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Presse Hochwasser


Rückblick auf das Hochwasser 2013 Schweinitzer Seenlandschaft

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Zwar hat sich, als diese Aufnahme entstand, das Wasser aus dem Dammbruch Schweinitz schon zurückzuziehen begonnen. Das Ausmaß lässt sich aber noch deutlich erkennen. (BILD: Archiv/Sgü/Ka)

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Von Idylle kann in jenen Tagen trotz des vielen Wassers keine Rede sein. Einen Tag, nachdem der Elsterdamm bei Arnsnesta brach, gab auch die Schutzanlage bei Schweinitz nach.

Schweinitz/MZ.

Inzwischen deutet an dieser Stelle nichts mehr darauf hin, wie dramatisch das Geschehen vor einem Jahr bei Schweinitz, gegenüber dem früheren Pflegeheim, war. Schon zwei Monate nach dem Dammbruch war die Stelle mit Spundwänden verschlossen. Und im Herbst vergangenen Jahres wuchs bereits das neue Grün als natürliche Befestigung auf dem sanierten Elsterdamm.

Am 6. Juni 2013, genau vor einem Jahr also, gibt der Elsterdeich bei Schweinitz dem Druck des ansteigenden Flusses nach. Mit 3,04 Metern hat der Wasserstand am Pegel Löben einen deutlich höheren Wert, als bei den Hochwässern im Herbst 2010 und im Frühjahr 2011 erreicht. Das Makabre an diesem Bruch ist, dass die eben nach 2010/11 begonnene Sanierung der Schutzanlagen genau bis zu dieser Stelle vorgedrungen ist, die nun nachgibt.

Barbara Gurschke, die Projektleiterin vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, und Deichläufer müssen sich, wie die MZ später erfährt, mit schnellen Sprüngen in sichere Gefilde retten. Sie kontrollieren just in dem Moment diese Stelle, die ohne jede Vorankündigung nachgibt. Am Ende hat das Wasser eine Bresche von rund 43 Metern in den Damm gespült - von anfangs etwa 15 Metern, die abrutschten.

Wasser läuft in die Fläche

Das in die Landwirtschaftsfläche fließende Wasser bedroht nicht nur die entlang der Straße nach Annaburg liegenden Grundstücke, sondern - abermals nach 2010 - auch Klossa. Deshalb beginnen Einsatzkräfte der Feuerwehren und Helfer sofort, an der Schweinitzer Elsterbrücke beginnend, die Torgauer Straße entlang und weiter an der Zufahrt nach Klossa einen Notdeich zu schütten, um das Wasser auf dem Acker zu halten. Ein genau am Abzweig nach Klossa in dieser Fläche liegendes Wohnhaus kann allerdings nicht ausgespart werden und wird überflutet.

Die Schweinitzerin Doris Puhlmann zeigt Fotos von drei ähnlichen Flutsituationen. (BILD: Archiv/Sgü/Ka)

Die Schweinitzerin Doris Puhlmann, die die MZ am Folgetag, Freitag, 7.Juni, besucht, deutet auf vier Fotografien, die in ihrem Haus an der Wand hängen. Sie zeigen ganz ähnliche Situationen aus früheren Jahren. Und zwar von 1958, von 1993/94, 2009 und 2010/11. Die jetzige war also die fünfte Hochwassersituation vor ihrer Tür. Nicht immer freilich wie jetzt mit Dammbrüchen verbunden. Zumeist hatte das Wasser unter dem Damm durchgedrückt. Hätte sie das Foto von 1958 schon gekannt, bevor sie ihr Haus an dieser Stelle baute, sie hätte wohl darauf verzichtet, bekennt Doris Puhlmann seinerzeit dem MZ-Reporter unter dem Eindruck der neuerlichen Wassermassen vor ihrer Tür. Der Notdamm beweist, dass er notwendig ist. Rund 30 Zentimeter hoch steht das Wasser auch hier. Doch er hält. Hier vor den Häusern ist das Wasser am Donnerstagabend jedoch schneller als die Helfer mit dem Notdamm. Sie bauen ihn an diesem Abschnitt schon ins über die Straße schießende Nass.

Einige übernachten woanders

Die meisten Anwohner an der Straße sind geblieben, auch wenn in den ersten Stunden noch nicht klar ist, wie sich die Lage entwickeln würde. Einige, wie Familie Puhlmann, verbringen zumindest die erste Nacht bei Verwandten. Das trägt dazu bei, nach der Aufregung der vergangenen Stunden zumindest etwas zur Ruhe zu kommen. Und so können sie dann am nächsten Morgen wieder beruhigt einziehen. Zwar sind von dem über die Straße gelaufenen und durch einen Durchlass unter der Landesstraße drückenden Wasser die Gärten überspült. Und das Grundwasser steigt im Keller. Die Türen haben Puhlmanns jedoch beizeiten ausgebaut und nach oben geschafft. Und der Zugang zum Haus ist trocken geblieben. Ab Montag, 10. Juni, beginnt das Elsterwasser langsam wieder, den Notdamm freizugeben, es zieht sich zurück.

Um Klossa zu schützen, wurde ein Notdamm geschüttet, später auch entlang der Annaburger Straße. (BILD: Archiv/Sgü/Ka)

Groß sind die Anstrengungen der Einsatzkräfte allerdings nicht nur bei Schweinitz. Zu dieser Zeit kämpfen die Helfer aufopferungsvoll auch bei Gorsdorf-Hemsendorf um den Bestand der Deiche. Zwar müssen auf Ortsseite viele Stellen geflickt werden, doch bis dato halten die Schutzanlagen. Auf der Hemsendorf gegenüberliegenden Flussseite allerdings hält der Elsterdamm nicht stand. Das Wasser aus dieser Bresche fließt auf landwirtschaftliche Flächen, bedroht zunächst keine Orte. Wohl aber vernichtet es zig Hektar Ertrag der Bauern in diesem Areal. Denn, „der Unterschied zu 2002 ist, dass wir damals die Ernte drin hatten. Jetzt stehen wir unmittelbar davor“, so schildert Hartmut Steiner, Kreisvorsitzender des Bauernverbandes seinerzeit die Situation anlässlich eines Vor-Ort-Termins mit den Chefs dreier betroffener Betriebe. Raps und Möhren sind zum Beispiel auf den Schlägen der Seydaland Agrarbetriebe vernichtet worden, die aus dem Hemsendorfer Dammbruch überflutet wurden.

Bei Neubleesern bricht das Siel

Doch das Hochwasser der Elbe beschert der Region nach Elster noch eine andere „Front“, die mit großem Aufwand verteidigt wurde. Nachdem bereits am Freitag, 7. Juni, zwölf Feuerwehrleute aus Prettin der Bundeswehr bei Neubleesern im Kreis Nordsachsen als Fachberater für den richtigen Sandsackverbau zur Seite standen, bricht genau in diesem Abschnitt - nicht der Elbedeich, aber das darin befindliche Siel zum Horstgraben. Zwar lässt die sächsische Landestalsperrenverwaltung an jenem Wochenende 900 Tonnen Kies und Gestein an dieser Stelle verkippen. Doch natürlich sucht sich das unter hohem Druck stehende Wasser weiterhin seinen Weg, wenn auch nicht mehr derart strömend wie vorher. Etliche Feuerwehren aus der Stadt Annaburg verstärken deshalb einen Schlafdeich, den so genannten Bockdamm, der vom Elbedeich quer zur Straße in Richtung Rosenfeld führt. Das soll verhindern, dass das Elbewasser wie 2002 wieder Prettin und die Umlandorte bedroht. Der Prettiner Wehrleiter Mike Lange hat die Vorort-leitung der Maßnahmen übernommen. Die sächsische Seite hatte diese Verteidigung aufgegeben.

Quelle: www.mz-web.de


Dr. Herrmann Onko Aeikens, Minister für Landwirtschaft und Umwelt, erhöht die Schlagzahl beim Hochwasserschutz.

Hochwasserschutz: Land macht Tempo

aktualisiert am 22.12.2013 um 18:27:03

Weitere 600 Millionen Euro sollen investiert werden.

Wittenberg/Jessen (wg)
. Sachsen-Anhalts Umweltminister Herrmann Onko Aeikens (CDU) drückt beim Hochwasserschutz aufs Tempo: Bis 2020 sollen alle Deiche im Land der Norm entsprechen, dafür weitere 600 Millionen Euro investiert werden. „Nach der Flut vom Juni war es zunächst erforderlich, Deichschäden zu beseitigen und Deichlücken zu schließen“, erklärte der Minister in Wittenberg. Jetzt gehe es darum, die Lehren aus der Katastrophe zu ziehen, auch im Vergleich zum Augusthochwasser 2002, denn 2013 stand das Wasser vielerorts einen Meter höher als beim sogenannten Jahrhunderthochwasser. Auf derart ungewöhnliche Flutdimensionen müsse man in Zukunft vorbereitet sein.

Aeikens traf sich in der Kreisverwaltung mit Vertretern des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), des Landesverwaltungsamtes, der Kreisverwaltung sowie der betroffenen Städte zu einem Gespräch. Dabei ging es um die hydrologische Einschätzung des Junihochwassers, um die Darstellung der seit 2002 realisierten Hochwasserschutzmaßnahmen sowie um zukünftige Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in der Region Wittenberg.

„Wir werden die Ergebnisse bei der Überarbeitung der Hochwasserschutz-Konzeption 2020 berücksichtigen“, versicherte der Minister.

Wasserbaufachleute neu eingestellt

Sechs Monate nach der Flut werden im LHW 40 neue Mitarbeiter dazu beitragen, dass alle geplanten Maßnahmen zügig umgesetzt werden können. Für die Neueinstellungen plant das Land zwei Millionen Euro ein, zwei der neuen Wasserbauingenieure bekommt der Kreis Wittenberg zugeordnet.

Auch Hydrologen werden für die Verbesserung der Hochwasser-Vorhersagen sowie Biologen zur Vermeidung von Naturschutzkonflikten eingestellt.
„Wir können 1.300 Kilometer Deiche im Land nicht nur mit unserem Personal abdecken“, sagte LHW-Direktor Burkhard Henning.

Deshalb gebe es Kooperationsvereinbarungen mit der Ingenieurkammer sowie Ingenieurbüros. Sechs zusätzliche Mitarbeiter bekommt das Landesverwaltungsamt, sie befassen sich mit den Planfeststellungen für die Hochwasserschutz-Projekte: „Was der LHW plant, muss zügig umgesetzt werden“, so Aeikens. Überdies seien für den Deichbau Verfahrenserleichterungen vorgesehen.

Nach dem Hochwasser 2002 wurden im Land Sachsen-Anhalt etwa 500 Millionen Euro für die Verbesserung des technischen Hochwasserschutzes ausgegeben, allein im Kreis Wittenberg 102 Millionen Euro investiert. Mit dem Geld konnten unter anderem 525 Kilometer Deiche saniert oder neu gebaut werden. Damit entsprechen von den 1.300 Kilometern Landesdeiche 655 Kilometer den allgemein anerkannten Regeln der Technik.

Im Kreis Wittenberg sind von 107 Kilometern Elbedeichen 68,5 Kilometer DIN-gerecht saniert, an der Schwarzen Elster sind es sechs von 50,7 Kilometern. Dank dieser Maßnahmen haben sich beim Hochwasser 2013 die Schäden in Grenzen gehalten.

Das Geld wird gut angelegt

Bis 2020 wird das Land insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz auch mit finanzieller Unterstützung durch die EU investiert haben. Für Minister Aeikens „gut angelegtes Geld“, denn 2002 betrug die Schadenssumme in Sachsen-Anhalt zwei Milliarden Euro, 2013 waren es 2,7 Milliarden Euro. Da nach Meinung der Experten in Zukunft verstärkt mit derartigen Extremereignissen zu rechnen sei, gebe es keine Alternative zum weiteren Ausbau des Hochwasserschutzes.

Maßnahmen wurden bereits umgesetzt

Als wichtigste Maßnahmen des Hochwasserschutzes konnten bislang im Landkreis umgesetzt werden: Die Sanierung der Deichabschnitte Prettin, Axien und Mauken; die Sanierung der Abschnitte Merschwitz, Kleinzerbst, Bösewig, Bleddin und Wartenburg; die Sanierung des Deiches Iserbegka-Gallin-Mühlanger; die Sanierung des Deiches Pratau, Seegrehna, Selbitz und Rehsen, die Sanierung von Deichabschnitten im Wörlitzer Park und Vockerode sowie an der Schwarzen Elster die Sanierung von Deichabschnitten in Premsendorf, Klossa und Mönchenhöfe. Alle diese sanierten Deiche haben das Hochwasser 2013 sicher abgewehrt.

Mehrere Projekte in der Planung

Für die Verbesserung des Hochwasserschutzes sind im Kreis Wittenberg folgende Maßnahmen geplant: Hochwasserschutz in der Ortslage Elster, hier hat der Bau bereits begonnen; Sanierung des Stadtdeiches in Pretzsch; Sanierung der Deichabschnitte Kleindröben, Klöden und Schützberg; Sanierung Deich Schöpfwerk Gorsdorf; Sanierung des Deiches Dabrun bis Wartenburg, der erste Bauabschnitt befindet sich im Bau; Sanierung der Deiche Mittelhölzer Wörlitz, hier ist der zweite Abschnitt im Bau und Fliederwall Vockerode; Sanierung Deich Schöpfwerk Kapengraben bei Vockerode; Deichrückverlegung in Klieken; Fortsetzung der Deichsanierungen an der Schwarzen Elster, unter anderem in Kremitz, Schweinitz, Löben und Meuselko.

Am Gatzer Bergdeich werden ab 2014 die Arbeiten zur Umsetzung der Deichrückverlegung beginnen. Im ersten Bauabschnitt erfolgt die endgültige Sicherung der A 9 als neue Hochwasserschutzlinie. „Da dieser Bauabschnitt im kommenden Jahr abgeschlossen werden soll, kann auf einen Verbau der Deichbrüche verzichtet werden“, erläuterte Flussbereichsleiter Frank Beisitzer. Für den Übergangszeitraum bleibe die provisorische Sicherung aus dem Hochwasser erhalten.

Eine bedeutende Hochwasserschutzmaßnahme in der Region ist der geplante Flutpolder an der Elbe bei Axien-Mauken. Dort soll ein aus zwei Teilen bestehender Flutungspolder mit einer Gesamtfläche von 1.700 Hektar errichtet werden, der ein maximales Wasservolumen von circa 44,3 Millionen Kubikmeter aufnehmen kann.

Nach Einschätzung der Fachleute kann dieser Polder den Scheitelwasserstand um 20 bis 30 Zentimeter reduzieren – mit Wirkung bis in den Raum Dessau-Roßlau hinein. Wegen des Wertumfangs und der Dauer der Vorbereitungszeit kann dieses Projekt erst nach 2020 realisiert werden.

Quelle: www.supersonntag-web.de


Schutzanlagen

Kein großes Tamtam

17.06.2013 20:49 Uhr

Bergeweise Sandsäcke künden an der Deichbruchstelle bei Schweinitz vom Kampf gegen die Wassermassen der Schwarzen Elster. (BILD: Grommisch)

Von Klaus Adam

Ohne zeremoniellen Spatenstich wird mit dem Deichbau für Elster begonnen. Vielleicht nur einige Tage später als bislang geplant.
Elster/Wittenberg/MZ.

Frank Beisitzer gibt sich optimistisch. Zwar werde sich der Baubeginn an den geplanten Elsteraner Hochwasserschutzanlagen womöglich um einige Tage verzögern. Festgehalten an der Verwirklichung der Pläne werde auf alle Fälle, ist sich der Wittenberger Flussbereichsleiter vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz sicher. Eigentlich sollte Ende der laufenden Woche der erste Spatenstich vollzogen werden - wenn alles seinen normalen Gang gegangen wäre. Das Hochwasser mit seinen für Elster verheerenden Folgen sorgte dafür, dass eben nicht alles seinen geplanten Gang gehen konnte.

„Es wird wahrscheinlich nicht den großen offiziellen Termin des Spatenstichs geben“, meint der Chef des Wittenberger Flussbereiches. Nichtsdestotrotz werde angefangen. Schließlich hat das gerade erlebte Hochwasser noch einmal gezeigt, wie wichtig der Schutz des Ortes direkt am Fluss ist. „Außerdem sind alle Vergabeverfahren weitergelaufen“, macht er klar.

Flussbereichsleiter Frank Beisitzer: „Mit der Aufnahme der Schäden haben wir begonnen.“ (BILD: CHRISTEL/ARCHIV)

Nachdem sich die Lage an den beiden Flüssen Elbe und Schwarzer Elster in den zurückliegenden Tagen deutlich entspannt hat, sieht sich der Landesbetrieb vor der Aufgabe stehen, die Schäden an den Deichanlagen aufzunehmen und zu analysieren. „Damit haben wir begonnen. Im hiesigen Bereich sind sie ja relativ übersichtlich. An der Mulde haben wir auch einige.“

Wie am Sonnabend bereits aus sächsischer Sicht berichtet, zählt ganz genauso für den Wittenberger Flussbereich die Reparatur der Schäden als Priorität. „Der Deich an der Elster bei Schweinitz in Richtung Klossa war ja als Bauauftrag bereits vergeben. Das wird weiter so durchgezogen, wie vorgesehen.“ Der erste Bauabschnitt von der Elsterbrücke her ist bekanntlich im Bau. Das gebrochene Dammstück wäre ohnehin das nächste gewesen. Die ersten vorbereitenden Arbeiten waren dort unmittelbar vor dem Hochwasser gelaufen. Jetzt kommt es nur noch darauf an, wann die Flächen wieder befahren werden können. Daher wird dieser Dammbruch jetzt nicht betrachtet.

Noch in dieser Woche werde er den Reparaturbedarf für die Bruchstelle vor Arnsnesta nach Magdeburg melden. Beisitzer geht davon aus, dass die Sofortmaßnahmen, zu denen die Reparatur gehört, wie auch 2011 noch vor dem Winter abgeschlossen werden. Der Dammbruch Arnsnesta birgt insofern die Besonderheit, dass die Bauzufuhr lediglich auf der Wasserseite passieren könne. Auf der Landseite beginnt ja gleich der Wald der Annaburger Heide. Auch bezüglich der Brücke bei Gorsdorf „werden wir uns bemühen, schnell was zu machen“, so der Wittenberger Flussbereichsleiter.

Quelle: www.mz-web.de


 Lebensretter der DLRG

Beeindruckt von der Solidarität

14.06.2013 10:37 Uhr

Hand in Hand mit Bundeswehr, Feuerwehr und den Bewohnern von Priesitz sicherte das DLRG in den vergangenen Tagen wie hier die Helfer beim Einsatz am Deich. (BILD: Alexander Baumbach)

Von Aandreas Benedix
Im Stützpunkt der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft in der Dresdner Straße kehrt wieder Normalität ein. Jetzt wird ausgebessert, repariert und aufgeräumt. Vereinsvorsitzender Alexander Kölling kann sich auf sein Team verlassen.
Wittenberg/MZ.

Immer noch strömt das Wasser der Elbe bedrohlich nahe am Stützpunkt der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in der Dresdner Straße vorbei. Die Kameraden um Alexander Kölling, Zugführer und Vereinsvorsitzender der DLRG Wittenberg, säubern ihre Ausrüstung und beheben Schäden an der Technik, die in den vergangenen Tagen aufgetreten sind. Auch jetzt noch in Bereitschaft, waren sie seit dem 6. Juni unermüdlich unterwegs.
In Wartenburg haben sie mit Tauchern den Deich gesichert, in Elster halfen sie bei der Evakuierung und in Klöden bei der Deichverteidigung. Und nicht zuletzt retteten sie drei Freiwillige am Damm bei Klossa. „Die hatten die Gefahr, in der sie sich befanden, als der Deich zu brechen begann, unterschätzt“, berichtet Kölling. Die drei konnten nur noch mit Booten in Sicherheit gebracht werden.
Obwohl er die Tage zuvor kaum Schlaf hatte, scheint Kölling noch voller Energie. „Das ist kräftezehrend ohne Ende, aber auch schön“, bilanziert der Lebensretter und weiß von etlichen Begebenheiten zu berichten, die von Hilfsbereitschaft und Solidarität geprägt waren. Und so dankt er allen unterstützenden Einwohnern um und in den Einsatzorten: „Es gab einige Momente, die uns glücklich gemacht haben“.
Überall wurden die professionellen Helfer mit offenen Armen empfangen, verpflegt und unterstützt. Begebenheiten wie in Klossa, wo ein Bürger, kurz nachdem er die Helfer gesehen hatte, mit 40 belegten Brötchen zurückkehrte, oder als zwei Mädchen in Wartenburg an alle Kameraden kostenlos Eis verteilten, sind nur Beispiele, werden aber lange im Gedächtnis bleiben.
„Ich habe auch noch nie so viele Anrufe erhalten, in denen gefragt wurde, wie geholfen werden kann“, so Köllings Resümee. So habe das Stickstoffwerk umgehend angeboten, 25 Leute zur Unterstützung abzustellen.
Hervorragend sei die Zusammenarbeit mit der Einsatzleitung gewesen. „Die Regularien beim Landkreis im Katastrophenfall sind super geregelt und unbürokratisch“, erzählt Kölling von einem Kollateralschaden: Bei der Evakuierung einer Familie in Elster ist das Boot auf einen unter Wasser stehenden Zaun aufgelaufen und wurde dadurch stark beschädigt. „Wir könnten theoretisch jetzt bereits ein Neues abholen, das wurde uns zugesichert.“ Mit anderen Einsatzkräften, wie der Bundeswehr und den Kollegen von der DLRG aus Baden-Württemberg, die im Wittenberger Berufsschulzentrum stationiert waren, gab es gute Zusammenarbeit.
Kaum hat Kölling die süddeutschen Kameraden erwähnt, rief es aus deren Truppe: „Wir müssen wieder los, nach Stendal.“ Seit 14 Tagen sind die Baden-Württemberger nun schon ununterbrochen im Einsatz.
„Ich bin stolz, Mitglied einer solchen Gemeinschaft zu sein und stolz auf mein Team“ schwärmt Kölling und berichtet von Emma-Sophie Auräth, die mit ihren 13 Jahren noch nicht direkt an Vor-Ort-Maßnahmen teilnehmen durfte, dafür aber für alle im Stützpunkt unermüdlich die Einsatzkleidung gewaschen hat. Oder von einem Kameraden, der beim Schreiben eines Einsatzberichtes vor Erschöpfung eingeschlafen ist.

Quelle: www.mz-web.de


Es gab mehr als 20 Brennpunkte

aktualisiert am 12.06.2013 um 13:35:22

Die Flut: Landrat Jürgen Dannenberg zieht ein erstes Resümee

Insgesamt 6.000 Helfer und Freiwillige waren im Kreis Wittenberg im Einsatz.

Wittenberg (wg)
. Am Dienstag um 18.30 Uhr wurde der Katastrophenfall für den Kreis Wittenberg aufgehoben, er bestand sechs Tage und sieben Stunden. Um ein bis zwei Zentimeter pro Stunde fällt derzeit der Elbepegel: Am heutigen Mittwoch, 8 Uhr, lag er bei genau 6,00 Metern, mit 6,91 Metern war er am 8. Juni, 3 Uhr, am höchsten (2002: 7,06 Meter).
„Wir rechnen damit, dass noch im Tagesverlauf die Warnstufe von III auf II gesenkt werden kann“, berichtet Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) im Führungszentrum des Krisenstabes in der Feuerwehrtechnischen Zentrale. Maßgebend dafür ist der Pegelstand in Torgau, der mit 7,29 Metern bereits die maßgebliche 7,40-Meter-Marke unterschritten hat. „Wir warten noch, denn nach wie vor herrscht ein enormer Druck auf die aufgeweichten Dämme“, so Dannenberg.
Sorgen bereitet die Wasserblase am Damm in Kienberge, die sich bereits am Montag gebildet hat. Die genaue Ursache ist noch unbekannt, Experten des LHW sind vor Ort. Bekämpft wurde die Blase mit Gegendruck, sonst hätte die Gefahr bestanden, dass der Damm an dieser Stelle gerissen wäre. „Eine weitere große Aufgabe war die Scherung der A 9“, sagt der Landrat. „Wir werden im Verlauf des Tages die gesperrte Fahrbahn Richtung München freigeben.“ Dafür muss der 1.000 Meter lange und 1,50 Meter hohe Sandsackdamm zurückgebaut werden.
Große Brennpunkte waren und sind Elster und Listerfehrda. Ob der Spatenstich für den neuen Elbedeich am 21. Juni in Elster erfolgt oder verschoben wird, ist derzeit noch offen.
Auf 140 Kilometer Länge durchfließt die Elbe den Kreis Wittenberg, bei der Schwarzen Elster sind es 28 Kilometer, insgesamt erstrecken sich die Hochwasserschutzdeiche auf 288 Kilometer. Die Scheitel der Elbe und der Zuflüsse Schwarze Elster und Mulde trafen im Kreis Wittenberg zeitlich nicht aufeinander. Unabhängig davon war die Situation von lang anhaltenden Hochwasserständen im Bereich der Alarmstufen IV und III bei gleichzeitiger Rückstaulage im Mündungsbereich der Zuflüsse sowie steigenden Grundwasserspiegeln und Rückstaus in den Abwasserkanälen gekennzeichnet.
Auf Grund des hohen Dauerdrucks wurden die Deichanlagen an Elbe und Schwarzer Elster stark durchnässt. Im gesamten Verlauf beider Flüsse gab es Sickerstellen und Qualmwasserbildung auf den Deichabschnitten. „Sicherungsmaßnahmen am Deichfuß und der Deichkrone waren an mehr als 20 Brennpunkten im Kreis auf einer Gesamtlänge von mindestens 20 Kilometern an der Elbe und zehn Kilometern an der Schwarzen Elster erforderlich“, erläutert Dannenberg.
Einsatzschwerpunkte an der Elbe waren Bad Schmiedeberg mit Sachau, Priesitz und Pretzsch; Dabrun mit den Deichanlagen am Dabruner Weinberg; die Abschnitte zwischen Boos und Pratau sowie Wörlitz und Vockkerode; Elster, Iserbegka und Mühlanger. Die Einsatzschwerpunkte an der Schwarzen Elster reichten von Premsendorf über Schweinitz, Klossa und Jessen bis Gorsdorf-Hemsendorf. Hier gab es drei Deichbrüche: Am 5. Juni bei Premsendorf, am 6. Juni zwischen Schweinitz und Klossa und am 7. Juni bei Gorsdorf.
„Besonders groß war der Schock im Krisenstab, als am 8. Juni gemeldet wurde, dass es am Elbdeich bei Dautzschen/Neubleesern einen Sielbruch gibt“, so Dannenberg. 30 Kubikmeter Wasser pro Sekunde schossen durch die Bruchstelle und sorgten für eine 15 Meter tiefe Ausspülung.
Dass sich der Bruch an der Schnittstelle zwischen altem und neuem Deich befand, erschwerte zusätzlich die Lage. 900 Tonnen Schotter wurden in die Bruchstelle verfüllt. „Wir haben in Abstimmung mit dem Kreis Nordsachsen und mit Unterstützung der Bundeswehr den Bruch bekämpft und gleichzeitig auf drei Kilometer Länge Sicherungsmaßnahmen am Bockdamm durchgeführt, um eine Überflutung des Hinterlandes zu verhindern“ erklärt Dannenberg.

Die Flut in Zahlen

Auf circa fünf Millionen Euro schätzt der Landkreis alle Schäden und Folgekosten im Zuge des Hochwassers. Insgesamt waren circa 6.000 Helfer und Freiwillige im Einsatz, darunter 3.600 Kameraden der 159 Freiwilligen Feuerwehren im Kreis, mehr als 1.100 Bundeswehrsoldaten, mehr als 100 Beamte der Landes- und Bundespolizei, mehr als 450 Helfer von THW, DRK, DLRG und JUH sowie täglich zwischen 500 und 1.200 Bürger. Mehr als 200 Verwaltungsmitarbeiter waren über den gesamten Zeitraum im Katastrophenschutzstab des Landkreises sowie in den örtlichen Stäben rund um die Uhr im Einsatz.
123 Personen wurden mit Hilfe von Sanitätszügen evakuiert, es gab einen Toten (Verkehrsunfall) und zwei Verletzte. 1,3 Millionen Sandsäcke sowie 1.500 Big Bags wurden zum Verbau ausgegeben, 150 Rollen Vlies à 100 Meter kamen zum Einsatz. 90 Sattelzüge transportierten 2.700 Tonnen Sand bzw. Schotter. Pro Tag waren bis zu vier Hubschrauber der Bundeswehr und Bundespolizei von 8 bis 22 Uhr im Einsatz. 28 Hubschrauber des Bundeswehrstandortes Holzdorf flogen in den Krisengebieten in Sachsen-Anhalt Einsätze.

Quelle: www.wochenspiegel-web.de


 Hochwasser Wasser gibt Notdamm frei

10.06.2013 22:51 Uhr

Wo sich das Wasser vom Schweinitzer Notdamm zurückgezogen hat, hinterlässt es angeschwemmten Schlick und Unrat.   (BILD: Klaus Adam)

Von Klaus Adam

Die Pegel der Schwarzen Elster gehen deutlich zurück. Zwei Drittel der Torgauer Straße sind wieder trocken.
Schweinitz/MZ. 

Seit Sonntagnachmittag ruhen die Versuche, den Deichbruch in Schweinitz endgültig zu schließen. Da der Pegel der Schwarzen Elster bis Montag deutlich zurückgegangen ist (es gilt inzwischen Alarmstufe drei), geht von dem Loch im Deich keine Gefahr mehr aus, so die Einschätzung von Jessens Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU) gegenüber der MZ.

Auch die Landstraße von Schweinitz bis zur Einmündung der Zufahrt nach Klossa ist - geschätzt - bereits zu zwei Dritteln frei vom anstehenden Wasser aus der Fläche hinter dem Dammbruch. Lediglich in den Senken, etwa in der Kurve auf Höhe der ersten Häuser (aus Schweinitz heraus gesehen) und zur Klossaer Einmündung hin steht noch Wasser am Notdeich. Mit den Bewohnern des Hauses, das von der Flächenüberflutung betroffen ist, gelang es der MZ noch nicht, Kontakt aufzunehmen. Es steht noch völlig im Wasser.

Noch scheint allerdings die Schwarze Elster aus der Fläche hinter dem Damm durch den Durchlass unter der Straße auf die andere Seite zu drücken. Dies zeigen die Strudel an, die sich dort bilden. Diese Entwicklung sehen die Anwohner des Weges zur Ritterburg mit zunehmender Anspannung und auch Sorge. Denn der steigende Wasserspiegel hat ihre Grundstücke nun quasi „von hinten“ erreicht und flutet sie. Die Wohnhäuser und ihre Zufahrten sind davon allerdings noch nicht betroffen, berichtet der Lehrer Bernd Scheibe. Jedoch drückt das Wasser von unten in den Keller, ist am Montag bis auf 30 Zentimeter angestiegen. Hin und wieder schaltet er eine Pumpe an, so Scheibe. „Wir haben diesbezüglich bei den vergangenen Hochwässern unsere Erfahrungen gemacht und leben nun mit dem Grundwasser“, erzählt er. Als die Flüsse stiegen, „haben wir weitgehend alles hochgestellt, elektrische Geräte, wie Rasentraktor und ähnliches ausgeräumt und in die Stadt gebracht“. Die MZ traf ihn am Montag, als er sich auf Stadtseite die Situation am Deichbruch ansah. „Ich möchte mal wissen, was uns hier noch erwartet“, meinte er dazu.

Die Anwohner hatten sich in dieser Zeit gegenseitig geholfen, schildert Scheibe die Situation vom Ende vergangener Woche. Etwa, auf einem Grundstück wo ein Ehemann weit entfernt auswärts arbeitet, habe er selbst die Garage ausräumen geholfen, nennt Scheibe ein Beispiel.

Quelle: www.mz-web.de


Elster wurde aufgegeben

aktualisiert am 09.06.2013 um 00:37:46

Das Hochwasser hält Stadt und Kreis Wittenberg in Atem

Seit Mittwoch besteht Katastrophenfall, überall ist Bundeswehr im Einsatz, Chronologie der Ereignisse

Kreis Wittenberg (wg).
Am Mittwoch, dem 5. Juni, 8.50 Uhr, wird in Wittenberg der Krisenstab beim Landkreis einberufen, ihm gehören Mitglieder der Verwaltung, Fachberater vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft sowie Vertreter von Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr an. Mitglieder des Stabes sondieren die Lage an den Schutzdeichen entlang der Elbe und der Schwarzen Elster. An der Schwarzen Elster ist zu diesem Zeitpunkt bereits der Damm zwischen Premsendorf und Arnsnesta auf einer Länge von zehn Metern gebrochen. Einsatzkräfte aus den Kreisen Wittenberg und Elbe-Elster sind vor Ort. Elster kämpft gegen die Wassermassen der Elbe, der Ort hat keinen Schutzdeich. Provisorische Notdämme werden an der Elbstraße und an der Dresdener Straße (B 187) errichtet.

Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) ruft um 11.15 Uhr den Katastrophenfall aus, Grund ist die Situation in Elster an der Elbe und an der Schwarzen Elster. „Wir haben keine Reserven mehr, die Situation hat sich dramatisch zugespitzt“, erklärt Dannenberg. Der Kreis braucht vor allem die Hilfe der Bundeswehr, sie soll den Deichbruch bei Arnsnesta aus der Luft schließen. In Elster werden die ersten Häuser evakuiert.
Donnerstagfrüh empfiehlt Peter Müller (Freie Wähler), Bürgermeister von Zahna-Elster, den Bewohnern, den Ortsteil Elster zu verlassen. Um 8 Uhr haben die Einsatzkräfte die provisorischen Dämme aufgegeben. Auch wenn derzeit keine Gefahr für Leib und Leben bestünde, so könne die Versorgung der Bevölkerung nicht mehr aufrechterhalten werden, so Müller. In Zahna werden Notunterkünfte eingerichtet. Seit Donnerstagmittag hat die Polizei die Ortseinfahrten zu Elster abgeriegelt und kontrolliert, wer einfahren will. Die Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen haben 1,2 Millionen Sandsäcke eingesammelt und nach Sachsen-Anhalt transportiert, 300.000 sind für den Kreis Wittenberg bestimmt.

Der Deichbruch bei Arnsnesta an der Schwarzen Elster konnte noch nicht geschlossen werden, in Schweinitz kommt es zu einem weiteren Dammbruch, das Loch ist circa 15 Meter lang. Auch hier wird die Bundeswehr mit Hubschraubern Big Backs abwerfen. Das Kinder- und Jugendheim im Schloss Pretzsch wird vorsorglich evakuiert, es liegt direkt hinter dem Elbdeich. Ab 15 Uhr wird die Bahnbrücke über die Elbe in Wittenberg für den Zugverkehr wegen der drohenden Überflutung der Bahngleise in Pratau gesperrt. Freitagfrüh brechen an der Schwarzen Elster weitere Deiche nahe Hemsendorf, bei Premsendorf und bei Klossa, wenig später wird ein Deichbruch aus Gorsdorf gemeldet. Die Lage an der Schwarzen Elster bleibt den ganzen Tag kritisch, zumal auch der alte Damm bei Mönchenhöfe große Sorgen bereitet. In Elster wurde der provisorische Deich an der Elbe weggeschwemmt, das Wasser steht 60 Zentimeter hoch in den Straßen, die freiwillige Evakuierung bleibt bestehen. Die Bahn stellt den Zugverkehr zwischen Wittenberg und Elster ein.

Das Hochwasser hält den Landkreis weiter in Atem, denn auch südlich der Elbe häufen sich die Probleme. Besonders betroffen ist der Deich bei Dabrun, hier gibt es etliche Sickerstellen. Die Bundeswehr ist mit vier Hubschraubern im Einsatz, um Sandsäcke zu transportieren. In Sachau und Priesitz müssen die Deiche erhöht werden, Soldaten aus Holzdorf sind im Einsatz.

