Bruder, den Schatzmeister Thomas Gulla vertrat, die Versammlung statutengerecht über die Bühne zu bringen. Vorsitzender Joachim Fuchs hatte allerdings seinen Rechenschaftsbericht selbst verfasst, der nun verlesen wurde.Zunächst setzte er sich darin mit dem unzureichenden „Informationsfluss von oben nach unten“ auseinander, der sich auch nach der Verschmelzung der ost- und westdeutschen Anglerverbände im Mai 2013 keinesfalls gebessert habe. „Nun kann man endlich sagen, Deutschland ist einig Angelland. Informationen haben wir als Vorstand aber noch nicht erhalten. Sicherlich klemmt die Säge beim Regionalverband.“ Allerdings war das auch das Einzige, was Fuchs zur „großen Vereinspolitik“ anmerkte. Wesentlich mehr Raum gab er im Bericht den internen Problemen, aber auch Erfolgen, beispielsweise der Wiederansiedlung selten gewordener Fischarten, die ohne Mithilfe der Angler nicht gelingen würde. Darauf könnten die nunmehr 55 Mitglieder durchaus stolz sein. Wie in so vielen Vereinen ist auch bei den Holzdorfer Anglern die Fluktuation groß. Das liegt, so im Bericht vermerkt, einerseits an berufsbedingten Wegzügen, aber vor allem an der Altersstruktur im Verein. Viele ältere Mitglieder müssten schweren Herzens ihr geliebtes Hobby aufgeben. Dagegen stehen 30 Neuaufnahmen in den letzten vier Jahren, sodass sich die Vereinsstärke zwischen 50 und 55 einpendelte.

Auch die Hege und Pflege der anvertrauten Gewässer wurde angesprochen. „Nur wenn diese fachgerecht durchgeführt wird, ist mit nachhaltig hohen Fischerträgen zu rechnen.“ Verweisen konnte der Vereinsvorsitzende dabei u.a. auf die Premsendorfer Rieke, die als Pachtgewässer seit der vorherigen Legislaturperiode in Vereinshand ist. „Was wir daraus gemacht haben, kann sich jetzt schon sehen lassen.“ So auch der Brandiser Badeteich, an dem es aber doch Probleme gibt. Vorrangig mit dem Befahren der Uferzone mit Pkw. Eine neue Vereinbarung mit der Stadt Schönewalde dazu wurde am 22. Februar unterzeichnet. So dürfen nur behinderte Angler bis in Gewässernähe fahren. Alle anderen sind verpflichtet, ihre Autos auf den dazu vorgesehenen Flächen zu parken. (mz)

Quelle: www.mz-web.de ©2016


Dorfkrug in Klossa: Was die Welt zusammenhält

Aus dieser Perspektive vor dem Bild „Brief aus Potsdam/Die Lachtaube“ aufgenommen, scheint es, als zählten auch die gemalten Menschen mit zu Eberhard Zieglers (links) Gästen.

Foto: G. Zahn

Klossa/Kremitz -

Im Klossaer „Dorfkrug“ sind 50 Bilder von Eberhard Ziegler, Jahrgang 1941, zu sehen: Porträt- und Landschaftsmalerei, christliche Themen, mythische Szenarien, Stillleben. Wegen seiner Vielseitigkeit werde er von vielen Menschen als „Sonderling“ definiert, sagt Ziegler, was er in eigenwilliger Weise höchst selbst mit dem Künstlernamen „RAR vom Monte Christhof“ unterstreicht. „RAR“ stehe für „selten“, erklärt der Wahl-Kremitzer einmal mehr. Gleichwohl hat er die Ausstellung unter den Titel „Der Weg – das Leben – die Wahrheit“ gestellt. In dieser Verbindung will er seine philosophische Sicht auf die Welt und ihre Widersprüche kundtun. Wer ihm zuhört, gewinnt den Eindruck, dass er zeigen will, was die Welt zusammenhält. Oder entzweit. Seine Stilrichtung sieht er angelehnt an die der Alten Meister des 15. bis 18. Jahrhunderts.