BU 3: In Kleinwittenberg versorgen Anwohner die freiwilligen Helfer mit leckeren Häppchen.
Fotos: Antje Weiß

Helfer der DLRG evakuieren Elster. Das Haus der Familie Böhme wurde am Samstag geflutet.


 
Hochwasser in Elster
Land unter an der Kita
07.06.2013 22:11 Uhr | Aktualisiert 07.06.2013 22:12 Uhr

Vorbereitung auf das Begleiten eines Schlauchbootes. (BILD: Sven Gückel)

Von BORIS CANJE
Die neue Kinder-Einrichtung „Haus der kleinen Elbspatzen“ in Elster steht knietief im Wasser. Wieso wurde die Einrichtung nicht so gebaut, dass sie für das Wasser nicht erreichbar ist?

ELSTER/MZ.Blankes Entsetzen spiegelte sich Freitagmorgen im Gesicht von Erzieherin Veronika Gärtner wieder. Sie stand in der Nähe der neuen Kindertagesstätte „Haus der kleinen Elbspatzen“ und wollte einfach nicht glauben, was sie dort sah. Der neue Bau war von allen vier Seiten kniehoch vom Wasser umgeben. „Das kann doch einfach nicht wahr sein“, war immer wieder von ihr zu hören.

Sandsäcke an den Türen

Auch andere Frauen wollten nicht wahrhaben, was sie dort sahen. Immer wieder die Frage: Wieso wurde die Einrichtung nicht so gebaut, dass sie für das Wasser nicht erreichbar ist? Antworten darauf hatte niemand parat.

Zum Glück hatten am Abend zuvor die letzten Kräfte auf dem benachbarten Sandplatz alles versucht, um wenigstens die Türen mit Sandsäcken abzudichten, damit das Wasser keinen leichten Zugang ins Innere hat. „Hoffentlich haben wir es so geschafft, dass nur wenig Wasser eindringt und vor allem der Schlamm draußen bleibt“, so Sabine Hoffmann.

Die Enttäuschung ist groß. Die neue Kindertagesstätte in Elster steht knietief im Wasser. Leiterin Janet Leder, deren Mitarbeiterin Antje Böhme und Servicekraft Manuela Müller (von links) begutachten das Drama. (BILD: Sven Gückel)

Der Sandplatz war natürlich auch überflutet. Nur noch die Spitze eines Kieshaufens war zu sehen, ragte fast wie ein Eisberg aus der Wasserfläche heraus. Vieles hatte man versucht, in der Nacht noch zu retten. Gefüllte Sandsäcke auf Paletten, leere Säcke und anderes mehr. Das wurde dann gestern morgen zum alten Sportplatz gebracht, denn dort wurde ein neuer Sandplatz aufgemacht. Erste Helfer von umliegenden Feuerwehren trafen ein. Ein Angebot gibt es auch aus Zahna. Der dortige Kampfsportverein hat seine Aktiven zusammengerufen, will beim Sandsackfüllen helfen. Die vorhandenen Sandsäcke werden für Notfälle aufbewahrt, ansonsten wird der Platz für private Zwecke genutzt, so Bürgermeister Peter Müller (Freie Wähler).

Bereits vorher suchte sich im Schatten hoher Bäume eine andere Truppe einen Platz. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft Wittenberg hatte sich Verstärkung von der Wasserwacht des DRK aus Magdeburg geholt. „Das Logo am Hemd ist uns egal, wir sind hier, um Menschen zu retten und das entscheidet“, meint dazu Einsatzleiter Alexander Kölling. Er kann so auf vier Boote und 17 Kameraden zurückgreifen, wenn Hilfe benötigt wird. Und das sollte nicht lange dauern (siehe „Älteres Ehepaar mit dem Boot abgeholt“).

Zwischen seinen Erläuterungen klingelt immer wieder das Telefon oder er muss zum Handy greifen, um etwas zu klären. Da es sich in Elster nicht um das Agieren auf einem Fluss handelt, werden die Boote von zwei Kameraden geleitet und so von außen fixiert. Dazu werden Wat-Hosen benötigt, denn „in das Wasser möchte ich keinen barfuß lassen, die Gefahr sich dabei etwas wegzuholen ist zu groß“. Die wasserdichten Hosen, so war er sich nach dem Telefonat sicher, werden bald in Elster eintreffen.

Schon in Klossa dabei

Ausgerückt sind die Lebensretter bereits am Tag zuvor, waren zunächst in Klossa im Einsatz. Sie sicherten die Arbeiten der Bundeswehrangehörigen ab, so Alexander Kölling. „Wir haben dort auch drei Menschen vom Damm gerettet“, erzählt der Wittenberger.

Eines brennt ihm jedoch noch auf der Seele. Er möchte sich unbedingt für die Hilfe und Unterstützung durch die Bevölkerung bedanken. Seine Truppe sei noch nie so gut verpflegt worden wie in Klossa.

Viele wollen bleiben

Sätze wie „Was sollen wir hier noch, wir können eh nur beobachten, wie das Wasser steigt“, sind eher selten in Elster. Häufiger scheint der Fall zu sein, dass die Häuser nicht verlassen werden, sich die Menschen auf einen Aufenthalt ohne Strom vorbereitet haben. Die Stadt ließ an mehreren Stellen Behelfstoiletten aufbauen. Überall stehen Gesprächsgruppen, allen gleich sind die Gummistiefel und die Hoffnung, dass die Flut bald vorbei sein möge.

Quelle: www.mz-web.de


Verl 07.06.13

Der Kampf gegen die Wassermassen
Flutkatastrophe in der Partnerstadt Annaburg / Erinnerungen auch in Verl an das Hochwasser 2002

Gemeinsam in Aktion | FOTO: SVEN GÜCKEL

Verl (ebbe). "Ich hätte mir einen schöneren Grund gewünscht, um mit Ihnen zu telefonieren." Dieser Satz von Annaburgs Vize-Bürgermeisterin Anja Liebig zeigt ansatzweise, wie sehr die Menschen und die Stadtverwaltung in Verls Partnerstadt in Sachsen-Anhalt momentan mit der vor Ort herrschenden Hochwasserkatastrophe beschäftigt sind.

Anja Liebig klingt im Gespräch mit der NW gestern deutlich erschöpft. "Momentan ist es ganz schön turbulent", managen Bürgermeister Erich Schmidt und Liebig, Hilfsorganisationen und Helikopterbesatzungen die Naturkatastrophe und haben es dabei neben den Wasser- und Schlammmassen mit manchem Deichbruch zu tun. Was zu aller Planung und Koordination von Hilfseinsätzen hinzukommt, sei, "dass sich die Menschen wieder an die Flutkatastrophe 2002 erinnern", so Liebig. "Damals hatten viele Bürger gerade ihre Häuser und Existenzen aufgebaut, als das Hochwasser sie zum Wiederaufbau zwang." Waren die Wassermassen seinerzeit von Westen, von der Elbe aus auf die Flächenstadt zugekommen, ist es jetzt die "Schwarze Elster" im Osten, die Verantwortlichen wie Bürgern Sorgen bereitet. "Durch einen der Deichbrüche fließt das Wasser ungehindert bis nach Löbitz", schildert Anja Liebig. Daher habe man um das Dorf einen "hoffentlich schützenden Wallring" aus Planen und Sandsäcken errichtet. Ein weiteres Problem bestand an einem nahegelegenen Bahndamm. "Dort durften wir nach Absprache mit der Deutschen Bahn zwei Doppeldurchlässe mit Holzkonstruktionen verschließen", so Liebig.

Während im Bereich der Elbe 2010 noch umfangreiche Deichschutzmaßnahmen getroffen wurden, sehe das bei der Schwarzen Elster anders aus. "Da laufen zurzeit noch Maßnahmen", falle es den Bürgern Annaburgs und seiner 14 Stadtteile jedoch "schwer zu verstehen, dass solche Maßnahmen ihre Zeit brauchen". Die Stimmung in der Stadt sei "durchaus angespannt". Auch nahe Purzien, seit Jahren das Ziel der Kaunitzer Kolping-Laienspielschar, sei zwischen Klossa und Schweinitz ein Damm gebrochen. "Hier wird ebenfalls durch einen Wall zu verhindern versucht, dass Wasser ins Land läuft".

Die Pegel steigen, "das müssen wir mit unseren mehr als 300 Helfern intensiv beobachten", meint Anja Liebig. Gestern Mittag gab sie folgenden Sachstand bekannt: "Die Schließung des Deichbruches bei Arnsnesta-Premsendorf wird mittels Hubschraubereinsätzen der Bundeswehr fortgesetzt. Vom eingerichteten Sandsackstützpunkt in Löben werden aufgrund des Deichbruchs bei Klossa linksseitig beide Bruchstellen angeflogen. Eine Gefahr für die Ortslage Purzien besteht nach derzeitigem Stand nicht."

Dietrich Homuth von der Verler Stadtverwaltung, der 2002 beim Elbe-Hochwasser neben 31 Feuerwehrleuten und Dezernet Franz Berenbrinker zu den Helfern gehörte, betont: "Die Stadt und Bürgermeister Hermreck stehen bei Hilfsanfragen aus Annaburg Gewehr bei Fuß". Er selbst informiert sich regelmäßig über den Zustand in der Partnerstadt. "Die hat es wirklich hart getroffen, während wir hier wettertechnisch auf einer Insel der Glückseligen leben."

Quelle: www.nw-news.de


Hochwasser in Sachsen-Anhalt

07.06.2013 06:48 Uhr | Aktualisiert 08.06.2013 07:03 Uhr

Ein in der Nacht zu Freitag gemeldete Bruch des Deichs an der Schwarzen Elster bei Hemsendorf und Gorsdorf, zwei Ortsteilen der Stadt Jessen, habe trotz eines Lecks von rund 20 Meter Länge kaum Auswirkungen, sagte Olaf Kurzhals. Das Flusswasser fließe hier vor allem auf Felder. Die anderen kritischen Punkte und Sickerstellen im Kreis Wittenberg sollen im Laufe des Freitags mit Unterstützung von insgesamt fünf Bundeswehr-Hubschraubern geschlossen werden. Dies betrifft auch einen Deichbruch an der Schwarzen Elster zwischen Klossa (Kreis Wittenberg) und Arnsnesta (Kreis Elbe-Elster) in Brandenburg.

Quelle: www.mz-web.de


Donnerstag, 06. Juni 2013

Hochwasser-Liveticker vom Donnerstag

+++ 16:55 Damm gebrochen: Flut strömt auf Ort in Sachsen-Anhalt zu +++
Am Fluss Schwarze Elster ist ein weiterer Damm gebrochen. Der Deich sei bei Jessen im Kreis Wittenberg auf einer Länge von 30 Metern aufgerissen, sagt ein Sprecher des Landkreises. Das Wasser ströme auf den Ortsteil Klossa zu. Ein Hubschrauber wurde angefordert. Er soll aus der Luft Sandsäcke ablegen und die Bruchstelle verkleinern.

Quelle: http://www.n-tv.de


Donnerstag, 06.06.2013

16.56 Uhr: An der Schwarzen Elster ist ein weiterer Damm bei Jessen im Kreis Wittenberg gebrochen. Der Deich sei am Donnerstag auf einer Länge von 30 Metern aufgerissen, sagte ein Sprecher des Landkreises. Das Wasser ströme auf den Ortsteil Klossa zu. Ein Hubschrauber sei angefordert worden. Ziel sei es, mit dem Ablegen der Sandsäcke aus der Luft die Bruchstelle möglichst zu verkleinern. Am Mittwoch war bereits ein Deich am knapp sieben Kilometer entfernten Premsendorf gebrochen.

Quelle: www.focus.de


06.06.13

Hochwasser-Protokoll

16.46 Uhr: Neuer Dammbruch an der Schwarzen Elster

An der Schwarzen Elster bei Jessen (Kreis Wittenberg) ist ein weiterer Damm gebrochen. Der Deich sei am Donnerstagmittag auf einer Länge von 30 Metern aufgerissen, sagte ein Sprecher des Landkreises. Das Wasser ströme auf den Ortsteil Klossa zu. Nun soll ein Hubschrauber aus der Luft Sandsäcke abwerfen und so ein weiteres Aufbrechen der Bruchstelle verhindern.

Quelle: http://www.welt.de


Hochwasser in Schweinitz

Elster-Damm versagt bei Schweinitz

06.06.2013 22:12 Uhr

Jörg Herrmann (Mi.) bespricht mit Schweinitzer Feuerwehrleuten, wie die Flanken des abgebrochenen Dammes zu sichern sind. (BILD: Sven Gückel)

Von Klaus Adam
Gegenüber von Schweinitz ist ein weiterer Damm gebrochen. Am Donnerstagabend versuchte man nun, mit Hilfe eines Bell-Hubschraubers Betonelemente in die Lücke zu legen, um wenigstens die Flanken des abgebrochenen Dammes zu sichern.
Schweinitz/MZ.

Kurz vor elf Uhr ereilt die Einsatzkräfte der Jessener Feuerwehr und Helfer am Donnerstag der Schock: Gegenüber von Schweinitz ist ein weiterer Damm gebrochen. Das Wasser ergießt sich mit unbändiger Kraft auf den Acker, der sich zur Straße Schweinitz-Annaburg hin erstreckt. Auf knapp 15 Meter Breite schätzt Andreas Weiner von der Jessener Stadtwehrleitung die Bruchstelle.

Deichläufer entrinnen Gefahr

Entdeckt hatten sie die Deichläufer, erfährt die MZ später aus der Feuerwehr-Einsatzleitung der Stadt. Sie hatten bemerkt, dass der Damm Wasser durchlässt und wollten - zurückgekehrt nach Klossa - organisieren, vom Boot aus wasserseitig etwas dagegen unternehmen zu können. Doch als sie wieder zu der sensiblen Stelle kamen, war der Damm schon offen. Sie hatten damit wahnsinniges Glück, wären sie nur wenige Minuten später hier unterwegs gewesen, hätte es dramatisch für sie ausgehen können.

Feuerwehr und Helfer bauen vor Klossa den bereits in den Planungen vorgesehenen Notdeich, nachdem der Damm gebrochen ist. (BILD: Klaus Adam)

Die Fachleute vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz, Projektleiterin Barbara Gurschke, Flussbereichsingenieur Jörg Herrmann und zwei weitere Kollegen, beratschlagen derweil mit der Jessener Feuerwehr-Einsatzleitung, was zu tun ist. Um die Mittagszeit steht fest, die strömende Elster hat den Deich auf beiden Seiten weiter abgetragen. Der Bruch ist inzwischen auf dreißig Meter angewachsen. „Aussichtslos“ benennt Herrmann Vorstellungen, der Bruch wäre noch auf herkömmliche Art zu schließen. Zwar würde Stromversorger Envia-M weitere Gittermasten als Anker für Big Bags zur Verfügung stellen. Doch mit ihren 18 Metern Länge könnten sie sich nirgendwo verkeilen und würden den großen Sandsäcken keinen Halt bieten. „Wir bräuchten schwere Betonteile, vielleicht Winkelelemente, die wir in die Bruchstelle ablassen können“, nennt Herrmann seine Gedanken.

Notdamm vor Klossa wird gebaut

Thomas Riedel, erster stellvertretender Stadtwehrleiter, setzt die nächsten Maßnahmen in Gang. Die Bewohner der Grundstücke an der Landesstraße und der so genannten Ritterburg sind zu warnen. Die Klossaer müssen sich erneut darauf vorbereiten, dass das Wasser womöglich in ihren Ort strömt. Der bereits in den Planungen bedachte Notdamm entlang des neuen Deichverteidigungsweges wird umgehend begonnen. Außerdem dichten Klossaer Helfer einen Durchlass unter der Zufahrtstraße nach Klossa ab. Auch in Purzien hoffen die Einwohner, dieses Mal nicht erneut vom Wasser heimgesucht zu werden.

Die LHW-Fachleute wollen mit speziellem Vlies, in das kleine Sandsäcke eingeschlagen werden, wenigstens die Flanken des abgebrochenen Dammes sichern. Dazu setzen die Bell-Hubschrauber entsprechende Packs auf dem Damm ab. Gegen 18.15 Uhr beginnt der Versuch, in die Bruchstelle schwere Winkelelemente aus Beton abzusetzen. Zunächst 18 solcher Teile hat bereits am Donnerstagnachmittag unter anderem die Baufirma Ezel in die Nähe von Klossa gebracht. Wie erfolgreich dies sein würde, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Quelle: www.mz-web.de


Sorge um Bruchstelle in Schweinitz

MDR Sachsen-Anhalt vom 06.06.13

Quelle: www.mdr-sachsenanhalt.de


06.06.13 / 21:09 Uhr

Schwenitz: Deich teilweise geschlossen

Quelle: www.mz-web.de


06.06.13

MZ Jessen: Der Deichbruch bei Schwenitz scheint zumindest teilweise geschlossen. Der Versuch mit den Betonteilen muss gefruchtet haben.

Quelle: www.mz-web.de


06.06.13 20:12 Uhr

Premsendorf: Deichbruch kann nicht geschlossen werden

Quelle: www.mz-web.de


06.06.2013

MZ Jessen: Deichbruch an der Schwarzen Elster bei Premsendorf kann heute wohl nicht geschlossen werden. Die starke Strömung erweist sich als Problem.

Quelle: www.mz-web.de


06.06. 2013 / 11:42 Uhr, Schweinitz: Damm in der Schwarzen Elster gebrochen.

MZ Jessen: Dammbruch an der Schwarzen Elster bei Schweinitz (Landkreis Wittenberg). Das Loch ist etwa 15 Meter groß. Hubschrauber sollen Big Bags abwerfen.

Quelle: www.mz-web.de


Dem Krisenstab im FTZ gehören Mitarbeiter der Kreisverwaltung, Fachberater des LHW sowie Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr an.

Bundeswehr angefordert

aktualisiert am 05.06.2013 um 19:36:05

Größte Sorge um Elster: kein Deich

Wittenberg/Elster (wg
). „Wir haben heute den Katastrophenalarm ausgelöst, Grund dafür war die Situation in Elster“, erklärt Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) im Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) des Kreises in der Erich-Weinert-Straße. Für Elster habe man um 16 Uhr Bundeswehrsoldaten angefordert.
Der provisorische Damm in der Elbstraße sei in einem sehr schlechten Zustand. „Es gibt Bürger, die laufen einfach über den Wall, jetzt droht er abzurutschen“, klagt Dannenberg.

Elster bereitet dem im FTZ arbeitenden Krisenstab die größten Sorgen, weil die Stadt nicht durch einen Deich geschützt wird. In wenigen Wochen sollte der Spatenstich für den Deichbau erfolgen. „Das Planfeststellungsverfahren hat viel zu lange dauern, der Baubeginn kommt viel zu spät“, kritisiert der Landrat.

Bundeswehrsoldaten sind auch an der Schwarzen Elster im Einsatz, dort gab es heute morgen zwischen 6.45 und 7 Uhr einen Dammbruch an der Landesgrenze zu Elster. Betroffen ist ein circa 12 Meter langer Abschnitt bei Arnsnesta im Bereich des sogenannten blauen Wunders. „Wir wissen nicht, ob die Bruchstelle zum Kreis Wittenberg gehört oder zum Nachbarkreis in Brandenburg“, so Dannenberg. Gemerkt habe man den Dammbruch erst, als der Pegel bei Löben um 12 Zentimeter gesunken sei.

Die Bundeswehr ist seit circa zwei Stunden mit drei Hubschraubern im Einsatz, die Big Packs transportieren. Zuvor haben Forstleute und Feuerwehrleute Bäume gefällt, damit die Hubschrauber ungehindert den Einsatzbereich erreichen können. In Annaburg und Prettin werden die Sandsäcke befüllt, bei Bedarf steht auch Jessen bereit. „Die Bundeswehr ist überzeugt, die Bruchstelle bis heute Abend schließen zu können“, informiert der Landrat.

Die wegen Bauarbeiten offene Deichstelle zwischen Schweinitz und Klossa wurde provisorisch geschlossen, die zuständige Baufirma sichert die Krone. Sicherungsmaßnahmen gibt es auch im Bereich der Einmündung der Elster in die Elbe. Für die Schwarze Elster wird ein Pegelhöchststand von 3,20 Metern erwartet.

„Wir haben Soldaten der Bundeswehr angefordert, weil wir selber keine Reserven mehr haben“, betont Dannenberg. „Die Flut ist das eine, aber wir müssen auch Rettungskräfte für Brände und andere Schadensereignisse bereithalten.“ Er hoffe, dass Kreis und Gemeinden den Einsatz der Soldaten nicht bezahlen müssen.

„Die Lage ist ernst, aber wir sind verhalten optimistisch, dass es keine schweren Deichbrüche wie 2002 geben wird“, sagt der Landrat. Etwa 600 Kräfte seien derzeit im Einsatz. Laut Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) werde der Pegelhöchststand an der Elbe am Samstagvormittag erwartet, er werde geringfügig unter dem von 2002 bleiben. Die Lage bleibe auch danach angespannt, mit einer Entwarnung sei frühestens erst ab Dienstag zu rechnen.

„Die Absage des Stadtfestes ‚Luthers Hochzeit’ haben wir gemeinsam mit der Stadt Wittenberg erörtert, ausschlaggebend waren Sicherheitsfragen“, erklärt Dannenberg. Ob das Konzert mit Helene Fischer am 9. Juni in Ferropolis stattfinden könne, sei noch offen: „Wir haben dem Veranstalter ein Ultimatum bis Donnerstagfrüh, 8 Uhr, gestellt. Bis dahin muss er nachwiesen können, dass er vor Ort ausreichend Einsatzkräfte hat, um die Sicherheit für solch eine Großveranstaltung zu gewährleisten.“

Info:

Es sind derzeit Gerüchte im Umlauf, dass die Wittenberger Elbbrücke gesperrt wird. „Das ist eindeutig falsch, die Brücke bleibt bis auf Weiteres geöffnet“, stellt Dannenberg klar.

Quelle: http://www.supersonntag-web.de


Bundeswehr hilft bei Deichbruch an Schwarzer Elster

Veröffentlicht am 05.06.2013

Löben, 5. Juni 2013 - Die Bundeswehr ist am Mittwoch im äußersten Osten Sachsen-Anhalts an der Grenze zum benachbarten Brandenburg zum Einsatz gekommen. Nach einem Deichbruch an der Schwarzen Elster rückten Hubschrauber an.

Quelle: MZtvHalle


Hochwasser bei Premsendorf/Arnsnesta

Elsterdeich hält nicht dicht

05.06.2013 12:06 Uhr | Aktualisiert 05.06.2013 22:41 Uhr

Der Deichbruch an der Schwarzen Elster zwischen Arnsnesta und Premsendorf stellte die Einsatzkräfte vor eine beachtliche Herausforderung. Große Bundeswehrhubschrauber erwiesen sich als Helfer ungeeignet. Erst eine Bell UH-1D konnte Sandsäcke bringen. (BILD: S. Gückel)

Von Sven Gückel

Zwölf Stunden nach dem Bruch des Elsterdeiches bei Arnsnesta beginnen die Arbeiten, um ihn zu verschließen. Mit Hilfe eines Hubschrauber des Typs UH-1D werden Sandsäcke zu der Bruchstelle transportiert. Die Brücken der Region sind nun wieder passierbar. Nachbarn leisten Hilfe.
 
Premsendorf/Annaburg/MZ.

Wann es genau geschah, weiß niemand. In den Nachtstunden, wohl zwischen ein und fünf Uhr muss der Deich an der Schwarzen Elster zwischen Arnsnesta im Nachbarkreis Elbe-Elster und dem Annaburger Ortsteil Premsendorf gebrochen sein. Zuvor hatte der Wasserstand in dem Fluss den dritthöchsten Stand in seiner Geschichte erreicht. 3,01 Meter waren in der Nacht wohl gegen 1 Uhr gemessen worden und damit die Meldegrenze zur Alarmstufe vier überschritten. „Aber früh war das Wasser weg. So etwas bedeutet nichts Gutes“, äußert Annaburgs Stadtwehrleiter Roland Karthäuser.

Das sagten sich wohl auch Deichläufer aus Premsendorf, die gegen 5 Uhr die unliebsame Entdeckung machten. Linksseitig der Schwarzen Elster, gut 500 Meter von der Brücke in Arnsnesta entfernt, war der Deich auf einer Länge von zunächst knapp acht Metern gebrochen. Die Öffnung wuchs im Laufe des Tages auf 25 Meter an. Unmengen Wasser ergossen sich in die Annaburger Heide, die bereits auf mehreren Hundert Quadratmetern unter Wasser stand.

Gegen halb zehn kreiste das erste Mal ein Hubschrauber der Bundeswehr (NH90) über der Schadstelle, um sie aus der Luft zu analysieren. Dabei wurde bestätigt, was den ersten Feuerwehrkameraden, allesamt aus der Stadt Annaburg, bereits klar war. Die etwa zehn Bäume, unter ihnen stattliche Exemplare, mussten vor einem Einsatz der Maschinen beseitigt werden. Eine Aufgabe, der sich Kameraden der Feuerwehr, aber auch Forstbedienstete annahmen.

Etliche Bäume mussten an der Bruchstelle gefällt werden. (BILD: S. Gückel)

Währenddessen legten Mitarbeiter des Energieversorgers Envia-M alte Gittermasten nahe Premsendorf ab, die später in den Bruch zur Stabilisierung eingebaut werden sollten. Derweil lief das Wasser weiter in die Heide. Vor allem in Meuselko, Löben, Purzien und Klossa wuchs die Angst, dass sich das Szenario von 2010 wiederholen könnte, als sich das Wasser nach dem Deichbruch bei Meuselko in die Region ergoss. Doch diesmal ist die Situation eine andere. Der Bahndamm zwischen Falkenberg und Holzdorf bietet zusätzlichen Schutz, so dass sich das Wasser nicht ungehindert in Richtung der Ortschaften ausbreiten kann, am Abend sollte noch ein größerer Durchlass im Bahndamm verschlossen werden.

Vor allem Feuerwehrleute aus Annaburg waren im Einsatz. Angehörige der Wasserwacht Falkenberg transportierten Sandsäcke und Material heran. (BILD: S. Gückel)

Punkt zwölf, zehn Minuten nachdem für den Bereich der Katastrophenalarm ausgerufen wurde, trafen die ersten Sandsäcke an der Bruchstelle ein. Hubschrauber drehten immer wieder ihre Kreise, allerdings nur zur Beobachtung. Wirklich Spannung kam pünktlich 15 Uhr auf. Zwei CH 53, massige Arbeitstiere der Bundeswehr, schwebten über dem Dammbruch und probierten den Landeanflug. Mit dem Ergebnis, dass sie nicht einsetzbar sind. Die Rotoren drohten, Bäume zu touchieren. Und: „Durch den von ihnen erzeugten Wind hätten sie dem Deich vermutlich noch mehr geschadet“, sagte Einsatzleiter Mike Lange, Ortswehrleiter in Prettin. Stadtwehrleiter Roland Karthäuser zeigte sich in der Krisensitzung am Nachmittag enttäuscht.

„Das Wasser läuft weiterhin ungehindert in die Heide.“ Die Transporthubschrauber hätten die Big Bags mit Sandsäcken an einem etwa 20 Meter langen Seil transportieren müssen. Doch aus Sicherheitsgründen sei das nicht möglich. So verstrich weitere Zeit, ehe der erste Hubschrauber UH-1D mit Sandsäcken einschwebte. Gut zwölf Stunden nach Entdeckung des Deichbruchs konnte begonnen werden, ihn zu schließen. Gegen 18.30 Uhr kam ein zweiter Helikopter. Nun schafften beide quasi im Kreisverkehr die großen Bags zur Bruchstelle. Flussbereichsingenieur Jörg Herrmann zeigte sich jedoch skeptisch, den Deichschluss bis zum Dunkelwerden zu schaffen.

Aber es gab weitere Sorgen. „Es fehlt in Löben an Sand“, hieß es in Annaburgs Krisensitzung. Das Warten nervte. Dann traf die Nachricht ein, dass zwei Lkw unterwegs sind. Der Kampf geht weiter.

Quelle: www.mz-web.de


Schwarze Elster

Dammbruch in der Nähe von Premsendorf

05.06.2013 10:48 Uhr | Aktualisiert 05.06.2013 10:54 Uhr
Einsatzkräfte beginnen damit eine Bruchstelle an der Schwarzen Elster, zwischen Arnsnesta und Premsendorf zu verschließen. Gegen sechs Uhr am Morgen war dort der Damm gebrochen.
Premsendorf/MZ.

Auf der linken Seite der Schwarzen Elster, zwischen Arnsnesta und Premsendorf, ist am Morgen, die Kreisverwaltung Elbe-Elster nannte die Zeit 6.16 Uhr, ein Damm gebrochen. Die Lücke soll derzeit etwa zehn Meter groß sein. Der Zugang zur Deichbruchstelle ist schwierig. Die Einsatzkräfte warten auf Hilfe von Hubschraubern aus dem Fliegerhorst Holzdorf, um Sandsäcke zu transportieren. Auch liegen Stahlgittermasten bereit, die mit eingebracht werden sollen, damit die Sandsäcke Halt finden.

Quelle: www.mz-web.de


 
Schwarze Elster

Dammbruch in der Nähe von Premsendorf

05.06.2013 10:48 Uhr | Aktualisiert 05.06.2013 10:54 Uhr
Einsatzkräfte beginnen damit eine Bruchstelle an der Schwarzen Elster, zwischen Arnsnesta und Premsendorf zu verschließen. Gegen sechs Uhr am Morgen war dort der Damm gebrochen.
 
Premsendorf/MZ.

Auf der linken Seite der Schwarzen Elster, zwischen Arnsnesta und Premsendorf, ist am Morgen, die Kreisverwaltung Elbe-Elster nannte die Zeit 6.16 Uhr, ein Damm gebrochen. Die Lücke soll derzeit etwa zehn Meter groß sein. Der Zugang zur Deichbruchstelle ist schwierig. Die Einsatzkräfte warten auf Hilfe von Hubschraubern aus dem Fliegerhorst Holzdorf, um Sandsäcke zu transportieren. Auch liegen Stahlgittermasten bereit, die mit eingebracht werden sollen, damit die Sandsäcke Halt finden.

Quelle: www.mz-web.de


NiederschlägeRegen über Regen

27.05.2013 23:03 Uhr

Ein Messbecher (BILD: MZ)

Von FRANK GROMMISCH und boris canje

Die Nässe am Wochenende hat Sorgen aufkommen lassen. Mit einem großen Anschwellen des Flusses wird aber nicht gerechnet.
Jessen/MZ.

„Wenn das so weitergeht, werden wir wohl Probleme bekommen.“ 40 Liter Regen je Quadratmeter sind am Wochenende auf den Versuchsflächen der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau bei Gadegast gefallen, berichtet dessen Leiter Eckhard Koch. In Gadegast selbst sei es sogar noch etwas mehr gewesen. „Derzeit steht das Getreide sehr gut.“ Der Niederschlag wurde gebraucht, da der März und der April trockener ausfielen, erläutert der Fachmann.

Stationsleiter Eckhard Koch: „Wir könnten jetzt erst mal Sonne gebrauchen.“ (BILD: Thomas Christel)

Doch der starke Regen hat auf Versuchsflächen im wahrsten Sinne des Wortes Spuren hinterlassen. Wintrerroggen, der nicht mit Halmstabilisator behandelt wurde, neigt sich. Und Lagergetreide ist bei den Landwirten nicht beliebt. „Wir könnten jetzt erst mal Sonne gebrauchen“, sagt Koch auch mit Blick auf Felder mit Kartoffeln. Sie stehen sehr gut, aber Feuchtigkeit über einen längeren Zeitraum kann die Krautfäule fördern.

Weit mehr als normal

Für den Mai ist der Jahresdurchschnittswert beim Niederschlag längst überschritten. 53 Liter seien das in Gadegast, erläutert der Leiter der Versuchsstation, doch bis jetzt wurden bereits 75 Liter je Quadratmeter gemessen.

Mit Sorgen hat auch Barbara Gurschke, Projektleiterin im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), auf den kräftigen Regen geschaut, der zuweilen wie aus Kannen zur Erde fiel. Sie befürchtet am Morgen noch, dass dadurch die Arbeiten zur Sanierung der Deiche an der Schwarzen Elster erneut behindert werden. Schließlich hatte der lang anhaltende Winter bereits eine mehrwöchige Zwangspause verordnet. „Doch wir haben Glück“, freut sie sich am Vormittag. Denn die mit den Arbeiten beauftragten Firmen an den Deichabschnitten zwischen Klossa und Schweinitz sowie bei Mönchenhöfe errichten derzeit Baustraßen. Diese Arbeiten können trotz der Niederschläge ausgeführt werden. „Im Moment sieht es so aus, dass wir weiter arbeiten können.“ In der Schwarzen Elster sei es derzeit ja relativ ruhig, äußert die Projektleiterin und bezieht das auf den Wasserstand. Noch steigt er nur langsam. Aufgrund der laufenden Deichsanierung wird er stets im Auge behalten.

Keine starken Zuflüsse

Mit einem großen Anschwellen des Flusses wird derzeit nicht gerechnet, bestätigt Flussbereichsingenieur Jörg Herrmann vom LHW. „In den Zuflüssen der Schwarzen Elster gibt es auch keine besorgniserregenden Anstiege.“ Das liegt wohl auch daran, dass es flussaufwärts weniger geregnet hat als hier. Doch weitere Niederschläge sind in Aussicht gestellt.

Das beschäftigt auch anderenorts die Leute. Das Gelände, auf dem die neue Kindertagesstätte in Zahna entsteht, sei extrem gefährdet bei größeren Niederschlagsmengen, so war bei den in der Nachbarschaft beheimateten Feuerwehrleuten zu hören. Reinhard Thaldorf, Bauamtsleiter der Stadt Zahna-Elster, bleibt dagegen gelassen. Die Bodenplatte ist fertig, ihr drohe keine Gefahr. Und um gegen eventuelles Wasser gewappnet zu sein, wurde eine Möglichkeit geschaffen, dieses bei Bedarf abzupumpen. Das sei jedoch noch nicht erforderlich gewesen. Seiner Meinung nach drohe keine Gefahr, allerdings könnten die Maurerarbeiten etwas ins Stocken geraten.

Geht es nach einer Bauernregel, bleibt es ungemütlich. Da heißt es zum 25. Mai: „Wie sich das Wetter an Urban verhält, so ist’s noch 20 Tage bestellt.“

Quelle: www.mz-web.de


Schwarze Elster Baustart nach langer Zwangspause

18.04.2013 19:11 Uhr

Die Bauarbeiten am nächsten Deichabschnitten an der Schwarzen Elster haben begonnen. Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie verfolgen das Geschehen, um eventuelle Funde zu sichern. (BILD: TH. Christel)

Von Frank Grommisch
An Schwarzer Elster werden Deichabschnitte saniert. Für einen besseren Hochwasserschutz wird in den kommenden Monaten zwischen Mönchenhöfe und Schweinitz gesorgt.
Mönchenhöfe/MZ.

Der Baustart ist vollzogen. Die nächsten Deichabschnitte an der Schwarzen Elster werden saniert. Allerdings konnten die Bagger erst viel später als vorgesehen mit ihren Arbeiten beginnen. Der Bauverzug betrage acht bis zehn Wochen, sagt Barbara Gurschke, Projektleiterin im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW).

Holzeinschlag im Februar

Einstige Hoffnungen, dass es im Februar weitergehen könnte, hatte der lang anhaltende Winter zunichte gemacht. Der Februar konnte allein genutzt werden, um Holzungsarbeiten durchzuführen und für Baufreiheit zu sorgen. „Danach waren uns die Hände gebunden.“

Für einen besseren Hochwasserschutz wird in den kommenden Monaten zwischen Mönchenhöfe und Schweinitz gesorgt. Direkt anschließend an den im vergangenen Jahr fertiggestellten, etwa 500 Meter langen Abschnitt an der Mündung der Kremitz in die Schwarze Elster wird jetzt auf 1,6 Kilometern für stabilere und höhere Dämme gesorgt. Die Deichlinie werde auf der bisher bekannten Trasse verlaufen, aber die Bauwerke werden breiter. Darum sind jetzt Bagger auf den künftigen Standflächen im Einsatz. Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie verfolgen die Arbeiten, um eventuell dabei zum Vorschein kommende wertvolle Funde sichern zu können.

Das gilt auch für den Bauabschnitt zwischen Klossa und der Elsterbrücke bei Schweinitz. Zudem sind besondere Naturschutzbelange zu berücksichtigen (mehr dazu unter „Schutz für Zauneidechsen“). In diesem Bereich wurde ein Auftrag für 1,8 Kilometer an eine Fachfirma aus dem Nachbarkreis Nordsachsen vergeben. Ein Teil des vorhandenen Erdreichs hier wie dort wird verwendet, unbrauchbares entsorgt, ebenso die alten Sandsäcke, die davon künden, wie schwierig es im Herbst 2010 und im folgenden Winter war, die Anrainerorte links und rechts des Flusses vor den extremen Hochwässern zu schützen.

Die Deichabschnitte werden jeweils auf einer Länge von 100 Meter erneuert. „Wir müssen die Hochwasser-Gefahr im Blick behalten.“ Am besten wäre es für den Bauablauf, wenn die Elster in den kommenden Monaten in ihrem Bett bliebe und der Wasserstand noch etwas fällt. Denn weitere Verzögerungen sind unerwünscht, lässt Barbara Gurschke deutlich werden. Derzeit ist es fraglich, ob die Bauvorhaben komplett in diesem Jahr verwirklicht werden können. Die Deiche selber werden wohl fertig, ist die Fachfrau optimistisch, aber die Deichverteidigungswege vielleicht noch nicht.

Elster bekommt Damm

Zudem steht ein weiteres großes Projekt an. In Elster, das bislang über keine Hochwasserschutzanlagen verfügt, soll an der Elbe entlang ein Damm gezogen werden. Die Ausschreibung für die Arbeiten läuft. Der erste Bauabschnitt erstrecke sich von der Zufahrt zur Bockwindmühle bis zum Bootshaus. Die Baufreiheit ist bereits geschaffen. Am 10. Juni könnte es losgehen.

Quelle: www.mz-web.de


Deichbau: Kalt erwischt

25.03.2013 21:56 Uhr | Aktualisiert 25.03.2013 23:35 Uhr
Von marcel Duclaud
 
Nachricht von Verzögerungen bei der Deichsanierung sorgt für Verunsicherung. Die bereits beauftragten Arbeiten werden ausgeführt. Das betrifft die Sanierung und den Ausbau der Deichanlagen an der Schwarzen Elster im Bereich Klossa und Mönchenhöfe.
wittenberg/MZ.

Dass der Deichbau ins Stocken geraten dürfte - die Prognose von Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) angesichts der rigiden Sparpläne des Landesfinanzministeriums hat den Kreis Wittenberg offenbar kalt erwischt. „Wir haben das auch nur in der Zeitung gelesen“, hieß es aus dem Wittenberger Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft. Die Überraschung ist den Mitarbeitern anzumerken. „Wir müssen uns jetzt mit den neuen Informationen erst einmal auseinandersetzen.“ Keinen Zweifel lassen die Hochwasserschützer allerdings daran, dass die bereits beauftragten Arbeiten auch ausgeführt werden. Das betrifft in erster Linie die Sanierung und den Ausbau der Deichanlagen an der Schwarzen Elster im Bereich Klossa und Mönchenhöfe. Beantragt aber noch nicht in Auftrag gegeben seien die geplanten Sanierungsarbeiten am Elbdeich im Bereich Dabrun.

Die Experten weisen ausdrücklich darauf hin, dass gerade im Kreis Wittenberg in den vergangenen Jahren enorm viel passiert ist, um die Deiche auf Vordermann zu bringen. „Die wichtigsten Abschnitte sind gesichert.“ Während im Land rund die Hälfte der 1 300 Kilometer Deiche saniert ist, liegt die Quote hier deutlich höher. Lediglich zwischen 20 und 30 Prozent der Anlagen seien noch DIN-gerecht auszubauen. Aeikens hatte erklärt, dass er mit Verzögerungen von mindestens fünf Jahren rechnet (die MZ berichtete). Insbesondere Großprojekte seien betroffen - wegen Geld- und Personalmangel. Explizit genannt hat der Minister unter anderem Planung und Bau des Elbe-Flutungs-Polders Axien sowie die Deichrückverlegung bei Priesitz und Sachau. Bad Schmiedebergs Bürgermeister Stefan Dammhayn (CDU) hört das nicht gern. Zwar räumt er ein, dass „die schlimmsten Probleme“ gelöst und „wir recht gut aufgestellt“ seien, er warnt aber auch davor, bei allem verständlichen Sparwillen „die Sicherheitsbedürfnisse der Bevölkerung wegzuwischen“. Der Bürgermeister meint das drohende Aus für die Polizeistation ebenso wie die Nachricht von Deichsanierung und Rückverlegung, die ins Stocken geraten könnten. Gerade Priesitz und Sachau an der Landesgrenze seien noch immer eine Schwachstelle. „Da wohnen nicht so viele Leute.“ Und Sachsen habe andere Prioritäten gesetzt. „Ich halte eine Verständigung in dieser Frage dringend für nötig.“

Quelle: www.mz-web.de


Schwarze Elster Platz für stabile Deiche

26.02.2013 20:54 Uhr

An der Schwarzen Elster bei Schweinitz sorgen Michael Müller und Bernd Franke von der Firma Ezel für Baufreiheit. (BILD: TH.CHRISTEL)

Von Frank Grommisch

An alten Dämmen der Schwarzen Elster wird für Baufreiheit gesorgt. Denn der Abschnitt zwischen Schweinitz und Klossa wird in den kommenden Monaten umfangreich saniert. Die Hochwasserschutzanlage wird breiter, höher und bekommt zudem einen Deichverteidigungsweg,
 
Schweinitz/Elster/MZ.

Die Motorsäge tönt. Ein Bagger nimmt größere Holzteile auf, um sie zum Abtransport bereit zu legen. Michael Müller und Bernd Franke von der Firma Ezel aus Torgau arbeiten sich am Deich der Schwarzen Elster entlang und leisten damit eine wichtige Vorarbeit. Denn der Abschnitt zwischen Schweinitz und Klossa wird in den kommenden Monaten umfangreich saniert. Die Hochwasserschutzanlage wird breiter, höher und bekommt zudem einen Deichverteidigungsweg, der es im Bedarfsfall Einsatzkräften erlaubt, bei der Hochwasserabwehr schnell zu neuralgischen Stellen zu gelangen. Fast zwei Kilometer lang ist der Bereich, der in diesem Jahr in Ordnung gebracht werden soll, berichtet Barbara Gurschke, Projektleiterin im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW). Nach dem Vorbild der im vorigen Jahr hergerichteten Abschnitte bei Klossa, Mönchenhöfe und Premsendorf werden die nächsten Bereiche in Angriff genommen. Dazu zählt auch das Teilstück auf der gegenüberliegenden Flussseite von Mönchenhöfe bis Schweinitz. Auch hier wird abschnittsweise auf einer Länge von zwei Kilometern der Hochwasserschutz verbessert. Die Fäll- und Schnittarbeiten mussten bereits jetzt erfolgen, da aus Gründen des Vogelschutzes ab März hier nicht mehr agiert werden darf. Wann die Erdarbeiten beginnen, ist noch nicht entschieden. „Dafür brauchen wir eine entsprechende Witterung“, sagt Barbara Gurschke. Trockenes Wetter sollte vorherrschen und sich der Fluss in seinem Bett befinden und nicht über die Ufer treten wie derzeit (mehr dazu unter „Erste Alarmstufe besteht“). „Wir stehen in den Startlöchern.“ Voraussichtlich im April wird wohl das Startsignal gegeben werden können. Die Aufträge für die Bauarbeiten an den beiden Elsterabschnitten sind vergeben, das Geld dafür steht zur Verfügung, lässt die Projektleiterin wissen.

Wer hingegen auf der anderen großen Hochwasserschutz-Baustelle, jener an der Elbe in Elster, die Arbeiten ausführen wird, ist noch nicht entschieden. Gebaut wird ebenfalls auf einer Länge von etwa zwei Kilometern. Das betrifft den Bereich vom Ortseingang, etwa in Höhe der Bockwindmühle, bis zum Bootshaus. In der Hauptsache wird hier ein massiver Erdwall geschaffen, der die Anwohner vor Hochwasser schützen soll. Eine Sonderlösung ist für das Bootshaus vorgesehen. Hier werden Spundwände gesetzt und anschließend verkleidet. Der Hochwasserschutz werde dann dem in Iserbegka ähneln, erläutert Barbara Gurschke. Das Bootshaus werde sich, von der Elbe aus gesehen, vor der Hochwasserschutzanlage befinden.

Die Projektleiterin rechnet damit, dass die Arbeiten in Elster im Mai anlaufen. Wahrscheinlich bis zum Jahresende werden sie dann andauern.

Quelle: www.mz-web.de


Anlass

Auf einen Schlag vieles anders

VON KLAUS ADAM, 05.06.12, 19:57h, aktualisiert 05.06.12, 22:31h

Weitergehen wird es auch mit dem Beräumen der Ufer (Vorlandmanagement) "von Schweinitz bis unterhalb Jessen, da bereiten wir die Ausschreibung vor".

Flussbereichsleiter Frank Beisitzer: «Wir werden unsere Ziele so setzen, dass wir die Aufgaben weiterhin erfüllen. Insofern schauen wir mit Optimismus, aber auch ein paar Sorgen in die Zukunft voraus.» (FOTO: MZ)

KLÖDEN/MZ. Die Hochwasserschutzkonzeption für die Schwarze Elster ist weitgehend fertiggestellt. Im laufenden Jahr werde sich der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) konzeptionell deren Nebengewässern zuwenden. Das erklärte Flussbereichsleiter Frank Beisitzer am Dienstag auf der Klödener Burg.

Aus einem besonderen Anlass hatte der LHW Partner und Kommunalpolitiker eingeladen. Die Behörde begeht nämlich dieses Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Das allein rechtfertigt in der Regel noch keine besondere Erwähnung. Doch für die seinerzeit neu strukturierte Behörde hatten es die zurückliegenden Jahre durchaus in sich.

Deichertüchtigung wurde nötig

Es hätte alles so friedlich sein können. Als zu Jahresbeginn 2002 der LHW seine Arbeit aufnahm, gingen die Mitarbeiter davon aus, dass sie sich weiterhin vornehmlich um die Pflege und Unterhaltung der Gewässer erster Ordnung zu kümmern hätten. Doch schon ein halbes Jahr später sollte es anders kommen. Als ein großer Teil des Zuständigkeitsgebietes zwischen Mulde und Elbe "Land unter" lag.

Die Flut an beiden Flüssen hatte der Region große Schäden beschert. Davon waren auch die Deiche betroffen, die sich stellenweise als arge Problempunkte herauskristallisiert hatten. Deren Ertüchtigung, zum großen Teil verbunden mit Neubauten, rückte nunmehr ins Zentrum der Arbeit - nicht ohne freilich die Unterhaltung zu vernachlässigen.

Inzwischen hat das Land bereits eine knappe halbe Milliarde Euro in Hochwasserschutzmaßnahmen gesteckt. "Und noch einmal eine halbe Milliarde ist notwendig", erklärte LHW-Geschäftsbereichsleiter Peter Alexowsky. "Vier absolute Hochwasserereignisse" hatte die Region und hatte damit auch der LHW in diesen zehn Jahren zu stemmen. Jetzt sind 60 Prozent der Elb- (121 Kilometer) und 63 Prozent der Muldedeiche (82 Kilometer) neu gebaut. Nach Elbe und Mulde kam im Herbst / Winter 2010 / 11 die Schwarze Elster hinzu.

Planung für weitere Abschnitte

Seit Herbst 2011 wird hier an vier Stellen gebaut. Die ersten beiden, bei Kremitz und Mönchenhöfe, werden Ende des Monats fertig sein, die beiden anderen, Premsendorf und Klossa, im Herbst abgeschlossen. Die Planung für die nächsten Abschnitte läuft, so Beisitzer am Dienstag. Der Anschluss an das im Bau befindliche Stück bei Premsendorf wird geplant. "Aber es wird hier wohl erst 2013 losgehen", prognostiziert der Flussbereichsleiter. Auch der Anschluss an das fast fertige Stück bei Mönchenhöfe wird erfolgen. Dies könnte bereits im Herbst starten.


Schwarze Elster

Wasserstand immer an der Alarm-Grenze entlang

21.02.2013 22:20 Uhr
Der Wasserstand in der Schwarzen Elster ändert sich seit Tagen kaum. Nach dem Unterschreiten der Meldegrenze für die Hochwasser-Alarmstufe eins am 17. Februar bewegt sich der Pegel ganz knapp unter 1,50 Meter. Dieser Trend, ein Wasserstand auf hohem Niveau, wird wohl weiter anhalten.
Löben/MZ/gro.

Zu den Folgen eines Wasserstands auf hohem Niveau gehört, dass einige Schöpfwerke entlang des Flusses, die Wasser aus dem Umfeld in die Schwarze Elster zu befördern haben, unter Dauerstress stehen. Das trifft vor allem auf die Anlagen in Hemsendorf und Klossa zu, für die seit Dezember eine große Zahl an Betriebsstunden registriert wurde, wie Jörg Herrmann, Flussbereichsingenieur des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), am Donnerstag berichtete.

Dem Stress nicht gewachsen war offenbar eine kleine Pumpe im Schöpfwerk Gorsdorf. Hier kam es wiederholt zu Abschaltungen, zudem machte sie Geräusche, so dass sie ausgebaut wurde und nun von einer Fachfirma repariert werden soll. Da in dem Schöpfwerk noch zwei größere, leistungsfähigere Pumpen verfügbar sind, bestehe hier kein Grund zur Sorge.

Ein Teil der Siele entlang der Schwarzen Elster konnte nach dem jüngsten Hochwasser, das mit 2,41 Meter (Alarmstufe zwei) den bisherigen Jahreshöhepunkt erreichte, bereits wieder geöffnet werden. Andere müssen aufgrund des relativ hohen Wasserstandes weiterhin geschlossen bleiben.

Die Sicherheit am Fluss war auch Thema eines Treffens von LHW-Mitarbeitern mit Vertretern des zuständigen brandenburgischen Landesamtes und der Unteren Wasserbehörde. Dabei ging es vor allem um die Sanierung der Deiche zwischen Arnsnesta (Elbe-Elster-Kreis) und Premsendorf, da in diesem Abschnitt die Landesgrenze öfters die Deichlinie quert. Hier seien die Entwürfe zu den Bauvorhaben vorgestellt worden und Einigkeit mit den Kollegen erzielt worden, äußerte Jörg Herrmann. Jetzt sei von den Brandenburgern noch die Finanzierung der Deichabschnitte in ihrem Verantwortungsbereich zu klären.

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg Endspurt in der Deichbau-Etappe

VON FRANK GROMMISCH, 30.11.12, 19:15h, aktualisiert 30.11.12, 21:20h

Bei Premsendorf ist auch ein neues Siel an einem nun stabileren Elsterdeich entstanden. (FOTO: SVEN GÜCKEL)

KLOSSA/MZ. Ein Teil der Deiche an der Schwarzen Elster ist deutlich stabiler und damit sicherer geworden. Die Arbeiten an den Abschnitten bei Klossa und Premsendorf befinden sich kurz vor dem Ende. Wann genau der Schlusspunkt gesetzt wird, konnte Barbara Gurschke, Projektleiterin des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), noch nicht bestimmen. Es seien hier wie dort noch kleinere Leistungen auszuführen.

Letzte Pflastersteine

Bei Klossa ist noch ein Stück eines Deichverteidigungsweges zu pflastern. Hier war zuvor ein Siel erneuert worden und der Lückenschluss im Deich erfolgt. Anschließend werden sich die beauftragten Unternehmen damit beschäftigen, Flächen zu beräumen. Die Fachfrau geht derzeit davon aus, dass auf den Baustellen noch bis in den Dezember hinein Bewegung herrschen wird. Im September des vorigen Jahres war mit der Sanierung begonnen worden. Die Teilstücke, die erneuert wurden, hatten jeweils eine Länge von 100 Metern.

Schon einige Zeit abgeschlossen sind die Pflegearbeiten auf den Vorländern. Hier waren nach dem Bau von mehreren Zufahrten Abschnitte zwischen der Elsterbrücke bei Schweinitz und dem Eichenhain bei Jessen von Anlandungen sowie von Bewuchs, der den Wasserabfluss maßgeblich behindern könnte, befreit worden.

Fest steht, dass die Sanierung von Deichen der Schwarzen Elster 2013 fortgesetzt werden kann. Das Geld hierfür steht bereits zur Verfügung. Dann sollen Dämme bei Mönchenhöfe (hier waren in diesem Jahr 500 Meter in Ordnung gebracht worden) sowie zwischen Klossa und Schweinitz verstärkt werden.

Zuerst Baufreiheit

Wahrscheinlich, so kündigte Barbara Gurschke an, werden die Arbeiten am 1. Februar anlaufen. Zuerst stehen Holzfällungen an. Wie es dann weitergeht, müsse anschließend entschieden werden. Wann der Start bei den Erdbewegungen vollzogen wird, hänge natürlich vom Wasserstand in der Schwarzen Elster ab.

Quelle: www.mz-web.de


Sachsen-Anhalt : Flut-Risiken auf einen Blick

Hochwasserrisiko-Karten sollen zeigen, wo und wie hoch bei einer bestimmten Flut das Wasser steht. Sie werden ab 2013 für Experten und betroffene Bürger zur Verfügung stehen. Sachsen-Anhalt setzt auf eine Vereinbarkeit von Hochwasser- und Naturschutz, was aber die Planungsabläufe verlangsamt.

Zehn Jahre nach der Jahrhundertflut von 2002 will Sachsen-Anhalt das Überflutungsrisiko besser erfassen. Ab 2013 soll es flächendeckend sogenannte Hochwasserrisiko- und Hochwasssergefahrenkarten geben. Auf den Karten können Experten, Kommunen und Bürger erkennen, wo und wie hoch bei einer Flut das Wasser stehen könnte. Die Karten sind öffentlich zugänglich. Ende 2015 werden dann auch die konkreten Maßnahmepläne für jede Region fertig sein.

Eine neue Risiko-Abschätzung

Ein Blick über die Wassermassen der Elbe bei der Flut 2002

Mit seinem Hochwasserschutzkonzept setzt das Land heute auf eine neue Art von Risikodenken. Dr. Hans-Werner Uhlmann vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) dazu: "Wenn die Deiche brechen oder überflutet werden, kann und muss man heute Vorhersagen machen, was dann passiert. Und Lösungen haben. Früher endete der Hochwasserschutz an den Deichlinien."

Sachsen-Anhalts Flussläufe sind theoretisch auf einer Strecke von 1.569 Kilometern von Hochwasser bedroht. Insgesamt gehen die Experten von 8162 Kilometern Fliessgewässer zwischen Arendsee und Zeitz aus.

Das ganze Land abgeflogen

Was genau in welchem Gebiet passieren könnte, bilden die nach EU-Vorgaben entwickelten Hochwasserkarten ab. Wie Behörden und betroffene Bürger im Katastrophenfall reagieren müssen, soll damit auf Landkreisebene geregelt werden. Grundlage des Kartenmaterials sind Computermodelle, für die das LHW das ganze Land abgeflogen ist. Ab 2015 ist dann auch der Massnahmekatalog zu den Karten fertig.

Umweltverbände fordern naturnahen Hochwasserschutz

Flut 2002: Akener Damm an den Elbwiesen

Umweltverbände drängen deutschlandweit auf naturnahen Hochwasserschutz. Der Präsident des Naturschutzbundes, NABU, Olaf Tschimpke, sagte in Berlin, die Flüsse in Deutschland brauchten wieder mehr Raum. Während der Deichbau zügig voranschreite, blieben viele Flüsse von ihren natürlichen Auen abgeschnitten. Solche Einengungen seien jedoch die Hauptursache der Überschwemmungen.

Mehr Priorität für Überschwemmungsflächen

Sachsen-Anhalt setzt deshalb nicht ausschließlich auf Deichbau. Im Einklang mit Umweltorganisationen haben hier im Land Deichrückverlegungen oder die Schaffung von Überflutungsflächen mehr Priorität als beispielsweise in Sachsen. So ist der WWF einer der Projektträger bei der Deichrückverlegung Lödderitz. Hier entsteht nach Angaben der Umweltorganisation das größte europäische Einzelprojekt in punkto Überflutungsfläche mit insgesamt 600 Hektar Platz. Auch der Gatzer Bergdeich mit 212 Hektar Retentionsfläche und die Vorbereitungen für die Deichrückverlegung Klieken entstehen gemeinsam mit Naturschützern. "Hochwasser- und Naturschutz lassen sich durchaus miteinander vereinen und es entsteht für beide Seiten ein Nutzen", betont Dr. Uhlmann vom LHW. Auch eine fachgerechte Vorlandnutzung, wie im Raum Jerichow, wo die Elbauen mit Rinderherden vor Verbuschung geschützt werden, unterstützt das LHW.

Jede weitere Flut erzeugt Angst

Elbehochwasser am Kornhaus Dessau 2002

Den betroffenen Bürgern an Elbe, Saale, Schwarzer Elster und Helme gehen die Schutzmaßnahmen oft nicht schnell genug voran. Planungen, Interessenabgleich mit den Naturschutzverbänden und den Bauern und Bau-Ausschreibungen verzögern den Baubeginn. Umweltministerium und LHW betonen aber, dass gerade dieses Aushandeln und der Interessenabgleich langfristig sichere Lösungen erzeugt. Aber jeder weitere Anstieg der Flüsse steigert Angst und Frust der Bürger. So folgte auf das Extremhochwasser im September/Oktober 2010, an der Schwarzen Elster im Januar 2011, ein zweites, das Kräfte band und Planungen verzögerte. Jessens Bürgermeister Dietmar Brettschneider forderte wiederholt ein Ausbaggern der Schwarzen Elster. Das halten die Experten für nicht erforderlich. Die Deiche bei Premsendorf, Kremitz, Mönchenhöfe und Klossa sind die gefährdetsten Abschnitte. Die Schutzwälle werden um 20 bis 70 Zentimeter erhöht. Zwei Kilometer Deich sind fertig, vier Baustellen derzeit noch in Betrieb. Von 2011 bis 2015 werden hier 15 Millionen für Hochwasserschutz und Flußsanierung investiert.

Zuletzt aktualisiert: 10. August 2012, 11:57 Uhr

Quelle:- www.mdr.de


JessenDeiche werden sicherer

VON FRANK GROMMISCH, 24.07.12, 20:31h, aktualisiert 24.07.12, 20:39h

Hans-Werner Uhlmann, LHW-Geschäftsbereichsleiter: «Ein Vertiefen des Flusses bringt nichts.» (FOTO: A. KEHRER)

JESSEN/MZ. Ein Wasserstand von gerade mal 69 Zentimetern in der Schwarzen Elster und Sonne satt, das freut die Bauleute. Da kann die Sanierung der Elsterdeiche zügig vorangehen. Gebaut wird bei Klossa und bei Premsendorf. Immerhin sind hier zwei Kilometer lange Streckenabschnitte herzurichten. Bis Ende November werden die im vergangenen Jahr begonnenen Arbeiten wohl noch andauern, sagt Barbara Gurschke, Projektleiterin im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW).

Probleme durch Niederschläge

Das jüngste Hochwasser (Alarmstufe eins war erreicht worden) hatte zwar keine zeitlichen Einbußen verursacht, informiert die Fachfrau. Es wurden in dieser Phase notwendige Arbeiten hinter den Deichen ausgeführt. Aber die vielen Niederschläge hatten schon zu Problemen bei den umfangreichen Erdbewegungen geführt. Der aktuell niedrige Wasserstand ist auch günstig, um am Schöpfwerk Premsendorf, das modernisiert wird, Arbeiten am Auslaufbauwerk zu erledigen.

Eine erste wichtige Etappe für mehr Sicherheit der Elster-Anlieger Mönchenhöfe und Kremitz ist gemeistert. Die Deichbauabschnitte dort sind fertiggestellt und abgenommen. Zuletzt erfolgte das vor wenigen Tagen bei Kremitz. "Ohne Probleme" sei das geschehen, berichtet Barbara Gurschke. Und auch die nächsten Vorhaben an dem Fluss, der im Herbst 2010 und im folgenden Winter aufgrund von extremen Hochwässern so viele Sorgen bereitet hatte, sind abgesteckt (mehr dazu unter "Geld steht auch 2013 zur Verfügung").

Es bewegt sich einiges in der Praxis, aber auch in der Theorie, wie Hans-Werner Uhlmann, Geschäftsbereichsleiter Grundlagen, Planung und Bau im LHW, verdeutlicht. Intensiv wird an der Hochwasserschutzkonzeption für die Schwarze Elster gearbeitet. Noch ist sie nicht soweit, dass sie als Ganzes präsentiert werden kann, im September sei das wahrscheinlich möglich. Einige Eckdaten sind natürlich bereits jetzt klar. Sie wurden kürzlich auch den Bürgermeistern von Annaburg und Jessen vorgestellt, lässt Uhlmann wissen.

Analysen zu Rückverlegungen

Ein wesentlicher Aspekt sind dabei Deichrückverlegungen. Hier steht vor allem der Bereich bei Löben und Meuselko im Blickpunkt. Eine Machbarkeitsstudie soll Aufschluss geben, ob die Ideen hierfür umgesetzt werden können. Denn, so lässt der Fachmann anklingen, so etwas hätte weitreichende Konsequenzen. Da müsste auch das Grabensystem in der Annaburger Heide neu geordnet werden. Weitere Deichrückverlegungen im linken Uferbereich seien im Gespräch. Kosten-Nutzen-Analysen sollen Aufschluss über die Machbarkeit geben. Zudem seien in der Konzeption eine ganze Reihe von naturschutzfachlichen Belangen zu berücksichtigen. Dazu gehört, dass die Schilfgürtel unmittelbar an der Wasserkante stehen bleiben und nicht, wie von Anwohnern mehrfach gefordert, ebenfalls entfernt werden. Die Vorländer, so fügt Uhlmann an, würden regelmäßig gepflegt. Eine andere Forderung aus Anrainerorten wird sich wohl ebenfalls nicht erfüllen. Der Fluss werde nicht vertieft. "Das bringt nichts", werde im Entwurf der Hochwasserschutzkonzeption Schwarze Elster nachgewiesen.

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Am Fluss einiges aufzuholen

VON KLAUS ADAM, 10.04.12, 19:21h, aktualisiert 10.04.12, 19:54h

Bei Mönchenhöfe haben Mitarbeiter der Baufirma Ezel begonnen, ein weiteres Stück Deichverteidigungsweg anzulegen. (FOTO: THOMAS CHRISTEL)

MÖNCHENHÖFE/MZ. Die Deichbauarbeiten an den vier im vergangenen Jahr begonnenen Abschnitten an der Schwarzen Elster sind wieder angelaufen. Das erfuhr die MZ auf Nachfrage von Barbara Gurschke, Projektleiterin seitens des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW).

Gerade kam sie am Dienstag aus der Bauberatung für den Bereich Mönchenhöfe. "Alles in Ordnung", so die Einschätzung der Fachleute bezüglich des einzubauenden Materials und der übrigen Umstände auf der Baustelle, die Arbeiten können mit voller Kraft starten.

Bislang waren, wie der Wittenberger LHW-Flussbereichsleiter Frank Beisitzer Ende März beim Treffen mit dem zeitweiligen Landtagsausschuss Vernässung mitteilte, die Uferbereiche nach dem Winter noch zu weich, um befahren werden zu können (die MZ berichtete). Am Dienstag gab es auch "grünes Licht" seitens des Landesamtes für Archäologie, das bei Premsendorf nach Relikten aus der frühen Vergangenheit in der Region gegraben hatte. Diese Suche, die Tiefbauarbeiten in der Regel vorausgeht, ist am vergangenen Donnerstag an jener Stelle beendet worden, informierte Barbara Gurschke. Die MZ wird noch ausführlich über die Ergebnisse berichten.

Durch den feuchten Herbst und frühen Wintereinbruch sind die Dammbaumaßnahmen im vergangenen Jahr unterbrochen worden, bevor die eigentlichen Ziele erreicht waren. Die jeweils 500 Meter umfassenden Dammabschnitte bei Mönchenhöfe und Kremitz sollten noch vor dem Jahresende abgeschlossen sein. "Jetzt werden die Restarbeiten aus dem vorigen Jahr zu Ende gebracht", erklärte Barbara Gurschke.

Neben den beiden genannten Abschnitten waren Baumaßnahmen bei Klossa und Premsendorf im vergangenen Jahr angelaufen. Hier handelt es sich um jeweils rund Zwei-Kilometer-Bereiche. Aufgrund der Länge dieser Bauabschnitte und des damit verbundenen Umfanges der Arbeiten waren diese beiden Vorhaben von vornherein auf zwei Jahre veranschlagt worden. Sie sollen im Herbst beendet sein.

Gerade begonnen haben neue archäologische Grabungen bei Klossa. Hier handelt es sich um die zweite Hälfte des künftigen Deichverteidigungsweges von rund einem Kilometer Länge.

Weitergehen wird es mit dem so genannten Vorlandmanagement, also den Bereinigungsarbeiten auf den Ufern. Jetzt geht es um die Abschnitte von der Schweinitzer Elsterbrücke in Richtung Jessen. Wie bereits auf der gesamten Länge von der brandenburgischen Grenze bis zur Elsterbrücke in Schweinitz werden sämtliche Hindernisse beseitigt, die in Hochwassersituationen einen schnellen Abfluss des Wassers verzögern könnten. Dazu gehören Schilf und Strauchwerk genauso wie zwischen den Dämmen stehende Bäume. Auch die zum Teil jahrzehntealten Anlandungen von organischem Schwemmgut auf den Flussufern zwischen den Deichen werden durch das Vorlandmanagement beseitigt und das Uferniveau ausgeglichen. Allerdings werde diese zweite Etappe nicht vor dem Spätsommer starten, ist Barbara Gurschke überzeugt.

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Gefährdete Orte zuerst geschützt

VON KLAUS ADAM, 28.03.12, 20:09h, aktualisiert 28.03.12, 20:47h
 
PREMSENDORF/MZ. So langsam wird die Technik zu den Deichbaustellen an der Schwarzen Elster rollen. Innerhalb der nächsten 14 Tage, so rechnet Flussbereichsleiter Frank Beisitzer, werden die Arbeiten nach der Winterpause wieder anlaufen. Momentan, erklärt der Mann vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) sei der Boden doch noch zu weich. Wenn das Frühjahr so richtig begonnen hat, dann werde zudem wie geplant das Grün auf den zwischen Arnsnesta und der Schweinitzer Elsterbrücke beräumten Deichvorländern - den Uferstreifen zwischen Fluss und Damm - angesät.

Vier Baustellen sind im vergangenen Herbst begonnen worden, erinnert Beisitzer, und zwar bei Mönchenhöfe, Premsendorf, Kremitz und Klossa. Insgesamt betrifft dies etwa drei Kilometer Deich. Konzentriert hat sich der Landesbetrieb dabei zunächst auf den Schutz gefährdeter Ortslagen. Auch die Erfahrungen aus den jüngst erlebten Hochwasserlagen trugen ihren Teil bei. Zuerst werden demnach jene Stellen grundsaniert, die sich im Herbst und Winter 2010 / 11 als die schwächsten erwiesen haben. Die nächsten Deichbauvorhaben sind bereits in Planung. Hier hofft der Flussbereichsleiter auf den Start an weiteren Abschnitten in der zweiten Jahreshälfte. Auch diese Vorhaben werden jahresübergreifend in Angriff genommen.

Mitglieder des zeitweiligen Landtagsausschusses, der die Vernässungsproblematik untersuchen soll, hören dem Fachmann aufmerksam zu. Eine Stunde haben sie sich gestern Vormittag Zeit gegeben, sich über die getroffenen Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes zu informieren. Eine Gruppe, zu der sich auch Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens (CDU) gesellte, begab sich mit Jessens Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU) an die Baustelle bei Klossa. Erich Schmidt (SPD), Annaburgs Bürgermeister, führte die zweite Hälfte der Gruppe nach Premsendorf. Am Nachmittag gehört eine öffentliche Anhörung des Ausschusses in Seegrehna zum weiteren Programm.

Erich Schmidt verdeutlicht das Anliegen, das die Anwohner und Kommunen mit dem Wasserschutz verbinden: "Es geht uns nicht so sehr darum, die Dämme höher und höher zu machen. Wir wollen, dass die Leistungsfähigkeit des Flusses erhalten bleibt." Damit kam er im Grunde noch einmal auf die Vorlandberäumung zurück, die er für sehr wichtig hält. Denn in der Hochwasserkatastrophe hatte sich gezeigt, dass der teils dichte Bewuchs und die jahrzehntealten Anlandungen auf den Ufern den Wasserabfluss enorm verzögerten.

Rund zehn Jahre, so Beisitzer auf eine Frage aus dem Ausschuss, werde es insgesamt dauern, bis die Dämme saniert sind. Rund 90 Prozent "müssen angefasst werden".

Quelle: www.mz-web.de


Jessen

Deutlich höher und stabiler

VON FRANK GROMMISCH, 12.09.11, 19:38h, aktualisiert 12.09.11, 20:35h
PREMSENDORF/KREMITZ/MZ. Die Schwarze Elster im Bereich zwischen der Landesgrenze zu Brandenburg und Schweinitz wird zur großen Baustelle. Rund ein Jahr nach dem Rekordhochwasser bei dem am Pegel Löben ein Höchststand von 3,23 Meter gemessen wurde, beginnen in Regie des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) großräumige Deichbauarbeiten, um die Anliegerorte besser schützen zu können.

Die neuen Dämme werden etwa 60 Zentimeter höher ausfallen, deutlich breiter sein und über einen Deichverteidigungsweg verfügen. Der Baustart für die Dammbauarbeiten soll dieser Tage bei Premsendorf erfolgen. Hier wird eine etwa zwei Kilometer lange Strecke in Angriff genommen, von der Eisenbahnbrücke in Richtung Kremitz, erläuterte Barbara Gurschke, Projektleiterin beim LHW. Für die Deichsanierung hier kann übrigens das Erdreich aus den Wällen genutzt werden. Das ist insofern erwähnenswert, weil es an den anderen etwa 500 Meter langen Dammbauabschnitten bei Mönchenhöfe, Klossa und Kremitz nicht der Fall ist. Hier müssen die Schutzwälle gänzlich neu errichtet werden. Bei Kremitz, so erläuterte die Projektleiterin in der Einwohnerversammlung in der Kegelbahn, werden die Arbeiten innerhalb von 14 Tagen beginnen. "Der alte Deich wird entsorgt." Die Bauabschnitte werden je 100 Meter lang sein, um die Möglichkeit zu haben, auf Hochwasser reagieren zu können. Entstehen werde in den kommenden Monaten ein "richtiges massives Bollwerk", stellte Barbara Gurschke in Aussicht.