Außergewöhnlicher Charme

Zieglers Werke geben dem Saal des Dorfkrugs einen außergewöhnlichen Charme. Er soll Besucher neugierig machen, die Arbeiten aus der Nähe – und etwas näher – zu betrachten, um Verborgenes zu entdecken. So hofft der Künstler. Die Gäste der Vernissage drücken ihm die Daumen. Es sind vor allem seine Freunde, gute Bekannte und Wegbegleiter, allen voran Ehefrau Ingrid, mit der er, aus Stangenhagen bei Trebbin kommend, 2011 nach Kremitz zog.

Sichtlich gerührt ist der freischaffende Künstler, dass auch Jessens Bürgermeister Michael Jahn (SPD) der Einladung folgt. Immerhin will Ziegler die Ausstellung in die Veranstaltungen zum 800. Jahrestag der Ersterwähnung Jessens eingebunden wissen. Das Stadtoberhaupt bezieht sich in seiner kurzen Ansprache allerdings weniger auf die Kunst, als auf den Künstler selbst und seine erste Begegnung mit ihm: „Herr Ziegler sprach bei meiner Sekretärin vor. Er ließ sich jedoch nicht bremsen, öffnete die Tür und verschaffte sich Zutritt zu meinem Büro. Da standen wir uns plötzlich gegenüber.“ Die Zuhörer frohlocken: „So ist Eberhard!“ Jahn locker: „Er bahnt sich eben seinen Weg. Nachdem ich mir die Bilder angeschaut habe, ist das okay für mich, und ich bin froh, einen solchen Künstler im Städtchen zu wissen.“

Die in Klossa präsentierten Gemälde zeigten nur ein Viertel seines bisherigen Schaffens, sagt Eberhard Ziegler. Für sein Gesamtwerk plane er eine große Schau auf dem Kremitzer Grundstück. Allerdings müssten dafür noch umfangreiche Sanierungen erfolgen.

In seiner Laudatio geht Silvio Paul, freiberuflicher Dozent und Fremdsprachenlehrer aus Premsendorf, auf Lebensetappen des Künstlers ein. Ziegler habe vielerlei Talente, wovon Berufsausbildungen in der Landwirtschaft, als Betonbauer, Industrieschmied, Modellbau/Stuckateur sowie Schrift- und Grafikmaler zeugen. Auch habe er als Sportschütze sehr erfolgreich gezielt. Weniger Glück, jedoch bewegte glückliche Zeiten, hatten beide Zieglers in ihrem Stangenhagener Hotel bei Trebbin/Brandenburg. Daran erinnern Porträts von Boxweltmeister Henry Maske, mit dessen Familie man noch immer verkehre.

Künstlerisches Blut

Schon als Kind hat Ziegler mit dem Malstift offenbart, dass künstlerisches Blut in ihm pulsiert. Als Autodidakt versucht er dieses zu bändigen. Anfang der 1960er Jahre wird er, wie in seiner Vita zu lesen ist, von Professor Walter Womacka (1925–2010, Rektor der Kunsthochschule Berlin-Weißensee) entdeckt. Als Privatschüler von Professor Kurt Robbel (1909–1996), Hochschule für angewandte und bildende Kunst Berlin, habe er sein Talent weiterentwickelt, ebenso durch Studien in europäischen Galerien und bei anderen Lehrmeistern. In vielen Ländern seien seine Werke anerkannt, im eigenen Land dagegen weniger, „weil ich eben als Sonderling gelte, ich bin mir ja selbst ein Rätsel - eben ein RAR.“

Rückblende: Silvester 1978 brachte ihn ein zehnstündiger Fußmarsch bei minus 16 Grad und Schneetreiben zwischen Trebbin und Luckenwalde an die vermeintliche Grenze seines irdischen Daseins. Das Auto war liegengeblieben. Später bannte er säter seine Todesangst auf Leinwand. Auch dieses Bild ist in Klossa zu sehen, ebenso das für ihn am schwierigsten zu malende Porträt des Arztes Prof. Dr. Dietrich Arndt. (mz)

Quelle: www.mz-web.de


Gaststätte Seit zwei Jahrzehnten im eigenen Krug

Familie Uhde - Ilse, Sohn Egbert und mit Melina schon die nächste Generation - bittet in den Dorfkrug. (FOTO: E. JOCHADE)

KLOSSA/MZ. "Das war'n Zeiten!" Ilse Uhde stemmt die Hände in die Seiten. "Da waren wir noch jung." Dabei lacht sie und ihre dunklen Augen funkeln beim Exkurs in die Vergangenheit lebenslustig unter dem weißen Bubikopf.