Das wird es auch auf der anderen Elsterseite geben, allerdings erst mal in einem kleinen Bereich. Denn die Projektleiterin stellte zudem in Aussicht, dass in der Nachbarschaft der Meuselkoer Deichbruchstelle vom September vergangenen Jahres, die später mit Spundwänden verschlossen wurde, nun ein weiterer Abschnitt mit einem Bauwerk aus Stahl gesichert wird. Schwachstellen im Damm bei Löben und Meuselko würden erst mal beseitigt, eine grundhafte Sanierung wie an der anderen Flussseite steht noch nicht an. Denn es wird über Deichrückverlegungen nachgedacht.

Ob und wie das umgesetzt werden kann, darüber soll das Hochwasserschutzkonzept Aufschluss geben. Voraussichtlich zum Jahresende wird es vorliegen. Auf der rechten Elsterseite, also bei Premsendorf, Kremitz, Mönchenhöfe und Schweinitz, sei mit Deichrückverlegungen "nicht zu rechnen", äußerte die Projektleiterin auf Einwohnerfragen.

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Maroder Deich wird von Neubau abgelöst

VON FRANK GROMMISCH, 07.09.11, 20:37h, aktualisiert 07.09.11, 20:58h

In den kommenden Wochen wird dieser Damm bei Mönchenhöfe verschwinden und ein neuer entstehen. (FOTO: TH. CHRISTEL)

MÖNCHENHÖFE/MZ. Am 10. Oktober sollen die Deichbauarbeiten bei Mönchenhöfe beginnen. Barbara Gurschke, Projektleiterin im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), kündigte das am Dienstagabend in der Einwohnerversammlung in dem Jessener Ortsteil an.

Zuerst soll ein 550 Meter langer Deichabschnitt innerhalb von acht bis zehn Wochen in Ordnung gebracht werden, von der Kremitz-Brücke an der Straße nach Löben bis zur Mündung der Kremitz in die Schwarze Elster. Dieser Bereich habe sich bei den Hochwässern im Herbst und Winter als besonders desolat erwiesen, was auch an den Tausenden Sandsäcken abzulesen ist, die noch immer an dem Erdwall liegen. Für die Fachleute vom LHW hat dieser Bereich Priorität, erläuterte Barbara Gurschke.

Die Fachfrau sprach von einer grundhaften Instandsetzung. Von der alten Hochwasserschutzanlage wird allerdings nichts übrig bleiben. Das einst dafür verwendete Erdreich werde abgetragen und es wird ein ganz neuer Damm entstehen, der 60 Zentimeter höher sein soll als das jetzige Bauwerk. Ausschlaggebend für die Erhöhung seien die Erfahrungen der Rekordpegelstände gewesen, bei denen das Wasser bis zur Oberkante gestanden habe. Zudem werde ein gepflasterter Deichverteidigungsweg entstehen, der bei Hochwasser von den Einsatzfahrzeugen genutzt werden könne. Welcher Baubetrieb die Arbeiten bei Mönchenhöfe ausführen wird, konnte die Projektleiterin noch nicht sagen. Die Ausschreibung laufe noch. Zudem stünden Gespräche mit Landeigentümern an, da der neue Damm landseitig acht bis zehn Meter breiter ausfallen werde als sein Vorgänger und das Land die Flächen dafür erwerben möchte.

Auf der anderen Elsterseite, bei Klossa, sollen die Deichbauarbeiten bereits innerhalb der nächsten zwei Wochen anlaufen. Der Baugrund auf der Klossaer Seite sei noch schlechter als bei Mönchenhöfe. "Dass die Dämme bei Hochwasser nicht wegrutschen, ist das oberste Ziel", sagte Jessens Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU) zu den anstehenden umfangreichen Arbeiten.

Sorgen, dass Anlieger-Orte von Hochwasser bedroht sein könnten, wenn während der Damm-Bauarbeiten die Pegel der Schwarzen Elster plötzlich steigen sollten, seien nicht notwendig, erklärte Barbara Gurschke den Einwohnern. Es werde jeweils an 100 Meter langen Abschnitten gebaut, die beim eventuellen Anschwellen der Elster und der Kremitz als Nebenfluss unverzüglich geschlossen werden könnten. "Damit wir jederzeit Sicherheit bei Hochwasser herstellen können." Ortsteilbeiratsvorsitzender Henry Sachse gab zu bedenken, dass auch der kleine Damm an der Kremitz Richtung Holzdorf nicht unberücksichtigt bleiben sollte, denn auch dort sei es bei den extremen Wasserständen zu Problemen gekommen.

Bei den Arbeiten am Vorland, Bereich zwischen Damm und Fluss, "liegen wir gut im Rennen", sagte Barbara Gurschke. Bis zum 14. Oktober sollen beidseits der Schwarzen Elster zwischen Arnsnesta und Schweinitz alle Aufträge (Bewuchs beseitigen, Erdreich abtragen, Rasenansaat) ausgeführt sein. Zu Arbeiten im Fluss selbst, Anwohner fordern ein Ausbaggern, verwies die Projektleiterin auf das Hochwasser-Schutzkonzept für die Elster. Bis zum Jahresende soll es erarbeitet sein und dann auch Antwort auf diese Forderung geben sowie Auskünfte zu möglichen Deichrückverlegungen.

Zu Beginn des Treffens in Mönchenhöfe war die Einwohnerversammlung in Klossa am Tag zuvor kurz Thema. Dort habe niemand vom LHW teilnehmen können, weil die "Terminabstimmung schief gegangen ist", wie Dietmar Brettschneider einräumte.

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Besserer Flutschutz für Klossa

erstellt 06.09.11, 21:04h, aktualisiert 06.09.11, 21:09h
KLOSSA/MZ/CK. Ein besserer Flutschutz entlang der Schwarzen Elster nach den Hochwässern von Herbst und Winter war am Montagabend Thema in Klossa. Die Einwohnerversammlung dort stand am Anfang einer ganzen Reihe ähnlicher Veranstaltungen im Stadtgebiet von Jessen.

Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU) wies darauf hin, dass mit einigen Arbeiten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes bereits begonnen wurde. So seien Deichzufahrten mittlerweile erneuert, auch die Vorlandberäumung im Großraum Schweinitz sei in vollem Gange. Diese Beräumung solle bis Ende des Monats abgeschlossen sein.

Dass etwas zur Vertiefung des Flussbettes getan werde, konnte Brettschneider allerdings nicht bestätigen. So etwas halte er momentan auch für unwahrscheinlich, obwohl ihm bewusst sei, dass dadurch die Durchfließgeschwindigkeit der Schwarzen Elster erhöht werden könnte. Die Stadt Jessen sowie der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) seien nach seinem Bekunden für das "Ausbaggern", erklärte er. Lediglich "die Grünen" hätten dem etwas entgegenzusetzen. Daher riet Brettschneider den Bürgern zu einer Unterschriftensammlung, die er bereitwillig unterstützen wolle.

Des weiteren verkündete er, dass noch in diesem Jahr die Bauabschnitte an den Deichen Klossa, Kremitz und Mönchenhöfe in Angriff genommen werden, da diese bei den Rekord-Hochwasserständen im Herbst und Winter besonders in Mitleidenschaft gezogen worden waren.

Barbara Gruschke, Projektleiterin vom LHW, bestätigte auf Nachfrage, dass insbesondere für den Raum Klossa eine Erhöhung um 60 Zentimeter und die Verdichtung des Dammes geplant sind. Eine Seitensicherung mit so genannten Deichverteidigungswegen sei für den Bau an allen Abschnitten unumgänglich, "da das Wasser jederzeit wieder vor der Tür stehen kann", so Brettschneider.

Dass der LHW am Montag nicht vertreten war, enttäuschte eine Vielzahl der Anwesenden. Bei einer Rücksprache mit Barbara Gurschke erklärte diese am Dienstag, sie sei zu spät von diesem Termin in Kenntnis gesetzt worden. Aber es sei bereits eine weitere Versammlung anberaumt, in der es ebenfalls um die Deichsanierung gehen soll. Die Einwohner von Klossa werden über den Termin postalisch informiert. Außerdem werde der LHW an allen weiteren Einwohnerversammlungen in umliegenden Ortschaften teilnehmen.

Parallel zum Deichbau sorgte der stetig hohe Pegel des Grundwassers für Diskussionen in der Versammlung. Laut Jessens Bürgermeister seien Lösungen wie die Wiederinbetriebnahme des Schöpfwerkes Schweinitz in der Überlegung. Die Flussbettvertiefung auf das alte Niveau, circa 40 Zentimeter tiefer als heute, könnte seiner Meinung auch beim Absenken des Grundwasserspiegels helfen.

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Stadt schließt Vertrag mit EnviaM

erstellt 08.08.11, 21:01h, aktualisiert 08.08.11, 21:34h
JESSEN/MZ/KA. Jessens Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU) wird am Mittwochvormittag in einer feierlichen Runde im Schützenhaus den aktuellen Konzessionsvertrag mit dem mitteldeutschen Energieanbieter EnviaM unterzeichnen. Damit gewährt die Elsterstadt für weitere 20 Jahre dem traditionellen Stromlieferanten die Nutzungsrechte für städtische Flächen. Zu der Unterzeichnung erwarte er auch ein Vorstandsmitglied des Unternehmens, das seinen Hauptsitz in Chemnitz hat. Der Jessener Stadtrat hatte der neuerlichen Konzessionsvergabe zugestimmt.

"Jessen ist schon ein Ort, der für die EnviaM keine kleine Nummer ist", meinte Brettschneider, der auch stellvertretender Vorsitzender des kommunalen Beirates beim Energieversorger ist. "Wir hatten seinerzeit darauf verzichtet, das Stromnetz für die Stadt anzukaufen", erläutert er die anhaltende Treue zu dem Unternehmen. "Das Netz hätten wir bei der Größe unserer Stadt nicht rentabel betreiben können."

Im Gegenzug offeriere der Vertrag der Stadt "viel Positives auch im Bereich Hochwasser", würdigt der Bürgermeister. So sei mit der EnviaM vereinbart worden, dass künftig neu zu bauende Transformatorenanlagen - in sensiblen Bereichen, wie der Elbe- und Elsteraue - der Freigabe durch die Stadt bedürfen. Das betreffe insbesondere die Bauhöhen über dem Grund. Die Notwendigkeit dafür zeigte sich während der Elsterhochwässer im letzten Herbst und Winter, wo zum Beispiel die Trafostation in Klossa nur mit dramatischem Aufwand gegen die anströmenden Fluten gesichert werden konnte. Denn an ihrem Erhalt hing insbesondere die Funktionsfähigkeit der Pumpstation Klossa.

Außerdem habe sich die EnviaM bereiterklärt, an allen bestehenden Trafostationen in den betreffenden Gebieten außen die jeweiligen Fluthöchststände zu kennzeichnen. Das erleichtere in entsprechenden Situationen die Kontrollen. Schon auf den ersten Blick ergäbe sich dann, wo schnell dringender Handlungsbedarf ist und wo noch nicht.

Ein dritter Aspekt der Vereinbarung beziehe sich auf Hausanschlüsse. Auch dies sei eine Fluterfahrung, schon seit dem Jahr 2002. Hier wolle man versuchen, neue Hausanschlüsse oberhalb der Wasserhöchststände zu installieren, beziehungsweise Anschlüsse so vorzunehmen, dass die Grundstücke, die unter Wasser stehen, einzeln zu- oder abgeschaltet werden können.

Quelle: www.mz-web.de


Situation

Schöpfwerk Klossa läuft

erstellt 03.08.11, 19:46h, aktualisiert 03.08.11, 20:19h
Halle (Saale)/MZ. Die Scheitelwelle des nach den ergiebigen Regenfällen vom Wochenende erhöhten Wasserstandes der Schwarzen Elster passierte am Mittwoch die Jessener Region. Seitdem sinkt der Pegel wieder. Flussbereichsingenieur Jörg Herrmann vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) gab daher quasi Entwarnung. Die Situation sollte sich daher wieder entspannen.

In Betrieb genommen wurde am Mittwoch am frühen Nachmittag das Pumpwerk in Klossa, informierte Herrmann auf MZ-Anfrage. Er habe vom Vorstandsvorsitzenden der Agrargenossenschaft Holzdorf, Karlheinz Thiele, erfahren, dass im Grabensystem die Staue geöffnet wurden, um Wasser schneller aus den Flächen zu bekommen. Damit komme, so begründete Herrmann die Maßnahme, mehr Wasser am Schöpfwerk an, dass dann in die Elster zu pumpen ist.

Herrmann lobt ausdrücklich die Information seitens der Genossenschaft. "Es ist gut, dass wir so etwas erfahren." Das sei zu anderen Zeiten zwar ansatzweise auch schon so gewesen. Angesichts der erlebten Hochwassergeschehnisse im Herbst vorigen und Winter diesen Jahres werden die Zusammenarbeit und der Informationsaustausch zwischen LHW und Landwirten jedoch deutlich intensiver.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


 

Jessen

Weichen werden gestellt für Neubau

VON FRANK GROMMISCH, 11.07.11, 18:45h, aktualisiert 11.07.11, 20:12h
 
JESSEN/MZ. In der Sitzung des Bauausschusses am kommenden Donnerstag werden voraussichtlich wichtige Weichen in Richtung Neubau der Mehrzweckhalle in Jessen-Nord gestellt. Seit 2007 bemüht sich die Kommune um Ersatz für die Sportstätte, die zunächst wegen Baufälligkeit gesperrt war und dann abgerissen wurde. Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU) geht davon aus, dass an dem Termin für die Grundsteinlegung während des Jessener Schul- und Heimatfestes am 10. August um 15 Uhr nicht mehr gerüttelt wird. Auch an der Zusage von Bauminister Thomas Webel (CDU), der aus diesem Anlass die Elsterstadt besuchen möchte (die MZ berichtete), habe sich nichts geändert.

Was gerade im Hinblick auf die technische Ausstattung der Halle zu bedenken ist, verdeutlicht der Bürgermeister an einigen Beispielen. Denn das Gebäude soll nicht allein den Sekundarschülern als Sportstätte zur Verfügung stehen, sondern ebenso für unterschiedliche Veranstaltungen genutzt werden. Darum seien auch die Erfahrungen von Gastronomen gefragt, die ihre Wünsche äußern sollen, um das Publikum in der Halle bestmöglich versorgen zu können. Das könnte neben anderem Auswirkungen auf die Installation der Elektroanlage haben. Nicht vergessen werden dürfe zudem, dass der Halle im Rahmen des Katastrophenschutzes, etwa bei Hochwasser der Elbe oder der Schwarzen Elster, eine besondere Bedeutung zukomme. Im Notfall müssten hier Evakuierte aufgenommen werden, so sei neben anderem an die Notstromversorgung zu denken.

Die Bauausschusssitzung, sie ist nicht öffentlich, wird auch genutzt, um Aufträge für Arbeiten an Gebäuden zu erteilen, die durch das Elster-Hochwasser geschädigt wurden. Mit "vollem Tempo" sollen diese Vorhaben in Angriff genommen werden, da die Projekte noch dieses Jahr zu verwirklichen seien. Fördergeld steht zur Verfügung, um das Feuerwehrhaus in Klossa und die dortige Feierhalle auf dem Friedhof in Ordnung zu bringen sowie für das Feuerwehrgerätehaus in Kremitz und das Gemeinschaftshaus in dem Jessener Stadtteil.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


Kreis Wittenberg

Damit es sicherer wird

VON FRANK GROMMISCH, 04.07.11, 19:48h, aktualisiert 04.07.11, 20:00h

An der Elster-Brücke bei Löben werden ebenfalls Zufahrten zum Vorland erneuert, um bewachsene Flächen bearbeiten zu können. (FOTO: S. GÜCKEL)

 

LÖBEN/MZ. "Wir stehen kurz vor der Fertigstellung", sagt Barbara Gurschke. Die Projektleiterin im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) ist zuversichtlich, dass innerhalb der nächsten 14 Tage die Arbeiten an den Erschließungsstraßen zu den Deichen an der Schwarzen Elster und an den Zufahrten zu den Vorländern abgeschlossen werden können.

Allerdings sorgten die starken Niederschläge an einigen Orten am Montag für eine Zwangspause. Größere Probleme im Bauablauf habe der Regen aber nicht verursacht, sagte Detlef Lindner, Bauleiter bei Meli-Bau Herzberg, einem der beauftragten Unternehmen.

Inzwischen sind etliche Damm- Wege zwischen der Landesgrenze zu Brandenburg und Schweinitz befestigt, damit auf den Schotterpisten Fahrzeuge ohne Probleme an die Deiche gelangen. Teilstücke, so die Anbindungen an Straßen, wurden asphaltiert. Als Erste sollen darüber Maschinen rollen, mit denen die so genannten Vorländer, die Flächen zwischen Damm und Fluss, von dem zuweilen starken Bewuchs befreit und die Uferrehnen (ein böschungsnaher bzw. uferbegleitender Wall aus Feinteilen, der bewachsen ist) abgetragen werden. Für diese Leistungen läuft derzeit die Ausschreibung. Barbara Gurschke: "Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten Ende dieses Monats anlaufen." Ende September, so der Optimismus der LHW-Mitarbeiter, könnten die Aufträge erledigt sein, auf beiden Seiten der Schwarzen Elster zwischen der Landesgrenze zu Brandenburg und Schweinitz. Es werde gefräst und geschlegelt, Erdreich ist abzutragen und zwischenzulagern. Dabei werde alles das herausgeholt, was den Abfluss des Wassers, so es über die Ufer getreten ist, massiv behindere. Das bedeute aber nicht, informierte die Projektleiterin weiter, "dass wir komplett ausräumen." Große Bäume werden stehen blieben, so auch an der Schweinitzer Elster-Brücke, erklärt sie auf Nachfrage. Allerdings, zur Abflussfreiheit an dem Bauwerk in Schweinitz - aufgrund von Sandbänken und Bewuchs steht gerade dieser Bereich bei Anwohnern nach den Rekordhochwässern im Herbst und im Januar in der Kritik - stellt sie Untersuchungen in Aussicht. Ergebnisse werden in die Hochwasserschutzkonzeption einfließen, die bis Jahresende für die Schwarze Elster erstellt sein wird und für die anschließend auch die Hauptnebengewässer betrachtet werden sollen, erläutert LHW-Flussbereichsleiter Frank Beisitzer.

Die Arbeiten an den schadhaften Elster-Deichen befinden sich in der Planung. Die Ausschreibungsunterlagen für die Vergabe der Aufträge werden vorbereitet. Im September könne voraussichtlich mit dem Stabilisieren der Hochwasserschutzanlagen begonnen werden. Schwerpunkte sind zuerst die Ortslagen Premsendorf, Mönchenhöfe, Kremitz und Klossa. An der bereits vor längerem getroffenen Aussage zu den Prioritäten habe sich nichts geändert, so Barbara Gurschke. Punktuelle Ausbesserungen in anderen Bereichen sollen im Zuge der Arbeiten an den Vorländern geschehen. Diese Arbeiten ließen sich gut miteinander verknüpfen, ist Frank Beisitzer überzeugt.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


 

Kreis Wittenberg

Testlauf bestanden

VON KLAUS ADAM, 07.06.11, 19:47h, aktualisiert 07.06.11, 20:24h

Bauleiter Detlef Lindner (vorn) von Meli-Bau achtet genau darauf, dass der Bagger nicht zu viel Ufermaterial abräumt. (FOTO: THOMAS CHRISTEL)

 

KLOSSA/MZ. "Wir sind mit dem Ergebnis recht zufrieden", sagt Barbara Gurschke am Dienstagnachmittag. Hinter der Projektleiterin des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) liegt ein ereignisreicher Tag, der sicher etwas aus dem Rahmen fällt. Denn zum ersten Mal sollte sich erweisen, ob die Technologie für das so genannte Vorlandmanagement - das Herrrichten der Elsterufer - seinen Praxistest besteht.

Ein etwa 400 Meter langer Uferabschnitt bei Klossa ist für diesen Test vorbereitet. Nicht von ungefähr. Bis hierhin ist die für dieses Vorlandmanagement ertüchtigte Straße, vorher ein einfacher Weg, als erster einer ganzen Reihe von Zuwegungen zum Damm, fertig gestellt. Bahn für Bahn zieht seit dem frühen Vormittag ein Traktor mit einem Schlegelgerät. Das nimmt das zum Teil sehr hoch stehende Schilf auf und zertrümmert es. Nach langer Zeit lässt sich wieder das Relief des Ufers erahnen.

Jahrzehntelang haben die Hochwässer der Schwarzen Elster hier woanders abgetragenes Schilf und Gestrüpp angelandet. Hochwässer, die freilich nicht solche Folgen zeitigten wie im vergangenen Oktober und jüngsten Januar. Dennoch ist eine ihrer Hinterlassenschaften, dass - bedingt durch die Ablagerungen - das Ufer zum Damm hin neigt, statt zum Fluss. Daher ist außer dem Beseitigen dieser langsam verrottenden Hochwasserrückstände eine neue Uferprofilierung mit Neigung zum Fluss hin ein weiteres Anliegen des Vorlandmanagements. Ein Bagger nimmt dazu die oberste Schicht des Areales auf.

Zahlreiche Zaungäste verfolgen den Testlauf vom Damm aus. Die Bauzuständigen aus den Rathäusern Jessen und Annaburg, Anne Schällig und Karin Kralisch, Karlheinz Thiele von der Agrargenossenschaft Holzdorf und neben anderen Elke Sebastian vom Unterhaltungsverband Schwarze Elster. Auch Karl-Heinz Bomsdorf von der Kommunal- und Industrieentsorgung Jessen ist neugierig auf das Ergebnis der Arbeiten. Denn sein Unternehmen wird den teils biologischen Abraum vom Flussufer abfahren, mit dem Ziel, ihn zu kompostieren. Auch für ihn ist dies eine Probe. Denn klar ist ihm, dass zunächst die Erde herausgesiebt werden muss. Zahlreiche Analysen seien vorzunehmen, erläutert er, bis feststeht, ob sich das Material kompostieren lässt.

"Wir gehen sehr vorsichtig zu Werke", betont Barbara Gurschke vom LHW, "denn wir wollen in den Uferbereich nicht mehr als nötig eingreifen.

 

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Kreis Wittenberg

Sandsäcke werden bis Juni abgeräumt

erstellt 19.05.11, 19:11h, aktualisiert 19.05.11, 22:14h
 
JESSEN/MZ/GRO. Das Beräumen der Sandsäcke an der Schwarzen Elster ist angelaufen. Wie Flussbereichsleiter Frank Beisitzer vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) informierte, ist vorgesehen, diese Arbeiten bis Ende Juni abzuschließen. Entfernt werden die Sandsäcke ausschließlich in jenen Bereichen, die nicht in diesem Jahr saniert werden können, "damit die Grasnarbe nicht weiter Schaden nimmt". Die Kosten für die Aktion werden sich wohl auf etwa 100 000 Euro belaufen.

Während der Hochwasserabwehr im Herbst und Winter waren per Hubschrauber, Booten, Lastwagen, anderen Transportmitteln und mit Muskelkraft tausende Sandsäcke zu Schadstellen transportiert und verbaut worden. Dass die Sandsäcke vom Herbst-Hochwasser bei der folgenden Welle im Januar noch auf den Dämmen lagen, sei von Vorteil gewesen. "Sie hatten eine stabilisierende Wirkung."

Zu den vordringlichen Vorhaben an dem Fluss, der im vergangenen Herbst mit 3,34 Meter am Pegel Löben einen Rekordwasserstand erreichte, gehören neben der Deichsanierung an den Ortslagen von Premsendorf, Kremitz, Klossa und Mönchenhöfe auch das Beseitigen von Schwachstellen in Dämmen bei Meuselko und Arnsnesta. An fünf Stellen sei hier auszubessern, lässt Beisitzer wissen. Denkbar wäre, dass teilweise Spundwände verbaut werden, wie sie auch an der Deichbruchstelle bei Meuselko ins Erdreich gerammt wurden. Dafür sind bis zu 200 000 Euro veranschlagt. Diese Arbeiten sollen dieses Jahr ausgeführt werden.

Angekündigt ist zudem das Schöpfwerk in Premsendorf instand zu setzen. Das Bauwerk wird saniert und die Technik erneuert. "Damit es auf dem Stand der heutigen Zeit ist", erklärt Beisitzer dazu. Die Arbeiten sollen von August bis Oktober laufen und werden rund 200 000 Euro kosten.

Wie Beisitzer weiter informierte, mussten in den vergangenen Monaten nach dem Januar-Hochwasser große Geldbeträge zur Sofort-Schaden-Beseitigung an den Schutzanlagen eingesetzt werden. So wurden zur Stabilisierung eines Dammabschnitts an der Löbener Brücke, von Sielen (vor allem bei Premsendorf) und zum Beseitigen von Bibergrabungen in Dämmen bei Löben und Jessen und zum Bau zusätzlicher Wege etwa 70 000 Euro gebraucht. Das Entsorgen des Schwemmgutes hat rund 45 000 Euro gekostet, ebenso die Maßnahmen zur Wasserabwehr am Schöpfwerk neben dem Schweinitzer Küchenteich, an dem verschiedene Ortsgruppen des Technischen Hilfswerks aus Deutschland Unterstützung gaben.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


 

Jessen

Über zehn Millionen Euro für den Hochwasserschutz

VON FRANK GROMMISCH, 16.05.11, 19:35h, aktualisiert 16.05.11, 20:08h

Die Deiche an der Schwarzen Elster wurden überprüft, damit Jessen für das nächste Hochwasser gerüstet ist. Die Gelder stehen bereit. (FOTO: DPA)

 

JESSEN/MZ. "Die Mittel sind auskömmlich", sagt Hans-Werner Uhlmann. Jetzt komme es darauf an, das Geld rasch und effektiv einzusetzen, merkt der Geschäftsbereichsleiter Grundlagen, Planung und Bau im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), an. Rund 10,3 Millionen Euro stellt das Umweltministerium Sachsen-Anhalt für den verbesserten Hochwasserschutz an der Schwarzen Elster zur Verfügung, davon allein 7,2 Millionen Euro in diesem Jahr.

Eingesetzt werden soll das Geld zum einen für stabilere Deiche. Hier gibt es, so ist am Montagnachmittag in einer Beratung im Jessener Schloss zu erfahren, zwischen Arnsnesta und Schweinitz vor allem an den Ortslagen Premsendorf, Kremitz, Mönchenhöfe und Klossa Handlungsbedarf. "Diese vier Abschnitte sind die schlechtesten", äußert Uhlmann. Gezeigt hat sich das während der Rekordwasserstände im Herbst und im Winter. "Wir müssen uns sputen. Die Deiche sind nicht besser geworden", stellt LHW-Geschäftsführer Burkhard Henning klar. Die Schutzwälle würden um 20 bis 70 Zentimeter erhöht werden, erläutert Flussbereichsleiter Frank Beisitzer.

Zum anderen soll der Bewuchs zwischen den Dämmen und dem Fluss verschwinden (Sträucher, Schilf), ebenso die Uferrehnen (Aufhöhung an einem Fließgewässer durch Ablagerung von Feststoffen). Die Fachleute versprechen sich davon "eine spürbare Verbesserung des Schutzniveaus". Dass hier im wahrsten Sinne des Wortes ein großer Berg an Arbeit abgetragen werden muss, wird allein daran deutlich, dass die Fachleute mit einem Abtrag von rund 40 000 Tonnen Erdreich rechnen, das zwischengelagert und abgefahren werden muss. Bevor damit begonnen werden kann, sind 25 Deichzufahrten auf Vordermann zu bringen und Wege zu bauen (Gesamtlänge etwa sechs Kilometer). Ein Ausbaggern der Schwarzen Elster, wie es Jessens Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU) wiederholt forderte, wird nicht für notwendig erachtet. Untersuchungen hätten ergeben, dass sich der Fluss weiter eingegraben habe. Zugesagt wird Annaburgs stellvertretender Bürgermeisterin Anja Liebig und Jessens Dietmar Brettschneider, dass die Verwaltungen über den Planungsstand informiert werden, um in den betroffenen Orten Einwohnerversammlungen einzuberufen.

Hans-Werner Uhlmann mahnt: Auf keinen Fall dürfe es soweit kommen, dass aufgrund der aktuellen Trockenperiode die Hochwassersituationen im Herbst und im Winter in Vergessenheit geraten, "auch bei den Genehmigungsbehörden". Und er fügt an: "Wir dürfen nicht locker lassen." Selbstkritisch stellt er noch fest: "Wir wollten schon viel weiter sein." Aber das auf das Extremhochwasser im September / Oktober im Januar ein zweites folgte, das Kräfte band und Planungen verzögerte, konnte keiner voraussehen.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


 

Kreis Wittenberg

Erlöse kommen Kindern zugute

VON H.-DIETER KUNZE, 04.05.11, 20:34h, aktualisiert 04.05.11, 20:46h

Mit vereinten Kräften wurde der etwa 1,3 Tonnen schwere Maibaum Zentimeter um Zentimeter in die Senkrechte gehievt. 16 Feuerwehrmänner aus Battin und Grabo schafften das. (FOTO: KUNZE)

 

BATTIN/MZ. "Stemmen, stemmen, Stützbock wieder ein Stück vor." Battins Ortswehrleiter Henry Rohnke gibt die Kommandos beim Aufstellen des Maibaumes im Jessener Ortsteil. Die Feuerwehrmänner aus Battin und Grabo, 16 an der Zahl, kommen ganz schön ins Schwitzen. Denn der zwölf Meter lange Kiefernstamm wiegt etwa 1,3 Tonnen, schätzt der Wehrleiter. Stück für Stück wird der Maibaum in die Höhe gehievt mit Stützböcken und Schubstangen. Schließlich ist es geschafft, der Maibaum steht, wird schnellstens mit Bolzen gesichert. An der mit Grünem umflochtenen Metallkrone flattern gelbgrüne Bänder im Wind, dominierende Farben der Elbaue (Rapsblüten und grüne Felder). Die Zuschauer, fast alle sitzen in der ersten Reihe, applaudieren.

Denn die Battiner Feuerwehrmänner haben sich um alles gekümmert und sogar Stühle als Ehrenloge aufgestellt. Dann fährt eine Hubbühne aus, ein Feuerwehrmann entfernt die Seile, an denen der Maibaum zur Sicherheit hing. Geschummelt wird aber nicht, das Errichten des Maibaumes erfolgt ausschließlich mit Muskelkraft. "Mit 'nem Kran kann es doch jeder", meint lachend Henry Rohnke. Für Abwechslung wird gesorgt vor dem Feuerwehrgerätehaus. Leckerer Kuchen ist im Angebot, gebacken von den Feuerwehrfrauen, ein Festzelt aufgebaut und Getränke werden ausgeschenkt. Alles in Regie der Battiner Freiwilligen. Unterstützt werden sie bei der Maibaumaktion von Sponsoren. So fertigte die Firma Staramag aus Rade den Metallreif für den Kranz sowie die metallene Spitze für den Maibaum an. Die Schaustellerfamilie Sperlich hatte sogar kostenlos ein Kinder-Karussell aufgebaut.

Die Einnahmen dürfen die Battiner behalten. Alles für einen guten Zweck, denn sämtliche Erlöse aus dem Maibaumfest werden am Pfingstsamstag Kindern aus Klossa übergeben. Da findet eine Dankeschönveranstaltung statt. Die Klossaer haben dazu Helfer eingeladen, die bei der Bewältigung der Flutkatastrophe im September 2010 an der Schwarzen Elster unermüdlich im Einsatz waren. Auch zwölf Battiner Feuerwehrleute, sie waren dort insgesamt 500 Stunden aktiv. Henry Rohnke würdigt das auf besondere Weise. Den beteiligten Kameraden überreicht er das "Silberne Ehrenabzeichen der Freiwilligen Feuerwehr Battin". Kleine Kugeln aus Stanniolpapier, die Helfer nehmen sie lachend in Empfang. Auch Beförderungen gibt es: Die Feuerwehrfrauen Andrea Wergner und Anita Hauptmann werden zum Löschmeister für Betreuung und Versorgung ernannt. Für Battins Jüngste haben die Floriansjünger eine Schlauchleitung ausgerollt und eine Zielscheibe aufgestellt. Grundbegriffe vom "Löschangriff nass" können so auf spielerische Weise geübt werden, natürlich unter der Aufsicht erfahrener Kameraden. "Um den Nachwuchs muss man sich rechtzeitig kümmern. Denn so viele Kinder gibt es nicht in Battin", meint Henry Rohnke. Er ist der Konstrukteur einer Schleuder der besonderen Art. Anstelle von Steinen werden wassergefüllte Luftballons in die Schale gelegt. Der gespannte Hebel wird mit einem ruckartigen Zug losgelassen. Mit etwas Glück treffen die Ballons den "Zieleimer". Die meisten zerschellen jedoch davor oder dahinter auf dem Rasen. Das Maibaumfest ist ein Höhepunkt im Dorfleben von Battin. "Wir Feuerwehrleute sehen uns in der Pflicht, etwas fürs gesellige Beisammensein im Ort zu leisten", so Henry Rohnke.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


 

Kreis Wittenberg

Die Baufahrzeuge rollen

VON KLAUS ADAM, 04.05.11, 20:34h, aktualisiert 04.05.11, 20:36h

Baubetreuer Folker Schneider (2. v. re.) informiert zum Ablauf der Arbeiten. (FOTO: MZ)

 

KLOSSA/MZ. Es ist kalt. Der Wetterumschwung nach den hochsommerlichen Nach-Ostertagen lässt die kleine Gruppe frösteln, die sich in Klossa zusammenfindet. Der Weimarer Bauingenieur Folker Schneider spricht gegen die Lautstärke des Baggers an, der gerade mit der Arbeit beginnt. Mit dem Abräumen eines letzten Sand-Schutzwalles aus Hochwasserzeiten startet nun auch der erste praktische Teil der Sanierung der Deiche an der Schwarzen Elster. Es sind Vorbereitungen für die Erschließungsstraßen, die an die Dämme führen.

Schneider ist mit der Bauaufsicht betraut. Mit Detlef Linder vom Herzberger Unternehmen Meli-Bau, Karlheinz Thiele von der Agrargenossenschaft Holzdorf, Jessens Bauamtsleiterin Anne Schällig und anderen klärt er noch letzte offene Fragen. Etwa, auf welche Fläche in der Nähe der Mutterboden gelagert werden kann. Thiele weist auf eine Stelle, wo er aus Bewirtschaftungsgründen keine Probleme sieht. Schneider fragt nach den nötigen Genehmigungen, die der Baubetrieb einzuholen hat. Lindner bestätigt, dass er sie ihm vorlegen kann.

 

Die Erschließungsstraße, mit deren Anlegen mit dem Aufnehmen der Mutterbodenschicht begonnen wurde, wird die Erreichbarkeit der Deichvorländer sichern, erläutert Barbara Gurschke, die Projektleiterin von Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Halle (LHW). Denn die Sanierung der Deichvorländer, also der Uferbereiche zwischen den Dämmen beiderseits des Flusslaufes, ist die Voraussetzung für die geplante Deichsanierung. Hier werden Schilfröhrichte herausgenommen, gefräst, geschlegelt, erläutert Frau Gurschke. Also alles, was zu Hochwasserzeiten im Herbst und im Winter den Durchlauf beeinträchtigte, wird beseitigt.

 

Um an diese Deichvorländer heranzukommen, sind zehn Zufahrtswege auf der linken Flussseite und 14 rechts vorgesehen. In der Regel werden vorhandene Wege ertüchtigt, so dass sie mit Technik befahren werden können. Parallel dazu laufen Planungen der Deichsanierungen im engeren Sinn.

 

Noch im Monat Mai, spätestens Anfang Juni, werden die Reparaturen der Schadstellen beginnen, so Barbara Gurschke. Bekanntlich sind nach dem zweiten Hochwasser zu Beginn dieses Jahres sieben Stellen an den Elsterdämmen als akut gefährdet eingestuft worden. Dort hatte es Sickerstellen mit Materialaustrag gegeben. Das bedeutet, dass innerhalb des Deiches Hohlräume ausgewaschen sein könnten. An anderen Stellen, etwa unterhalb Arnsnestas, war ein Dammabschnitt auf der Flussseite abgerutscht. Diese Teile sollten, wie Flussbereichsingenieur Jörg Herrmann vom LHW seinerzeit erklärte, noch vor der eigentlichen Deichsanierung repariert werden. Doch auch dies muss ordentlich geplant sein. Barbara Gurschke geht davon aus, in der kommenden Woche die Leistungsverzeichnisse für die an diesen Stellen nötigen Arbeiten auf den Tisch zu bekommen. Die Arbeiten an den Schadstellen selbst werden dann nicht viel Zeit in Anspruch nehmen.

 

Folker Schneider zieht in Klossa einen Hefter aus seiner Tasche. Darin ist der gegenwärtige Zustand von Häusern und Nebenanlagen, die durch die Wegebauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen werden könnten, fotografiert. Der Bauingenieur geht mit der Gruppe auch die entsprechenden Wege ab, weist auf bereits vorhandene Schäden. "Die dürfen sich durch unsere Arbeiten nicht vergrößern", stellt er klar. "Diese Dokumentation ist eine Sicherheit für die Anwohner."

 

 

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Kreis Wittenberg

Freies Profil für den Fluss

VON DETLEF MAYER, 05.04.11, 20:08h, aktualisiert 05.04.11, 22:47h

ei der Anlaufberatung für die kommende Deichsanierung nahe Klossa (von links): Thomas Schlegel (Ingenieurgesellschaft Dr. Macke, Dessau), Barbara Gurschke (LHW, Projektleiterin), Antje Borchardt (Ingenieurgesellschaft) und Jörg Herrmann (LHW, Flussbereichsingenieur). (FOTO: MAYER)

 

KLOSSA/MZ. Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) bereitet derzeit mit Hochdruck all jene Maßnahmen vor, die erforderlich sind, um sobald wie möglich im Vorland der Schwarzen Elster tätig werden zu können. Das Beseitigen von Schilf und Uferrehnen (Anlandungen, zum Teil bewachsen) zählt Barbara Gurschke zu den Arbeiten im Vorland des Flusses, mit denen der Schwarzen Elster für den Hochwasserfall ein günstigeres Abflussprofil gegeben werden soll.

Dienstag trafen sich die Projektleiterin sowie Flussbereichsingenieur Jörg Herrmann (beide vom LHW) am Klossaer Schöpfwerk mit zwei Vertretern der Ingenieurgesellschaft Dr. Macke aus Dessau. Die Anlaufberatung für die vorgesehene Deichsanierung, die nach den verheerenden Hochwassern im Herbst 2010 und zu Jahresbeginn 2011 von allen Anrainern mit Nachdruck gefordert wird, war verbunden mit einem längeren Fußmarsch. Zum einen ging es in Richtung Landesgrenze zu Brandenburg (Arnsnesta), zum anderen bis Schweinitz. In Augenschein genommen wurden die Gegebenheiten im Hinblick auf die planerischen Vorleistungen.

Doch die Deichsanierung ist erst der zweite Schritt, mit dessen Beginn der LHW für den Spätsommer 2011 rechnet. Als nächstliegendes Vorhaben steht besagte Räumung des Vorlandes der Schwarze Elster an. Um den Bereich zwischen Deich und Fließgewässer überhaupt erreichen zu können, müssen, wie Barbara Gurschke erläutert, vorab 24 Wege und Zufahrten mit einer Gesamtlänge von sechs Kilometern gebaut beziehungsweise ertüchtigt werden. Wichtig ist, die erforderliche Tragfähigkeit der Trassen für die benötigte Technik herzustellen.

Die 24 Zufahrten beziehen sich im Übrigen lediglich auf den Elster-Abschnitt von der Landesgrenze zu Brandenburg bis Schweinitz, allerdings rechts- und linksseitig des Flusses. Die Submission für die Wegeertüchtigung sei bereits erfolgt, lässt die Projektleiterin wissen. "In den nächsten 14 Tagen sollen die Arbeiten losgehen." Zwei Unternehmen werden sich die Ausführung teilen, auf jeder Flussseite kommt eins zum Zuge. Das sei die wirtschaftlichste Variante.

Barbara Gurschke geht davon aus, dass für den etwa 15 Kilometer langen Abschnitt von Arnsnesta bis Schweinitz (rund die Hälfte des Elsterlaufs im Landkreis Wittenberg bis zur Mündung in die Elbe bei Listerfehrda) mit Wegebau und Vorlandräumung das ganze Jahr benötigt werde. Zumal man durch das lang anhaltende Hochwasser und die viele Oberflächennässe mit dem Vorhabenbeginn etwas ins Hintertreffen geraten sei. "Bis heute lässt sich schwere Technik im Flussvorland kaum einsetzen." Sollte die Maßnahme jedoch schneller als erwartet vorankommen, sei der Landesbetrieb auch darauf vorbereitet: Es könne jederzeit in Richtung Gorsdorf weitergearbeitet werden. "Die Planungen dafür sind fertig."

Für die eigentliche Deichsanierung entlang der Schwarzen Elster im Bereich Arnsnesta-Schweinitz laufen momentan die Objektplanungen. Baugrunduntersuchungen und Vermessungen sind bereits erfolgt. Als erste Deichabschnitte will der LHW noch vorm Herbstanfang jene im Raum Premsendorf und Kremitz, gefolgt von denen bei Mönchenhöfe und Klossa angehen. Deichverlegungen sind hier laut Barbara Gurschke kein Thema. Die Hochwasserschutzanlagen werden DIN-gerecht umgebaut und um circa 60 Zentimeter gegenüber dem jetzigen Niveau erhöht. Wasserseitig sollen die Dämme, wie schon entlang der Elbe praktiziert, eine mineralische Dichtschicht bekommen. Landseitig ist eine Verbreiterung der Deiche vorgesehen, sie erhalten eine Berme mit Verteidigungsweg. Die Projektleiterin erinnert daran, dass die schlechte Erreichbarkeit der Deiche während der jüngsten Hochwässer eines der Hauptprobleme dargestellt habe. Was der LHW 2011 an der Schwarzen Elster vorhat, bezeichnet Barbara Gurschke als ein "umfangreiches Programm".

An Finanzen wurden dafür 7,2 Millionen Euro veranschlagt. Eingerechnet sind da neben dem Vorlandmanagement und der Deichsanierung auch verschiedene noch ausstehende hydraulische Untersuchungen und die umfängliche Hochwasserschutzkonzeption, die parallel dazu planerisch zu bewältigen ist.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


Kreis Wittenberg

Noch einiges nachzuholen

VON KLAUS ADAM, 01.04.11, 19:46h, aktualisiert 01.04.11, 20:43h
JESSEN/MZ. Ein sehr differenziertes Bild ergab die diesjährige Grabenschau des Unterhaltungsverbandes Schwarze Elster. Sieben Schaugruppen waren zwischen Klebitz und Prettin unterwegs, um die Zustände am Gewässersystem zweiter Ordnung zu erkunden. Unter anderem Ortsbürgermeister, Vertreter der Stadtteilbeiräte, Chefs und Mitglieder von Agrarbetrieben sowie Mitarbeiter von unterer Wasser- und Naturschutzbehörde registrierten mit wachen Augen Umstände, die womöglich das Funktionieren des Grabensystems behindern könnten. Danach trafen sie sich zur Auswertung mit dem Vorsitzenden des Unterhaltungsverbandes, dem Jessener Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU), im Jessener Schützenhaus.

Deutlich wurde, so fasste er es auch in seinem Vier-Punkte-Fazit zusammen, dass es derzeit im Gegensatz zu früheren Jahren enormen Nachholbedarf gibt. Bedingt allerdings durch die Umstände. Wegen der immensen Niederschläge seit dem Sommer und dem ausgesprochen feuchten Herbst konnte der Unterhaltungsverband lange nichts an den Gräben tun, erinnerte Brettschneider. "Wir müssen sehen, das, was seinerzeit nicht geschafft wurde, nun zu erledigen."

Wenn allerdings die Niederschlagssituation so bleibe, wie in den zurückliegenden Wochen, "dann haben wir bald dieses Jahr ganz andere Sorgen", sprach der Vorsitzende des Verbandes die seither in der Region fehlenden Niederschläge an.

Im Moment allerdings, so hatten einige Schaukommissionen resümiert, steht das Grundwasser noch so hoch, dass Keller davon betroffen sind. Ein Aspekt, der in Bezug auf die erlebte Hochwasser- und hohe Grundwassersituation bei der Grabenschau besonders betrachtet wurde, sind die Stauanlagen und Verrohrungen, die noch aus Zeiten der umfassenden Melioration unter einigen landwirtschaftlichen Flächen liegen. Darauf machten einige in der Auswertung aufmerksam. Brettschneider schlug vor, abzuklopfen, ob die Wasserrahmenrichtlinie Möglichkeiten birgt, Verrohrungen "rauszureißen, die wir nicht mehr brauchen". Da dies "etwas mit Geld zu tun" habe, sollte es auf diese Art versucht werden, "erst mal ohne Erhöhung von Beiträgen". "Denn wir wissen, dass sich das Land aus seiner Verantwortung rausgestohlen hat", interpretierte er den Umstand, dass die Unterhaltungsverbände weniger Finanzausstattung erhalten. "Wenn wir im Moment etwas tun wollen, können wir das nur selber bezahlen", so der Verbandschef. Er appellierte allerdings auch an die Landwirte. Wenn sie Gräben graben, um das Problemwasser von den Flächen zu bekommen, "das ist in Ordnung, aber sie müssen dann, wenn die Gräben nicht mehr gebraucht werden, die Schäden auch wieder beseitigen". Und dies nicht dem Unterhaltungsverband zuschustern wollen, fügte er an.

Die Sprecher der sieben Schaukommissionen hatten zuvor zahlreiche Details aufgelistet, wo etwa an Gräben noch Kraut gezogen oder schon gezogenes beseitigt werden muss. Verbands-Geschäftsführerin Elke Sebastian sicherte zu, dass die Mitarbeiter jetzt zugange sind, die prekären Stellen systematisch abzuarbeiten. Karlheinz Thiele von der Holzdorfer Agrargenossenschaft machte auf Verrohrungen zum Schweinitzer Fließ aufmerksam, die nicht abzuschiebern sind. "Erschüttert" zeigte er sich vom Wartungszustand der Kremitz. Die Genossenschaft wolle Wiesen bei Klossa wieder nutzbar machen und in diesem Zusammenhang machte er Vorschläge zur Wasserregulierung.

Einen Erfolg ihrer Bemühungen verkündete Elke Sebastian. Aufgrund der erlebten Hoch- und Grundwassersituation seien weitere Agrargenossenschaften bereit, sich um Stauanlagen auf ihren Flächen zu kümmern. So zum Beispiel im Lebiener Bereich. Auch der Axiener Genossenschaftschef Gerhard Böhme hatte dies angemerkt: "Wenn wir unsere Staue nicht selber in Ordnung halten - jemand anders kommt nicht."

 

Quelle: www.mz-web.de

 


 

Lübben 11.03.2011

THW Lübben bietet offene Stellen für Aktivhelfer

Lübben Der Ortsverband Lübben des Technischen Hilfswerks (THW) sucht Nachwuchs. „Wir haben derzeit 30 aktive Helfer“, sagt der THW-Ortsbeauftragte Ronny Schulz. Zu wenig, um alle Einsätze abzudecken und gleichzeitig die Belastung für den Einzelnen im Rahmen zu halten. Deshalb biete das THW offene Stellen für Aktivhelfer.

 

Ronny Schulz (l.) und Ausbildungsbeauftragter Martin Hoffmann prüfen die Ausrüstung eines Gerätekraftwagens.

 

Bewerber müssen mindestens 18 Jahre alt und körperlich gesund sein. Ein bestimmter Abschluss ist nicht erforderlich. »Wir bilden unsere Leute allein aus«, sagt der 32-Jährige, der sein Geld als Krankenpfleger im Asklepios-Fachklinikum verdient.

Die Neuen erwartet eine vielseitige Ausbildung. So lernen sie beispielsweise, Strom zu erzeugen, wenn keine Steckdose zur Verfügung steht, eine Schadensstelle auszuleuchten oder sich einer Gefahrenstelle sicher zu nähern. Auch Metall- und Holzbearbeitung gehören zum Ausbildungsprogramm. So können der Kettensäge- und der Schweißerschein abgelegt werden.

»Vom 8. März bis 1. April läuft eine Grundausbildung für Helferanwärter in Störitzland bei Fürstenwalde«, sagt Schulz. Dafür seien im Lübbener Team noch sechs Plätze frei. Das Hauptaugenmerk liege »auf praktischen Dingen«. So lernen die Teilnehmer die Arbeit mit Leinen, Spanngurten, Stromerzeugern, Lasten und die Rettung aus Trümmern. Am 2. April ist Prüfungstag. Ronny Schulz: »Schneller kann man nicht zum THW-Helfer werden.«

Er selbst nimmt die Belastung neben Beruf und Familie gern in Kauf. Warum? Der schlanke Rotschopf lacht übers ganze Gesicht, als er antwortet: »Es ist der blaue Virus. Wer Leuten in Not geholfen hat, muss es immer wieder tun.« Besonders die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen ist weit über die Region hinaus bekannt. Allein im vergangenen Jahr absolvierte das THW Lübben nach eigenen Angaben 22 Einsätze, darunter 18 Hochwassereinsätze. Die Dankbarkeit der Menschen sei ein verdienter Lohn. Öfter erhielten die Helfer auch Monate später noch Einladungen zu Festen. »Die Leute von Klossa bei Jessen wollen uns unbedingt beim Pfingstfest dabei haben«, erzählt der Ortsbeauftragte. Dort sei die Fachgruppe im September und Oktober zum Hochwassereinsatz gewesen. Im Oderbruch hätten die Lübbener die Ehrennadel des Deichverbandes entgegennehmen können.

In der Statistik tauchen aber auch Bergungseinsätze nach Lkw-Unfällen oder Hilfe im Schneechaos auf. »Es kann immer ein Einsatz kommen, der heftig ist«, sagt Ronny Schulz mit Blick auf die psychische Belastung der Helfer. Doch auf solche Fälle werde jeder schon in der Grundausbildung vorbereitet. Außerdem verfügt der Ortsverband über ein eigenes Einsatznachsorgeteam. Im Ernstfall stehen den Helfern Psychologen und Seelsorger zur Seite.

Auch Frauen seien als Helfer willkommen. »Die bekommen aber nicht den großen Aufbrechhammer in die Hand«, sagt Schulz, sie könnten aber beim Gerüstaufbau, beim Ausleuchten der Einsatzplätze und bei der Führung helfen.

Alle Einsätze erfolgen ehrenamtlich. Die Helfer haben lediglich Anspruch auf eine Aufwandsentschädigung. Warum sie sich dennoch der harten Arbeit stellen? Ronny Schulz weiß es: »Sie kriegen bei uns eine super Ausbildung und kommen in ein Spitzenteam.«

Bewerbungen für die Ausbildungswoche in Störitzland nimmt der THW-Ortsverband unter Telefon 0162 89301850162 8930185 entgegen

 

Ulrike Elsner

 

 

Quelle: www.lr-online.de

 


 

Kreis Wittenberg

Bis zu sechs Meter tief ins Flussufer

VON KLAUS ADAM, 07.03.11, 20:46h, aktualisiert 07.03.11, 21:42h

Die Deiche an der Schwarzen Elster werden derzeit überprüft, damit Jessen für das nächste Hochwasser gerüstet ist. (FOTO: DPA)

 

MEUSELKO/MZ. Mit Gedröhn hämmert der aufgesetzte Benzinmotor die dünne Bohrstange in den Boden. Thomas Pfefferkorn hält ihn solange in der Flucht, bis das Metallgerät mit den Aussparungen fest genug im Boden sitzt. Bis zu vier Meter tief geht es an dieser Stelle in das noch gefrorene Ufer der Schwarzen Elster hinein. Obwohl die Sonne schon überaus freundlich aber eben noch sehr tief stehend vom Himmel lacht, weht ein frischer Wind über den Elsterdamm bei Meuselko.

Thomas Pfefferkorn und Christian Klotsch bei der Arbeit (FOTO: THOMAS CHRISTEL)

 

Der metallene Bohrer ist jetzt weit genug im Uferbereich vor dem Deich versenkt. Christian Klotsch, Mitinhaber des Dessauer Büros für Baugrunderkundung und Gründungsberatung, bedient nun das zweite Aggregat, das den Bohrkern hydraulisch wieder aus dem Boden zieht. Griffbereit liegt die Kladde mit dem Formular, in das Klotsch nun einträgt, was in den Aussparungen der Stange mit nach oben kommt. Proben werden genommen und zur genaueren Untersuchung verpackt und beschriftet. Dafür verfügt das Spezialbüro von Klotsch und seinem Kompagnon Sven Nehrkorn über ein eigenes Labor.

Die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen werden in Kürze wesentliche Erkenntnisse dazu liefern, wie die neuen Dämme an der Schwarzen Elster beschaffen sein müssen, um dauerhaft die nötige Standsicherheit aufzuweisen. Das erklärt Jörg Herrmann, Flussbereichsingenieur beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW).

Erst einmal geht es dabei um jene Stellen am Deich, für die umgehend Notreparaturen vorgesehen sind. Fünf solcher Punkte hat das Dessauer Spezialbüro daher zwischen Klossa und Arnsnesta linksseitig der Elster (immer in Fließrichtung gesehen) zu untersuchen. Gebohrt wird dabei immer in drei Segmenten: am Dammfuß wasser- sowie landseitig und auf der Deichkrone. Querprofil nennt sich das Ganze. Von der Dammkrone aus geht es sogar sechs Meter tief in den Boden. Für die gegenüberliegende Dammseite ist ein anderes Unternehmen beauftragt. Diese Baugrunduntersuchungen werden ergänzt durch so genannte Rammsondierungen, erläutert Klotsch zwischen zwei Handgriffen. Dabei wird die Eindrucktiefe gemessen, wenn ein festgelegtes Gewicht auf den Boden trifft.

Während Klotsch und sein Kollege die Bohrung auswerten, fotografiert Jörg Herrmann das Elsterufer. "Vorsicht, nicht so weit ran", warnt er, "das Ufer ist hier ziemlich unterspült." Die Elster vollzieht eine seichte Kurve. Die Uferseite, auf der gerade die Bohrungen laufen, ist der Prallhang, wie die Fachleute sagen. Hier entfaltet die Strömung ihre gesamte Kraft. "Im Grunde ist es nichts anderes, als dass der Fluss sein angestammtes Bett wieder sucht", meint der Flussbereichsingenieur. "Ich denke, die Natur hat ein Gedächtnis", antwortet er auf eine entsprechende Frage. Herrmann erinnert daran, dass insbesondere jene Stellen, an denen der Fluss seinerzeit zur Begradigung "abgeschnitten" wurde, oft die anfälligsten für Deichbrüche seien. Das habe sich auch Ende September bei Meuselko - nur wenige zig Meter flussaufwärts von der Stelle, an der gerade der Bohrtrupp zugange ist - gezeigt.

Zurück zu den Baugrunduntersuchungen: Zwar werden jetzt die Arbeiten an jenen Punkten forciert, wo Notreparaturen an den Dämmen erfolgen sollen. Doch insgesamt fließen die Erkenntnisse ein in die Planung des gesamten Sanierungsvorhabens an den Dämmen der Schwarzen Elster. Da der Fluss sich erst seit reichlich 14 Tagen wieder in sein angestammtes Bett zurückgezogen hat, konnte das Spezialbüro aus Dessau erst dieser Tage anrücken. Die Bohrungen waren unmöglich, solange die Uferbereiche noch unter Wasser standen. Mit der Ausführung der Reparaturen rechnet Flussbereichsingenieur Jörg Herrmann allerdings nicht vor dem Sommer.

 

Quelle: www.mz-web.de

 

 


 

Sirenenknopf ist öfter mehrmals zu drücken

VON H.-DIETER KUNZE, 20.02.11, 20:47h, aktualisiert 20.02.11, 20:58h

Klaus Unger (li.) und Hartmut Lange mit der Ernennungsurkunde. (FOTO: KUNZE)

 

LINDA/MZ. Zu mehr Einsatzbereitschaft mahnte Lindas Feuerwehrleiter Hartmut Lange seine Mitstreiter in der Jahreshauptversammlung am Freitag. Meist waren es die gleichen, die anrückten, sobald der Alarm ertönte. Der Sirenenknopf musste nicht nur einmal mehrfach gedrückt werden. "So kann es aber nicht sein", kritisierte Lange.

"Hier erwarte ich in diesem Jahr wirklich etwas mehr Engagement." Klare Worte an die Kameraden. "Unsere Aufgaben als Wehr sind löschen, retten, bergen und schützen", machte er unmissverständlich klar. Zu insgesamt 17 Einsätzen wurden die Lindaer Feuerwehrleute im vergangenen Jahr gerufen. Ein Jahr zuvor war es nur einer. 2010 mussten sie elf Mal technischen Hilfe leisten. Die anderen sechs waren Brandeinsätze. Außerdem gab es einen Fehlalarm. Dieses Fazit zog Wehrleiter Hartmut Lange auf der Jahreshauptversammlung am Freitag.

Er leitet die Geschicke der Lindaer Feuerwehr bereits seit dem Jahr 2004 kommissarisch. Seinerzeit trat er das Erbe von Wilfried Viehof an, der nach zwölf Jahren engagiertem Dienst sein Ehrenamt aus Altersgründen niederlegte. Sein Nachfolger Hartmut Lange ist seit Freitag nun der amtlich bestätigte Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Linda, sein Stellvertreter ist Klaus Unger. Bei der Jahresversammlung überreichten sie sich gegenseitig die Urkunden. Gleichzeitig ernannte sie Jessens Bürgermeister Dietmar Brettschneider ins "Beamtenverhältnis als Ehrenbeamte". Lange und Unger absolvierten erfolgreich eine Fachausbildung an der Landesschule der Feuerwehr in Heyrothsberge und erwarben die Qualifikation als "Leiter einer Wehr". Klaus Unger ist zudem Vorstandsmitglied im Feuerwehrverband Altkreis Jessen.

Der jetzt offiziell ernannte Wehrleiter zog in seinem Jahresbericht trotz der erwähnten Kritik an seinen Mitstreitern eine durchaus positive Bilanz über die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit der Lindaer. Es gab zahlreiche Lehrgänge innerhalb der Wehr sowie auf Kreis- und Landesebene. Die Atemschutzstrecke in Wittenberg durchliefen neun Kameraden, jeweils zwei wurden zum Sprechfunker und Motorkettensägeführer sowie einer in technischer Hilfeleistung ausgebildet. Weitere Fortbildungen waren die Einweisung an der neuen Tragkraftspritze TS 8, die allerdings einige "Macken" hatte, Wasserversorgung über lange Strecken und Löschangriffe nass. Alle Teilnehmer erreichten einen erfolgreichen Abschluss. "Wir haben uns damit ein gutes Leistungsniveau geschaffen", so die Einschätzung des Wehrleiters.

Bezüglich der Einsätze im vergangenen Jahr fasste Lange zusammen: Zu den technischen Hilfeleistungen zählten die Beseitigung von Sturmschäden (umgestürzte Bäume) sowie fünf Alarmierungen zum Hochwasserschutz an der Schwarzen Elster im Raum Klossa und Jessen. 29 Kameraden opferten dabei bei allen Einsätzen jeweils 30 Stunden ihrer Freizeit.

Unverständlich für viele Kameraden sei allerdings der Einsatz zum Befüllen von Sandsäcken am 3. Oktober 2010 im Bauhof Jessen. Eine zwar notwendige, aber recht stupide Tätigkeit für gut qualifizierte Kameraden, wie es die meisten Lindaer sind. "Es gibt doch genügend Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger. Warum bezieht man die nicht ein?", fragten sich der neue Wehrleiter und auch andere Kameraden. Vielleicht war das ein Grund mit, warum sich beim Ertönen der Sirene oft nur sehr wenige von ihnen einfanden.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


Immer auf'm Damm lang

VON KLAUS ADAM, 09.02.11, 20:47h, aktualisiert 09.02.11, 21:29h

Sebastian Marotz (li.) und Jörg Herrmann kartieren Schadstellen. (FOTO: MZ)

 

ARNSNESTA/MZ. "Einen besseren Job kann es nicht geben", meint Jörg Herrmann schmunzelnd auf die Frage der MZ. Als Ausgleich zur Arbeit am Schreibtisch genießt er die Zeiten, da er in puncto Deiche unterwegs ist. Denn wann immer der Flussbereichsingenieur im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) vor Ort etwas in Augenschein nehmen muss, heißt es: Laufen. Nach wie vor sind die allerwenigsten Stellen am Damm der Schwarzen Elster mit dem Fahrzeug zu erreichen. Wenn die Räder des Jeeps im Morast versinken, nützt selbst der Geländegang kaum etwas. Da ist die Dammkrone in der Regel der einzige gangbare Weg - im wahrsten Sinne des Wortes.

Schadstellen an Dämmen

Also kommen einige Kilometer am Stück schon zusammen, wenn Herrmann per pedes unterwegs ist. Gestern Morgen war es "ein reichlicher Kilometer", schätzt der Flussexperte ein. Von der Elsterbrücke in Arnsnesta (Elbe-Elster-Kreis) aus ging es da in Richtung Meuselko. Hier hatte der Fluss bei seinem Vize-Rekordstand im Januar den Damm auf einer Länge von rund 30 Metern abgespült. Selbst der Laie kann hier erkennen, dass die Stufe am Fuß der Hochwasserschutzanlage auf der Flussseite so nicht normal ist.

Sebastian Marotz vom Planungsbüro Prof. Macke in Dessau fotografiert die Stelle und markiert sie so genau wie möglich auf der Karte. Ein weiteres Kreuz kommt noch dazu. Auch hier ist ein Teil des Dammes abgespült. "Vielleicht ein alter Bibergang", mutmaßt Herrmann mit Blick auf das Hinterland des Deiches, in dem nach wie vor das Wasser steht.

Pegel muss erst weiter sinken

Sinn der Begutachtungen der Schadstellen, die das jüngste Hochwasser in die Schutzanlagen gerissen hat, ist das Ziel des Landesbetriebes, hier schnellstmöglich Reparaturen auszuführen. Marotz wird dazu die nötigen Planungen vornehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Fluss wenigstens weitgehend wieder in sein normales Bett zurückkehrt. Denn, die später beauftragten Baubetriebe werden mit ihrer Technik nur über das Deichvorland, also die Uferwiesen des Flusses an die reparaturbedürftigen Stellen herankommen. Die noch überfluteten Elsterwiesen bieten im Moment das einzige Hindernis für den Beginn der Notreparaturen. Haben die einmal begonnen, sind sie innerhalb einer Woche abgeschlossen.

Ob bis dahin aber noch ein Monat vergeht oder zwei - das hängt einzig davon ab, wie sich der Wasserstand der Elster entwickelt. "Eigentlich sollten im März schon die Zuwegungen ertüchtigt werden", nennt Marotz einen weiteren Aspekt, der noch in der Schwebe ist. Die Vor-Ort-Begutachtungen gestern setzen den Schlusspunkt unter die Schadenserhebungen nach der Januarflut, informiert Herrmann. Gemeinsam mit dem Dessauer Wasserbau-Planer sieht er sich gleich anschließend noch einige Zuwegungen zu Deichen an, so in Meuselko und Klossa. Dort ist angesichts der herannahenden Flut im Januar am Dorfanfang mit dem Bau einer Schotterstraße begonnen worden. Die gelte es noch fertig zu stellen.

Pumpen sind zu warten

Doch zum Gesamtkonzept des Hochwasserschutzes an der Schwarzen Elster, das derzeit erarbeitet wird, gehören nicht nur die Dämme. Seit voriger Woche liegt eine Vorplanung zur Sanierung des Pumpwerkes Premsendorf auf dem Tisch. Die bauliche Hülle soll im laufenden Jahr erneuert werden. Auch die Pumpen sind auf den heutigen technischen Stand zu bringen. "Wir müssen sie wahrscheinlich auch mal abschiebern und trockenlegen, um zu sehen, wie sieht die Bodenplatte noch aus", erläutert Herrmann. Gewartet werden müssten inzwischen nach der angefallenen Betriebsdauer ebenfalls die Pumpen in dem Schweinitzer Schöpfwerk an den Küchenteichen. "Aber ich glaube, das gibt der Wasserstand inzwischen her, dass wir sie mal einen Tag ausschalten", so Herrmann.

 

Quelle:- www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Drei Frauen herrschen in Klossas Küche

erstellt 17.01.11, 20:17h, aktualisiert 17.01.11, 21:34h

 

«Bei uns im Dorf herrscht ein großer Zusammenhalt», freut sich Alrun Schmidt. Sie erlebt bereits ihr drittes Hochwasser. (FOTO: KLAUS ADAM)

 

KLOSSA/MZ/KA. "Ich brauche zweimal für je zehn Mann", stürmt geradezu Helga Gronewold in die kleine Küche. Sofort nimmt sich Gisela Wiese einen Laib und schaltet die Brotschneidemaschine an. Helga Gronewold befüllt die Kaffeemaschine neu und Alrun Schmidt greift wieder zum Küchenmesser. Augenblicke später legt Frau Wiese den Stapel frischer Schnitten ab, setzt sich ihr gegenüber an den Tisch, greift ebenfalls zum Messer.

Seit Sonnabendmittag sind die drei Frauen beinahe rund um die Uhr hier zu finden. Sie schmieren emsig Schnitten und versorgen damit die zahlreichen Einsatzkräfte, die gegenwärtig erneut die Klossaer Deichabschnitte verteidigen. Und so gehört quasi die kleine Küche im neuen, aber Anfang Oktober selbst flutgeschädigten Vereinshaus ihnen.

Die Arbeit flutscht. Es dauert nur Minuten, da kann Helga Gronewold die ersten "Bemmenpakete" packen und nebst einer großen Thermoskanne voll Kaffee und Trinkbechern im Korb verstauen. Liebevoll gibt sie noch eine Packung Kekse hinein. "Das gebe ich einer Bootsbesatzung, die bringt es zu den Helfern am Deich", erklärt Helga Gronewold, während sie schon wieder die Türklinke in der Hand hat. Wenn sie zurückkommt, wird bereits das zweite Schnittenpaket fertig sein.

"Für mich ist dies das dritte Hochwasser", sagt Alrun Schmidt. Erst nach der Elbeflut von 2002 zog die Prettinerin in den Jessener Ortsteil Klossa. "Dann hier die Flut im Oktober und jetzt das", zählt sie auf. "Wir drei haben uns im Herbst beim Sandsäcke schippen und stapeln getroffen", hatte zuvor Helga Gronewold erzählt. "Da haben wir aber gemerkt, dass wir ,flügellahm' sind und nicht mehr so können. Deshalb sagten wir uns, wir schmieren Schnitten für die Helfer." Da am Wochenende die organisierte Versorgung noch nicht so funktionierte - "Gestern kam Mittagessen, aber erst nach 16 Uhr." - haben sie sich kurzerhand wieder zusammengefunden.

Ortsteilbeiratsvorsitzender Wilfried Globig hatte ein Schwein, das er im vergangenen Jahr zum Geburtstag geschenkt bekam, für die Helfer am Deich gestiftet. "Am Freitag war Schlachtefest", berichten die Frauen. Doch auch ihre eigenen Vorräte zu Hause sind inzwischen schon zur Versorgung der Helfer zusammengeschmolzen. Nicht nur die. Gerade kommt Bodo Helminiak herein und drückt Helga Gronewold eine große Plastetüte in die Hand. Etliche Gläser mit eingeweckter Wurst und mehr kommen unter dem Staunen der Frauen zum Vorschein. Helminiak ist nach ihnen selbst aber nicht der Erste, der von seinen heimischen Vorräten für die Helfer abgibt. "Bei uns im Dorf herrscht ein großer Zusammenhalt", freut sich Alrun Schmidt. Und Helga Gronewold ist mit dem zweiten Korb schon wieder unterwegs zu den Booten.

 

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Mühsam gegen die Strömung

VON KLAUS ADAM, 17.01.11, 20:17h, aktualisiert 17.01.11, 21:36h

 

Die Helfer von der Feuerwehr Linda machen sich auf den Weg zu ihrer Einsatzstelle am Wolfswinkel bei Klossa. (FOTO: KLAUS ADAM)

 

KLOSSA/MZ. Mühsam kämpft der Außenbordmotor gegen die Strömung an. Das Boot der Wasserwacht vom Deutschen Roten Kreuz Wittenberg kann rund 150 Sandsäcke laden. Damit liegt es aber tief im Fluss und es muss von Klossa aus gegen die starke Strömung der Schwarzen Elster fahren. Das braucht seine Zeit, bis die ersehnten Sandsäcke bei den Helfern ankommen. Feuerwehrleute aus Linda, Gentha und Naundorf bei Seyda unterstützen am Montag die Klossaer an den zahlreichen Sickerstellen am Damm in ihrem Bereich.

Drei Gruppen sind daher gebildet. Die eine sorgt dafür, dass an der Ladestelle in der Nähe der Pumpstation des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) genügend Sandsäcke zur Verfügung stehen. Die zweite ist einige hundert Meter flussaufwärts stationiert. Und die dritte wiederum einige hundert Meter weiter in Richtung Löben. Bis hierhin ist der Damm bereits übersät mit "Sandsackskulpturen". Sie sind zu Quellkaden aufgeschichtet, beschweren auf der Landseite der Dämme Vlies, das den Materialaustrag aus dem Damm verhindern soll, beschweren die Deichrückseite, erhöhen besonders flache Stellen an der Deichkrone oder verstopfen einfach erkannte Löcher in der Hochwasserschutzanlage.

An zahlreichen Stellen dringt dennoch Wasser heraus. "Solange es klar bleibt, ist es nicht das Problem", sagt einer der Feuerwehrleute einen Satz, der in diesen Tagen oft gesprochen wird. Die Worte machen jedes Mal Hoffnung, dass der Damm halten wird. Bislang war das unermüdliche Ringen der Feuerwehrleute und der anderen Helfer auch im Klossaer Bereich erfolgreich.

Mit zwei Booten ist die DRK-Wasserwacht von Klossa aus im Einsatz. Als am frühen Nachmittag eine weitere Besatzung aus dem Jerichower Land eintrifft, soll sie mit ihrem Boot von Löben aus agieren. "Dann fahren sie beladen wenigstens mit der Strömung", erklärt der Klossaer Marcel Elstermann. Er ist Mitglied im Ortsteilbeirat. Sandsäcke müssen aber dazu auf der Straße erstmal nach Löben gebracht werden, ergänzt er zum notwendigen Procedere.

Wie ein schmales grünes Band mitten im Wasser zieht sich der Damm auf weiten Strecken von Klossa bis Löben. Zum Glück trügt die Perspektive etwas. Während die Elster an manchen Stellen fast an der Deichkante entlang fließt, steht das Wasser auf der anderen Seite beileibe nicht so hoch. Dass es zum Teil in riesigen Seen auf dem Acker steht, beweist, inzwischen ist doch eine ganze Menge Wasser durch den Wall geflossen. "Wir haben noch viel Arbeit", sagt einer der Lindaer Feuerwehrmänner. Wenn sie am so genannten Wolfswinkel mit den Sicherungsarbeiten fertig sind, werden sie sich in Richtung Klossa jede einzelne Sickerstelle noch einmal vornehmen.