Nein, auf den Mund gefallen ist die 68-Jährige nicht. Das hat schon der Beruf mit sich gebracht. 1965 lernte sie bei Götzes im Herzberger Stadtcafé, was in der Gastronomie wichtig ist. Später war sie 25 Jahre, bis kurz nach der Wende, Köchin im Gasthof Weintraube in Schweinitz.

Die in Schmielsdorf bei Schönewalde Geborene kam der Liebe wegen nach Klossa, heiratete 1967 in die Landwirtschaft der Familie Uhde ein. Das Anpacken war sie von zu Hause gewöhnt, denn sie hatte vier Geschwister. Glückliche Jahre folgten, zwei Söhne wurden geboren, bevor das Schicksal ihr den Mann entriss.

Die folgende schwere Zeit überstand sie vor allem durch ihre Söhne, die ihr stets eine Stütze waren. Das Gastgewerbe aber ließ sie nicht los und so fasste sie mit der Familie, zu der auch Günter Maronna als neuer Mann an ihrer Seite zählte, den Entschluss, auf dem eigenen Hof eine Gastwirtschaft einzurichten. Gesagt, getan. Der ehemalige Kuhstall mit seiner sehenswerten Preußischen Kappendecke wurde zum Gastraum umgebaut.

Die Futterküche behielt ihre Funktion, nur waren es nach gründlicher Renovierung Zweibeiner, für die hier Essen zubereitet wurde. Am 1. September 1992 empfing der Klossaer Dorfkrug zum ersten Mal Gäste und traf, da im Ort kein Lokal existierte, voll ins Schwarze. Der "Krug" wurde angenommen. Es zeigte sich bald, dass die kleine Gaststube dem Ansturm auf Dauer nicht gerecht werden konnte.

Versammlungen, Familienfeiern, Hochzeiten, Rentner-Stammtisch. Es musste dringend eine Lösung gefunden werden. Ein Wanddurchbruch zum dahinter liegenden Maschinenraum und dessen Ausbau zu einem attraktiven Saal erschloss 1994 ganz neue Möglichkeiten. "Bis 1997 hatten wir hier rollende Woche von Montag bis Montag", so Ilse Uhde, die als Chefin die Fäden in der Hand hält. Inzwischen sei es schon ein wenig ruhiger geworden, wie Egbert Uhde, ihr Sohn, meint. Der in Holzdorf als Feuerwehrmann im Fliegerhorst Arbeitende hilft gern in der Gastwirtschaft und hat anscheinend das Interesse dafür von der Mutter geerbt.

Ilse Uhde kann sich ein Leben ohne Gästebewirtung nicht vorstellen. "Ich war immer glücklich in der Gastronomie", sagt sie, "auch wenn die Sonnabend- und Sonntagsarbeit nicht ohne weiteres mit den Familienpflichten zu vereinbaren war."

Dass es sich im Klossaer Dorfkrug drinnen wie draußen gemütlich sitzen lässt und dass die Küche eine schmackhafte Kost bietet, hat sich herumgesprochen. Nicht nur Einheimische kehren ein. Zunehmend finden Gäste aus Jessen, dem Umland und von weiter her den Weg in das beschauliche Dörfchen an der Schwarzen Elster.

Kremser machen hier halt oder Radler, sogar eine Gruppe Reiter aus dem Brandenburgischen fühlte sich hier samt ihrer vielen Pferde gut betreut und verköstigt. Nach Anmeldung versuchen die Uhdes jedem Wunsch zu entsprechen. "Wir wollen, dass unsere Gäste sich wohl fühlen und möglichst wieder kommen", das ist ihre Philosophie - auch fürs nächste Jahrzehnt.

Quelle: www.mz-web.de