Es ist das Einzige, was die Einsatzkräfte in dieser Situation hier draußen tun können. Mit Technik ist bis zur Löbener Brücke überhaupt kein Herankommen. Tiefe Spurrinnen auf der Dammkrone weisen darauf hin, wie schwammig sie ist. Die Einsatzkräfte und die Klossaer treibt nur die Hoffnung an, dass der Pegel des Flusses bald nachhaltig sinken möge. Sie und die Region insgesamt brauchen Gelegenheit zum Aufatmen.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


Sachsen-Anhalt

Fragen und Antworten zum Hochwasser

erstellt 17.01.11, 20:28h, aktualisiert 17.01.11, 21:19h

Die Elsteraue bei Halle ist fast vollständig überflutet. Der Weiterbau der ICE-Trasse ist unterbrochen. (FOTO: LUTZ WINKLER)

 

Halle (Saale)/MZ. Viele Orte in Sachsen-Anhalt sind weiterhin vom Hochwasser bedroht. Die MZ gibt einen Überblick und beantwortet die wichtigsten Fragen.

 

Welche Alarmstufen gelten in Sachsen-Anhalt?

 

Trotz leicht sinkender Wasserstände ist die Hochwasserlage weiter angespannt. Landesweit bestand gestern an drei Messpunkten die höchste Alarmstufe 4. Das betraf die Saale bei Halle, die Weiße Elster bei Oberthau und die Schwarze Elster bei Löben. Der Pegelstand der Saale bei Halle sank leicht, in Halle-Trotha wurden 6,89 Metern gemessen, normal wären zwei Meter. Pro Sekunde strömten 817 Kubikmeter Wasser am Pegel Trotha vorbei.

 

Ist die Hochhaussiedlung Halle-Neustadt gefährdet?

 

Der Hochwasser-Krisenstab warnte, in den nächsten Tagen könnten Keller vor allem in Halle-Neustadt nass werden. Neben den seit Tagen anhaltend hohen Pegelständen der Saale steige auch das Grundwasser. Die Pumpen, die insbesondere für einen stabilen Grundwasserstand in Halle-Neustadt sorgten, könnten den Anstieg nicht mehr vollständig abfangen. Der Krisenstab sieht im Moment allerdings keine Gefahr für die Bewohner. Die Stadt riet, empfindliche und wertvolle Gegenstände aus den Kellern zu räumen und notfalls Pumpen zu installieren.

 

Gibt es dort schon Schäden durch das Wasser?

 

Ja. In den Kellern des Finanzamtes und der Stasi-Unterlagenbehörde, die sich beide in Halle-Neustadt befinden, ist bereits Wasser eingedrungen. Schäden an Akten werden bislang nicht befürchtet. In beiden Behörden fielen gestern die Telefon- und Internetzugänge aus.

 

Wie ist die Stadt sonst vorbereitet?

 

Die Feuerwehr und andere Helfer sind in der Stadt und im Umland pausenlos im Einsatz, um Wasser abzupumpen, Pumpen selbst und die für die Stromversorgung notwendigen Trafohäuschen vor Überschwemmungen zu schützen. Halle hat zudem 17 000 Sandsäcke vorrätig. Damit sind gestern zwei Sickerstellen an einem Deich an der B 80 gesichert worden. Ansonsten seien "die Deiche top", heißt es aus dem Krisenstab.

 

 

Hat die Saale in Bernburg wie befürchtet die Marke von 5,80 Meter überschritten?

 

Am Unterpegel der Schleuse Bernburg sind gestern 5,84 Meter gemessen worden. Damit wurde die Rekordmarke aus dem Jahr 2003 um sieben Zentimeter überschritten. Der Durchgangsverkehr ist durch viele Straßensperrungen behindert. Die zentrale Achse ist momentan die historische Flutbrücke über den Waldauer Anger. Pkw können sie noch befahren, wodurch der Verkehr in Richtung Magdeburg und Aschersleben aufrecht erhalten wird. Die Evakuierung der Wohnungen und eines Pflegeheimes auf dem Anger, die im Gespräch war, ist vom Tisch.

 

Wie kritisch ist die Lage an der Schwarzen Elster?

 

Die Situation ist angespannt, aber stabil. Feuerwehrleute, Mitglieder der Wasserwehren und viele freiwillige Helfer sicherten die durchgeweichten Deiche. Sickerstellen bei Klossa und Premsendorf wurden mit Sandsäcken verstärkt.

 

Steigt der Pegel auch in Magdeburg?

 

Ja. Gestern kletterte der Pegel auf 5,41 Meter, bis Donnerstag werden 6,15 Meter erwartet. In der vergangenen Nacht sollte wahrscheinlich Alarmstufe 4 ausgerufen werden. Die Feuerwehr hat rund 10 000 Sandsäcke bereitgestellt.

 

Wie ist die Situation an der Elbe in Sachsen?

 

Die Lage bleibt angespannt. Am Pegel Schöna an der deutsch-tschechischen Grenze wurden gestern Mittag 7,46 Meter gemessen - eine Marke knapp unter dem Richtwert für die Alarmstufe 4. Es sei nicht auszuschließen, dass der Wert von 7,50 Meter noch erreicht werde. Das Landeshochwasserzentrum rechnet aber nicht mit einer "wesentlichen Überschreitung". In Dresden wurden 6,79 Meter gemessen. Dort galt Alarmstufe 3.

 

Wie sieht es mit der Schifffahrt auf der Elbe aus?

 

Die Schifffahrt auf der Elbe ist zwischen Tschechien und Sachsen-Anhalt eingestellt worden. Überall seien die schiffbaren Wasserstände überschritten, sagte gestern der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Magdeburg, Friedrich Koop. Zuletzt habe es 2006 eine vergleichbare Situation gegeben. Das Wasser stehe so hoch, dass die Schiffe nicht mehr unter den Brücken durchkämen. Aufgrund eines langen Hochwasserscheitels wird zunächst nicht mit einer Entspannung gerechnet.

 

Welche wichtigen Straßen im Land sind gesperrt?

 

Unpassierbar ist die B 187 von Jessen nach Elster. Auch einige Kreisstraßen in Löben sind gesperrt. In Bernburg ist die B 185 Richtung Aschersleben gesperrt. Der Platz der Jugend ist nur für Lkw passierbar. In Weißenfels ist die L 206 dicht. Dadurch kommt es zu Behinderungen im Durchgangsverkehr. In Roßlau wird heute die B 187 gesperrt, der Verkehr wird innerörtlich umgeleitet.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


Kreis Wittenberg

Siel drohte zu bersten

VON KLAUS ADAM, 16.01.11, 20:13h, aktualisiert 16.01.11, 22:14h

Von der Brücke Arnsnesta aus brachten Feuerwehrleute aus Annaburg und Groß Naundorf sowie Mitglieder der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft am Sonntag mit zwei Booten Sandsäcke an Schadstellen an Dämmen im Premsendorfer Bereich. Anschließend wechselten sie nach Kremitz. (FOTO: ACHIM KUHN )

KREMITZ/PREMSENDORF/MZ. Die Situation an der Schwarzen Elster spitzte sich am Wochenende dramatisch zu. An etlichen Dammabschnitten mussten die Einsatzkräfte schnell reagieren, um Schlimmeres zu verhindern. Am Sonnabend Mittag hatte Annaburgs Stadtwehrleiter Roland Karthäuser deshalb fast alle Feuerwehren seines Bereiches alarmiert, um die Einsatzkräfte in Löben und Meuselko auf der einen Elsterseite sowie Kremitz und Premsendorf auf der anderen zu unterstützen. Der Abschnitt zwischen Kremitz und Premsendorf stellte sich dabei als einer der Schwerpunkte heraus. Mehrere Quellkaden waren hier bereits nebeneinander errichtet. Sie mussten angesichts des steigenden Flusses erhöht werden.

 

Der Kleintransporter konnte auf der Dammkrone fahren. (FOTO: ACHIM KUHN)

 

Transport der Sandsäcke an Sickerstellen im Premsendorfer Bereich. (FOTO: ACHIM KUHN)

 

Das geschlossene Siel unter dem Damm drohte derweil dem anhaltenden Druck der Schwarzen Elster nicht mehr standzuhalten. Die landseitige Mauer hatte sich augenscheinlich bereits bewegt und drohte weggedrückt zu werden. Deshalb entschied Frank Torger, Flussbereichsingenieur beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), den Damm an dieser Stelle mit dem Schotter-und-Sand-Gemisch, das auch zum Befestigen der Wege eingesetzt wird, umgehend zu verstärken. Die Zeit drängte, jetzt hatte es keinen Zweck mehr, Quellkaden zu erhöhen. In diesem Moment ging es vor allem um Masse.

Sogar in der Nacht zum Sonntag mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehren zahlreiche Sickerstellen an den Dämmen abdichten. Boote der Feuerwehr Elster und des Deutschen Roten Kreuzes waren seit Sonnabend Nachmittag und erneut seit Sonntagmorgen bei Klossa unterwegs, um Sandsäcke zu den prekären Stellen an den Deichen zu bringen. Mitglieder der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Wittenberg waren am Sonntagvormittag zudem mit zwei Booten nach Arnsnesta beordert worden.

 

Auch Elbedämme geschlossen

 

Stündlich stieg der Fluss um einen Zentimeter. Die Rufnummer der elektronischen Ansage des Löbener Pegels war häufig besetzt. Das Interesse der Elsteranwohner an der aktuellen Lage war groß. Derweil stieg auch die Elbe. Am Sonntag fällte Jessens Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU) die Entscheidung, wegen der steigenden Elbe die Deichscharten, also die Zufahrten über den Damm, vorsorglich zu schließen. "Die Fähre verkehrt ohnehin nicht, so dass wir getrost die Straße dicht machen können", begründete Brettschneider diese Vorsorgemaßnahme. Auch die Deichdurchfahrt in Klöden wurde geschlossen.

Sonnabend erwies es sich als wertvoll, dass Silvio Reinel von der Premsendorfer Wehr noch vor dem Wochenende die Krone des Elsterdammes in der Nähe der Pumpstation an der Rieke ertüchtigt hatte. Mit Sand und einigen Kameraden hatte er Fahrspuren auf dem Damm aufgefüllt. So konnte man den Deich noch mit einem Kleintransporter mit Ladepritsche befahren. Es war die einzige Chance, Sandsäcke an diese Stelle zu bekommen. Am Sonntag allerdings konnte auch dieses Gefährt des Bauhofes in dieser Bereich nicht mehr fahren. "Der Damm ist zu aufgeweicht", informierte Reinel.

Baum liegt in der Elster

Norbert Dieke, der Einsatzleiter der Wittenberger DLRG-Gruppe hatte am Sonntagnachmittag veranlasst, dass eine weitere Truppe aus Zerbst mit Booten und Tauchausrüstung alarmiert wird. Die traf am Nachmittag ein. Ihre erste Aufgabe war das Zerschneiden einer Pappel in der Nähe der Premsendorfer Eisenbahnbrücke. Die war bereits Ende vergangener Woche auf den Damm gefallen. Silvio Reinel von der Premsendorfer Wehr hatte inzwischen bereits das Wurzelwerk abgetrennt. Doch an der ins Wasser reichenden Baumkrone sammelte sich derweil soviel Treibgut, dass die sich dadurch bildenden Strudel den Damm abzuspülen begannen. Die Zerbster DLRG-Taucher beseitigten mit der Kettensäge diesen Gefahrenpunkt. Auch sie verstärkten dann von Kremitz aus mit ihren Booten die Sandsacktransporte zu den zahlreichen Sickerstellen zwischen Kremitz und Arnsnesta.

Die Jessener Stadtverwaltung bereitet seit Sonnabend auf ihrer Internetseite die Einwohner von Schweinitz, Mönchenhöfe, Klossa und Kremitz auf mögliche Evakuierungen vor. Angesichts der durchnässten Dämme gibt wohl niemand eine Garantie, ob sie durchhalten werden. Für Jessen selbst sehe er die Gefahr eines Deichbruches im Moment nicht akut, so der Bürgermeister. An Neugraben und Grenzgraben wird gepumpt, um das Areal um die Kindertagesstätte in Süd zu entlasten.

 

Quelle:- www.mz-web.de

 


Kreis Wittenberg

Schwarze Elster schwillt weiter an

VON FRANK GROMMISCH, 16.01.11, 14:17h, aktualisiert 16.01.11, 14:20h

Sandsäcke werden inzwischen an vielen Stellen entlang der Schwarzen Elster benötigt, um die Deiche zu sichern, hier zwischen Kremitz und Premsendorf. (FOTO: KLAUS ADAM)

 
LÖBEN/MZ. Ein Großaufgebot an Feuerwehren und freiwilligen Helfern, mehrere hundert Leute insgesamt, kämpft im Landkreis Wittenberg gegen das Hochwasser an der Schwarzen Elster. Schwerpunkte sind Schadstellen in Dämmen bei Premsendorf und Meuselko (beide Orte gehören zur Stadt Annaburg) und bei Klossa (Stadt Jessen). Hier werden Sandsäcke mittels Booten zu den Schwachstellen transportiert. Währenddessen steigt die Elster noch immer, 3,21 Meter wurden Nachmittag um 14 Uhr gemessen, zwölf Zentimeter mehr als vor 24 Stunden. "Die Lage spitzt sich zu", sagt Annaburgs Stadtwehrleiter Roland Karthäuser. Meldungen über Schäden in den Hochwasserschutzanlagen häufen sich.

Die Stadt Jessen hat eine Hochwasserinformation an ihre Bürger herausgegeben, in der auch auf die Möglichkeit von Evakuierungen hingewiesen wird. Doch akut sei derzeit nichts, heißt es aus dem Verwaltungssitz. Ein Bürgertelefon ist für die Jessener eingerichtet. Fragen können unter 03537 / 27 68 63 oder 03537 / 27 68 64 an Verwaltungsmitarbeiter gestellt werden.

Inzwischen wächst auch die Gefahr an der Elbe. Vorsorglich wurden die Deichscharten in Mauken und Klöden geschlossen, wie Jessens Stadtwehrleiter Hans-Peter Schaefer informierte. In Elster (Stadt Zahna-Elster) wurde bereits damit begonnen Straßen vor den erwarteten Wassermassen zu schützen. Sandsackwälle sind auch hier im Entstehen.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


Kreis Wittenberg

Immer näher am Rekordpegelstand

VON FRANK GROMMISCH, 15.01.11, 14:41h, aktualisiert 15.01.11, 14:46h

An den Dämmen der Schwarzen Elster zeigen sich immer mehr Schadstellen, die von Feuerwehrleuten und freiwilligen Helfern gesichert werden müssen. (FOTO: CHRISTEL)

 

LÖBEN/MZ. Die Gefahr an der Schwarzen Elster im Landkreis Wittenberg steigt von Stunde zu Stunde. Am Samstagnachmittag wurde am Pegel Löben (Stadt Annaburg) mit 3,09 Meter der bisher zweithöchste Wasserstand, der je gemessen wurde, erreicht (am 30. September 2010 waren es 3,34 Meter). Seit den Mittagstunden sind entlang der Dämme viele Feuerwehren im Einsatz. So waren alle verfügbaren Kräfte der Stadt Annaburg alarmiert worden, um die Hochwasserschutzanlagen mit Sandsäcken zu erhöhen, die ein Überspülen verhindern sollen. Das Aufkaden, wie die Fachleute sagen, ist derzeit eine der Hauptaufgaben. Solche Arbeiten laufen derzeit auch bei Meuselko, wie Jörg Herrmann, Flussbereichsingenieur im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), berichtete. Zudem werden Sandsackvorräte angelegt, um im Bedarfsfall unverzüglich darauf zugreifen zu können. "Damit wir nicht überrascht werden", sagte Annaburgs Stadtwehrleiter Roland Karthäuser.

Größere Anstrengungen zur Sicherung der Hochwasserschutzanlagen waren auch bei Kremitz und Klossa (Stadt Jessen) notwendig.

In der Nähe von Meuselko war im September ein Damm gebrochen und hatte zu immensen Schäden in Teilen von Annaburg, aber auch im benachbarten Jessen geführt. Allein zum Herrichten der zerstörten Infrastruktur sollen zehn Millionen Euro nötig sein.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


 

Kreis Wittenberg

Jede Minute 5 000 Liter mehr im Fluss

erstellt 12.01.11, 20:58h, aktualisiert 13.01.11, 11:07h

«Aus allen Rohren» schießt das Wasser in die Elster. (FOTO: KLAUS ADAM)
 
SCHWEINITZ/MZ/KA. "Sie läuft auf vollen Touren", bestätigt Roland Mohr und meint die Spezialpumpe, die seit Mittwochmittag das Schweinitzer Hebewerk unterstützt. Am Morgen erhielten der Gruppenführer des Technischen Hilfswerkes Lübben und seine fünf Kollegen den Auftrag, sich in Richtung Schweinitz in Marsch zu setzen. Volle Touren heißt, dass 5 000 Liter je Minute aus dem Nebengewässer Schweinitzer Fließ in die Schwarze Elster befördert werden. Schon nach etwa zwei Stunden - die Pumpe lief Donnerstag gegen 11.30 Uhr an - zeigte sich der erste Erfolg. Abzulesen an der Messlatte am Pumpwerk. Der Wasserspiegel begann hier zu sinken.

Seit dem Tag zuvor steht nur wenige Schritte entfernt eine Arbeitsmaschine des Unterhaltungsverbandes Schwarze Elster. Auch sie trägt eine Pumpe "huckepack". "Schon seit Donnerstag Nachmittag", informiert der Fahrer. Der Erfolg der Pumpaktion bis Donnerstagnachmittag solle über deren Fortsetzung entscheiden, hieß es vor Ort. Die sechs THW-Helfer aus Lübben sind zunächst bis zum Montag geordert, antwortet Roland Mohr auf die MZ-Frage. Donnerstag übernachtete jeweils die Schicht, die nicht mit der Überwachung der Anlage beschäftigt war, bei der Feuerwehr in Schweinitz. Ab Donnerstag logieren die Lübbener laut Mohr im Gasthaus "Weintraube", wo sie auch verpflegt werden.

Lange Gelegenheit, ihren eigentlichen Berufen nachzugehen, hatten sie seit ihrem letzten Einsatz nicht. Der war erst Silvester beendet und galt dem Wasser in gefrorener Form. Insgesamt 18 Mal waren die Lübbener THW-Leute zuvor seit Juni vergangenen Jahres in Hochwassereinsätzen unterwegs. Die Jessener Region kennen sie seit Oktober. Seinerzeit hatten sie ihr Aggregat am Pumpwerk in Klossa zu stehen, wo sie mit vereinigten Kräften auch anderer THW-Einheiten aus dem Bundesgebiet dafür sorgten, dass Klossa vor Überschwemmung geschützt wird.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


Kreis Wittenberg

Elster-Anlieger rüsten sich

VON KLAUS ADAM UND FRANK GROMMISCH, 10.01.11, 20:08h, aktualisiert 10.01.11, 20:42h

Feuerwehrleute aus Kremitz verbauten 500 Sandsäcke an einer Schadstelle am Deich der Schwarzen Elster bei Premsendorf. (FOTO: THOMAS CHRISTEL)
 
JESSEN/MZ. Alarmstufe IV an der Schwarzen Elster: Kurz nach 16 Uhr hat der Pegel die höchste Warnstufe am Messpunkt bei Löben überschritten. Die ersten Auswirkungen des neuen Höchststandes sind bereits zu spüren.

Nur noch einspurig geht es wieder einmal über die Kremitzbrücke zwischen Mönchenhöfe und Löben. Rainer Ziemer und Uwe Fredrich, die beiden Betreuer des Wasserwerkes neben der Brücke, hatten zusehen können, wie das Wasser der Kremitz Zentimeter um Zentimeter auf die Straßenmitte drängt. Das Klärwerk selbst sehen sie nicht gefährdet. "Da fehlen noch 40 Zentimeter", sagt Fredrich.

In Klossa denkt Egbert Uhde bei allen aktuellen Sorgen schon an die Zeit nach der Flut. Seine Familie betreibt den "Dorfkrug" im Ort. "Was wird, wenn das Wasser weg ist? Werden dann die Uferbereiche von Gestrüpp befreit, damit das Wasser besser abfließen kann?" Uhde, Leiter der freiwilligen Klossaer Wehr, koordiniert den Einsatz der Deichwachen. Am Vormittag habe er sich selbst ein Bild von der Situation gemacht. "Noch 20 Zentimeter, dann ist auf dem Elsterdamm die Sandsackschicht wieder erreicht", so Uhde Montagmittag. Die liegt schon seit Oktober auf dem Elsterdamm bei Klossa, um eine Senke auszugleichen.

"Wir können nur warten und hoffen, dass das Wetter so bleibt." Wilfried Globig, der Beiratsvorsitzende im Jessener Stadtteil Klossa, zeigt sich weit davon entfernt, in Panik zu verfallen. Dabei konnte gerade sein Ort bei der Flut Anfang Oktober nur mit einem Großaufgebot vor einer Katastrophe bewahrt bleiben. "Es überwiegt die Hoffnung, dass alles glimpflich abgeht", sagt er. Neue Sickerstellen im Damm sind bis dato nicht bekannt geworden. Die alten würden Deichwachen im Auge behalten.

Einer Deichwache aus dem Ortsteil Kremitz war am Morgen eine Stelle aufgefallen, bei der trübes Wasser austrat. Seit dem Vormittag errichten die Feuerwehren Kremitz und Premsendorf ein Bassin aus Sandsäcken. Dort soll die Brühe aus dem undichten Deich hineinlaufen und einen Gegendruck erzeugen - so die Theorie. Nur wenige Meter entfernt, auf dem Premsendorfer Kontrollabschnitt, erhöhen sie gemeinsam eine Senke in der Dammkrone. Es ist jene Stelle, an der Ende September der erste Sandsackeinsatz der damals beginnenden Rekordflut nötig war.

Hinterm Deich kämpft man auch schon wieder gegen das Wasser. "Ab einem Pegelstand von 2,50 Metern läuft bei allen der Keller voll", weiß der Mönchenhöfener Ortsteilbeiratschef Henry Sachse. "Die Leute pumpen wie verrückt." Jessens Stadtwehrleiter Hans-Peter Schaefer beklagt derweil erneut, dass es keine zuverlässige Prognose für den zu erwartenden Höchstwasserstand in der Schwarzen Elster gibt. Es bleibe da nur, den Pegelstand in Bad Liebenwerda per Internet zu beobachten. Dort ist das Wasser seit Montagvormittag kaum noch gestiegen.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


Kreis Wittenberg

Sonde gewechselt

erstellt 23.12.10, 18:02h, aktualisiert 23.12.10, 18:55h

Udo Däumichen vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft kontrolliert am Klossaer Schöpfwerk den Zulauf, an dem sich die Sonde befindet, die gewechselt werden musste. (FOTO: TH. CHRISTEL)

 

KLOSSA/MZ/GRO. Der Schaden an einer Sonde, von der die Pumpen im Schöpfwerk Klossa mit beeinflusst werden, erwies sich doch größer als gedacht. Erst war angenommen, das Instrument arbeite aufgrund von Eis nicht korrekt. Doch die Sonde ist defekt und wurde am Donnerstag ausgetauscht. Eingebaut wurde, da erst mal kein anderes zur Verfügung stand, ein Instrument aus einem Schöpfwerk von der anderen Elbseite, dessen Einsatz dort nicht zwingend erforderlich ist. Das Schöpfwerk Klossa war aufgrund der Störung zwischenzeitlich im Handbetrieb gefahren worden, was einen höheren Kontrollaufwand erforderte, wie Jörg Herrmann, Flussbereichsingenieur im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), erläuterte. Der Pegel in der Schwarzen Elster ist wohl wegen des Tauwetters nur wenig gefallen, am Abend waren es 2,28 Meter (ein Zentimeter weniger als am Morgen).

Keine Sorgen bereitet derzeit der Graben bei Meuselko, der viel Wasser aus der Annaburger Heide führte. Der Graben sei wieder in seinem Bett, berichtete Jörg Herrmann. LHW-Mitarbeiter befinden sich übrigens auch am Freitag bis weit in die Nacht auf Kontrolltouren.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


 

Hochwasserschutz im Landkreis Wittenberg / Saalekreis

Millioneninvestitionen entlang der Schwarzen Elster

Sachsen-Anhalt wird für die Beseitigung von Schäden und zur Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Schwarzen Elster bis Ende 2012 rund zwölf Millionen Euro aufwenden. Nach Aussage von Umweltminister Hermann Onko Aeikens sollen bis 2020 dann noch einmal rund sechs Millionen Euro investiert werden.
 

"Wegen der langanhaltenden hohen Wasserstände und dem aktuellen Verlauf des Winters kann der endgültige Reparaturaufwand an den Deichen allerdings noch nicht vollständig abgeschätzt werden."

Hermann Onko Aeikens (CDU)
Umweltminister Sachsen-Anhalt

Beim Hochwasser Ende September war ein Deich zwischen Meuselko und Löben gebrochen.

Minister zieht Zwischenbilanz

Aeikens hatte am Dienstag in Magdeburg im Kabinett einen Zwischenbericht zu den Hochwasserschäden vorgestellt. Nach ersten Schätzungen verursachte das Hochwasser der Schwarzen Elster Ende September/Anfang Oktober dieses Jahres im Landkreis Wittenberg und im Saalekreis insgesamt Schäden von mehr als 20 Millionen Euro.

Die Deichbruchstelle bei Meuselko und der Deichschlitz bei Schweinitz-Ritterburg wurden mit Spundwänden verschlossen und gesichert. Die Sanierungsarbeiten an den Deichen in den Ortslagen Klossa, Kremitz, Premsendorf und Mönchehofe beginnen 2011. Im kommenden Frühjahr soll außerdem ein Konzept zum weiteren Ausbau der Hochwasserschutzanlagen an der Schwarzen Elster vorliegen.

 

Zuletzt aktualisiert: 21. Dezember 2010, 18:02 Uhr

 

Quelle: www.mdr.de

 


Kreis Wittenberg

Alarmstufe reduziert

erstellt 21.12.10, 19:47h, aktualisiert 21.12.10, 20:00h
 
LÖBEN/MZ/GRO. "Die Lage ist noch günstig", sagt Flussbereichsleiter Frank Beisitzer vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW). Etwas Entspannung ist zu spüren. Dienstavormittag konnte die Hochwasser-Alarmstufe III für die Schwarze Elster aufgehoben werden. Das bedeutet, dass die Deichwachen derzeit auf den verschneiten und zuweilen vereisten Dämmen keine Kontrollgänge unternehmen müssen.

Vom 13. bis 20. Dezember mussten sie regelmäßig unterwegs sein, da am Pegel Löben der Wert von 2,50 Meter erreicht bzw. überschritten war. Das Wasser in der Schwarzen Elster wird in den nächsten Tagen, wenn überhaupt, nur langsam fallen, lässt die Hochwasservorhersagezentrale Magdeburg wissen. Dienstagabend stand der Pegel Löben bei 2,42, vier Zentimeter weniger als morgens.

Aus den jüngsten Wetterprognosen hat Frank Beisitzer Zuversicht geschöpft. Das Tauwetter solle nicht so stark ausfallen wie zunächst befürchtet, sagt er. In den Nächten Frost, am Tage Plusgrade knapp über Null, das wäre den Hochwasser-Fachleuten recht.

Keine Pause gibt es für die Schöpfwerke, die Wasser aus den Flächen in die Schwarze Elster pumpen. Am Dienstag kam es zu einer Störung in Klossa. Hier waren Sonden vereist, so dass sich die Technik abstellte. Es konnte rasch für Abhilfe gesorgt werden, so Beisitzer. "Die Schöpfwerke werden ständig kontrolliert." Die Gorsdorfer Pumpen bleiben in Dauerbetrieb, ist entschieden worden. Ein Test ergab, das es für ein Abschalten zu früh ist, noch zu viel Wasser aus dem Umland zusammenläuft.

 

Quelle: www.mz-web.de


 

Kreis Wittenberg

Wasserschwall löst Ängste aus

VON FRANK GROMMISCH, 19.12.10, 18:22h, aktualisiert 25.12.10, 23:28h

Christoph Hering und Matthias Michalke gehören zu den Schweinitzer Feuerwehrleuten, die regelmäßig die Deiche an der Schwarzen Elster und am Fließ kontrollieren. (FOTO: CHRISTEL)
 
LÖBEN/MZ. Dass ein Graben, der aus der Annaburger Heide in Richtung Meuselko fließt, auf einmal sehr viel Wasser führt, hat am Wochenende zusätzliche Kontrollen ausgelöst.

Wie Jörg Herrmann, Flussbereichsingenieur im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), informierte, gab es Befürchtungen, dass an der Schwarzen Elster ein Siel undicht sei oder geöffnet wurde. Gar ein undichter Deich war vermutet worden. Doch das bestätigte sich alles nicht. Ursache sei allein das viele Wasser in der Annaburger Heide. Forstleute hätten ihm gegenüber bestätigt, so Jörg Herrmann am Sonntag, dass es noch nie so viel Wasser in dem großen Waldgebiet gegeben habe. Es fließe jetzt um Meuselko und Löben herum und werde am Schöpfwerk Klossa in die Schwarze Elster gepumpt, erläuterte Jörg Herrmann. Die derzeitige Lage sei "nicht Besorgnis erregend".

Roland Karthäuser, stellvertretender Kreisbrandmeister, der am Sonnabend selbst Kontrollen in dem Bereich durchführte, nachdem ihn Einwohner auf die extreme Wasserführung in dem Graben hingewiesen hatten, ist erstaunt. "Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass so viel Wasser in der Heide ist." Bei einer Fahrt durch Teile des riesigen Waldgebiets sei klar geworden, dass sich dort außergewöhnlich viel Wasser befindet, stellenweise sei gar kein Durchkommen. Bedrohlich könnte das werden, wenn Tauwetter einsetze, und sich die Wassermassen ihren Weg suchen, sagte Karthäuser. Überprüft wurde neben anderem auch das so genannte Hammersiel bei Premsendorf. Das sei offen, aber hier fließe Wasser aus der Fläche in die Schwarze Elster.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister und Leiter des Feuerwehr-Abschnitts Annaburg-Prettin zollte den Deichwachen, die ab Hochwasser-Alarmstufe III die Dämme kontrollieren müssen, Respekt. "Das ist schon eine Schinderei, bei Schnee und Eis zu laufen." Ihnen gebühre ein öffentliches Lob, äußerte Karthäuser. "Was die Leute auf sich nehmen, ist beachtlich."

Wie lange die Deichwachen noch im Einsatz sein müssen, hängt vom Wasserstand ab. Wenn der Pegel nicht unter 2,50 Meter fällt, gibt es hier keine Entspannung. Und der Abwärtstrend ist sehr verhalten, über Stunden bewegt sich manchmal gar nichts, wie am Freitag, als überhaupt keine Abnahme registriert werden konnte, am Sonnabend dann neun Zentimeter. Am Abend wurden aus Löben 2,63 Meter gemeldet, zwei Zentimeter weniger als am Morgen.

Annaburgs Bürgermeister Erich Schmidt (SPD) hatte dem Stadtrat berichtet, dass er sich selbst eine kritische Stelle an einem Damm zwischen Arnsnesta und Premsendorf angesehen habe. Wasser drücke durch. "Es ist aber nicht akut." Die Deichwachen würden seitdem dort besonders hinschauen.

Auch am Sonntag blieb die Lage an der Schwarzen Elster ruhig, aber angespannt. Die Deichwachen haben dem Landesbetrieb keine besonderen Schadstellen gemeldet. Die Pumpen in den Schöpfwerken arbeiteten zuverlässig. Das wird regelmäßig von LHW-Mitarbeitern kontrolliert.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


 

LokalgeschehenFreitag, 17. Dezember 2010

"Nazi-Vergleich unangebracht"
von unserem Redakteur Christian Wendt

 

Großtreben-Zwethau/Torgau (TZ). Weil er anregte, die Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder der Torgauer Stadträte für gemeinnützige Zwecke zu spenden, warf Torgaus CDU-Stadtrat Matthias Grimm-Over seinem LINKE-Amtskollegen Peter Deutrich (siehe gestrige TZ-Ausgabe) vor, „gemeinsame Sache mit den Nazis“ zu machen. Schließlich sei dies „eine Kernforderung der NPD“.

Über jenen Vergleich konnte sich wiederum der Großtreben-Zwethauer Gemeinderat Karl-Friedrich Dierkes nur wundern. „Ehrlich gesagt sind mir jene Worte schon ein wenig aufgestoßen“, sagte der WGZ-Mann aus Großtreben. Immerhin spende die unabhängige freie Wählervereinigung seit Jahren ihre Aufwandsentschädigungen. In diesem Jahr hätten beispielsweise Hochwasseropfer an der Schwarzen Elster Gelder überreicht bekommen. „Dabei handelt es sich um zwei Familien im anhaltischen Löben“, sagte Dierkes. Auch das Dorfgemeinschaftshaus in Klossa habe eine WGZ-Spende erhalten. Insgesamt seien so 1500 Euro geflossen. Ohnehin hätten sich auch schon die Kirche Dautzschen oder das Heimatarchiv über finanzielle Zuwendungen freuen können. „Nur weil wir die uns zustehenden Gelder spenden, lassen wir uns noch lange nicht in eine braune Ecke schieben“, spielte Dierkes auf den Vergleich Grimm-Overs an.

Auch Gundula Müller, ihres Zeichens Vizebürgermeistern Großtreben-Zwethaus, verwehrte sich gegen einen solchen Vergleich. „Ich lasse mich, nur weil die WGZ für sich entschieden hat, die Gelder zu spenden, nicht auf eine Stufe mit Nazis stellen“, sagte sie gestern gegenüber der Torgauer Zeitung. Die Worte von Matthias Grimm-Over seien vollkommen unangebracht gewesen.

 

Quelle: www.torgauerzeitung.com

 


Kreis Wittenberg

Nah dran an der höchsten Alarmstufe

VON FRANK GROMMISCH, 14.12.10, 20:20h, aktualisiert 14.12.10, 21:08h

Ralf Hoffmann vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft setzt an der Brücke Löben ein Ultraschallmessgerät in die nunmehr sehr breite Schwarze Elster, um damit die Durchflussmenge zu bestimmen. (FOTO: FRANK GROMMISCH)
 
LÖBEN/MZ. "Es ist schon beruhigend, wenn man einen Kontrollgang ohne Besonderheiten beenden kann", sagt Klaus Pöllmann. "Es drückt nirgendwo durch", berichtet er Dienstagnachmittag, nachdem die Deichabschnitte zwischen Löben und Mönchenhöfe, Löben und Klossa kontrolliert sind. Der Ortsbürgermeister von Löben (Stadt Annaburg) organisiert nicht allein die Deichwachen, sondern beteiligt sich selbst daran. Keine einfache Aufgabe. Die Dämme sind mit Schnee bedeckt, es ist glatt, informiert er. Bei den Schutzwällen muss sowohl land- als auch wasserseitig nach Veränderungen geschaut werden.

Die Männer, immer zwei gehen auf Patrouille, haben neben Mobiltelefonen für Sofortmeldungen Markierungsstäbe dabei, um mögliche Schadstellen kenntlich zu machen. Sie wissen, wie wichtig das ist, darüber werden nach so langer Zeit mit extremen Hochwasserlagen nicht mehr viele Worte verloren. "Die Leute wissen doch alle Bescheid", sagt Klaus Pöllmann. Immer mit dieser Belastung zu leben, sei in den Anrainerorten der Schwarzen Elster nicht einfach, äußert Ingrid Leder, Fachbereichsleiterin Ordnungswesen in der Annaburger Stadtverwaltung.

"Der Anblick kommt mir bekannt vor", sagt der stellvertretende Kreisbrandmeister Roland Karthäuser, als er von der Löbener Elsterbrücke auf den stark angeschwollenen Fluss blickt. "Ob die Warnstufe III oder IV herrscht, ist letztlich egal. Wichtig ist, dass die notwendigen Vorbereitungen getroffen sind." Am Dienstag wurde der bislang zweithöchste Wasserstand in der Schwarzen Elster registriert - 2,96 Meter (Alarmstufe IV gilt ab drei Meter). Erst Ende September war hier der Rekordwert von 3,34 Meter gemessen worden, dann brach der Deich bei Meuselko und teilweise bis zu 1 200 Einsatzkräfte kämpften gegen die Wassermassen. Eine spürbare Entspannung der aktuellen Lage zeichnet sich nicht ab, sagt Roland Karthäuser und erwähnt angekündigte Schneefälle und Tauwetter.

Während die Absprachen zu den Deichwachen in Löben und Meuselko getroffen werden, lässt Ralf Hoffmann vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) ein Ultraschallmessgerät von der Löbener Elsterbrücke in das Wasser hinunter. Mit ihm könne die Durchflussmenge des Wassers bestimmt werden. Für die LHW-Hydrologen sind das wichtige Informationen, wie viel Wasser bei welchem Pegelstand in Richtung Elbe fließt. Jessens Stadtwehrleiter Hans-Peter Schaefer wünscht sich, dass für die Schwarze Elster endlich ein Berechnungsmodell erstellt wird, mit dem wenigstens eine 24-Stunden-Vorhersage möglich ist, wie sich die Wasserstände entwickeln werden. "Derzeit ist das nicht befriedigend für uns." Die Feuerwehrleute schauen zwar regelmäßig im Internet auf die Pegelstände im Ober- und Mittellauf des Flusses, aber welches Wasser dann wirklich den Abschnitt im Ostteil des Landkreises Wittenberg passiert, lässt sich damit nur ansatzweise bestimmen. In der Konferenz zum Hochwasserschutz am Montag in Jessen war das ebenfalls zur Sprache gekommen. LHW-Mitarbeiter hatten dabei die Forderung der Jessener nach einem Vorhersagemodell zur Kenntnis genommen. Umgesetzt werden kann es aber nur in Zusammenarbeit mit Sachsen und Brandenburg, beide Bundesländer werden von der Schwarzen Elster durchflossen. "Wir sind nicht Hochwasser-Entstehungsgebiet", sagt Hans-Werner Uhlmann, Geschäftsbereichsleiter im LHW. Von den 179 Kilometern Gesamtlänge des Gewässers befindet sich das letzte Stück in Verantwortung des sachsen-anhaltischen Landesbetriebs. 30 Kilometer sind das.

Bis Dienstagabend gab es in dem Bereich keine großen Sorgen. "Es sieht gut aus", informiert Hans-Peter Schaefer nach einer Kontrollfahrt durch mehrere Stadtteile. Die Sandsäcke, die Ende September / Anfang Oktober verbaut wurden, leisten auch jetzt gute Dienste. "An den kritischen Stellen hält es."

Die in der Hochwasser-Konferenz am Montag getroffene Aussage, dass bei intensiverer Pflege der Bereiche zwischen Flussbett und Damm der Wasserstand bei Hochwasserlagen um 40 Zentimeter niedriger ausfallen würde, sorgt auch bei Deichwachen für Diskussionen. Dass der Bewuchs entfernt gehört, darauf habe er öfters hingewiesen, sagt Klaus Pöllmann. Nun hofft er, dass den Worten im nächsten Frühjahr Taten folgen.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


 

Schwarze Elster

Regen treibt Pegel erneut nach oben

Die Hochwasserlage an der Schwarzen Elster bei Jessen wird sich bis Dienstag wieder verschärfen. Wie die Landeshochwasserzentrale am Montag mitteilte, treibt der kräftige Dauerregen die Wasserstände nach oben. Meteorologen sagen bis zum Dienstag für Sachsen-Anhalt kräftige Niederschläge von 20 bis 35 Liter pro Quadratmeter voraus.

 

Kurzzeitige Hoffnung

Zunächst hatte es so ausgesehen, als könnten die Menschen im hochwassergeplagten Landkreis Wittenberg aufatmen. Der Pegel der Schwarzen Elster in Löben war seit Sonntag um zwölf Zentimeter gefallen. Nach Angaben der Hochwasserzentrale lag er am Montagmorgen noch bei etwa 2,60 Metern. Auch das ist für die Jahreszeit deutlich zu viel. Normalerweise werden im November etwa 1,20 Meter bis 1,30 Meter gemessen. Ab einem Wasserstand von drei Metern wird für die Schwarze Elster die höchste Warnstufe 4 ausgerufen. Derzeit gilt für den Fluss im Landkreis Wittenberg die Warnstufe 3.

Deichwachen kontrollieren rund um die Uhr die aufgeweichten Deiche in Klossa, Meuselko und Waltersdorf. Auch die Feuerwehr ist in Bereitschaft. Wie Jessens Bürgermeister Norbert Görlitz sagte, sind die Menschen besorgt. Das große Problem sei, dass seit dem Hochwasser von Ende September das Grundwasser nirgendwo so richtig abgeflossen ist.

 

"Es ist nicht auszuschließen, dass wir am Pegel Löben an der Schwarzen Elster wieder Wasserstände bekommen werden, die nahe an die Hochwasseralarmstufe vier kommen."

Uwe Fricke, Hochwasservorhersagezentrale Magdeburg
(Montag, 22.11.2010)
 

Rekordhochwasser Ende September

Die Region um Jessen war erst vor knapp zwei Monaten von einem Rekordhochwasser heimgesucht worden. Am 30. September brach bei Meuselko, zwischen Annaburg und Jessen gelegen, ein Damm. Die umliegenden Ortschaften wurden überflutet, mehr als 20 Menschen saßen damals in ihren Häusern fest. Tagelang herrschte Katastrophenalarm. Hunderte Helfer waren mit Unterstützung der Bundeswehr im Einsatz, um Menschen zu versorgen, Ortschaften vor den Wassermassen zu schützen und Dämme zu sichern. In diesen Tagen sollte das Loch im Deich mit Schotter geflickt werden. Doch das muss nun warten, bis der Wasserstand wieder auf Normalmaß zurückgegangen ist.

 

Vor zwei Monaten war an der Schwarzen Elster Land unter.
 
Quelle: www.mdr.de

Kreis Wittenberg

Sandsäcke allein reichen nicht

VON FRANK GROMMISCH, 19.11.10, 19:08h, aktualisiert 19.11.10, 20:58h

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Roland Karthäuser (2.v.l.) erläuterte an der Schwarzen Elster bei Klossa Vizeadmiral Wolfram Kühn (links), Staatssekretär Rüdiger Erben (4.v.l.), den Landräten von Wittenberg, Jürgen Dannenberg (3.v.l.), und Elbe-Elster, Christian Jaschinski, sowie Generalmajor Heinrich Geppert (2.v.r.) und Oberstleutnant Wiland Oerter (rechts) die aktuelle Lage und jene vor sieben Wochen. (FOTO: FRANK GROMMISCH)
 
HOLZDORF/KLOSSA/MZ. "Das Wasser steht ja fast so hoch wie letztens." Rüdiger Erben (SPD), Staatssekretär im Innenministerium von Sachsen-Anhalt, blickt bei Klossa erstaunt auf die Schwarze Elster.

Gemeinsam mit Vizeadmiral Wolfram Kühn, Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr und Inspekteur der Streitkräftebasis, weiteren Militärs und mehreren Landräten verschaffte er sich einen Überblick über die neuerliche Hochwasserlage. Er wolle sich mal anschauen, so begründet Vizeadmiral Wolfram Kühn die Visite in Klossa, wo Soldaten während der zurückliegenden Elster-Flut im Einsatz waren. Zuvor hatte er bereits erfahren, welche großen Anstrengungen gemeinsam mit Einwohnern und weiteren Hilfskräften unternommen worden waren, um das Pumpwerk und die für die Elektroenergieversorgung bedeutsame Trafostation in Klossa zu sichern. Auch Taucher der Polizei, so ergänzt Rüdiger Erben, haben in Klossa geholfen, den Ort vor Schlimmerem zu bewahren. Der gelungene Schutz der Bevölkerung war dann für Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) Anlass, sich bei den Kommandeuren bzw. ihren Vertretern von Bundeswehreinheiten in Holzdorf für deren Einsatz während der Hochwassertage Ende September / Anfang Oktober zu bedanken und Erinnerungsgeschenke zu überreichen. "Allein hätten wir das nicht stemmen können."

Das Treffen auf dem Damm bei Klossa lieferte zudem die praktischen Bilder zu der vorangegangenen Beratung im Fliegerhorst Holzdorf zur zivil-militärischen Zusammenarbeit im Katastrophenfall. Die Professionalität der Gemeinschaftsarbeit, so bewertete Rüdiger Erben die jüngsten Anstrengungen zur Abwehr der Rekordflut, habe sich über die Jahre deutlich verbessert. Als eine wichtige Schnittstelle dabei erwies sich die Zusammenarbeit zwischen den Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr und den Krisenstäben. Aus den Landkreisen Wittenberg (hierzu äußerte sich der Hauptmann der Reserve Andreas Hoffmann aus Gräfenhainichen), Elbe-Elster, Görlitz, Meißen und Oberspreewald-Lausitz wurde das mit kurzen Erfahrungsberichten unterlegt. "Das frühzeitige Hinzuziehen der Kreisverbindungskommandos im Katastrophenfall hat sich bewährt", erklärte Generalmajor Heinrich Geppert, Befehlshaber im Wehrbereich III. Als sich abgezeichnet habe, dass sich die Lage an den jeweiligen Flüssen zuspitze, sei mit den Planungen der Hilfeleistungen begonnen worden, führte Geppert aus. Auf Hilfeanforderungen aus fünf Landkreisen in Sachsen, Brandenburg und Elbe-Elster war zu reagieren. Dabei erwies sich die Schwarze Elster als ein großer Schwerpunkt. Hunderte Soldaten und etwa 40 Zivilbeschäftigte standen Einwohnern zur Seite, berichtete der Vize-Standortälteste, Oberstleutnant Wiland Oerter. Vier Hubschrauber waren im Einsatz, Maschinen der Heeresfliegerunterstützungsstaffel standen in Bereitschaft. 171 Flugstunden kamen zusammen, weit über 1 000 Tonnen Material wurden transportiert. Das alles geschah neben den anderen Aufgaben, denn der Einsatzführungsbereich hatte weiterhin rund um die Uhr den Luftraum zu überwachen. Auch das Aufstellen des Hubschraubergeschwaders am 1. Oktober erfolgte planmäßig.

Als Problem benannte der stellvertretende Standortälteste die inzwischen aus der Bundeswehr ausgelagerten Bereiche, was zum Beispiel zu Schwierigkeiten beim kurzfristigen Bereitstellen von Kraftfahrzeugen geführt habe. Er schlug vor, die Zusammenarbeit mit den Landkreisen noch zu intensivieren und gemeinsame Übungen abzuhalten. Zu den Lehren des Dammbruchs bei Meuselko gehöre, dass Sandsäcke allein nicht reichen, um solch eine Stelle wirksam zu verschließen. Es würden auch große Teile gebraucht, an denen sich die Sandsäcke "festhalten" können, erklärte er.

Die Lage sei stabil, sagten Landrat Jürgen Dannenberg und der stellvertretende Kreisbrandmeister Roland Karthäuser zur aktuellen Hochwasserlage. "Und von uns kommt inzwischen weniger Wasser", machte Elbe-Elster-Landrat Christian Jaschinski Hoffnung auf einen glimpflichen Ausgang.

 

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Deichwachen müssen wieder ganz genau hinschauen

VON KLAUS ADAM UND FRANK GROMMISCH, 18.11.10, 19:48h, aktualisiert 18.11.10, 20:39h

Olaf Roik und Ronny Arndt kontrollierten am Donnerstagvormittag bei trübem und regnerischem Wetter den Elster-Damm bei Meuselko, zunächst waren sie von der einstigen Stallanlage in Richtung Deichbruchstelle unterwegs. (FOTO: FRANK GROMMISCH)
 
LÖBEN/MZ. "Ich ziehe mich um. Dann geht es los", sagt Löbens Ortsbürgermeister Klaus Pöllmann (SPD) und beendet damit das Treffen im Feuerwehrgerätehaus des Annaburger Stadtteils. Hier hatten sich am Donnerstag zu 9 Uhr Löbener und Annaburger eingefunden, um letzte Absprachen für die Deichwachen mit Ingrid Leder, Fachbereichsleiterin Ordnungswesen in der Stadtverwaltung, und mit Roland Karthäuser, Feuerwehr-Abschnittsleiter, zu treffen. Vieler Worte bedurfte es nicht. Ein Blick in die Gesichter verriet die großen Sorgen, weil so kurz nach dem Rekordhochwasser Ende September / Anfang Oktober sich schon wieder die Lage unerwartet schnell zuspitzt. Roland Karthäuser äußerte Unverständnis über die Vorhersagen des Landesbetriebs für Hochwasserschutz (LHW). Erst werde gesagt, Alarmstufe zwei sei möglich, dann Alarmstufe drei sei möglich und auf einmal stehe das Wasser deutlich darüber.

Löbens Gerätewart Olaf Roik schlug vor, wie die Deichabschnitte aufgeteilt werden sollten, um eine effektive Kontrolle gewährleisten zu können. Denn überprüft werden müssen nach dem Ausrufen der Hochwasser-Alarmstufe 3 beidseitig die Dämme zwischen Löben und Premsendorf bzw. Kremitz in die eine und Löben und Mönchenhöfe bzw. Klossa in die andere Richtung. Ronny Arndt und Olaf Roik ließen sich mit dem Annaburger Feuerwehrfahrzeug nach Meuselko zu den alten Schweineställen fahren. Von dort aus begannen sie ihren Kontrollgang in Richtung Deichbruchstelle. Anschließend berichtete Olaf Roik: "Noch sieht es gut aus. Es ist noch Luft nach oben." Einige hundert Meter von dem kritischen Punkt entfernt hatte das Duo Wildschäden am Deich bemerkt, nichts Bedenkliches, mehr sei nicht gewesen.

Frank Beisitzer, Flussbereichsleiter beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, verweist derweil auf die Angaben, die von der brandenburgischen Hochwasserzentrale kommen. Vom dortigen Pegel Herzberg würden bereits fallende Stände vermeldet. Anhand der Statistik im elektronischen Meldesystem ließ sich das am Donnerstagnachmittag jedoch noch nicht ablesen. Allerdings war der Anstieg zwischenzeitlich nicht dramatisch. Stieg der Wasserstand in der Schwarzen Ester am Pegel Herzberg von 6 bis 10 Uhr um vier Zentimeter (auf 2,74 Meter), so erhöhte er sich zunächst bis 14 Uhr lediglich um einen, bis 18 Uhr dann wieder um vier Zentimeter.

Schwerlasttransporter rollten am Donnerstag wiederholt durch Meuselko. Sie brachten Schotter in Richtung Elsterdamm. "Das hat allerdings nichts mit dem erhöhten Wasserstand zu tun", erklärte dies Beisitzer. "Der mit dem Schließen des Dammbruches beauftragte Baubetrieb hat begonnen, die Straße zum Damm zu befestigen. Sobald der Wasserstand es zulässt, wird dann mit dem Dammbau begonnen."

Auch am Donnerstag wurde noch mal am Deichschlitz bei Schweinitz gearbeitet. Die provisorische Füllung der Scharte, die während der Flut das Elsterwasser aus der Fläche in den Fluss laufen ließ, als es dort der Wasserstand hergab, wurde mittels Planen und weiteren Sandschüttungen nochmals ertüchtigt.

Ab kommenden Montag, so kündigte Jessens Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU), nach der Sitzung der Technischen Einsatzleitung der Stadt Jessen an, werde an dem Deichschlitz mit großem technischem Aufwand gearbeitet. Wie er weiter informierte, habe die Stadt ihr Reservoir an Sandsäcken aufgestockt. Innerhalb von 45 Minuten könnten sie an neuralgische Punkte geliefert werden. Bislang habe er keine Informationen über besondere Gefahrenstellen, sagte Brettschneider.

Deichwachen waren bei Löben bis zum Einbruch der Dunkelheit unterwegs. Roland Karthäuser meldete nach einem Kontrollgang auf dem Damm bis hinter Premsendorf: "Eine Gefahr ist nicht zu erkennen." Und er fügte an: "Das Hochwasser wird uns noch Tage beschäftigen."

 

Quelle: www.mz-web.de


Kreis Wittenberg

Regen lässt Fluss anschwellen

VON KLAUS ADAM, 10.11.10, 19:35h, aktualisiert 10.11.10, 22:45h

Abgebaut wird von Ein-Euro-Jobbern der Öko-Tour Sanierungsgesellschaft der Sandsackdamm zwischen Schweinitz und Klossa. (FOTO: THOMAS CHRISTEL)

 

JESSEN/MZ. Die Spaziergänger auf dem Damm der Schwarzen Elster nahe des Elster-Centers schauen schon wieder besorgt auf das Flüsschen. Es ist dabei, erneut über die Ufer zu treten. Am Pegel Löben wurde Mittwochvormittag die Marke 1,90 Meter gemeldet. Das bedeutet, der Wasserstand "kratzt" bereits an der Hochwasseralarmstufe 2, die bei zwei Metern liegt. Dennoch beruhigt Peter Alexowsky, Fachbereichsleiter beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW). "Wir haben ein leichtes Hochwasser", von dem er nicht ausgeht, dass es Probleme bereiten werde.

"Es hat geregnet", begründet er den höheren Wasseranfall nur kurz. Vor allem oberhalb des Flusslaufes jedoch. Allerdings meldet das Land Brandenburg keine Hochwassergefahr. Der Scheitel der derzeit aktiven Wasserwelle im Fluss hatte am Dienstagabend gegen 18 Uhr Bad Liebenwerda passiert. Er wurde Mittwoch gegen Mittag am Pegel Löben erwartet. Das könne mit einem kurzzeitigen Überschreiten des Richtwertes zur Alarmstufe 2 einhergehen, so Alexowsky. Er prognostiziert für die nächsten Tage weiterhin eine erhöhte Wasserführung der Schwarzen Elster, die aber insgesamt fallende Tendenz zeige. Im Großen und Ganzen hat sich die Situation in der Region nicht wesentlich geändert. Der Boden ringsum ist noch immer mit Wasser gut gesättigt.

Auf keinen Fall werde der höhere Wasserstand der Elster das Ziel beeinflussen, den Dammbruch bei Meuselko bis Weihnachten repariert zu haben, bestätigt Alexowsky der MZ. Die Ausschreibungen seien gelaufen, der Baubetrieb stehe fest, Spundwände seien bereits bestellt. Am Donnerstag erwartet LHW-Flussbereichsingenieur Jörg Herrmann die detaillierte Bauplanung, dann könne er sagen, wann die Arbeiten starten, erklärte er. Sollte sich Frost einstellen, werde das nicht negativ wirken, "die Technologien sind heute so, dass sie mit Frost zurechtkommen".

Auch im Nachbarland Brandenburg sieht man die für die nächsten Tage in Aussicht stehenden Regenschauer gelassen. "Wir erwarten keine Hochwasseralarmstufen", antwortet der Präsident des brandenburgischen Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (bis Mitte Juli hieß es noch kurz Landesumweltamt), Professor Dr. Matthias Freude.

"Wenn wir was kriegen, dann kriegen wir das voll in die Braunkohlelöcher." Auch beim großen Hochwasser vor einem Monat hatte weniger die Schwarze Elster die Probleme bereitet, erläuterte Freude. Ein Drittel bis die Hälfte des in die Elster fließenden Oberflächenwassers habe man in die Braunkohlelöcher laufen lassen. Den problematischen Zufluss hätten die Große Röder und die Pulsnitz gebracht. Gegenwärtig arbeitet man im Land Brandenburg an einem Hochwasserrisikomanagementplan, allerdings nicht nur für die Schwarze Elster, auch für andere Flüsse. Konzepte, was zu tun ist, existieren für die Elster schon seit fünf bis sechs Jahren, so Freude. "Geld wäre sogar da, ich will nicht sagen genügend, aber es wäre was da. Uns fehlen nur die Leute, das umzusetzen", sagt der Präsident der Landesbehörde. Deshalb versuche sein Amt derzeit, wenigstens befristet zusätzliche Planstellen zu erhalten.

Ein wesentlicher Inhalt der brandenburgischen Konzepte wird sein, dem Fluss mehr Ausdehnflächen zur Verfügung zu stellen. "Wichtig ist, die Siedlungen zu schützen. Und wenn alle 25 Jahre Landwirtschaftsflächen überflutet werden, dann muss man die Betriebe entsprechend entschädigen." Für Freude ist auch die schnelle Entlastung der Elster von Hochwässern und die Forderung von Naturschützern, in wasserarmen Zeiten Nass im Fluss zu halten, kein Widerspruch. "Ich habe Sommer erlebt, da war die Elster auf großen Strecken ausgetrocknet, dass man die Fische zappeln sah", konstatiert der Experte und weist darauf hin: "Die Schwarze Elster ist der am stärksten verbaute Fluss in Mitteleuropa."

Wenn das eine, die fast vollständige Eindeichung aufgeweitet würde, ergäbe sich quasi automatisch eine Verbesserung für das andere, nämlich mehr Nass in der wasserarmen Zeit.

 

Quelle:- www.mz-web.de


 

Kreis Wittenberg

Getreidepflanzen verfaulen

VON FRANK GROMMISCH, 05.11.10, 19:50h, aktualisiert 05.11.10, 20:57h
 
MÖNCHENHÖFE/MZ. Das Ausmaß ist erschreckend. Karlheinz Thiele, verantwortlich für den Feldbau in der Agrargenossenschaft Holzdorf, deren Verwaltungssitz sich in Mönchenhöfe befindet, nimmt ein Blatt zur Hand. Ein Verlust von 300 000 Euro wird darauf wegen der Auswirkungen des Hochwassers in der Schwarzen Elster und ihren Nebenflüssen auf die nächstjährige Ernte prognostiziert. Auf Feldern, auf denen Getreide gedrillt wurde, steht zum Teil noch immer Wasser, so dass die jungen Pflanzen verfaulen. Auf anderen Äckern konnte gar kein Saatgut in die Erde gebracht werden. Die betroffene Fläche beläuft sich auf 500 bis 600 Hektar. Das wahre Ausmaß der Katastrophe wird wohl erst im kommenden Jahr sichtbar sein.

Das gilt nicht allein für die Felder, sondern auch für die Wiesen. Der dritte Schnitt konnte wegen des Wassers nicht erfolgen. Jetzt wird versucht, das alte Gras von den Grünflächen zu holen und zu kompostieren, um im nächsten Jahr ordentliches Grün zum Verfüttern zur Verfügung zu haben. Doch die Arbeiten sind kompliziert. "Bei Premsendorf geht zum Beispiel gar nichts", berichtet Karlheinz Thiele. Damit droht, dass auch beim ersten Grünschnitt im nächsten Jahr keine ordentliche Qualität erzielt werden kann. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Qualität der Silage für die Milchkühe. Derzeit gibt es in der Agrargenossenschaft fast keine Fläche, die durchweg befahrbar ist. Ein Versuch, den restlichen im Feld stehenden Mais zu ernten, erwies sich als Kraftakt, informierte Karlheinz Thiele. Die Landwirte orderten einen Mähdrescher mit Raupenfahrwerk um die letzten 50 Hektar abzuernten. "Das war eine Materialschlacht." Doch vor den letzten 15 Hektar Mais musste kapituliert werden. Der Acker ist einfach zu feucht.

Es gibt, so erläutern der Vorstandsvorsitzende Joachim Boche und der Feldbauchef Karlheinz Thiele, keine großen Spielräume, um den drohenden Einnahmeverlusten zu begegnen. "Den Anbauplan haben wir komplett umgeworfen." Auf ganz schlechten, in den vergangenen Jahren nicht genutzten, aber befahrbaren Standorten wurde Winterroggen gedrillt. Doch schon jetzt ist den Bauern klar, dass da nicht viel herauskommen wird, lediglich 20 bis 25 Dezitonnen je Hektar. Doch sie benötigen auch das Stroh. "Dafür haben wir das gemacht." Auch wollen die Holzdorfer es mal mit dem so genannten Wechselweizen probieren. Diese neue Züchtung könne bei günstigem Wetter bis zum März ausgebracht werden. Das bedeutet allerdings, zusätzliche Kosten für das Saatgut, neben den Ausgaben für Düngung und Pflanzenschutz, sind einzukalkulieren. Aber etliche Felder bleiben unbestellt. "So eine Situation hatten wir noch nicht", sagt Joachim Boche.

Und das Geschehen in den vergangenen Wochen steckt den Bauern in den Knochen. Zu den bedrohtesten Objekten während der Hochwassertage gehörte der Sauenstall in Klossa. 550 Tiere stehen dort. Die Anlage wurde massiv vom anströmenden Wasser nach dem Deichbruch bei Meuselko am 30. September bedroht. Die Bauern errichteten einen Notdamm um das Objekt, nachdem sie sich gegen eine Evakuierung entschieden hatten, denn sie wäre nicht ohne Tierverluste abgegangen. Der Damm konnte gehalten und somit die Sauenanlage vor Schaden bewahrt werden. Der Damm steht immer noch. Ob er bleibt, ist noch nicht entschieden. Derzeit gebe es ohnehin keine Chance, ihn einzuebnen, da noch viel Feuchtigkeit im Boden steckt, so dass keine Technik rollen kann. Während der Hochwassertage sei auch mal die Situation an der Jungviehanlage in Premsendorf als kritisch bewertet worden. Doch so dramatisch wie in Klossa war es dort nicht, sagt der Vorstandsvorsitzende. Die Jungrinder hätten bei Gefahr noch herausgetrieben werden können.

So eine Situation erleben möchte keiner noch mal, aber die Holzdorfer Agrargenossenschaft verlangt auch wirksame Gegenwehr, wenn die Elster mal wieder übervoll sein sollte. Dazu gehört, dass neben den vorhandenen weitere Pumpwerke installiert werden und die Stauanlagen in eine Hand kommen. "Das kann doch so nicht weitergehen", sagt Karlheinz Thiele. Es müsse dafür gesorgt werden, dass Wassermassen ungehindert abfließen könne. In der Schwarzen Elster sei das aufgrund des Bewuchses zwischen den Dämmen derzeit nicht gegeben.

Licht am Ende des Tunnels, wie es Karlheinz Thiele formuliert, sei nicht erkennbar. Der Bauernverband habe sich sehr um Unterstützung für betroffene Betriebe bemüht, loben Boche und Thiele. Aber von der Landesregierung sei bislang nichts gekommen. Die Konsequenz in Holzdorf: "Wir müssen anfangen, Leute zu entlassen, um die Ausgaben zu senken."

Derzeit würden durch das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten die Schäden durch das Elster-Hochwasser erfasst, hieß es am Freitag aus dem Agrarministerium in Magdeburg. Danach werde sich die Landesregierung damit befassen und entscheiden, wie darauf reagiert wird.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


Kreis Wittenberg

Alles noch einmal von vorn

VON KLAUS ADAM, 01.11.10, 18:24h, aktualisiert 01.11.10, 18:57h
 

Marcel Elstermann zeigt die Schäden im Vereinshaus. (FOTO: CHRISTEL)

 

KLOSSA/MZ. Es hätte so schön werden können. Gerade hatten die Klossaer ihr Vereinshaus fertig, da kam die Schwarze Elster über sie. Exakter gesagt, über genau jenes neue Domizil des Heimatvereins. Denn es stand außerhalb des Notdammes, den die Feuerwehr mit vielen Helfern flugs errichtet hatte, um das Dorf selbst vor den herannahenden Fluten zu schützen, die aus dem Deichbruch bei Meuselko stammten. Mehr als einen halben Meter tief stand das Haus dann im Elsterwasser.

Wasser wirkt verdeckt

Jetzt, drei Wochen später, sitzen Wilfried Globig, der Vorsitzende des Ortsteilbeirats, und seine beiden Mitstreiter Marcel Elstermann und Alexander Klassen ratlos am Tisch in dem hübsch hergerichteten Veranstaltungsraum. Wer nicht genau hinschaut, würde gar nicht erkennen, dass hier vor wenigen Tagen noch "Land unter" war. Doch der Teufel steckt wie so oft im Verborgenen. Zwar haben die Frauen des Ortes schon wieder alles ordentlich sauber gemacht. Doch das Wasser hängt noch in den Wänden und - was schlimmer ist - im Fußboden. "Eigentlich müsste der gesamte Fußboden wieder raus", meint Marcel Elstermann. Er hatte beim Innenausbau den Hut auf. Noch jahrelang würde ansonsten die Feuchtigkeit immer wieder hochkommen und Schimmel verursachen, befürchtet er.

"Wir warten auf den Gutachter", meint Wilfried Globig. Der Kreis habe noch keinen bestimmt. Dass die Klossaer "den Kopf nicht hängen" lassen und das Objekt auf alle Fälle reparieren wollen, bekräftigt er jedoch aus vollster Überzeugung. Seit September vergangenen Jahres sind 120 000 Euro aus dem städtischen Haushalt dort hineingeflossen, bestätigte am Montag Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU). Und natürlich viele Stunden gemeinnütziger Arbeit der Klossaer Einwohner. Sogar handwerklich begabte Leute aus den Nachbarorten halfen mit. Nur ganz wenige Arbeiten, wie das Fliesenlegen, sind an Firmen vergeben worden, so der Ortsteilbeiratschef.

Das Objekt bekam der Verein von der Kommunal- und Industrieentsorgung, die auf dem Grundstück ihre Kompostieranlage betreibt und es dafür nicht brauchte. Seit 1990 die Zwischengenossenschaftliche Bauorganisation (ZBO) auszog, hatte es leer gestanden. Noch vor dem langen Winter 2009 / 2010 war schon das Dach fertig. Und die Klossaer konnten an den Innenausbau gehen. Zeitweise waren 20 bis 30 Leute hier zugange. Wände wurden herausgerissen, die alten Heizkörpernischen verfüllt, alles wieder verputzt. Neue Sanitäranlagen entstanden. Die waren übrigens der Hauptansatzpunkt für die Klossaer, dort zu bauen. Weil auf dem Platz nebenan die Dorffeste stattfinden und Sanitäranlagen fehlten. Im großen Vereinsraum kam Edelputz an die Wände, die zu einem Teil aus Trockenbauplatten bestehen. Andere Wände wurden tapeziert.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gab es allerdings schon. Die Fraktion der Unabhängigen Wählervereinigung Großtreben-Zwethau spendet einen Teil ihrer Sitzungsgelder, 500 Euro, auch für das Klossaer Vereinshaus. Jeweils 500 Euro übergab sie bereits zwei geschädigten Familien in Löben. Jetzt hoffen die Klossaer noch einmal auf große Unterstützung, damit die viele Arbeit nicht umsonst war. Und vielleicht gibt es Firmen in der Region, die da noch mithelfen können, hofft Globig.

Schaden auch im Unternehmen

Ebenfalls von der Flut getroffen wurde der hinter dem Vereinshaus liegende Betriebsteil der Kommunal- und Industrieentsorgung Jessen GmbH mit der Kompostieranlage. Zwar wurden in Erwartung der Flut Maschinen und Anlagen weitgehend gesichert, so Betriebsleiter Benno Loff. Doch Schäden hinterließ das Wasser dennoch. An Gebäuden und festen Einrichtungen, aber auch an der Charge Kompost, die sich gerade in der Anlage befand. Durch die Stromabschaltung konnte der Prozess nicht beendet werden. Einen großen Teil davon konnte das Unternehmen zwar noch einmal aufarbeiten. Aber einiges ist verloren.

 

Quelle: www.mz-web.de


 

 

Quelle: Mitteilungsblatt der Stadt Jessen/Elster vom 28.10.10

 


 

Quelle: Mitteilugsblatt der Stadt Jessen/Elster vom 28.10.10

 


Kreis Wittenberg

Erste Hoffnungsschimmer

VON KLAUS ADAM, 28.10.10, 20:05h, aktualisiert 28.10.10, 22:09h
 

Reinhard Wäsch (3. von li.) berichtet anhand von Fotos den Großtrebener Gemeinderäten, wie er die Flut der Schwarzen Elster erlebte. (FOTO: KLAUS ADAM)

 

LÖBEN/MZ. Das Erdgeschoss des adretten Hauses ist komplett ausgeräumt. Am Fußboden ist der blanke Beton bzw. Estrich sichtbar. "Fachleute haben uns geraten, erst einmal eine atmungsaktive Schicht einzubauen, damit der Fußboden noch weiter austrocknen kann", sagt Reinhard Wäsch. Doch bis Weihnachten möchten der 70-Jährige und seine Frau Hannelore Küche und Wohnzimmer zumindest soweit hergerichtet haben, dass sie das Fest der Feste wenigstens einigermaßen geordnet verleben können. Und das, was die Flut der Schwarzen Elster in ihrem Haus in Löben angerichtet hat, für einige Zeit aus ihren Köpfen verdrängen.

Angesichts der großen Schäden, die das Wasser in Wäschs Wohnung hinterlassen hat - es stand einige Tage darin -, mag das Geld, das sie am Donnerstag als Spende erhalten haben, nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Wenngleich 500 Euro für sich genommen nicht von Pappe sind. Gundula Müller und drei ihrer Fraktionskollegen der Unabhängigen Wählervereinigung Großtreben-Zwethau im Kreis Nordsachsen überreichen es der Löbener Familie am Donnerstagnachmittag. "Es sind die Sitzungsgelder dieses Jahres", erläutert die Gemeinderätin. Die gleiche Summe übergab die kleine Delegation anschließend auch Wäschs Nachbarn, der Familie Gisela und Willy Grolms. Auch in ihrem Haus hinterließ das Wasser große Schäden.

Beim Anblick der Situation in beiden Häusern fühlen sich die Großtrebener acht Jahre zurückversetzt, an die Zeit des so genannten Jahrhunderthochwassers der Elbe. Bekanntlich war am 18. August 2002 beim Nachbarort Dautzschen der Damm gebrochen. "Hagen Schröder", Gundula Müller weist auf einen ihrer Fraktionskollegen, "musste damals sein Haus komplett abreißen und neu aufbauen, weil die Heizöltanks ausgelaufen waren." Auch jeder andere von Wäschs Gästen an diesem Tag kann eigene Flutgeschichten beisteuern. "Mit der Spende wollen wir etwas zurückgeben, was wir damals an Unterstützung selber erfahren haben", schildert Gundula Müller eine ihrer Intentionen. Schon seit Jahren spende ihre Fraktion im Gemeinderat die Sitzungsgelder, die die Räte für die Teilnahme an den Ratstagungen erhalten, sozialen Zwecken. Zunächst den Vereinen im eigenen Ort, da auch die Kommunen in Sachsen in ihrem Etat wenig Raum für freiwillige Aufgaben haben.

Angesichts der aktuellen Flutbilder der Neiße wollten sie das Geld dieses Jahr eigentlich in den Raum Bautzen / Zittau spenden. Doch dann passierte auch in ihrer Nachbarschaft die Katastrophe. So wandte sich die Fraktion mit ihrem Angebot zunächst an die Stadtverwaltungen von Annaburg und Jessen. 500 Euro gehen übrigens auch an den Jessener Stadtteil Klossa fürs dortige Gemeinschaftshaus.

"Ich habe auf dem Bau gearbeitet", sagt Reinhard Wäsch. Da kenne er eben noch viele Handwerker, die dem Paar zum Teil mit Rat, zum Teil mit Tat helfen. Auch Sohn Mario aus Jessen habe kräftig mit angepackt und bereits eine Menge Arbeit und Zeit in die Reparatur der Flutschäden gesteckt, lobt das Paar. Auch wenn die Folgen noch gar nicht voll zu überblicken sind: "Unterkriegen lassen wir uns nicht", sagt Reinhard Wäsch mit Nachdruck.

 

Quelle: www.mz-web.de


 

 

Quelle: Mitteilungsblatt der Stadt Jessen/Elster vom 14.10.2010

 


 


Quelle: MZ vom 13.10.2010

 


 

Hochwasser: Einsatz an Schwarzer Elster beendet

Hochwasser: Einsatz an Schwarzer Elster beendet

Der Hochwasser-Einsatz an der Schwarzen Elster ist beendet. Am Wochenende traten die letzten THW-Einheiten den Weg zurück zu den Unterkünften an. Insgesamt waren über 300 Einsatzkräfte aus rund 40 Ortsverbänden und sieben der insgesamt acht THW-Landesverbände im Einsatz.

 

Mit einem Mehrzweckarbeitsboot (MzAB) transportieren THW-Kräfte des Ortsverbandes Fürstenwalde/Spree in Brandenburg Sandsäcke zu bedrohten Dämmen. Quelle: THW

 

Betroffen waren Regionen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Südbrandenburg. Das Hochwasser an der Schwarzen Elster reiht sich damit in die lange Liste der anderen Flutkatastrophen in Deutschland und den Anrainerstaaten ein, bei denen das THW 2010 half. Seit Januar haben bundesweit tausende Helferinnen und Helfer in hunderttausenden Einsatzstunden etliche Millionen Liter Wasser abgepumpt – hinzu kamen Auslandseinsätze in Polen, der Tschechei oder Albanien.

Die THW-Kräfte pumpten an der Schwarzen Elster Wasser ab, verbauten Sandsäcke, sorgten für Stromversorgung, beleuchteten Einsatzstellen, führten Reparaturarbeiten durch und beseitigten Treibgut. Neben der Deichwehr stabilisierten THW-Hochleistungspumpen die Schöpfwerke Klossa und Schweinitz. Eine Überflutung der umliegenden Ortschaften konnte so verhindert werden.

 

In Klossa verhinderten THW-Großpumpen die Überflutung eines Schöpfwerks.

 

Quelle: www.thw.de

 


Folgen

Schwarze Elster

erstellt 08.10.10, 22:03h

Wittenberg/MZ. Die Schäden, die das Hochwasser der Schwarzen Elster in der Jessener Region (Kreis Wittenberg) anrichtete, sind bei weitem noch nicht erhoben. Insbesondere durch das Wasser, das fünf Tage lang aus dem Deichbruch bei Meuselko strömte, sind mehrere Häuser in Löben und dessen Siedlung Waltersdorf in Mitleidenschaft gezogen worden. Insgesamt wurden sechs Orte (Meuselko, Löben, Klossa und Purzien sowie die südlichen Ausläufer von Schweinitz und Jessen) direkt durch den Deichbruch bedroht.

Zahlreiche Häuser in der gesamten Region hatten aufgrund des sehr hohen Grundwasserstandes Wasser in den Kellern.

Um das Wasser nach dem Dammbruch abzuleiten, wurden vier Straßen regelrecht aufgeschlitzt. Diese Straßen müssen nun repariert werden.

Noch unbekannt sind die Folgen der Flut für die Landwirtschaftsbetriebe in der Region.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


Deiche an der Schwarzen Elster halten

Veröffentlicht: 8 Oktober 2010 10:18

Verändert: 8 Oktober 2010 10:18

 

Wittenberg (dpa/sa) - Weitere Entspannung im Hochwassergebiet an der Schwarzen Elster: Die Deiche im Landkreis Wittenberg halten dem hohen Wasserdruck stand. «Die Deichläufer sind wachsam und konnten keine neuen Schwachstellen erkennen», sagte der Stadtwehrleiter der Feuerwehr Jessen, Hans-Peter Schaefer, am Donnerstag. Im Vergleich zum Donnerstag ist der Pegelstand bei Löben um mehrere Zentimeter von 2,80 Meter auf einen Stand von 2,73 Meter gesunken. Im Laufe des Tages werde geprüft, an welchen Stellen das Technische Hilfswerk (THW) mit seinen Pumpen abziehen könne, sagte Schaefer. In den Bereichen Klossa und Schweinitz seien die Überflutungen am stärksten. Dort würden die Kräfte konzentriert.

Quelle: www.dnews.de

 


 
Dinslaken

THW-Helfer beenden Hochwassereinsatz

zuletzt aktualisiert: 08.10.2010

Dinslaken (RP) Die Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) des Ortsverbandes Dinslaken beendeten gestern ihren Pumpeinsatz in Klossa im Landkreis Wittenberg. Seit Sonntagabend 19 Uhr pumpten die Helfer rund um die Uhr unter Volllast der Pumpe die Wassermassen zurück in den Flusslauf der Schwarzen Elster. Bis Donnerstag förderte allein die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen aus Dinslaken eine Wassermenge von etwa 100 Millionen Litern über eine Schlauchstrecke von 100 Metern.

 

Gute Zusammenarbeit

 

In drei Schichten erledigten die Dinslakener Helfer nicht nur ausschließlich Pumparbeiten, sondern verlegten Sandsäcke, sicherten Deiche und unterstützten die Feuerwehr bei sonstigen anfallenden Arbeiten im Bereich des Hochwassers. Die Zusammenarbeit zwischen den vor Ort arbeitenden Ortsverbänden des THW, mit rund 50 beteiligten Helferinnen und Helfern, sowie mit Polizei, Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen verlief reibungslos und erfolgreich, so dass am Mittwoch der Katastrophenalarm für den Landkreis Wittenberg aufgehoben werden konnte.

Besonders die Anwohner zeigten sich von dem ehrenamtlichen Engagement der Helferinnen und Helfer beeindruckt und unterstützten der Einsatzkräfte mit selbstgemachter Verpflegung, Materialbeschaffungen oder Versorgungsfahrten in umliegende Ortschaften. Um 13 Uhr rückten die neun Dinslakener THW-Helfer vom Einsatzort ab und erreichten am späten Abend wieder die heimatliche Unterkunft in Duisburg-Walsum.

Somit ging auch für sie der Einsatz nach fünf anstrengenden, aber schließlich erfolgreichen Tagen zu Ende.

 

Quelle: www.rp-online.de

 


 

Sachsen-Anhalt

Landesregierung leitet Geld für Hochwasserschutz um

Zuletzt aktualisiert: 06. Oktober 2010, 09:33 Uhr

 

Die Landesregierung in Sachsen-Anhalt hat 40 Millionen Euro von der Europäischen Union für den Hochwasserschutz anderweitig verwendet. Das bestätigte der Sprecher des Umweltministeriums, Detlef Thiel. Bei dem Geld handelte es sich um EU-Fördermittel für die Jahre 2007 bis 2013.

Kein Deichschutz an Schwarzer Elster

Thiel sagte, dass die 40 Millionen Euro in die Dorferneuerung und den Ausbau des Internet-Breitbands gesteckt wurden und nicht in die Sanierung von Deichen.

Mit dem Zustand der Deiche an der Schwarzen Elster habe dies aber nichts zu tun. Selbst wenn das Geld in den Hochwasserschutz geflossen wäre, dann nicht für die Schutzwälle an der Schwarzen Elster, sagte Thiel. Dies sei in der Konzeption der Landesregierung für den Hochwasserschutz gar nicht vorgesehen gewesen. Thiel meinte: "Das Rekordhochwasser an der Schwarzen Elster war nicht vorherzusehen".

Deiche sollen saniert werden

Zur Umleitung der EU-Fördermittel sagte Umweltminister Hermann Onko Aeikens, dass es unterm Strich nicht weniger Geld für den Hochwasserschutz gebe, weil andere Fördertöpfe zur Verfügung stünden. Die Umschichtung der Gelder habe nur der "Optimierung des Haushalts" gedient.

Aeikens kündigte aber an, dass die zerstörten Deichabschnitte an der Schwarzen Elster bis zum Winter wieder hergestellt werden sollen. "Die außergewöhnlich starken Regenfälle im August und September haben an der Schwarzen Elster zu historisch bisher einmaligen Hochwasserständen geführt", sagte der Minister. Dem seien die Deiche nicht überall gewachsen gewesen. "Wir werden in den kommenden Jahren die Deiche sanieren". Es komme jetzt darauf an, schnell das Ausmaß der Schäden zu ermitteln.

FDP, Linke und Grüne üben heftige Kritik

Sachsen-Anhalts Grüne kritisierten den Umweltminister heftig. Landesvorsitzender Christoph Erdmenger sagte, es sei nicht neu, dass Aeikens Herz für die Landwirtschaft schlage und er den Umweltschutz als lästige Pflicht empfinde. Und auch im Landtag wird die Umleitung der EU-Mittel für den Hochwasserschutz vermutlich Thema sein. Die Linksfraktion hat dazu eine aktuelle Debatte beantragt. Fraktionschef Wulf Gallert sagte, er verlange eine "umfassende Aufklärung über diese Mittelumschichtung". Es könne nicht sein, dass die Landesregierung 40 Millionen Euro am Parlament vorbei einfach umwidme. Die Liberalen kündigten an, das Thema in den Mittelpunkt der nächsten Sitzung des Finanzausschusses am kommenden Mittwoch zu rücken. Ein Sprecher sagte, für die FDP seien die Aussagen des Ministers nicht nachvollziehbar.

Kabinett will noch im Herbst über Hochwasserschutz entscheiden

Für den Hochwasserschutz an der Schwarzen Elster sollen in den nächsten Jahren 18 Millionen Euro ausgegeben werden. Angesichts des aktuellen Hochwassers sagte der Leiter des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, Burkhard Henning, das müsse jetzt noch mal überdacht werden. Das Kabinett will noch im Herbst über Hochwasserschutz-Vorhaben von 2010 bis 2021 entscheiden.

 

Quelle: www.mdr.de

 


 

Schwarze Elster

Hochwasser geht kaum zurück

Die Lage in den Hochwasserregionen an der Schwarzen Elster hat sich in der Nacht zum Dienstag kaum verändert. Die Wasserstände im sachsen-anhaltischen Löben blieben konstant. Es gilt weiterhin Katastrophenalarm.

Nach Angaben des Sprechers im Kreis Wittenberg, Ronald Gauert, liegt der Pegel seit fast 24 Stunden bei drei Metern. Die Belastung für die Deiche bleibe hoch, dennoch sei die Lage stabil. Die vom Hochwasser völlig durchweichten Schutzwälle wurden in der Nacht permanent kontrolliert.

Schulbetrieb normalisiert sich

Indes normalisiert sich im Hochwassergebiet der Schulbetrieb. An der Grundschule in Schweinitz wird nach Informationen von MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT von heute an wieder unterrichtet. Für die Schüler der Sekundarschule und des Gymnasiums Jessen gilt wieder der normale Busfahrplan. Allerdings gibt es weiter Einschränkungen im Busverkehr, weil nicht alle Haltestellen angefahren werden können.

Am Montag hatte die Bundeswehr den Deichbruch bei Meuselko geschlossen. Laut Krisenstab sind damit die Orte Premsendorf, Purzien und Klossa nicht mehr akut gefährdet. Leicht entspannt hat sich auch die Lage in Südbrandenburg. Im Kreis Elbe-Elster zieht sich das Hochwasser langsam zurück. Es gelten jedoch weiter die Alarmstufen 3 und 2.

Verwirrung um EU-Millionen für Deichbau

Fragen wirft ein Bericht auf, wonach in Sachsen-Anhalt Fördermittel für den Deichbau offenbar anderweitig verwendet werden. Nach Angaben der "Mitteldeutschen Zeitung" geht es um 40 Millionen Euro aus EU-Mitteln. Trotz Diskussionen habe das Kabinett entschieden, die Gelder nicht für den Hochwasserschutz einzusetzen, sondern für die Dorferneuerung und den Ausbau des Breitband-Netzes.

 

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2010, 09:20 Uhr

 

Quelle: www.mdr.de

 


 

05.10.2010 12:26 

Hochwasser: Schwarze Elster hält THW im Dauereinsatz

Bonn (ots) - Überschwemmte Straßen, vollgelaufene Keller, aufgeweichte Deiche - der Osten Deutschlands versinkt innerhalb weniger Wochen bereits zum zweiten Mal in den Fluten. Besonders betroffen sind Südbrandenburg und Sachsen-Anhalt. Dort kämpfen seit mehr als einer Woche ununterbrochen rund 40 THW-Ortsverbände aus sieben Landesverbänden gemeinsam mit Kräften der Feuerwehr, der Bundeswehr und des DLRG gegen die Wassermassen. Die Lage in den Hochwassergebieten ist weiterhin angespannt, der Pegel der Schwarzen Elster sinkt nur langsam.

"Hochwassereinsätze gehören 2010 zu den Schwerpunkten des THW-Einsatzgeschehens", bilanzierte THW-Albrecht Broemme das bisherige THW-Einsatzjahr. Von Albanien bis Polen, von Brandenburg bis Bayern - seit Januar haben bundesweit tausende Helfer in hunderttausenden Einsatzstunden etliche Milliarden Liter Wasser abgepumpt.

Während er in Teilen des Elbe-Elster-Kreises bereits aufgehoben werden konnte, besteht im Landkreis Wittenberg noch immer Katastrophenalarm. Das anhaltende Hochwasser drückt gegen die durchweichten Deiche, zahlreiche Sickerstellen mussten bereits ausgebessert werden. Viele Rückhaltebecken sind überfüllt und die Böden übersättigt. Im brandenburgischen Herzberg hielt ein Schöpfwerk den Wassermassen nicht mehr Stand, THW-Hochleistungspumpen entlasteten das überforderte Werk. Im sachsen-anhaltinischen Klossa befördern die Einsatzkräfte das Wasser mit einer Leistung von 55.000 Litern pro Minute zurück über die Deiche. In Premsendorf befüllen, transportieren und verbauen die THW-Kräfte Sandsäcke. Außerdem stellen THW-Einheiten die Beleuchtung der Einsatzgebiete sicher. Zusätzliche Unterstützung erhalten die Einsatzkräfte seit gestern auch von der Polnischen Staatlichen Feuerwehr (PSP), die mit zwei Hochleitungspumpen im Hochwassergebiet eingetroffen ist.

Die Bandbreite der möglichen Hilfeleistungen des THW bei Hochwasser ist groß: Die freiwilligen Kräfte sind deutschlandweit einsatzbereit wenn es gilt, Deiche zu sichern, Hochwasserstege und -Schutzwände zu bauen, Verkehrswege freizuräumen und die Beleuchtung der Einsatzstellen zu übernehmen. Darüber hinaus kann das THW die Strom- und Trinkwasserversorgung sicherstellen sowie Führungsstellen einrichten und betreiben.

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Pressekontakt: Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) Leitungsstab/Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Provinzialstraße 93 53127 Bonn Pressesprecher: Nicolas Hefner Telefon: 0228-94017770228-9401777 E-Mail: presse@thw.de

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Quelle: www.finanznachrichten.de

Schwarze Elster

Bruchstelle am Deich ist geschlossen

erstellt 04.10.10, 23:28h, aktualisiert 04.10.10, 23:35h
Halle/MZ. Der Deichbruch an der Schwarzen Elster bei Meuselko (Kreis Wittenberg) ist von den Einsatzkräften am Montag geschlossen worden. "An wenigen Stellen sind noch einige Rinnsale abzudichten, aber diese werden bis zum Abend gesichert", sagte Kreis-Sprecherin Angelika Vorig. Um den Deich wieder zu schließen, seien zwei alte Strommasten genutzt worden. Damit habe verhindert werden können, dass die verbauten Sandsäcke wieder weggespült worden seien.

Der Pegel der Schwarzen Elster bei Löben lag Montagabend bei drei Metern und damit exakt auf dem Grenzwert der Hochwasserwarnstufe 4. Für die Orte Premsendorf, Purzien und Klossa bestehe keine akute Gefahr mehr, sagte die Sprecherin. Der Katastrophenalarm für die Region um Löben bleib jedoch weiterhin bestehen. Dienstagnachmittag soll darüber in der Wittenberger Kreisverwaltung neu entschieden werden.

Am Unterlauf der Elbe ist laut Hochwasservorhersagezentrale weiter mit leicht steigenden Pegeln zu rechnen. Die Scheitelwelle der Elbe wurde in der Nacht in Magdeburg erwartet. Dann werde der Pegel auf etwa 5,10 Meter ansteigen. In den anderen Hochwassergebieten in Sachsen-Anhalt - wie an der Mulde - entspanne sich die Lage langsam wieder.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


 

Kreis Wittenberg

Deiche halten noch stand

VON KLAUS ADAM, 03.10.10, 20:25h, aktualisiert 03.10.10, 21:42h
 

Dies ist kein Blick über den normalen Elsterdeich. So steht das Wasser an dem Notdamm in Klossa. (FOTO: ACHIM KUHN)

 

KLOSSA/MZ. Eine weiße Palisade versperrt die Weiterfahrt. Nur wenige Meter voraus schießt das Wasser durch die Straße. Die Ortsverbindung zwischen Schweinitz und Annaburg ist kurz hinter der Einmündung nach Klossa in der Nacht zum Sonntag ein gutes Stück aufgebaggert worden. "Gerade noch rechtzeitig", schildert Jessens Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU) am Sonntag die Situation. Alles war zwar seit dem Vortag vorbereitet und angemeldet, doch das Wasser aus der Deichbruchstelle bei Meuselko kam zu rasant angeprescht. Da musste schnell gehandelt werden.

Im Zusammenspiel mit der Öffnung der Straße von Klossa nach Löben gelang es auf diese Art, die anströmenden Massen in den Jessener Stadtwald nordöstlich der Bahnlinie zwischen Jessen und Annaburg zu leiten. Das sorgte an den seit Freitag gezogenen Behelfsdämmen, die Klossa sozusagen "von hinten", von der Elster-abgewandten Seite, abschirmen, für eine deutliche Entlastung. Noch am Sonnabend war dieser Behelfsdamm bis zur Landesstraße verlängert worden. Bundeswehrsoldaten verstärken ihn am Sonntagvormittag noch einmal auf ganzer Länge.

Wenige hundert Meter weiter, am anderen Ende Klossas, wird sichtbar, wie notwendig die Öffnung der Straße war, um das Wasser fortzubringen. Ein riesiger See steht hier an den Notdämmen. "Am Sonnabend drohte es überzulaufen, wir mussten erhöhen", schildert Roland Schlag vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft das Erlebte. Er leitet die Arbeiten hier als Fachmann an. Gummistiefel reichen wohl nicht mehr aus, um unbeschadet durch das Nass zu kommen. Es ist stellenweise wesentlich tiefer. An diesem Punkt hat das Technische Hilfswerk (THW) einen wichtigen Posten bezogen. Zwei große auf Anhängern montierte Saugpumpen mit einer Leistung von je 15 Kubikmetern pro Minute, unterstützt durch Pumpen der Polizei, halten den Wasserstand konstant. "Er ist sogar schon leicht gesunken", resümiert Schlag.

Währenddessen dampfen auf dem Gelände des Deutschen Roten Kreuzes in Jessen die Kessel. An drei Feldküchen kochen Maik Müller und seine Kollegen von den beiden Betreuungszügen des DRK aus Jessen und Anhalt-Bitterfeld das Essen für die zahlreichen Helfer. Am Sonntag versorgen sie nicht weniger als 1 300 hungrige Leute, die aufopferungsvoll um die Sicherheit der Deiche und damit auch der Einwohner kämpfen. Und diese Menge an Essenportionen wird zu allen drei Mahlzeiten zu den Helfern gebracht. Sonnabend und Freitag nur unwesentlich weniger. Der Jessener Detlef Langer hat hier den Hut auf.

Purzien ist am Nachmittag nur noch über eine Straße, und zwar ab dem Bahnübergang zwischen Jessen und Annaburg, zu erreichen. Doch auch diese Lebensader in den Annaburger Ortsteil droht abgeschnitten zu werden. Unablässig fließt das Wasser auf den Ort zu. Noch steht es am südöstlichen Rand "nur" in den Gärten, heißt es aus der Annaburger Einsatzleitstelle. Feuerwehrleute bauen auch hier einen Notdamm in das bereits halb stiefelhoch stehende Wasser. Der Ort bleibt weitgehend trocken, heißt es am Abend. Auch die Milchviehanlage des Landgutes Heideck-Purzien unweit des Ortes wird nur wenig in Mitleidenschaft gezogen. Die Tiere bleiben laut dem Annaburger Einsatzleiter Roland Karthäuser auf dem Trockenen. Allerdings Gebäude am Rande des Areals standen am Vormittag im Wasser.

Der Schulfestplatz in Schweinitz ist seit vergangenem Freitag einer der Anflugpunkte für die Hubschrauber von Bundeswehr und Bundespolizei, die unablässig so genannte Big-Packs mit Sand an die Deichbruchstelle bei Meuselko befördern. Millimetergenau setzen sie immer wieder ihre Fracht an den beiden Dammenden ab. Helfer weisen sie ein und füllen die Lücken mit zusätzlichen Sandsäcken auf. Einen halbmondförmigen Wall bauen die Helikopterbesatzungen in den Fluss, um Strömungsdruck von der Bruchstelle zu nehmen.

Doch der Optimismus des Sonntagnachmittags wird nicht belohnt. Als die einsetzende Dunkelheit die Arbeiten abbrechen lässt, ist die Stelle doch noch nicht geschlossen. Am Montag geht es weiter.

 

Quelle: www.mz-web.de

 


 

Hochwasser Schwarze Elster: Pegel Löben sinkt langsam aber kontinuierlich

 

Der Wasserstand am Pegel Löben sinkt langsam aber kontinuierlich. Von Entspannung kann noch nicht gesprochen werden. Nach wie vor sind die Deiche hoch belastet.

Gestern wurden noch am späten Abend von der Einsatzleitung und dem LHW das heutige Vorgehen am Deich bei Premsendorf festgelegt. Sandsäcke sollen neu verbaut werden und den gefährdeten Deich stabilisieren. Daneben bleibt der Deichschluss bei Meuselko Aufgabenschwerpunkt. Zur Entlastung der Ortslagen Klossa, Löben, Meuselko, wurden über den Einsatz großer Pumpen hinaus mehrere Durchlässe an der Bahnlinie Jessen – Annaburg verschlossen.

Bei der Sicherung der Ortslage wird die Feuerwehr Purzin ab heute früh durch Feuerwehren aus dem Kreisgebiet unterstützt.

Weiterhin kommt es im Hochwassergebiet zu erheblichen Verkehrseinschränkungen.

 

Quelle: Landkreis Wittenberg

 

Quelle: www.seismoblog.de

 


 

Hochwasser Schwarze Elster: Mit leichtem aber stetigem Sinken des Wasserpegels wird gerechnet

3. Oktober 2010 | Autor: Birgit Hoffmann

Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft ( LHW ) geht davon aus, dass mit einem leichten aber stetigem Sinken des Wasserpegels in den Abend- und Nachtstunden gerechnet werden kann.

Die Deichbruchstelle bei Meuselko konnte vor Einbruch der Dunkelheit noch nicht geschlossen werden.

Die erhebliche Anzahl von Deichsickerstellen in der Ortslage Premsendorf, besonders der rechtsseitige Deich ca. 400 m östlich der Bahnlinie Falkenberg-Jüterbog machte aufwendige Deichsicherungsmaßnahmen am heutigen Tag notwendig. Weitere Deichkontrollen werden vorgenommen.

Die Straßendurchbrüche zwischen Klossa und Löben, zwischen Waltersdorf und Löben sowie an der Landesstraße L 113 südlich der Einmündung der Kreisstraße K 2219 haben durch den Wasserabfluss die gewünschte Entlastung der Ortslagen an der Schwarzen Elster gebracht. Der Ort Purzien, der durch die Wasserströme aus nördlicher und südlicher Richtung gefährdet war, konnte durch den Bau eines Notdeiches gesichert werden.

Arbeiten an den Deichsicherungen und -verbauungen sowie mehrerer Maßnahmen mit zusätzlichen mobilen Pumpleistungen werden ununterbrochen weitergeführt und Deichüberwachungen sichergestellt.

Weitere Einsatzkräfte halten sich für Montag bereit.

 

Quelle: Landkreis Wittenberg

 

Quelle: www.seismoblog.de

 


03.10.2010, 09:58 Uhr

Hochwasserlage in Mitteldeutschland bleibt angespannt

Stellenweise gilt Hochwasser-Alarmstufe 4

Wittenberg/Herzberg (dapd). Wegen des Hochwassers der Schwarzen Elster bleibt die Lage in Teilen Südbrandenburgs und Sachsen-Anhalts trotz sinkender Pegel weiter angespannt. Die Deiche bei Elsterwerda, Bad Liebenwerda und Herzberg in Brandenburg stehen nach Angaben der Behörden noch immer unter enormem Druck. Für den Landkreis Elbe-Elster gilt weiter die höchste Hochwasser-Alarmstufe 4.

Auch im Kreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt bleibt der Katastrophenalarm vorerst bestehen. Für die Ortschaften Meuselko, Löben und Klossa gilt nach Angaben des Krisenzentrums in Wittenberg noch immer die Aufforderung zur Evakuierung der Häuser.

Unterdessen sind am Sonntagmorgen die Sicherungsarbeiten an der Bruchstelle des Deiches bei Meuselko fortgesetzt worden, wie ein Sprecher des Landkreises Wittenberg der Nachrichtenagentur dapd sagte. Dabei kommen auch wieder Hubschrauber von Bundeswehr und Landespolizei zum Einsatz.

Der Wasserstand der Schwarzen Elster ging in der Nacht und am Morgen weiter zurück. Am Pegel Löben lag er um 5.00 Uhr nur noch geringfügig über dem Richtwert für die höchste Alarmstufe 4, der bei drei Metern liegt. Der Hochwasserscheitel habe die Schwarze Elster passiert und sei mittlerweile in der Elbe angekommen, sagte der Landkreissprecher.

Im Landkreis Elbe-Elster wird der Katastrophenalarm voraussichtlich auch noch am Sonntag andauern, wie ein Sprecher des zuständigen Katastrophenstabes auf Anfrage sagte. Mehrere Straßen zwischen kleineren Ortschaften und einige Brücken über die Schwarze Elster werden voraussichtlich bis zum Montag für den Verkehr noch gesperrt bleiben. Der Pegel der Schwarzen Elster lag bei Herzberg lag in der Nacht bei sinkender Tendenz noch immer über den Richtwert für die Alarmstufe 4. Auch für die Pulsnitz gilt unverändert Katastrophenalarm.

 

Quelle: www.b2b-deutschland.de

 


 

03.10.2010

Hochwasser

Angespannte Lage in Brandenburg und Sachsen-Anhalt

Feuerwehrmann im brandenburgischen Holzdorf: Höchste Hochwasser-Alarmstufe 4

 

Die Pegelstände sinken, doch in Südbrandenburg und Sachsen-Anhalt gilt immer noch die höchste Hochwasser-Alarmstufe. Polizei und Bundeswehr sind mit Hubschraubern im Einsatz, mehrere Orte werden evakuiert.

Wittenberg/Herzberg - Das Hochwasser geht zurück, doch in Teilen Südbrandenburgs und Sachsen-Anhalts ist die Lage weiter angespannt. Die Deiche bei Elsterwerda, Bad Liebenwerda und Herzberg in Brandenburg stehen nach Angaben der Behörden noch immer unter enormem Druck. Für den Landkreis Elbe-Elster gilt weiter die höchste Hochwasser-Alarmstufe 4.

Auch im Kreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt bleibt der Katastrophenalarm vorerst bestehen. Für die Ortschaften Meuselko, Löben und Klossa gilt nach Angaben des Krisenzentrums in Wittenberg noch immer die Aufforderung zur Evakuierung der Häuser. Unterdessen sind am Sonntagmorgen die Sicherungsarbeiten an der Bruchstelle des Deiches bei Meuselko fortgesetzt worden, sagte ein Sprecher des Landkreises Wittenberg. Dabei kommen auch wieder Hubschrauber von Bundeswehr und Landespolizei zum Einsatz.

Der Wasserstand der Schwarzen Elster ging in der Nacht und am Morgen weiter zurück. Am Pegel Löben lag er um fünf Uhr nur noch geringfügig über dem Richtwert für die höchste Alarmstufe 4, der bei drei Metern liegt. Der Hochwasserscheitel habe die Schwarze Elster passiert und sei mittlerweile in der Elbe angekommen, sagte der Landkreissprecher.

 

cte/dapd

Quelle: www.spiegel.de

 


 

Hochwasserlage in Mitteldeutschland bleibt angespannt

3. Oktober 2010 | 10:00 Uhr

 

Wittenberg/Herzberg (dapd). Wegen des Hochwassers der Schwarzen Elster bleibt die Lage in Teilen Südbrandenburgs und Sachsen-Anhalts trotz sinkender Pegel weiter angespannt. Die Deiche bei Elsterwerda, Bad Liebenwerda und Herzberg in Brandenburg stehen nach Angaben der Behörden noch immer unter enormem Druck. Für den Landkreis Elbe-Elster gilt weiter die höchste Hochwasser-Alarmstufe 4.

Auch im Kreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt bleibt der Katastrophenalarm vorerst bestehen. Für die Ortschaften Meuselko, Löben und Klossa gilt nach Angaben des Krisenzentrums in Wittenberg noch immer die Aufforderung zur Evakuierung der Häuser.

Unterdessen sind am Sonntagmorgen die Sicherungsarbeiten an der Bruchstelle des Deiches bei Meuselko fortgesetzt worden, wie ein Sprecher des Landkreises Wittenberg der Nachrichtenagentur dapd sagte. Dabei kommen auch wieder Hubschrauber von Bundeswehr und Landespolizei zum Einsatz.

Der Wasserstand der Schwarzen Elster ging in der Nacht und am Morgen weiter zurück. Am Pegel Löben lag er um 5.00 Uhr nur noch geringfügig über dem Richtwert für die höchste Alarmstufe 4, der bei drei Metern liegt. Der Hochwasserscheitel habe die Schwarze Elster passiert und sei mittlerweile in der Elbe angekommen, sagte der Landkreissprecher.

Im Landkreis Elbe-Elster wird der Katastrophenalarm voraussichtlich auch noch am Sonntag andauern, wie ein Sprecher des zuständigen Katastrophenstabes auf Anfrage sagte. Mehrere Straßen zwischen kleineren Ortschaften und einige Brücken über die Schwarze Elster werden voraussichtlich bis zum Montag für den Verkehr noch gesperrt bleiben. Der Pegel der Schwarzen Elster lag bei Herzberg lag in der Nacht bei sinkender Tendenz noch immer über den Richtwert für die Alarmstufe 4. Auch für die Pulsnitz gilt unverändert Katastrophenalarm.

ddp

 

Quelle: www.boulevard-baden.de


Kreis Wittenberg

Wasser über Wasser

VON KATRIN LÖWE, JULIA REINARD UND KLAUS ADAM, 01.10.10, 07:49h, aktualisiert 01.10.10, 21:31h
 

Polizisten und Helfer bauen am Freitag zwischen Löben und Meuselko (Landkreis Wittenberg) einen Wall aus Sandsäcken. (FOTO: DPA)

 

 

LÖBEN/MZ. Es ist Tag eins nach dem Dammbruch bei Meuselko (Landkreis Wittenberg). Die Sonne scheint. Eben noch ist der Hubschrauber über Dessau-Roßlau geflogen, über überflutete Elbwiesen. Wasser, wohin das Auge schaut. Aber noch kein Anblick, der Innenminister Holger Hövelmann (SPD) wirklich aus der Ruhe bringt. Überflutete Elbwiesen, die gibt es schon mal. Ein paar Minuten später aber wird die Stimmung an Bord angespannter: Der Polizei-Helikopter hat die Schwarze Elster erreicht.

 

 

Die Bruchstelle der Schwarzen Elster zwischen Premsendorf und Meuselko (FOTO: HANS-JOACHIM KUHN)

 

Aus dem Fenster sind nun die Bundeswehr-Hubschrauber zu sehen, die Big-Packs - riesige Sandsäcke - über dem Fluss abwerfen. Dann, etwa drei Kilometer hinter Meuselko, kommt der Dammbruch ins Blickfeld. Und die enorme Kraft des dort entweichenden Wassers, die Pilot Frank Michler zum Funkspruch veranlasst: Die einst fünf Meter breite Lücke im Deich wird größer. Sie ist, erfährt die Besatzung später, seit Donnerstag auf fast das Dreifache angewachsen. "An einigen Stellen sieht es schon dramatisch aus", sagt Hövelmann.

Es ist früher Vormittag, als der Hubschrauber mit dem Innenminister an Bord in Löben landet - wie Meuselko ein Ortsteil von Annaburg. Unimogs der Bundespolizei fahren Sand an, im Minutentakt starten Hubschrauber mit den von Feuerwehr und Polizei beladenen Säcken zum Fluss. Insgesamt 600 Einsatzkräfte versuchen, in der Region Schlimmeres zu verhindern. Die Löbener aber sind sauer: "Ihr wisst, dass ihr uns absaufen lasst", empört sich Ortsbürgermeister Klaus Pöllmann. Auch von anderen müssen sich Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) und Hövelmann Kritik über den aus ihrer Sich zu späten Katastrophenalarm anhören. "Wo waren denn die Einsatzkräfte?", fragt Gabriele Kralisch. "Gestern Nachmittag wurden sie hier abgezogen. Wir standen bis Mitternacht allein an der Kirche und haben Sandsäcke gefüllt." Dann, in der Nacht, hat das Wasser Löben erreicht, die Dorfstraße ist weitgehend überflutet. "Jetzt rollt die Hilfe", sagt Kralisch.

Hövelmann versucht zu beruhigen. Spricht von Prioritäten, davon, dass "alles Menschenmögliche" getan werde. Auf einer Breite von einem halben Meter ist in der Nacht die Kreisstraße vor Löben aufgebrochen worden. "Wir versuchen, das Wasser jetzt dorthin zu bekommen, wo wir es hinhaben wollen", sagt Dannenberg. Zu einem Pumpwerk, um es zurück in die Elster zu pumpen. Bei Klossa wird ein 900 Meter langer Behelfsdamm aufgeschüttet, um den Ort zu schützen, aus dem bereits drei pflegebedürftige Einwohner evakuiert sind. Am Dammbruch entweicht mehr Wasser, als die Helfer gedacht hatten.

Direkt hinter Löben sind im Ortsteil Waltersdorf schon seit Donnerstagabend rund 20 Bewohner vom Wasser eingeschlossen. Per Boot sollen sie in Sicherheit gebracht werden. Erhard Witte, seine Frau und drei Kinder harren im Haus aus, stellen jede Stunde die Pumpe an, damit das Grundwasser nicht bis zur Heizung und zu den elektrischen Anschlüssen steigt - auch wenn sie wissen, dass das aus den Fenstern abgeleitete Wasser bald von neuem in den Keller drückt. "So lange wir Strom haben und der Deich hält, bleiben wir hier", sagt der 73-Jährige. Seit zwei Tagen rackert die Familie, schläft wenig. Wenn der Deich 50 Meter vom Haus entfernt auch bricht, hätten sie keine Wahl. Aber Witte ist Optimist, er glaubt, dass alles glimpflich ausgeht.

Gewissheit wird er weiterhin nicht erhalten. Das Gerücht, es sei geglückt, die Dammbruchstelle zu schließen, bewahrheitet sich nicht. Doch zumindest können die Hubschrauberbesatzungen und ihre Helfer am Boden zunächst verhindern, dass sie sich weiter vergrößert. "Wir haben die Flanken am Damm gesichert und uns von jeder Seite anderthalb Meter vorgearbeitet", berichtet Jörg Herrmann, Bereichsingenieur des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, am Abend. Er koordiniert die Arbeiten vor Ort. Helfer verfüllen Zwischenräume zwischen den Big-Packs per Hand mit weiteren Sandsäcken. Bis Einbruch der Dunkelheit werden die Hubschrauber fliegen, verspricht Herrmann. Aber geschlossen wird der Bruch bis dahin wohl nicht.

Bis zum Abend sind es laut Annaburgs Bürgermeister Erich Schmidt (SPD) 13 Mädchen und eine Betreuerin aus dem Reiterhof Maruschka in Meuselko, die sich in der Turnhalle Groß Naundorf unterbringen ließen. Inzwischen wird in Klossa das Wasser erwartet. Innenminister Hövelmann ist indes längst wieder aufgebrochen. "Die packen das!", sagt er, als der Helikopter startet.

 

 

 

Quelle: www.mz-web.de